Froschige Gefühle

Ein Frosch, der an ein Kreuz genagelt ist, verletzt religiöse Gefühle.1 Blasphemie!, schreien die Jesuswächter.

Ob’s auch Blasphemie war, dass nach Jesus’ Tod diese Hinrichtungsmehtode nicht sofort aus dem Verkehr gezogen wurde. Vermutlich hatten die Leute damals gar nicht die Musse, sich über solches aufzuregen.

Wahrlich, jegliche Kritik am Christentum oder gar ein künstlerisch-ironischer Umgang mit christlichen Symbolen und Ikonen verletzt religiöse Gefühle.

So what?

Kritik am Nationalsozialismus verletzt nationalsozialistische Gefühle. Stellt man Stalin als blutrünstiges Biest dar, verletzt das stalinistische Gefühle. Zertrete ich einen Löwenzahn, so verletzt das die Gefühle der Löwenzahnliebhaber. Das liegt in der Natur der Sache.

Doch nicht einmal die Politiker - und dort geht es teils mit gar rauen Bandagen zu und her - beklagen sich darüber, dass jemand ihre Gefühle verletzt hat. Es ist eine Eigenart der Gottesanbeter. (Da ziehe ich das Insekt namens Gottesanbeterin durchaus vor.)

Doch deren Gefühle darf man getrost ausser Acht lassen. Schliesslich geht es hier auch um die Freiheit der Expression. Und darum, dass man mit jeder einzelnen Geste, dem kleinsten, unscheinbarsten Wort jemanden beleidigt, dessen Gefühle verletzt. Dies sei zu verbieten, verlangen Kreuz- und Burkaträger. Doch würden wir dies tun, so hätte man sich unverzüglich ein Grab zu schaufeln und hineinzulegen. Oder wenigstens niemals mehr ein Wort zu sagen.

  1. Brightsblog - Der gekreuzigte Frosch []






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1 Kommentare

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