Ich erinnere mich gerade daran, wie scheinheilig doch manche Gutmenschen sein können. Konkret ist mir gerade ein Beispiel aus meiner Schulzeit eingefallen. Wie es im Gymnasium im Fach Geographie üblich ist, so sahen auch wir - ich und meine Mitschüler alle gleichermassen desinteressiert oder entsetzt - uns die Armut und insbesondere das so genannte “Reichtumsgefälle” auf dieser Erde an. Nebst sich die übliche Moralpredigt (Inklusive der tranigen Frage, wieso wir dekadenten Westler denn nicht unser halbes Vermögen nach Afrika schicken würden.) anhören zu müssen, wurde man auch ermahnt, das Wort “Entwicklungsland” nicht in den Mund zu nehmen. Es diskriminiere ebenjene Länder, da vorhin genannter Ausdruck ihnen unterstelle, nicht gleich entwickelt zu sein. Dabei hätten die Einwohner jener Staaten doch bloss eine ganz andere Kultur und wären genauso glücklich wie wir. Denn Geld mache ja nicht glücklich, wie wir hoffentlich alle wüssten. (Jawohl, Genosse!) Danach ging es wieder weiter damit, dass Westeuropa doch bitteschön immense Summen nach Schwarzafrika senden solle.
Das ist eine derart geniale Kontradiktion, wie sie nur wenige noch so einige Menschen zustande bringen. Geld mache unglücklich und Kongolesen seien genauso glücklich wie Liechtensteiner, deshalb müsse man subito ein Drittel seines Jahreseinkommens World Vision spenden.
Solchen Bullshit reden nicht einmal Leute, die den siebten Joint und den achten Whisky hinter sich haben.
Thursday, March 20, 2008 at 8:01
Thursday, March 20, 2008 at 8:26