Demnach wird die Kirche weiterhin nur dann an die Justiz gelangen, wenn sich «die Gefahr von Wiederholungstaten nicht auf andere Weise bekämpfen lässt». Die Opfer sollen aber – wie bisher – darauf hingewiesen werden, dass sie eine Strafanzeige einreichen können. Zudem sollen die Täter zur Selbstanzeige bewogen werden.1
Hey, ein Bischof weiss, dass sein Pfarrer Kinder missbraucht, aber er muss ihn nicht anzeigen. Nein, denn der Kirche wird eine Extrawurst gebraten. Weil es so lustig ist und andere Möglichkeiten gibt, Wiederholungstaten zu verhindern. Es sind zwar grässliche Verbrechen, die die Priester begehen, aber was soll’s, er ist ja Lamm des Papstes und folglich ausserhalb der Rechtssprechung des Staates, in dem er sich gerade aufhält.
Das ist theokratischer, haarsträubender Unsinn. Entweder halten alle die bestehenden Gesetze ein, oder Nazis und Stalinisten haben künftig auch ein Anrecht auf “Ausnahmeregelungen”.
Die Bischofskonferenz hat sich an ihrer 280. Ordentlichen Versammlung auch mit der Medienarbeit der Kirche befasst. Sie hält in einer Erklärung fest, das Weltbild und die Lebensauffassung der Menschen werde zu einem grossen Teil von den Medien bestimmt.2
Natürlich, die Medien prägen das Weltbild der Leute. Deshalb gibt es auch so viele Kreationisten in der Schweiz. Weil kaum ein Tag vergeht, ohne dass der Tagesanzeiger Kritik an der Evolutionstheorie übt.
Vielleicht sollte irgendjemand diese Priester und Pfaffen auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Es ist ja nicht anzusehen, wie realitätsfremd die sind. Arme Leute, jemand sollte ihnen mal ein paar Bücher schenken. Oder ein Zeitungsabo. Damit sie allmählich auch Fakten und nicht nur imaginäre Freunde wahrnehmen. Geht ja jetzt schon zweitausend Jahre so zu und her. Jemand muss deren Qualen mal ein Ende setzen. Vielleicht Flugblätter mit Texten von Dawkins, Darwin und PZ Myers darin?
Thursday, June 5, 2008 at 22:59