Ich weiss nicht, was ich erwartet hatte, als ich diese Tage nach Hause gekommen war, mich nach einer Tasse Kaffe und einer Pfeffernuss umschauend und den PC hochgefahren hatte.
Wohl wollte ich bloss Ablenkung, ein bisschen durch deviantart surfen, einen Messenger überbeanspruchen und vergessen. Die Welt dort draussen. Die Schule. Vermutlich hätte mir zu jenem Zeitpunkt ein Gläschen Whisky gut getan, um die nebeltrunkene Sehnsucht zu betäuben, die an mir nagte, und immer noch tief in meinen Hirnwindungen schlummert.
Umso mehr freute ich mich dann, als ich den Feedreader öffnete und dann über irgendeinen Blogpost auf das Interview des Spiegels mit Darwins Rottweiler, Herr Clinton Richard Dawkins himself, fiel. Der Tag war gerettet. Dawkins Ruf als eloquenter Render, der mit einem messerscharfen Verstand gesegnet ist und im Gegensatz zu vielen Europäern keiner Wissenschaftsfeindlichkeit erlegen ist, überzeugten mich, das Interview ohne Umschweife zu lesen.
Drei Seiten später war ich enttäuscht, dass das Interview schon zu Ende ist. Eine tiefe Zufriedenheit machte sich nun in meinen Gedärmen breit. Gepaart mit dem hübschen Gedanken, dass Vernunft doch noch nicht gestorben ist. Bloss ein Lammfilet im Teig hätte den Abend noch schöner machen können, und… na ja, ihr wisst schon…
“SPIEGEL: Mindestens fünf weitere Autoren haben in der letzten Zeit Streitschriften gegen die Religion verfasst. Wie viel, glauben Sie, lässt sich damit bewirken?
Dawkins: Die Atheisten waren viel zu lange nett. Jetzt erheben wir die Stimme - und siehe da, unsere Bücher sind gewaltige Bestseller. Mein Buch hat sich jetzt schon, als Hardcover, mehr als eine Million Mal verkauft …
SPIEGEL: …vielleicht haben es manche nur gekauft, um es zu verbrennen.
Dawkins (lacht): Meinetwegen. Ich sehe natürlich, dass ich wahrscheinlich vor allem meiner Gemeinde predige. Aber ich sehe auch, dass diese Gemeinde viel größer ist, als alle dachten. Selbst wenn es nicht gelingt, die Gläubigen von ihrem Glauben abzubringen, bewegen wir vielleicht Leute dazu, von verstecktem zu unverblümtem Atheismus zu konvertieren.
SPIEGEL: Sehen Sie sich als Heerführer im Kampf gegen die Religion?
Dawkins: Können Sie sich das vorstellen? Ich als Anführer?
SPIEGEL: Vielleicht nicht der diplomatischste, aber immerhin gemäß Ihrem Spitznamen: “Darwins Rottweiler”?
Dawkins: Rottweiler sind sehr charmante, süße Hunde.
SPIEGEL: Mr Dawkins, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.”
spiegel: Ein Gott der Angst
wikipedia.com: Dawkins
Friday, September 14, 2007 at 10:47
Artikel zu Dawkins finden sich auch hier:
http://ergosum.wordpress.com/2007/09/11/richard-dawkins-is-not-an-atheist/
und hier:
http://hpd-online.de/node/2727
Sunday, February 3, 2008 at 22:13
Es gibt einen Beweis für Gott und die Dreifaltigkeit. Im “neuen Prometheus” ist sie versteckt. Leider oder zum Glück, je nach Standpunkt , hat den aber kaum einer gelesen und nur wenige haben ihn verstanden.
Sunday, February 3, 2008 at 23:09
@Adam: Dann zitiere!