Kurze Werbeeinblendung für Zigarren und Whisky

Möglich, dass man künftig keine Werbung für alkoholische Getränke oder Tabakwaren mehr sehen wird. Möglich auch, wenngleich ein wenig grotesk, dass künftig jede Flasche Wein oder Whisky im Supermarkt in eine neutrale Papptüte gepackt werden muss, bevor sie ins Regal wandern darf. Ich mein’ ja bloss, wenn dreissig Sekunden Werbung im Fernsehen jemandem zum Kettenraucher oder Alkoholiker machen sollen können, dann dürfte die Wirkung von reellen Whiskyflaschen fünfzig Zentimeter vor dem Gesicht des potentiellen Konsumenten um ein Vielfaches grösser sein.

Man mag natürlich jetzt denken, dass niemand von der Werbung verführt werden kann, der nicht bereits willig ist, ein derartiges Produkt zu kaufen. Man mag auch harte Fakten fordern, die zeigen, dass Werbung tatsächlich einen derart grossen Einfluss hat. Man mag sich auch fragen, wieso derart viele Cannabis konsumieren, wo doch niemand dafür wirbt. Aber solche Dinge laut zu denken, entspricht nicht unserem Zeitgeist, der Drogen gleichermassen fürchtet, wie verabscheut, wie selbst (heimlich) konsumiert.

Und dann sollten wir wirklich über das Menschenbild jener Leute nachdenken, die den Menschen als willenloses, unselbstständiges, verantwortungsloses Geschöpf sieht, das seine Entscheidungen nicht selbst fällt, sondern als Sklave von Werbern, Bierbrauern und Zigarettenfabrikanten handelt.

(inspiriert bei jan filter - Auf dem Weg zum Böse-Werbung-Gesetz)







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4 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiKurze Werbeeinblendung für Zigarren und WhiskyPubliziert am 2. September 2008 im Blog «DER MISANTHROP»

  2. Düsterkeit

    Erinnert mich auch an die South-Park-Folge “Death Camp of Tolerance” (Szene mit dem Raucher beim “Museum der Toleranz”).

  3. Benjamin B.

    :D Diese Szene ist absolut genial und trifft unseren toleranten Zeitgeist ziemlich gut.

  4. Düsterkeit

    Da gebe ich dir Recht, auch wenn ich das “Death Camp” ziemlich hart und übertrieben dargestellt finde :/. Andererseits habe ich gehört, dass in den USA sogar “Brainstorming” verboten werden soll, weil das Epileptiker beleidigt. Das heisst jetzt 2Gedankendusche”. Und was ist mit denen, die lieber baden?

  5. Benjamin B.

    Nun, es ist auch ein Anspielung auf die KZ’s in Deutschland. Solche Anpsielungen sind meistens übertrieben, im Fall von South Park aber sehr unterhaltsam.

    Nein, Brainstorming ist kein verbotenes Wort. Gibt es in den USA sowieso praktisch nicht. Allerdings haben etliche das Gefühl, Epileptiker würden sich durch dieses Wort beleidigt fühlen. Allerdings ist dies ein “urban myth”. (http://en.wikipedia.org/wiki/Brainstorming) Brainstorming Brainstorming zu nennen ist somit sogar politisch korrekt. Was mir eigentlich egal ist, da ich in Political Correctness überhaupt keinen Nutzen sehe.
    Allerdings zeigt dieses Beispiel gut die kruden Auswüchse von PC.




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