Hammer, Kreuz und Heuchelei in Litauen

Die Zurschaustellung von Hakenkreuzen wird in Litauen fortan unter Strafe gestellt, dasselbe gilt für die sowjetischen Symbole Hammer und Sichel. Das Parlament in Vilnius verabschiedete in der Nacht zum Mittwoch ein Gesetz, wonach Symbole der NS-Zeit sowie der ehemaligen Sowjetunion aus dem öffentlichen Leben zu verbannen sind. Dazu gehören Flaggen, Uniformen und andere Memorabilien.1

Hey, die Politiker in Litauen machen zwar grosse Scheisse, aber wenigstens sind sie konsequenter als schweizerische oder deutsche Parlamentarier. Statt dass sie bloss eins der zahlreichen Banner verbieten, unter denen abscheuliche Verbrechen begangen wurden, verbieten sie deren zwei.
Christenkreuz und islamischer Halbmond sind jedoch immer noch erlaubt. Während Hitlers Mein Kampf verachtet und verboten wird, kursieren anderen Werke, die zu Genoziden aufrufen und Menschen in rein und unrein einteilen, in Kirchen wie Moscheen. Nicht zu vergessen die neuzeitlichen Glaubensgemeinschaften, die bestimmte Teile der Bevölkerung in KZs schaffen wollen. Scientology zum Beispiel. Ach ja, dann wären dann all jene Symbole und Insignien, auf die Nazis und Konsorten für sich ausweichen, weil ihnen die originalen Zeichen verboten wurden.

Mh, da liegt viel Arbeit vor uns. Ich meine bloss, ein wenig Konsistenz wäre doch nicht zu viel verlangt.

Scheinbar schon. He? Das alte Testament lässt sich doch viel selbstzufriedener lesen, wenn man am Vormittag gerade ein paar Killergames aus dem Verkehr gezogen hat. Der Kampf gegen Impfungen und Schulmedizin lässt sich auch viel angenehmer führen, wenn man weiss, dass die Nazis keine Hakenkreuz-Tattoos tragen dürfen. Ach, wie gerne flucht man schon über die Corporates, die kleine Kinder fressen und hinter 9/11 und Darfur stehen und geht am nächsten Abend schwarz vermummt auf die Strasse ein paar Backsteine werfen gegen die rassistischen, bösen Rechten.

Yeah, wenn’s um Meinungsfreiheit geht, dann zeigt sich die ganze Scheinheiligkeit des Menschen. Oh, viele Leute sind für totale Meinungsfreiheit. Wenn’s um sie selbst geht. Doch die Gesinnungsgegner? Ach, wenn denen mal ein schmutziger Ausdruck entgleitet, dann hat man gerade wieder einmal bewiesen, wie menschenverachtend und fies die doch sind. Obwohl man selber schon seit dem ersten politischen Amt am Fluchen ist. Freie Meinungsäusserung wie in einer Diktatur: Der Herrscher darf sich alles erlauben, die verlieren ihren Kopf bei einem unbedachtem Wort.

Was anderes bleibt uns übrig als uneingeschränkte Meinungsfreiheit?

  1. nzz - Hakenkreuze sowie Hammer und Sichel in Litauen verboten []






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1 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiHammer, Kreuz und Heuchelei in LitauenPubliziert am 23. June 2008 im Blog «DER MISANTHROP»




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