Niemand mag die kleine Chimäre. Alle hassen sie. Bloss weil sie eine Chimäre ist.
Als letzte Woche das britische Parlament die Schaffung von Tier-Mensch-Embryonen erlaubte, war die Empörung groß, nicht zuletzt in Deutschland. Von der Politik über die Kirchen bis hin zur Bundesärztekammer hieß es unisono, die Bildung solcher „Chimären“ sei „unethisch“, „pervers“, ja „monströs“. Man verurteilte die Forschung als „Frankenstein-Wissenschaft“, und die „FAZ“ bildete, um den Frankenstein-Faktor zu unterstreichen, die Illustration eines Kentauren, einer Mischung aus Pferd und Mensch, auf ihrer ersten Seite ab.
Sicher, die Reaktion war so heftig, weil hier in den Augen vieler die Lizenz erteilt wurde, an schutzlosen Embryonen zu experimentieren und „Gott im Labor“ zu spielen.
In diesem Fall jedoch kommt noch etwas Entscheidendes, Spezielles hinzu: Es ist die Idee einer Vermischung von Tier und Mensch, die uns intuitiv abstößt. Da soll im Reagenzglas zusammenwachsen, was nicht zusammengehört.
Was hat es mit dieser unserer intuitiven Ablehnung auf sich? Woher kommt sie – und ist sie gerechtfertigt?1
Thursday, May 29, 2008 at 15:03