Angesichts der Katjusha-Raketen, die auf Ashkelon niedergehen und des kurzen Einmarsches der Israel Defense Forces in Gaza, wird es Zeit für eine kurze, israelfreundliche Presseschau. Also Kontrapunkt zum allgemeinen Israel-Bashing:
Sind Leute, die eine Hamas gewählt haben und ihr offenbar willig in ein militärisches Abenteuer folgen (nichts anderes sind die Terrorhandlungen dieser Organisation) nicht auch veranwortlich für die Folgen ihres Tuns? ~ Zivilisten? Komplizen!
When Hamas, or whoever else takes over Gaza in coming years, decides to stop using the Palestinian people as one collective suicide bomber, they will find a willing peace partner in Israel. ~ Palestinian self-destruction
All this was of course de rigueur and predictable as clockwork; did it matter that the usual world bodies and Israel-bashers were confusing attacker and defender, night and day, black and white, equating a democracy with a terror organization, standing morality on its head with the usual mix of cynicism and idiocy? ~ The Price of Israel-Bashing
What about “civilians” who willingly allow themselves to be used as human shields? Or their homes as launching pads for terrorist rockets? ~ Worshippers of Death
Wednesday, March 5, 2008 at 7:02
Ich finde die Idee der Kollektivhaftung der Bewohner des Gazastreifens für die Taten einzelner Terroristen völlig in Ordnung.
Bedeutet das im Umkehrschluss das die Bundeswehr die Schweiz bombardieren darf, weil dort die Gelder unserer Steuerhinterzieher und die sämtlicher Diktatoren der Welt geparkt sind?
Oder ist es vielmehr so, das jemand der die SPD in Deutschland gewählt hat, nicht unbedingt dafür verantwortlich, das Peter Struck gerne Krieg in Afghanistan haben wollte.
Die Palästinenser würden in ihrer Mehrheit genauso gerne Frieden haben, wie die Israelis. Aber das wissen bezahlte Scharfmacher auf beiden zu verhindern.
Es gibt keine Kollektivschuld.
Wednesday, March 5, 2008 at 9:42
Danke an Jochen, hat mir meine Ausführungen weitgehend erspart. Noch ein Bsp: Sind damit Terroranschläge von Irakern gegen amerikanische Zivilisten (die gemäss deiner Theorie die Bush-Regierung und damit den Irak-Angriff gewählt haben) gerechtfertigt? Also bitte!
Wednesday, March 5, 2008 at 17:30
Jochen, du bist also nicht der Meinung, dass jeder Teil eines Kollektivs die Entscheidungen des Kollektivs mitzutragen hat?
1. Ich als Schweizer Bürger bin durchaus willens, die Entscheide meiner Regierung, meines Parlaments, meiner Mitbürger mitzutragen. Auch wenn ich es lieber anders hätte. Meinen Protest äussern kann ich ja trotzdem. Doch wenn’s das Kollektiv halt lieber anders hat…
2. Dass Leute bei euch die Steuern hinterziehen, ist ja auch nicht euer Fehler, nicht wahr? Das liegt an der Souveranität anderer Staaten.
3. Zentral ist die Frage, ob das Kollektiv der Palästinenser den israelischen Staat überhaupt akzeptieren will. Wenn ja, dann sollten sie damit beginnen, die Extremisten in den eigenen Reihen in den Griff zu bekommen. Wenn nicht, na ja, wie soll man mit solchen Leuten einen ernsthaften Frieden schliessen.
4. vice versa.
Gebsn, Terrorismus ist aus meiner Perspektive nie gerechtfertigt. Militärisches Eingreifen ist eine andere Sache. Nur so eine Anmerkung: Für diesen Irakkrieg war auch ich nicht. Aus anderen Gründen als du vielleicht, doch dies ist ein anderes Thema. Nun, die Anschläge sind nicht recht, doch das Kollektiv, das sich für einen Krieg entschlossen hat, muss halt auch Verluste in den eigenen Reihen hinnehmen können. Doch einzig Anschläge von jenen, gegen die sie in den Krieg zogen.
Mag vielleicht komisch tönen, ich müsste das Ganze auch mal etwas genauer ausführen.
Besonders, weil ein heutiger Krieg extrem komplex ist und die Grenzen zwischen Zivilisten und Soldaten zu verschwimmen beginnen. Denn so ganz Zivilist ist einer, der Terrorismus irgendwie doch nicht allzu schlecht findet, auch nicht mehr.
Der Palästinakonflikt ist sowieso ein schwieriges Thema. Und obiger Post besteht grösstenteils eh nur aus Zitaten. Eigentlich ist es bloss eine Linksammlung von Posts, die ich “sammelwert” fand. Aber jeden einzelnen dieser verlinkter Posts könnte man wieder seitenlang kommentieren. Und dann Streitgespräche führen.
Wednesday, March 5, 2008 at 21:01
@B.B.
“Doch einzig Anschläge von jenen, gegen die sie in den Krieg zogen.”
Genau das ist ja der Punkt. Auch wenn Nationen Krieg führen, müssen die Zivilisten geschont werden. Das ist eine völkerrechtliche Regelung.
“Denn so ganz Zivilist ist einer, der Terrorismus irgendwie doch nicht allzu schlecht findet, auch nicht mehr.”
Diese Aussage ist inakzeptabel, weil sie jeden, der auch nur ein bisschen mit “Terrorismus” oder “Terroristen” (die ja je nach politischem Ansicht auch mal “Rebellen”, “Freiheitskämpfer”, “Unabhängigkeitskämpfer” etc. sind) sympathisiert, selbst als “Terroristen” erklärt.
Wednesday, March 5, 2008 at 22:12
Ich merke gerade, allgemeine Aussagen bezüglich Terrorismus/Widerstandskampf/Krieg/Zivilisten zu treffen, ist extrem schwierig. Vielleicht sollten wir das lassen und uns auf konkrete Beispiele beschränken. Ohne Abschweifungen und Querbeetvergleiche.