Was wäre, wenn Jesus nicht am Kreuz gestorben wäre, sondern mit dem Elektrischen Stuhl hingerichtet worden wäre?
Dann würde uns nun ein Photo eines Elektrischen Stuhls vor dem Bösen bewahren. Nach der Messe würden wir uns nicht bekreuzigen, sondern imaginäre Elektrische Stühle in die Luft zeichnen.
Dan Piraro zeigt diese Ironie in einem seiner Bizarro-Comics wunderbar auf.
Und es stellt sich die Frage, was von einer Religion übrig bleibt, nachdem man die Symbole, die alten Texte und die Heilsversprechen entfernt hat.
Wednesday, June 4, 2008 at 22:01
Thursday, June 5, 2008 at 6:19
Das Gedankenexperiment bringt falsche Schlüsse, denn Symbole gehören zwingend zur Religion - und Symbole weisen aber auf etwas hin, sind also nur Stellverteter für etwas, das sich anders nicht ausdrücken lässt. In dem Sinne sind Symbole die Sprache der Religion.
Thursday, June 5, 2008 at 16:08
Ich tippe auf aufgeblähtes Nichts mit einer Prise verkrusteter Moralvorstellungen?
Thursday, June 5, 2008 at 18:03
Das Gedankenexperiment bringt einen anderen Schluss:
Kreuze sind auch Schutzzeichen. Ähnlich den Schutzrunen der Kelten. Das Kreuz schützt den Träger vor Dämonen, dem bösen Blick etc.
Hätten diese Religionsanhänger recht, dann müsste auch der Elektrische Stuhl vor dem bösen Blick schützen. Was doch eine recht amüsante Vorstellung ist. Insbesondere deswegen, weil bei uns der Elektrische Stuhl als Hinrichtungsmittel bekannt ist. Beim Kreuz vergessen wir diesen Aspekt nur zu häufig.
Unterhaltsam ist auch die Tatsache, dass laut Bibel Jesus das Kreuz bis zum Hinrichtungsort tragen musste. Somit war er ein Kreuzträger, doch das Kreuz hat ihn nicht vor Unheil bewahrt.