Wehret dem Ferkelbuch

Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke ist ein wahrlich wunderbares Buch. ~ Salomons Homepage: Gottferkel
Ein Buch jedoch, das nicht jedem gefällt und manchem sauer aufstösst. Gerade auch wegen Fragen, die auftauchen und von den Fragestellern falsch beantwortet werden. Den geläufigsten Fragen hat sich Michal Schmidt-Salomon deshalb angenommen ~ Salomons Homepage: Gottferkel-FAQ

In der selben Ferkelkontroverse, auch Kinderbuchstreit genannt, zeigt sich jedoch auch, wie viel Schutz und Rückhalt die Religion und der Aberglaube immer noch geniessen. Erstaunlicherweise gibt es auch immer noch Menschlein, die religiöse Indoktrination und aufklärerische Denkanstösse für gleichwertig halten.

Für den geneigten Leser ein paar Zitate, die seine Abneigung gegenüber dem Glauben vermutlich nur noch stärken werden:

Das falscheste aber am ganzen Buch ist es, die drei vermeintlich abrahamischen Lehren als gleichwertig zu behandeln und damit quasi auf gleiche Augenhöhe zu heben~

Es gibt viele schlechte Kinderbücher; am schlechtesten aber sind die indoktrinierenden. In ihrem Bemühen, den Kindern nur ja die richtige Botschaft einzuhämmern, verzichten die Autoren auf alle Originalität, auf jedes erzählerische Detail, das einfach nur da sein darf, absichtslos, interessant und schön. ~

Damit verzichtet es allerdings auch auf Aufklärung und kritischen Geist, die erst Religion und den Mythos als Vorstufe der Aufklärung ablösen könnten. Atheismus kann leicht zur Ersatzreligion mit nicht minder perfiden Folgen führen, selbst Mythos werden. ~

Dass die drei großen Weltreligionen gleichermaßen in die Pfanne gehauen werden, ändert ja nichts an dem Tatsache, dass dabei insgesamt ein höchst einseitiges Weltbild vermittelt wird. Das lehne ich prinzipiell ab, ob es sich nun um religionskritische oder um religionsverherrlichende Schriften handelt. Ich meine, dass indoktrinierende Kindererziehung grundsätzlich nichts Gutes an sich hat. Kinder sollten sich frei entscheiden können, und dem steht dieses wie viele andere Bücher mit gegenteiligem Inhalt eindeutig entgegen. Natürlich haben Eltern das Recht, ihre Sprösslinge so zu erziehen, wie sie es für richtig halten. Das darf aber nicht dazu führen, dass schon in den ersten Lebensjahren Ressentiments geschürt werden, die im Erwachsenenalter fatale Konsequenzen haben könnten. ~







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