Hamastan, Genozide und wie wir alle versagt haben

Ich möchte… Ja, was möcht’ ich eigentlich an diesem heissen Sommerabend, da die Zikaden in den Wiesen zirpen und die Luft getränkt ist mit dem Geruch der Freiheit?

Zurücklehnen könnt’ ich mich. Mich nach draussen auf die Terrasse setzen, dem Quartierlärm lauschen, den wohlklingenden Stimmen gleichaltriger Mädchen, die mit dem Motorfahrrad noch kurz ausfahren, ein Stück Kuchen essen und ein Bier trinken.

Hab’ ich auch. Und es tat gut.

Allerdings… Meine Gedanken fräsen sich wie ein Schneidebrenner durch meinen Schädel, ganz egal, ob ich nun Franzvokabeln pauke oder mit einer hübschen Dame essen gehe. Darum kehre ich auch immer hierher zurück. Komme nicht umhin, erneut anzuklagen.

Ich möchte jetzt nicht die Extremisten ins Visier nehmen, die gewaltsam eroberte Gebiete Hamastan nennen, massakrierende Attentäter oder krude Gotteskrieger, die sich Staatspräsidenten schimpfen und Völkermorde ausrufen:

“Mit Gottes Hilfe haben die Kinder Libanons und Palästinas den Countdown zur Zerstörung des zionistischen Regimes in Gang gesetzt. Wir werden hoffentlich in naher Zukunft die Zerstörung dieses Regimes erleben.”

Nein, ich kritisiere die Blogosphäre, weil sie sich nicht darum kümmert. Es ist ihr schlicht und einfach egal. Uns allen. Wir schauen lieber youporn oder vergucken uns in Blogdiven, als dass wir was gegen die Gefährdung von Leib und Leben, der Aufhebung der Rechtsstaatlichkeit und der Kastrierung der Freiheit in all ihren Facetten tun würden. Tun möchten.

Doch nein, wahrscheinlich steht es mir nicht zu, offen Kritik zu äussern. So empfinde ich es doch als meine Pflicht. Anders als andere kann ich nicht feuchtfröhlich damit leben, zuzusehen wie die Welt von ein paar räudigen Hunden angefressen wird.

Damit, dass die meisten Leute eine sprichwörtliche “I Don’t Give A Fuck”-Mentalität an den Tag legen, könnte ich ja noch leben. Anderes ist man sich ja schon gar nicht gewohnt.
Mit der Doppelmoral des Volkes habe ich jedoch Probleme.
Und gerade im Konflikt mit dem Islam zeigt sich die perverse Paradoxie des gemeinen Bürgers auf die bespielhafteste Weise, die man sich nur vorstellen könnte.
Da wird breit und genussvoll auf Schweizer eingeschlagen, die was von Judenvernichtung stottern und ein zittriger Heil ins Mikro krächzen. Tut dasselbe jedoch ein Ausländer, namhaft ein Moslem, sieht man einfach drüber hinweg. Selbst wenn diese in unserem eigenen Staat zu Genoziden aufrufen und sich des niederträchtigsten nur vorstellbaren Hasses bedienen.

Da komme ich einfach nicht umhin, zu fragen:
Wieso?

Verdammt, das darf eifnach nicht sein. Leute, bitte, denkt mal ‘ne Runde nach. Nutzt euren Verstand. Doch wahrscheinlich verpuffen meine Worte nur wie kalter Wasserdampf in den Weiten des Netzes, ohne dass sich jemand darum schert.

[Irgendwann wird sich meine Wut legen, und zu jenem Zeitpunkt wird ein etwas reflektierterer Eintrag gepostet. Und bis dahin verweise ich einmal mehr auf die Gegenstimme.]

Adieu, Volk.







Bei allen Services (Mister Wong, Yigg, Infopirat etc.)
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2 Kommentare

  1. beschwerde

    Ja, es ist zum verzweifeln. Der extremistische Islam lässt den Durchschnittswestler tatsächlich kalt. Aber gibt es nicht auch ganz leichte Hoffnung? Sogar die TA-Media wagt es langsam, ein wenig kritisch über die Schattenseiten des Islam zu berichten. Dies war ja in der Schweiz bis anhin der Weltwoche überlassen. Zwar nimmt die TA-Media nicht Stellung gegen die islamistischen Gewaltorgien - zum Beispiel im Gazastreifen - aber immerhin
    kritisiert sie schüchtern die Unterdrückung der Frau im Islam. Im Magazin ging es darum, dass viele islamische Frauen an Landsleute in der Schweiz verheiratet werden.

    Schön ist der im Artikel erwähnte Begriff «Winnetou-Syndrom»:

    «Die Integration ist nicht nur ein zunehmend attraktives Arbeitsfeld für diesen Berufsstand (Anmerkung: gemeint ist die Ethnologie), sondern der ethnologische Blick prägt auch die Perspektive. Und die ist nicht selten vom «Winnetou-Syndrom» geprägt, wie sich der Basler Migrationsdelegierte (und Nicht-Ethnologe) Thomas Kessler ausdrückt: «Man will den edlen Wilden möglichst so in seinem Reservat belassen, wie er ist.»

    Dank des «Winnetou-Syndrom» muss niemand mehr kritisch sein, «die sind halt so», oder «es ist eben eine andere Kultur» sind einfache Ausreden.

  2. burnttongue

    Mh, kann sein, dass irgendwo etwas Hoffnung zu erhaschen ist. Der Verlust selbiger hat bei mir dazu geführt, dass ich den von dir genannten Artikel nicht gelesen habe, weil ich eben gerade angenommen hatte, dass sein Titel zwar reisserisch ist, dann einem aber lang und breit erklärt wird, wie friedlich und ganz und gar nicht gegen die grundlegendsten Freiheitrechte verstossend jene Leute doch sind.
    Doch deine Worte ermahnen mich, den Artikel beizeiten doch noch zu lesen. Morgen Abend oder so.

    Das mit dem Winnetou-Syndrom hat was. Man lässt die Leute jeglichen Unsinn treiben, weil sie gar nicht anders können, weil sie ja in einer so anderen Kultur aufgewachsen sind und gar nichts anderes kennen.

    Übel, übel…




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