1848. Das Jahr in dem aus der Schweiz ein moderner Bundesstaat wurde.
Wie in den meisten Demokratien haben wir zudem ein stark ausgeprägtes Parteiensystem. Sowie Konkordanz. Ein politisches System, das mir gefällt. Ehrlich. Föderalismus und direkte Demokratie tun ihr übriges.
Jetzt schreien Kurt Imhof und Roger de Weck (die eDemokratie.ch schliesst sich ihnen an):
“Diesen Wahlkampf wird man gegen die Parteien führen müssen.”
Die Frage, wie ein Wahlkampf gegen die Parteien geführt werden soll, obwohl sich selbst eine jede Zeitung einer Partei zuordnen liesse und neutrale Berichterstattung fast zu einem Unwort verkommen ist, wird nicht beantwortet. Ganz subtil wird auch die Tatsache zur Seite geschoben, dass in der Bevölkerung ein überaus grosses Bedürfnis nach Parteien vorhanden ist. Parteien geben Halt und Sicherheit, sie liefern mitsamt der gewünschten Tageszeitung und dem wahlweise biologischen, echt schweizerischen, gesegneten oder jungfräulichen Dreiminutenei ein vorverfasstes Denkschema, das der geneigte Wähler bei Bedarf - Fragen zu Politik und Gesellschaft - einwerfen kann und finito.
Dass Menschen sich nur allzu gerne von Ideologien leiten lassen, wissen wir auch nicht erst seit dem Dritten Reich. Deshalb erscheint de Wecks und Imhofs Forderung etwas überfällig. Zugleich jedoch absolut unzeitgemäss und damit blosser, wenngleich teilweise schöner Wunschtraum.
Da mögen Theoretiker noch so lange nachdenken und zum Schluss kommen, dass Parteien nicht sinnvoll sind, die Zukunft der Nation wird vom Volk gestaltet. Auch wenn dessen Entscheide nicht immer die richtigen sind, hat man sie dennoch zu respektieren und ebenso auszuführen.
Denn das ist es, was man Demokratie nennt. Nichts anderes und geringeres als die Herrschaft des Volkes. Und das ist doch das beste, was einem Staat passieren kann, oder nicht?
edemokratie.ch: Welche Wahl haben wir?