Venezuela findet die Simpsons also unangebracht für Kinder.
“The governmental regulatory agency didn’t specify which elements of the program were deemed offensive, but said showing the animated cartoon series at that hour could violate national regulations prohibiting “messages that go against the whole education of boys, girls and adolescents.”
Guillen said it is up to Televen’s management whether “The Simpsons” may be shown at another time of day.”1
Daran, dass die Simpsons aus dem Vormittagsprogramm gestrichen wurden, um sie mit Baywatch zu ersetzen, sieht man, dass es nicht wirklich um die Kinder geht. Auch nicht um dekadente Einflüsse, Pamela Andersons grossbusiges Erscheinungsbild steht in Venezuelas Augen wohl genauso für den Teufel Amerika wie eine Zeichentrickserie. Obwohl die gelangweilten Kiddies wohl durchaus ihre Freude an Pamela haben dürften. Und auch der eine oder andere Grossvater, der die Kindchen beaufsichtigen muss.
Vielmehr dürfte es um Politik gehen. Die Simpsons sind zutiefst politisch. Meist sehr subtil, aber die urliberale Einstellung der Macher spürt man immer. Neben ihrer Art, alles mögliche auf die Schippe zu nehmen.
Ja, die Simpsons sind liberal und deshalb wurden sie aus dem Programm gekippt. Soweit ich es in Erinnerung habe, gibt es etliche Spitzen gegen die südamerikanische Sozialistische Internationale. Kommunisten und andere Diktatorenschweine wurden zur Genüge verulkt. Das gefällt einem Diktator natürlich nicht. Das tumbe Volk könnte ja noch auf die Idee kommen, dass der Kommunismus tatsächlich nichts Gutes ist.
Ja, die Simpsons machen Chavez, dessen Plan es ist, ein jedes Kind von Geburt an geistig im Kommunismus zu baden und es eine totale Indoktrination erfahren zu lassen, einen Strich durch die Rechnung. Das Kind könnte ja zu denken beginnen, wenn es die Simpsons sieht.
Deshalb mussten sie verschwinden. Weil sie an den kommunistischen Festen zu rütteln wagten.
Es ist ja gottsjämmerlich traurig. Ein Land, in dem keine Simpsons ausgestrahlt werden. Was soll da noch lebenswert sein?
(Natürlich entlarven sich die Kommunisten einmal mehr. Doch die europäische Sozialistische Internationale wird dem Chavez immer noch aus der Hand fressen. Traurig, doch die lassen sich durch nichts erschüttern. Wer nur genug laut gegen den Kapitalismus und die USA und am besten auch noch westliche Werte und andere faschistische Dinger hetzt, ist deren Freund. Traurig. Echt traurig.)
Thursday, April 10, 2008 at 20:46
Friday, April 11, 2008 at 8:47
Nun Simpsons ist definitv kein Kinder-Cartoon. Die Sendung aus dem Programm zu kippen und ausgerechnet durch Baywatch zu ersetzen (wenn’s denn stimmt, Fox News würde ich nicht vorbehaltslos als verlässliche Quelle bezeichnen - va. wenn’s um Venezuela geht), ist aber natürlich selten dämlich.
Aber (ABER!): Chavez ist kein Diktator, sondern demokratisch gewählt.
Friday, April 11, 2008 at 17:38
Das mit dem Diktator ist polemisch gemeint. Liberal nennen kann man ihn jedenfalls kaum. Mit der Willkür versteht er sich jedoch gut.
Und für einmal hat sogar Fox News recht. Ich hätte besser eine andere Quelle gewählt, ich weiss. Aber Fox erschien bei der Google Suche halt einfach an ziemlich prominenter Stelle. Aber die Meldung ist eh praktisch überall die selbe.
Monday, April 14, 2008 at 13:32
Nun, Polemik und liberal hin oder her, es ist einfach falsch.
Monday, April 14, 2008 at 13:38
Chavez ist vom Volk gewählt worden, ja. Wie sauber die Wahlen gewesen sind, na ja…
Besser macht das Chavez auch nicht. Es wirft eher ein schlechtes Licht auf das Volk.
Tuesday, April 15, 2008 at 16:53
Bzgl. Zweifel an Wahlen: Bitte belegen.
Bzgl. Volk: Wenn das Volk einen Populisten will, soll es ihn haben … da sind wir in der Schweiz keinen Dünnpfiff besser.
Tuesday, April 15, 2008 at 20:23
Bloss Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Venezuela):
“Am 3. Dezember 2006 wurde Chávez bei den Präsidentschaftswahlen mit 62,89 % der Stimmen aufs neue im Amt bestätigt. Es gab insgesamt 18 Kandidaten für das Amt. Der sozialdemokratische Gegenkandidat Rosales, Führer der Opposition gegen Chávez, musste mit 36,85 % der Stimmen seine Niederlage eingestehen. Die Wahlbeteiligung war mit etwa 75 % die höchste seit 1988.[4] Die von der Europäischen Union entsandten Beobachter gingen von einer reibungslosen Wahl aus. Im offiziellen Bericht zur Beobachtungsmission der EU wurde allerdings unter anderem die starke institutionelle Propaganda hauptsächlich für Präsident und Kandidat Chávez sowie die unausgeglichene Berichterstattung sowohl in den öffentlichen als auch in den privaten Medien kritisiert. Außerdem sei auf Staatsangestellte Druck ausgeübt worden, für Chávez zu stimmen beziehungsweise an Wahlkampagnen für seine Wiederwahl teilzunehmen. Dies sei ein Verstoß gegen die internationalen Prinzipien der freien Stimmabgabe.”
Populismus hin oder her, Chavez scheint den Sozialismus sehr zu mögen. Aber eben, das ist ja den Wählern überlassen, ob sie einen Sozialisten wollen, oder doch lieber vielleicht einen Liberalen.