Gefühle und Wissenschaft
Hartgesottene Esoteriker meinen immer mal wieder, die Wahrheit liesse sich bloss erfühlen, nicht etwa mit wissenschaftlichen Mitteln herausfinden.
Dazu eine kurze Erklärung zu wahrheitsfindenden Wissenschaftlern:
Science is not–I repeat, not–a method for finding out the “truth” about anything. Without going into a great deal of detail, I would characterize science as a methodology that allows us to test our beliefs about how nature behaves with how nature actually behaves and to derive laws and theories with useful predictive power that allow us to predict how nature will behave under certain conditions. In fact, it could well be argued that science is a method of testing hypotheses, refuting them, and through that process coming up with hypotheses that better explain how nature works.1
Doch was ist mit dem Argument, um Wissen über etwas zu gewinnen, müsse man fühlen und nicht etwa denken?
Nun, ich liebe Gefühle. Ohne sie wäre das Leben an manchen Stellen zwar nicht miserabel, aber man könnte ebenso wenig irgendwelchen Genuss empfinden. Nein, grau in grau, so wäre das Leben ohne Gefühle. Und keineswegs verhält es sich so, dass Wissenschaftler den Gefühlen keine Beachtung schenken würden. Nein, die leben ihre Gefühle durchaus intensiv aus. Bloss, wenn es darum geht, Wissen zu schaffen, dann verlassen sie sich lieber auf ihren Verstand, vor allem aber auf die Experimente, die Messinstrumente und die Berechnungen.
Obiges Argument wird schon nur deshalb wertlose, weil die Gefühle verschiedener Menschen sich massiv widersprechen können. Aber auch, weil die Esoteriker ihre Hypothese nicht konsequent anwenden. Würde ihre Ansicht, das Fühlen sei der Wissenschaft in Sachen Realitätsfindung überlegen, denn zutreffen, dann müsste man sagen: Gut, die Wissenschaft untermauert ihre Theorien mit Beweisen. Werden diese Beweise/Daten/Messungen als ungültig betrachtet, so muss man als Konsequenz daraus ziehen, dass jegliche wissenschaftliche Beweise ungültig sind. Spuren, Beweise und ähnliches, die zum Lösen eines Kriminalfalles gesammelt wurden, sind also auch ungültig. Dies wiederum führt dazu, dass sich der Richter einzig auf seine Gefühle verlassen darf, wenn er ein Urteil fällen muss:
- Herr Richter, Ihr Urteil bitte.
- Der Mann ist schuldig.
- Sir, das ist unser Staatsanwalt, auf den sie da zeigen.
- Sehen Sie sich doch mal dessen Visage an, der ist garantiert ein Kinderschänder.
- Sir, bei diesem Prozess geht es um Totschlag.
- Haben Sie nun die Richtergefühle oder ich?
- Sie, Sir.
- Ach ja, noch was. Dieser Heranwachsende dort, der hat sicherlich eine Bank überfallen.
- Sir, dieses Kind dort kann noch nicht mal laufen.
- Na, das sehen Sie, wie gerissen der Bursche ist.
- Sir, das Kind ist ein Mädchen.
- Ach was, jetzt kommen Sie nicht mit ihrem Wissen und so. Meine Gefühle sind eindeutig. Dieses Kind war an jenem berüchtigten Banküberfall von vor drei Jahren beteiligt.
- Sir, ich glaube wirklich nicht…
- Richtergefühle, oder was?
- Respectful Insolence - Science leads you to killing people? Not this again! [↩]









May 10, 2008
May 10, 2008
Ich übersetze Ihren Blog oft. Es ist interessant zu lesen.
May 10, 2008