Holt die Nationen vom Mond

Die lichtlose und doch brennend helle Endlichkeit des Alls ist durchaus faszinierend. Menschen, organisches Material, das seit Jahrmilliarden auf dem immer gleichen Planeten herumkriecht, zuzuschauen, wie sie die Gravitation überwinden, sich in vakuumhafte Schwerelosigkeit begeben, nur um dann doch wieder in Staub zu kriechen. Doch der Staub ist viel gräulicher, viel mehr wie Puderzucker als die Staubballen hinter dem Mülleimer in der Garage. Unirdische Landschaften und darin Stiefelabdrücke. Stiefel, von Menschen geschneidert und von Menschenfuss in Mondstaub gepresst. Menschen schweben, hüfen, laufen über den Mond. Ein abstruser Gedanke und doch Realität. So schön und doch sollte man die Verwirklichung des Traumes der Menschen zwischen den Sternen zu schweben, durch den Himmel zu stechen und das Blaugrüngrau der Erde zu verlassen, um die bissige Fremdheit anderer Planeten zu atmen, nicht unseren Regierungen überlassen. Das All ist zu schön, um diesen Traum Staaten und Politikern zu überlassen. Nicht ein Staatenverbund soll auf dem Mond landen und ihn kennzeichnen. Leute sollen dort hinausgehen. Wir.

Jeder, der Menschen auf dem Mars spazieren sehen will, der darf dieses Vorhaben unterstützen. Doch sollten wir niemanden dazu zwingen. Niemand soll Eskapaden und Abenteuer finanzieren müssen. Der Staat darf zwar ein paar mickrige Steuern einziehen, um damit ein paar vitale Dinge zu tun, doch Mondflüge sollen kein Punkt im Staatsbudget sein. Sie sind zwar faszinierend, aber schlussendlich nicht existenziell. Somit liegen sie ausserhalb des Wirkungsbereiches des Staates.

Darüber hinaus tendieren Private, effizienter zu wirtschaften und zu handeln, als Staaten. Somit könnte es billiger werden, wenn wir die Raumfahrt der Privatwirtschaft überlassen. Vielleicht kommen wir so nicht schneller auf den Mars, aber wenigstens wird’s kein vergoldetes russisches Roulette.







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5 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiHolt die Nationen vom MondPubliziert am 5. October 2008 im Blog «DER MISANTHROP»

  2. Mathias

    Großartig - und dann machen sich jene, die den Spaß finanzieren, den Mond/Mars zu eigen und wieder ist ein Stück Land (oder in dem Fall: Planet) der menschlichen Besitzsucht zum Opfer gefallen. Eintrittgelder und Grundstückverkauf inklusive.

  3. Benjamin B.

    Ich möchte ja sehen, wie derjenige, der in irgendeinem Marskrater einen winzigen Bunker gebaut hat und nun den Mars als seinen Besitz deklariert, seinen Besitz gegen einen Konkurrenten verteidigen will, der zweitausend Meilen entfernt seinen Bunker gebaut hat.

    Nein, im All ist Kooperation angesagt, sonst droht der spassige Kältetod.

    Aber interessieren würde es mich schon, wie du den Konflikt zwischen Besitzsucht und Raumfahrt lösen willst.

  4. Düsterkeit

    Klingt verlockend, aber völlig unrealistisch.
    Für was für einen Zweck soll ein Milliardär anderen Leuten ermöglichen, auf den Mars zu gehen? Tourismus? Mal ehrlich, willst du eine Woche auf dem Mars verbringen, wenn es dort nicht mal interessante Historische oder Kulturelle Attraktionen zu besichtigen gibt? Er würde als kaum Interessenten gewinnen.
    Wenn es so käme, dass Private Planeten besiedeln würden, gäbe es ne Wildwestsituation, da kein echter Stadt da wäre. Auf die Dauer würde daraus wohl ein Staat entstehen.
    Mhhh.
    Eigentlich könnte das Parlament auch mal über solche Themen debattieren. Wäre unterhaltsamer.

  5. Benjamin B.

    Ansari X-Prize? America’s Space Prize?

    Wieso geben Milliardäre Millionen für solche Preise und Projekte aus? Weil sie selbst ins All wollen. Weil sie die Menschheit ins All bringen will. Weil sie von der Raumfahrt fasziniert sind.

    Oh, Interessen für Marsflüge gäbe es bei weitem genug. Wäre die Raumfahrt nicht mit grossen Hürden und Anstrengungen verbunden, so würde auch ich ins All gehen, hätte ich denn das Geld. Die Faszination ist einfach zu gross. Die Wartelisten für Raumflüge schon ellenlang.

    Das wäre schade, wenn auf Mond und Mars Staaten im herkömmlichen Sinne entstünden. Auch wenn man hin und wieder einen Politiker auf den Mond schiessen will.
    Mh, früher oder später müsste dan so etwas wie Rechtssicherheit entstehen, doch in der Anfangszeit sind die Bedingungen so widrig, dass entweder alle Beteiligten zusammen arbeiten oder alle dabei umkommen.

    Das Parlament darüber diskutieren lassen? Ach, ich weiss nicht, am Schluss werden Gesetze verabschiedet, die besagen, dass auf dem Mond nicht gekifft werden darf und marsianische “Autofahrer” die Luft nicht verschmutzen dürfen und sie zudem nicht länger als bis abends um 20 Uhr arbeiten dürfen.




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