Die fragile Grenze zwischen Mann und Frau

War nicht gerade ein Mädchen-Tag? Ein staatlich verordneter Anlass, die jungen Mädchen des Technischen zu unterrichten? Vermutlich, vermutlich doch. Überflüssig. Wieso sollte man hierfür Interesse wecken, notabene künstlich schüren hinsichtlich dessen, dass Mädchen sowieso anderswo Präferenzen hegen? Ich meine, verständlich, dass der Staat allen misstraut, stets befürchtet, eine Gesellschaft könne erkranken, gewiss, wir sind ja auch allesamt erkrankt, aber trotzdem, er solle den Mädchen doch mindestens jene Freiheit gönnen, selbständig zu scheiden, wofür man sich denn interessiere. Wenn die Technik nicht im Interesse der Mädchen ist, so solle man dies gefälligst akzeptieren und ja nicht ändern1

Die Gleichstellung ist keineswegs gefährdet, noch ist es sonstwie schlimm, wenn nicht überall stets ein 50/50-Verhältnis zwischen Männer und Frauen besteht. Sei dies im Managment, in der Forschung oder im Pflegebereich. Nein, es ist bloss ein Anzeichen dafür, dass Männer und Frauen tendenziell nicht die gleichen Interessen haben. Sei dies biologisch oder im engen und weiten Sinne gesellschaftlich bedingt. Die kulturell bedingten Unterschiede sind heutzutage sowieso am Dahinschmelzen. Doch bis diese starren Rollenverhältnisse der Vergangenheit aus unserer Gesellschaft verschwinden, dauert es halt eine Weile. Es lässt sich feststellen, dass wenn jemand einen bestimmten Beruf ergreifen will (vorausgesetzt jener hat die Fähigkeiten dazu), er dies tun kann. Rechtliche Hürden bestehen keine. Gesellschaftlich kann jeweils ein gewisser Druck vorhanden sein (man stelle sich den Jungen einer Arbeiterfamilie vor, der Balletttänzer werden möchte). Das sind tragische Fälle, die - wie es aussieht - immer weniger werden. Ausmerzen lassen sie sich jedoch nicht, dessen muss man sich auch bewusst sein.
In einer freien Welt gilt die Chancengleichheit. Diese sehe ich hierzulande gegeben. Das heisst somit: Wer was tun will, dem werden die gleichen Hürden vorgesetzt wie dem andern.
Wenn also die Berufsverteilung von Geschlecht zu Geschlecht, Partei zu Partei, sozialer Gruppe zu sozialer Gruppe unterschiedlich ist, dann bedeutet dies zuerst einmal unterschiedliche Interessen. Interessen, beeinflusst von den Eltern, den Freunden, kurz: dem Umfeld, in dem jemand aufgewachsen ist (und lebt).

[Ja, manchmal werden Frauen benachteiligt (für die gleiche Arbeit nicht gleich viel verdienen (vorausgesetzt, das Fähigkeitenzeugnis sieht auch gleich aus)), manchmal werden Männer benachteiligt (Militärdienst, evtl. Sorgerecht). Quoten in Politik und Wirtschaft wären jedoch nicht nur zutiefst unliberal, sondern würden das Geschlecht höher werten als die Befähigung (Eigentlich genau das, wo alle Welt gleich "sexistisch!" schreien würde.).]

[Ich unterscheide nicht zwischen den Geschlechtern (ausser natürlich wenn's um alles geht, was mit Sexualität verknüpft ist, da bevorzuge ich dann Frauen doch eindeutig). Nicht das ich es nicht könnte, doch es ist mir schlicht und einfach egal.
"Eine Frau will Präsident der USA werden!" - Aha. Schön für sie. Mir sagt das noch nichts darüber, ob ich für oder gegen sie bin.
"Ein Bundesrat wird womöglich aus der Partei geworfen. Es ist eine Frau. Das heisst, sie wird nur wegen ihrem Geschlecht aus der Partei geworfen." - Was kümmert's mich jetzt, ob dieser BR männlich oder weiblich ist?
Ich finde es sehr amüsant, dass gerade Feministinnen das Geschlecht von prominenten Figuren in den Vordergrund stellen. Sie, die eigentlich für eine Gleichstellung von Mann und Frau kämpfen sollten, führen jedwelche Entscheide auf das Geschlecht zurück. Mittels Political Correctness wollen sie den Geschlechterunterschied gar noch auf die sprachliche Ebene bringen. Auf dass dann jeder zwischen den Geschlechtern unterscheidet!]

[Es mutet sowieso merkwürdig an, wenn der Staat einer bestimmten Bevölkerungsgruppe bestimmte Berufe näher bringen will. Niemanden dünkt es komisch, wenn der Staat mehr Mädchen in die Forschung drängen will. Doch wie sähen wohl die Reaktionen aus, wenn der Staat den Buben nahe legen würde, Ballettänzer zu werden? Einen Tag organisieren würde, an dem die Christen in die hohe Politik eingeführt würden, derweil die Muslime einen Tag auf dem Bau erlebten und die Juden in der Schule Mathematik-Förderunterricht erhielten?]

  1. Der Dissident - Technikbegeisterte Mädchen? []






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6 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiDie fragile Grenze zwischen Mann und FrauPubliziert am 28. April 2008 im Blog «DER MISANTHROP»

  2. Thomas

    Normalerweise kommentiere ich, wenn ich denn ausnahmsweise kommentiere, ausführlicher. Aber da muß ich einfach mal sagen: Volle Zustimmung!

  3. Benjamin B.

    danke dir!

  4. Lucog

    Also ich unterscheide zwischen Geschlechtern. Und das nicht nur wenn es um Sex geht. Bspw. beim Fussballspiel werden von mir männliche Mitspieler bevorzugt. Auch im Fernsehen bevorzuge ich Männerfussball. Wie sagte Boris Becker mal so schön: “Ich spiele Tennis, Steffi Graf spielt Damen-Tennis. Also die Unterschiede sind da und sie sind auch, trotz aller Egalitätsgedanken, feststellbar, sogar mit bloßem Auge sichtbar. Das man diese Unterschiede über Ideologie unsichtbar machen will ist eigentlich völlig bizarr und verrückt. Gebärmutter, Hormonspiegel, und Monatsregel sind Realität. Und es ist auch Realität, daß Frauen anders agieren und reagieren. Auch reagieren Männer anders auf Frauen, und Frauen anders auf Männer und das auch in der normalen Begegnung im ganz normalen Umgang. Es gibt Unterschiede zwischen Menschen und die sind nicht nur kulturell.

  5. Benjamin B.

    Nun, da kann ich nicht mitreden, ich bin gewissermassen sport-los. (Ausser es geht um persönliche körperliche Ertüchtigung.)

    “Es gibt Unterschiede zwischen Menschen und die sind nicht nur kulturell.”
    Genau.
    Deshalb ist mir diese Fokussierung auf den geschlechtlichen Unterschied auch so fremd. Weil es eben auch noch dutzende andere Unterschiede gibt, die dazu führen, dass man auf die eine Person anders reagiert als auf die andere. Das geht vom physischen Erscheinungsbild bis hin zum IQ.

  6. DER DISSIDENT Mobile Edition

    Kramer auto Pingback[...] von Die fragile Grenze zwischen Mann und Frau | DER MISANTHROP 28. April 2008 @ [...]




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