…und darüber, dass es diese nicht gibt.
Wider den Konsum. - Ein von linker Seite oft zu hörender Schlachtruf. Konsum sei schlecht, die Dekadenz die Geissel der Moderne. Das einfache Leben müsse man suchen. Geist und Moral ertüchtigen, sich niemals an schönen Dingen ergötzen. Marken- und Konsumgläubigkeit gelte es auszumerzen und durch erzwungene Selbstkasteiung zu ersetzen.
Man suche erst gar nicht nach der Logik darin, die gibt es nämlich nicht. Weder hat Konsum etwas mit Glaube zu tun, noch Intellektualität mit Genussfreudigkeit. Diese Dinge schliessen sich weder aus, noch bedingen sie sich.
1. Konsum nennt man den Verzehr oder Verbrauch von Gütern.
2. Was dem Menschen gut tut, was moralisch richtig ist, ist eine subjektive Frage. Die gegenteilige Behauptung bedingt einen Absolutheitsanspruch. Absolutheit hat mit der Realität grundsätzlich nichts zu schaffen.
3. Um zu konsumieren, brauche ich nicht zu glauben. Nicht einmal in oder an die Produkte selber. Ich brauche lediglich das nötige Kleingeld. Konsumgüter mag man, sonst würde man sie ja kaum kaufen. Deshalb erhöht Konsum die unmittelbare Zufriedenheit. Stets. Für das längerfristige Glück spielen noch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Der kurze Verweis auf die maslowsche Bedürfnispyramide sei mir deshalb erlaubt.
4. Markengläubigkeit ist eine Randerscheinung. Gemeinhin mag man halt eine Marke, oder man mag sie nicht. Weil eine Marke nicht nur eine Bezeichnung ist, sondern immer stark verbunden ist mit Subkultur. Und zudem das Ästhetikverständnis sehr persönlich ist. Markendruck hingegen ist dann wieder ein ganz anderes Phänomen.
5. Um belesen zu sein, muss man kein asketisches Leben führen. Wissen ist unabhängig von Dekadenz.
6. Das Hauptproblem besteht in der starken Subjektivität von Moralvorstellungen. Wie wir aus der Geschichte lernen, tendiert das gewöhnliche menschliche Subjekt dazu, seine persönlichen Werte für alle geltend machen zu wollen. Einzig das Subjekt definiert Gut und Böse. Das führt dann dazu, dass diverse Leute der Meinung sind, Konsum sei schlecht, unmoralisch oder gar pervers. Mit der Realität hat das nichts zu tun, sondern mit den alltäglichen Hirngespinsten namens Glaube und Religion. Üblicherweise wird man dann sofort als böse betitelt, wenn man zu konsumieren wagt oder gar das Lachsbrötchen in der Hand der Freundin verteidigt. Ein plötzlicher Ausbruch von Aggressionen ist die Folge. Am Rande wird Unverständnis geäussert. Wie man bloss widersprechen könne, wo doch so offensichtlich sei, dass Konsum ein Sprössling des Teufels sei.
Ist Konsum also schlecht? Nein, wie alle Bestandteile der Realität ist er bloss. Merke: Dinge sind nicht von sich aus gut oder böse. Manche Menschen mögen sie, andere nicht, deshalb die Einteilung in negativ und positiv. Eine Klassifizierung, die stets subjektiv ist.
In einer liberalen Gesellschaft verhält es sich nun so, dass Personen frei handeln dürfen, so lange sie nicht allzu direkt die Freiheit, resp. körperliche und geistige Unversehrtheit von anderen beeinträchtigen. Deshalb sind Steinigungen hier verboten. Konsum jedoch nicht. [Religion auch nicht, aber hier müsste man noch die Frage klären, ob ihre Nutzen oder ihre Kosten grösser sind.]
thinkabout - Aber der Glauben
Tuesday, February 19, 2008 at 7:16
Wednesday, February 20, 2008 at 12:42
Wednesday, February 20, 2008 at 13:52
Ich erlaube mir, Ihnen meinerseits direkt in meinem Blog zu antworten, ohne dass ich damit ein Ping-Pong eröffnen will: Wir werden uns mit unserem unterschiedlichen Ansatz für die gleichen Interessengebiete immer mit Interesse verfolgen und daraus unsere eigenen Argumente schärfen.
Was uns, denke ich, beide bereichert.
http://thinkabout.ch/article/wir-konsumbegueterten-liberalisten