Der Mensch ist frei geboren - konfessionsfrei

Die Freidenker-Vereinigung Schweiz wollte Plakate mit der Aufschrift “Der Mensch ist frei geboren - konfessionsfrei” in verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln platzieren. In Bern, Thun und St. Gallen hatten sie jedoch keine Chance. Die dortigen Verkehrsbetriebe konnten scheinbar gut auf das Geld verzichten und meinten bloss, religiöse Gefühle könnten verletzt werden.

Ein wunderbares Beispiel dafür, dass religiöse Gefühle über allem anderen stehen. Scheinbar haben Gläubige aller Nationen ein spezielles Organ, das sie extrem sensibel auf Kritik (Wobei obiger Spruch sanfter ist als ein junges Lämmchen.) reagieren. So sensibel, das die Äusserung von Kritik Tierquälerei darstellt.

Doch was ist mit den Gefühlen von Atheisten, Vegetariern, Bauern, Autofahrern, Graffiti-Sprayern, Nicht-iPhone-Besitzern und Agoristen?

Wer keine religiösen Gefühle verletzen will, der ist nicht ein Philanthrop, sondern zeigt, wes Geistes Kind er ist.

Und nun: Geht fröhlich Geister austreiben!

Oder wie es Andres Kyriacou ausdrückt:

Oder denken die Werbeverantwortlichen der diversen Verkehrsbetriebe, dass Atheisten etwas weniger mimosenhaft reagieren als ihre besonders gläubigen Zeitgenossen? Mit dieser These könnten sie Recht haben. Frei geboren zu sein befreit. Lebenslänglich.1

  1. andreas kyriacou - Die Gedanken sind frei - ausser bei gewissen Verkehrsbetrieben []






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8 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiDer Mensch ist frei geboren - konfessionsfreiPubliziert am 23. October 2008 im Blog «DER MISANTHROP»

  2. Düsterkeit

    Wieso wheren wir uns nicht gegen die Verletzung unser atheistischen Gefühle?

  3. dvizard

    Das Traurige ist ja gerade, dass der Herr, der in St. Gallen für das Werbeverbot verantwortlich ist, Mitglied der ach so liberalen FDP ist… Ein Stich in mein (trotz allem noch irgendwie) FDP-Herz.
    Nebenbei: Die Atheist Bus Campaign hat innerhalb von 2 Tagen fantastische 100′000 englische Pfund (!!!) aufgetrieben, um in England eine vergleichbare Werbekampagne zu starten, die im Gegensatz zu konfessionsfrei.ch auch noch klare Worte benutzt… (Und das, nachdem beim letzten Versuch nicht einmal die 5000 Pfund für die geplante Kampagne zustandekamen!)

  4. Benjamin B.

    @Düsterkeit: Weil wir gut mit Kritik umgehen können. Und wir können es auch ertragen, mit Stalin in einen Topf geworfen zu werden, ohne gleich juristische oder politische Mittel zur Hand zu nehmen.

  5. Benjamin B.

    @Dvizard: Liberal ist bei der FDP nur ein Etikett. Bei ihr hat es genauso viel unwählbare Kandidaten wie bei anderen Parteien. Man wählt sowieso besser Ideen (damit natürlich deren Träger) als Personen oder Parteien.

    Wow! Als irgendwo einen Artikel dazu las, waren sie noch bei 2′000 Pfund. Verdammt erstaunlich, muss ich sagen.

  6. dvizard

    Klar ist es nur ein Etikett, aber wen will man in der Schweiz überhaupt noch wählen? Selbst wenn es eine echte liberale oder libertäre Kleinpartei gäbe: es lohnt sich schlicht und einfach nicht, die Stimme an Kleinparteien zu geben.
    Ideen wählen, das wäre schön. Leider erlaubt unser politisches System das nicht. Durch das Wahllisten-System geht meine Stimme, die ich gerne an einen speziellen Kandidaten einer ansonsten nicht sehr speziellen Partei geben würde, in erster Linie an seine Partei und damit an die Mainstream-Ideen in dieser Partei. Daher werde ich nie in Listenwahlen Einzelpersonen wählen. Es bringt nichts, ich helfe meinen Ideen damit nicht weiter.

  7. meistermochi» Blogarchiv » Bist du schon… ohne Konfession?

    [...] Die Freidenker-Vereinigung Schweiz wollte Plakate mit der Aufschrift “Der Mensch ist frei geboren … [...]

  8. Benjamin B.

    Nein, seine Stimme einer Kleinpartei zu geben, bringt nichts. Aber eine Partei zu wählen, die öfter als nur hin und wieder protektionistische und etatistische Beschlüsse fasst, da ist mir auch unwohl dabei. Vermutlich läuft’s wieder auf das kleinste Übel hinaus.




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