Integration - Die Kultur als entscheidender Faktor I/II

Ein Ehepaar, abgelichtet auf einem verblassenden Stück Papier. Die beiden strotzen vor Glück, die Freude über das Söhnchen scheint sich bei ihnen bis in die Fingerspitzen ausgebreitet zu haben. Die Frau trägt ein Kopftuch, Mann und Sohn haben leicht arabische Züge. Der beinahe greise Grossvater mit den viereinhalb Zähnen im Maul lächelt stolz und streicht immer wieder nachdenklich über die Fotografie, die die junge Familie bei einem teuren Fotograf hat machen lassen. Er ist zufrieden. ‘Der Kreis hat sich geschlossen.’, denkt er.

Nicht bei jedem beginnt das Leben so glücklich, zumeist jedoch mit einem Schrei. Hinsichtlich der Mutter mit mehr oder minder grossen Schmerzen verbunden.

Danach wächst man auf. Ein Teil von dem, was man später einmal sein wird, ob Charakterkopf oder gewitzter Dorfnarr, trägt man bereits in sich. In den Genen, in der Hirnarchitektur. Der Rest folgt in den nächsten zehn, zwanzig Jahren. Allen voran wird man geprägt durch die Eltern, das engste Umfeld, Geschwister, Grosseltern, später dann Freunde, Kollegen, Lehrer, der erste Arbeitgeber manchmal. Dieser engste Zirkel ist es, der einem die Grundhaltugn vermittelt. Die Werte, auf denen man eine Weltanschauung aufbauen kann.

Betrachtet man dies in einem grösseren Massstab, hundert, tausend Familien, eine halbe Nation, so schält sich aus all diesen Einzelschicksalen ein gemeinsames Wertefundament heraus. Anders benannt: Die Kultur, die weit mehr ist als bloss ein paar Kochtraditionen oder Volkstänze, sondern vor allem die Denkweise und das jeweilige Weltbild meint, das gewisse Arten der Wahrnehmung fördert, andere erschwert.

Emigration und Immigration sind heutzutage häufiger, als etwa in den dreissiger Jahren. Einwanderer aus manchen Regionen haben hierbei zumeist mehr wirtschaftlichen Erfolg in ihrem neuen Heimatstaat als andere. Die Ursache für diese Differenz z.B. zwischen Japanern und Somalis in Deutschland, liegt jedoch nicht darin, wie diese Leute aufgenommen werden, sondern vielmehr wie sie auf die neuen Begebenheiten reagieren. Jene Unterschiede werden, wie man deutlich nachvollziehen kann, durch die verschiedenen Heimatkulturen der Immigranten erzeugt. Ebenjene Kulturen, die den kleinen Jungen prägen und ihm seine Werte vermittelt habe.







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1 Kommentare

  1. Integration - Erst die eigene Kultur überwinden, dann die andere annehmen | DER MISANTHROP

    [...] magazin - Ich bin jung, ich bin erfolgreich, ich bin Albaner. der misanthrop - Integration: Die Kultur als entscheidender Faktor I/II der misanthrop - Integration: Die Kultur als entscheidender Faktor II/II siegfried kohlhammer - [...]




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