Diese Kontrollen…

Flugplätze und Flugzeuge werden schärfer bewacht als manche Regierungsgebäude und Gefängnisse. Ursache dafür sind Ereignisse wie 9/11. Besonders jedoch die daraus entstandene, panische Angst. Vermischt mit dem erstarkenden Sicherheitsbedürfnis, dem Wunsch nach Papa “Superman” Staat und einem risikolosen Leben, ergibt diese eine brandgefährliche Mischung. Ihr Opfer: Freiheit und Komfort.

Statt das Risiko einer Flugzeugentführung in Kauf zu nehmen und dafür durch keine Sicherheitskontrollen hindurch gehen zu müssen, erkaufen sich viele falsche, aber begehrte Sicherheit. Denn durch all die Kontroll- und Sicherheitsmassnahmen (Nacktscanner sind jetzt der neuste Schrei. Wann werden die Sciherheitsfachkräfte wohl begreifen, dass man gefährliche Gegenstände nicht nur auf sich, sondern auch in sich tragen kann? Wann folgen die routinemässigen rektalen Kontrollen? Wann werden alle Passagiere auf Schlafmittel gesetzt, um das Risiko möglichst gerind zu halten?) an Flughäfen ist das Fliegen wohl kaum sicherer geworden. Dafür vergrault und verärgert man seine Passagiere. Das Fliegen hat seine majestätische Aura verloren. Es ist zu einem Übel geworden, dass man wenn möglich umgeht.

Greifen wir wieder nach den Sternen und leben das Risiko. Alternativ kann man auch einfach gerade ganz auf seine Kleider verzichten, wenn man fliegen will. Lieber FKK am Flughafen als komplette Überwachung.







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13 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiDiese Kontrollen…Publiziert am 18. November 2008 im Blog «DER MISANTHROP»

  2. schildnoeck

    Dein Text zielt naturgemäss nicht zentral auf diese Frage ab, doch ich will sie trotzdem stellen: Wie lange werden wir noch fliegen (dürfen)?
    Aber das verlagert deine Problematik lediglich auf alle anderen Formen unseres täglichen Lebens. An manchen amerikanischen und englischen Schulen wird ja bereits so streng (!=gut) kontrolliert wie an Flughäfen. Was bringt’s?
    Naturgemäss wird Komfort “entfernt”, doch auch Sicherheit gegegeben (auch wenn sie nur scheinbar ist). In Schulen wird der organisierte Verbrecher genauso wenig abgehalten wie im Flugzeug. Doch der Verbrecher “en passant” wird bei beiden verhindert. Im Flugzeug gibt es sicher wenige von denen. In der Schule schon eher.

  3. Mathias

    Na zum Glück denkt nicht jeder so wie du.

    Vorneweg: Man kann es mit den Kontrollen (Nacktscanner etc.) sicherlich übertreiben. Aber “das Risiko leben” und dafür ohne Sicherheitsmaßnahmen auskommen will ich ganz bestimmt nicht.
    Es ist in Ordnung, dass man sein Gepäck durch einen Scanner schicken und selbst durch einen Metalldedektor laufen muss. Und es ist auch in Ordnung, dass alleine stehende Gepäcksstücke erst mal in Verwahrsam genommen und dann ausgerufen werden. Nicht in Ordnung sind wie gesagt übertriebene Maßnahmen. Aber man muss nicht zwangsläufig vom Hundersten ins Tausendste kommen bzw. dürfen diese überbordernden Präventivunternehmen gerne bekämpft werden. Als Resultat jedoch alles abschaffen zu wollen, was einen Terroristen (und die gibt’s bekanntermaßen) daran hindern könnte, ein Flugzeug zu entführen? Nein danke. Da hört sich das Freiheitsdenken bei mir definitiv auf.

    Zudem gilt es erst mal zu beweisen, dass Flughäfen ohne die jetzigen Sicherheitsvorkehrungen nicht wirklich sicherer sind als ohne. Ich denke da eigentlich gegenteilig - Studien habe wir wohl beide nicht.

  4. Mathias

    *… sind als mit

  5. ali

    Am schlimmsten finde ich, dass diese Beruhigungsmassnahmen als effektive akzeptiert werden. Es sollte doch offensichtlich sein für jeden Menschen mit einem halben Hirn, dass der globale Krieg gegen Pedi- und Manikürewerkzeuge niemanden davon abhält, seine im Duty-Free Shop erstandene Flasche Gin zu köpfen und um eine wesentlich effizientere Waffe als eine Nagelschere einsetzen zu können.

  6. Michael

    Man könnte es ja den Markt entscheiden lassen. “Benjamin B.” kann dann bei der Fluglinie/Flughafen mit lascher Kontrolle und hohem Risiko fliegen. Ich jedenfalls werd den Flughafen mit Nacktscanner wählen und die Fluglinie nehmen, bei der die Mitnahme von Teppichmessern verboten ist.

  7. Kein toter Fisch

    links from TechnoratiDiese Kontrollen…

  8. Alexander

    Ich bin auch der Meinung, dass die derzeitigen Zustände nicht zumutbar sind, doch leider zugleich auch, dass sie wohl oder übel in Zukunft noch verschärft werden.
    Dazu möchte ich auch noch eine kurze Anekdote in den Raum werfen: Bei einem Flug im Sommer von Spanien nach Österreich gelangte ich mit einer vollen Wasserflasche unbeabsichtigt durch die Sicherheitskontrollen - so viel zum Thema Effizienz jener.
    Außerdem, wer garantiert eine völlige Korruptionslosigkeit der Sicherheitsbeamten?

  9. Benjamin B.

    @Schildnoeck: Wie viele Amokläufe hätten an Schulen schon verhindert werden können, gäbe es keine Waffenverbote? Und umgekehrt: Wie viele Messerstechereien mehr hätte es ohne Waffenverbote gegeben?

    @Mathias: Gäbe es auch Studien, ich würde ihnen nicht trauen.
    Könnte jeder seine Feuerwaffe ins Flugzeug nehmen, so wäre es vielleicht nie zu 9/11 gekommen, so hätte vielleicht jemand diese Terroristen kurzerhand ruhig gestellt.
    Das Hauptproblem bei diesen Sicherheitsvorschriften sehe ich aber darin, dass die Verbrecher der Polizei meist einen Schritt voraus sind und der entschlossene Terrorist wohl einen Weg finden wird, die Kontrollen zu umgehen und den Anschlag trotzdem durchzuführen. (Anders als die Polizei sind bewaffnete Bürger sofort zur Stelle…) Notfalls, indem er auf Hängegleiter umsattelt.

    @Michael: Wäre auch gut. Ich habe auf diese endlose Warterei nämlich überhaupt keine Lust. Viel Spass in der Warteschlange, beim Strip und bei der Leibesvisitation.

    @Alexander: Stimmt, die Ineffizienz dieser Kontrollen kommt noch dazu.

  10. Mathias

    Dürfte jeder seine Feuerwaffe mit sich rumtragen, käme es vielleicht auch nicht mehr zu sexuellen Übergriffen spätnachts. Das Resultat wäre allerdings ein Zustand wie auf den Straßen Detroids, wo bewaffnete Raubüberfälle und Hauseinbrüche auf der Tagesordnung stehen. Davon bekommt man in einem Land mit recht strikten Waffenverboten wie Österreich zum Glück nur wenig mit.

    Ad 9/11: Mir ist selbst unklar, wie diese Terroristen zu dritt oder viert unzählige Passagiere inklusive des Bordpersonals einschüchtern konnten, indem sie irgendwelche Feilen als Waffen benutzten. Keine Ahnung, was da wirklich vorgefallen ist, aber es klingt für sich schon mal komisch. Ob da Feuerwaffen genutzt hätten - bzw. ob sich dadurch mehr Flugzeugentführungen verhindern ließen als wiederum entstünden?

    Mit dem Argument “Terroristen finden immer einen Weg” hast du schon Recht, allerdings sollte man es ihnen trotzdem so schwer wie möglich machen, ihre kranken Pläne in die Tat umzusetzen, ohne eklatante Bürgerrechte einzuschränken. Wenn ich metallgescannt und mein Gepäck durch einen Röntgenscanner läuft, sehe ich mich in meinen Grundfreiheiten nicht sonderlich behindert. Was anderes ist dieser Nacktscanner-Unfug - hier muss man eben, wie so oft, differenzieren und schauen, was zur Terrorprävention noch in Ordnung ist und was wiederum übertrieben.
    Es kann aber nicht sein, dass man das “Alles oder Nichts”-Prinzip loslässt und entweder den Bürger vergläsert oder aber sämtliche Sicherheitsvorkehrungen abschafft. Beides ist schlichtweg Unfug.

  11. Benjamin B.

    Nein, das Resultat wäre nicht zwingend ein Zustand wie in Detroit. Da das Risiko, bei einem Überfall selber erschossen zu werden, steigt, kann die Kriminalität sogar sinken.

    Nun, das ist dann die Frage, die sich nicht beantworten lässt, aber die man beantworten muss. Gäbe es mehr Flugzeugentführungen, wenn jeder seinen Revolver ins Flugzeug nehmen könnte, oder weniger?

    Du überspringst die oben stehende Frage, indem du annimmst, dass sich durch ein Waffenverbot in Flugzeugen mehr Entführungen verhindern lassen, als dadurch entstehen. Doch wäre deine Annahme falsch, so wäre das Messerverbot und damit auch die Kontrollen kontraproduktiv.

    Wenn du Recht hast, und mir wäre es ehrlich gesagt auch wohler in einem Flugzeug mit Waffenverbot zu sitzen, dann stellt sich immer noch die Frage, ob man die zusätzliche Sicherheit mit all diesen Wartezeiten bezahlen will. Ob also Preis und Leistung in einem guten Verhältnis stehen. Hier bin ich skeptisch.

  12. Michael

    @Benjamin: Leibesvisitationen gibts dann ja nimmer, wegen den Nacktscannern… :-).

    @Mathias: Wenn Du an 9/11 denkst, musst Du auch immer daran denken, dass man damals nicht unbedingt ahnen konnte, was die Terroristen machen würde. Heute wäre es für die Terroristen wahrscheinlich sehr viel schwieriger die Passagiere in Schach zu halten. Außerdem warens glaub Teppichmesser.

  13. Benjamin B.

    @Michael: Nacktscanner sehen zwar unter deine Kleider, aber nicht unter deine Haut. Leibesvisitationen vor dem Fliegen werden bei diesen erblühenden Sicherheitsmassnahmen wohl irgendwann gesetzlich vorgeschrieben werden.




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