Nur noch 23 Prozent der Befragten würden heute SVP wählen. Im Herbst wählten sie noch 29 Prozent.1
Ich habe eine derart hohe Meinung von den Bürgern, dass ich sagen darf: Ein Mann mit FDP-Gesinnung in der SVP wird sich bei den Abstimmungen wie ein FDPler verhalten und wird Leute wählen,. die seine Gesinnung teilen, auch wenn die ein unpassendes Partei-Etikett tragen.
So what?
Das bedeutet, die ganze Diskussion um Parteispaltungen und Wählerverlusten tangiert den Parteilosen ziemlich wenig. Gerade wenn sich die BDP inhaltlich kaum von der SVP unterscheidet, sondern bloss einen etwas anderen Stil pflegen will.
Des weiteren wäre ich froh, wenn wir endlich wieder mal zur Sachpolitik übergehen könnten.
Und was die Leute angeht, die sich daran weiden, wenn ihre Gegnerpartei Negativschlagzeilen erhält: Holt zuerst die eigenen Leichen aus dem Keller, begrabt diese und kommt dann mit eigenen Inhalten zurück, bevor ihr über jene von anderen Parteien herzieht.
Ich wiederhole, auch wenn ich weiss, wie sehr wir Menschen Labels lieben und dem Kollektivismus frönen: Die Parteizugehörigkeit ist drittrangig (wie auch die Wortwahl oder der Debattierstil der Partei-Frontmänner), was zählt, ist die politische Gesinnung.
Tuesday, July 8, 2008 at 9:14
Wednesday, July 9, 2008 at 13:44
Die Parteizugehörigkeit in der Schweiz mag weniger wichtig sein, wegen der Volksabstimmungen. Trotzdem wird viel im Parlament beschlossen oder auf den Weg geschickt und da spielt die Parteizugehörigkeit bei Taktik und bei Prozeduren eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt um etwas auszuhandeln, ist man im Vorteil mit einer möglichst grossen und geschlossenen Partei im Rücken.
Auch finde ich, der Stil ist wichtig. In einer funktionierende Demokratie sollten gewisse Regeln gelten, damit sie als funktionierend bezeichnet werden kann. Die SVP hat ein Stilproblem. Die Wählenden sollten jedoch die SVP für das bestrafen und darum soll der schlechte Stil auch kritisiert werden.
Wednesday, July 9, 2008 at 18:17
Die eigene Partei gewissermassen als Druckmittel einsetzen, um seine Forderungen durchzusetzen? Ich glaube, das gefällt mir weniger gut als schlechter Stil.
Wobei, wäre ich in der Situation der Parlamentarier würde ich ersteres wohl nicht anders machen.
Schlechter Stil empfinde ich aber immer noch nicht als schlimm. Geschmacksache halt. Ich würde die Demokratie immer noch als funktionierend bezeichnen, auch wenn sich Parlamentarier gegnerischer Parteien als “fucking bitches” oder “Arschlöcher und Mörder” beschimpfen würden.