Der Bund prüft zurzeit die Einführung einer neuen Abgabe für Lärm. Wer Krach macht, soll regelmässig zahlen. Der Vizedirektor des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), Gérard Poffet, präsentierte im Rahmen des „Tages gegen Lärm“ (25.4.07) die Idee der Einführung einer Lärmhypothek. Ein Lärmproduzent hätte demnach zwei Möglichkeiten: Entweder er reduziert den Lärm oder er bezahlt Zinsen für die Hypothek. Die Inhaber von Lärm verursachenden Anlagen werden zur Kasse gebeten - bei der Strasse zum Beispiel die Kantone oder beim Flugverkehr die Flughäfen. Und das heisst faktisch die Flugpassagiere und Bahnreisenden, die höhere Billetkosten zahlen.1
Hm, ich frage mich, ob Gérard daran gedacht hat, dass Lärm subjektiv ist (Besucher von Rockkonzerten kennen dies: Für sie ist es ein purer Genuss, für ihre Grossmütter wäre es die reinste Qual.) und jeder einzelne von uns Lärm produziert (Flugzeuge, Autos, Züge produzieren Lärm. Auf sie zu verzichten, würde den Verzicht auf Mobilität bedeuten. Kaum jemand will dies. Kaum jemand tut es.). Somit muss jeder Staatsbürger eine Lärmhypothek kaufen. Die Steuern zu erhöhen wäre wohl simpler. Aber ebenso schlecht. Also lassen wir unsere Nachbarn ihre Rasen mähen und reden mit ihnen, falls sie’s am Sonntagmorgen um fünf Uhr tun. Verantwortung lässt sich nicht erzwingen. Doch die meisten nehmen sie wahr. Oder wann hat die junge Dame in der Wohnung über dir das letzte Mal montagmorgens um Vier grauenhaft laut Punkrock gespielt? Und Glöckchen im Wind kann man wahrlich nicht als Lärm bezeichnen. Und wenn einem das Rascheln von Blättern stört, dann sollte man vielleicht ein paar Pack Ohropax kaufen.
Friday, September 5, 2008 at 21:05