Es erscheint, als hätte ich ein sehr anderes Verständnis davon, für welche Angelegenheiten die Politik zuständig ist, als ein Grossteil der Schweizer Bürger. Vielleicht liegt’s am Libertarismus, vielleicht an mir. Who knows?
Für mich ist Politik ein Werkzeug, das den Staat formt und durch das der Staat überhaupt erst entstehen kann. In einer anarchistischen Gesellschaft gäbe es zwar so ziemlich alles Denkbare, aber keine Politiker. Was wollten sie auch tun? Von welchem Geld möchten sie ihr Donnerstagsmittagsfilet zahlen? Da ich einen Staat als notwendig erachte, braucht es also auch die Politik und mit ihr Politiker und die Demokratie. Allerdings sehe ich die einzigen Aufgaben des Staates darin, öffentliche Güter und Sozialhilfe (etc.) bereit zu stellen. Die Politik ist dazu da, die Art und Weise, wie der Staat diese Aufgaben ausführt, zu bestimmen. Form und Umfang von Zahlungen an die Bedürftigen oder welcher Alpentunnel gebaut werden soll, als Beispiele dafür.
Nun gibt es aber Leute, die den Staat als Wunscherfüllungsmaschine ansehen. Wer zum Beispiel Angst vor Minaretten, Offroadern oder Banken hat, der propagiert und initiiert und hat am Schluss irgendeinen Artikel in den Gesetzbüchern, der dieses verbietet oder jenes vorschreibt.
Ein Beispiel, das wohl recht repräsentativ ist:
Nichtraucher-Initiative: Bald riechts in den Zürcher Restaurants nach Essen und Trinken anstatt abgestandenem Rauch und stinkenden Aschenbechern. Ich habe das schon in Italien genossen und freue mich drauf auch hier wieder ohne verrauchte Kleider aus dem Restaurant zu kommen. Dies obwohl ich selber Raucher bin.1
Schön, da mag einer also nicht, wenn andere Leute in Restaurants, die er auch und freiwillig besucht, rauchen. Deshalb freut er sich, wenn der Staat regulierend und massregelnd eingreift. Für mich ist dies nicht anders, als ob ich mich an Irokesenfrisuren stören und diese dann per Gesetz verbieten würde.
Doch Politik und Staat sollen nicht dazu da sein, persönliche Wünsche der Bürger zu erfüllen. Der Staat und der Souverän sollten weder die Befugnis, noch die Macht haben, dies zu tun und dadurch die Eigentumsrechte anderer Bürger (Diejenigen, die in der Abstimmung unterliegen.) einzuschränken. Es dünkt mich immer wieder absurd, dass einerseits so viele Leute im Staat Onkel Papa sehen, der Wunscherfüller (Gleich den Feen in Grimms Märchen.) spielen soll und wir andererseits diesem Staat die Macht dazu gegeben haben.
Der Staat rollt mehr und mehr in diese (autoritäre und paternalistische) Richtung. Doch kann ich nichts Gutes darin entdecken. Gewiss mag es schön sein, wenn man Wünsche erfüllt bekommt, ohne dafür einen Finger krümmen zu müssen, aber man sollte nie vergessen, dass auch andere Leute Wünsche erfüllt bekommen können. Wünsche, die vielleicht bedeuten, dass deine Freiheit und deine Rechte in sehr unangenehmer und dir ungerecht erscheinender Weise beschnitten werden.
(Doch wer nach einem solchen Staat schreit, soll sich nicht beklagen, wenn er solch einen Staat bekommt.)
Richard Dawkins ist erbitterter Gegner des Speziesismus, hält den Vegetarismus für zukunftsweisend, aber mag sein sonntägliches Steak ganz gerne und ist weder Veganer noch Vegetarier, aber mit einer Spur Tierrechtsethiker. Peter Singer stellt ihm die Frage, die sich ein jeder stellen sollte und Dawkins antwortet mit einem wunderbaren Gedankenspiel, das auch den Kreationisten den Schweiss auf die Stirn treiben sollte.
(Audiodatei stamm von hier.)
So viel bietet der unter paranoider Schizophrenie1 und unter grässlich schwerem Realitätsverlust leidende Kreationist - der kürzlich in einem Spiegel-Interview2 den Darwinismus verantwortlich für das Dritte Reich und 9/11 gemacht hat - Harun Yahya aka Adnan Oktar demjenigen, der ihm “a single intermediate-form fossil demonstrating evolution”3 präsentiert.
Es ist derart absurd, dass es halb tragisch, halb schweisstreibend lustig ist. Beinahe ist es schade, dass Adnan rechtlich gesehen wohl kein verbindliches Angebot gemacht hat. Sonst hätte er zahlen müssen, was so abgründig komisch gewesen wäre. Diese blanke Lüge über sein Vermögen zeigt aber einmal mehr, dass wir uns wegen ihm keine Sorgen machen sollten. Ich könnte mit Kopfschütteln nicht mehr aufhören, wenn es tatsächlich Leute geben würde, die diesem Mann glauben.
Wie wäre es, wenn wir die Bundesräte mit so wenig Macht austatteten, dass man sie beliebig austauschen könnte? Wie Blütenblätter, die einander gleichen, ab und an Unterschiede aufzeigen, aber grundsätzlich beliebig austauschbar sind. So dass man den schlechtestmöglichen Kandidaten ins Amt setzen könnte und er die Nation nicht in einen Abgrund und auch nicht in eine winzige Mulde steuern könnte. Wäre es nicht beruhigend zu wissen, dass man selbst mich1 zum Bundesrat wählen könnte, ohne dass irgendetwas Schlimmes geschehen könnte?
Everyone hates a know-it-all, which may be why the world is ganging up on short sellers right now.
By definition, people who were shorting companies that subsequently crashed were totally right. To dramatically oversimplify: Short sellers are broadcasting signals to the market that the companies they’re shorting suck. When they’re right and big companies come tumbling down, you’d think everyone would rally ’round and ask, “How did you know? Tell us your secret?” Instead, we blame them for the financial troubles of the less prescient:((reason - Short Sellers Got No Reason to Live?))
Der Konsum von Salvia divinorum kann dazu führen, dass man sich ganz behutsam entspannt, man wird einen Traumzustand transportiert, als würde man einen Fluss im Regenwald heruntergleiten. Der Besitz Salvia divinorum ist in der Schweiz legal, während er in Deutschland und einigen Staaten der USA verboten ist.1
Eine Frage, die mir immer wieder - aber besonders um den 11. September herum - durch den Kopf geht, lautet: Wie kommt es, dass der Zusammenhang zwischen 9/11 und der Religion negiert, ja gar offen populistisch geleugnet wird?
Die Ideologie von al-Kaida betrachten sie demzufolge als Epiphänomen – als sekundären Effekt. Sie ist die dunkle Ausgeburt der Globalisierung. Sie ist die Mimesis der Moderne: dezentralisiert, privatisiert, outgesourct und vernetzt.1
Der islamische Jihad sei also eine Reaktion auf das globale Dorf und nicht vom Islam durchdrungen und von ihm inspiriert.
Wer das Appeasement liebt, selber religiös ist und mit anitkapitalistischen Bewegungen liebäugelt, dem gefällt diese Überzeugung so sehr, dass man den Schuldigen nicht mehr im Islam - und bei Chavez (die Messiasfigur für den modernen Sozialisten) Herzbruder Ahmadinejad - suchen muss, sondern ihn bei Nestlé, Coca Cola und den Hedge-Funds findet.
Dies ist nicht nur schlicht falsch, sondern eine brandgefährliche Idee, die den Sozialismus mitten in unsere Gesellschaft zurück bringt und der Marktwirtschaft das Genick brechen will.
Doch was habe ich den Religionsapologeten entgegen zu setzen?
Nicht bloss theokratische Substaaten, die Scharia, Hamas-TV und Reden über Reden von Islamisten, sondern auch den Koran. Der nicht mit Humanismus gesegnete findet darin Hass, Krieg und Blut und die klare Botschaft, dass alle Ungläubigen zu töten oder mindestens aber zu konvertieren seien. Nein, selbst wenn man versucht, diese äusserst brutalen Passagen metaphorisch und schönfärberisch zu interpretieren, dann ergibt sich immer noch ein Bild des Grauens. Moderne Theologen versuchen dann immer, jene Passagen (die zwar praktisch auf jeder Seite des Korans zu finden sind, aber das nur als Nebenanmerkung) auf der Basis ihrer eigenen Studien (Bei denen sie Märchen herbeiziehen, um andere Märchen zu interpretieren, was de facto dazu führt, dass der bei Westlern unbewusst humanistische Verstand alle schlimmen Stellen der heiligen Bücher ignoriert und die guten mit Leuchtstift markiert.) zu streichen. Dies wiederum ist nichts anderes als völlig willkürliche Rosinenpickerei. Was einem gefällt, das kommt ins Töpfchen, alles andere ins Kröpfchen. Kriterium dabei: Subjektivität.
Doch wie geht man mit jenen um, die Religion und Glauben immer noch für unverzichtbar für das menschliche Zusammenleben halten?
Man nimmt sie mit in amerikanische Hell Houses, lässt sie mit dem Papst und dem Dalai Lama sprechen, lässt sie an den Kulthandlungen der Indios teilhaben, erzählt ihnen etwas von den Ursprüngen des Antisemitismus und des Rassismus, kauft ihnen eine Burka, befragt sie über aztekische Menschenopfer und christliche Hexen- und Judenjagden und afrikanische Albinojagden, zeigt ihnen ein paar Zahlen über Masernkranke, bringt ihnen Astronomie bei, lässt sie in den heiligen Büchern lesen, bringt sie in Kontakt mit Missionaren und Jihadisten…
Wenn man den Weg der Vernunft, des rationalen, auf Fakten gestützten Handelns verlassen hat, treibt man schon im Mahlstrom. Es bleiben dann wenige Möglichkeiten, wie man entscheiden kann, was man glauben will, resp. welcher Glauben nun wahr ist. Meist greifen die Gläubigen dann auf die Vernunft zurück, was aber zu grosser Inkonsistenz in ihrem eigenen Denken führt. Wenn man sich selber die Grundlage entzieht, aufgrund der man entscheiden kann, wem zu glauben ist (Der Naturalist glaubt einzig jene Aussagen, die sich auf wissenschaftlich gesicherte Fakten stützen.) , dann kann man schnell einen Fehlgriff tun und sich in die Hände von Verschwörungstheoretikern oder antihumanistischen Populisten begeben. Religion zersetzt somit die Vernunft und damit die einzig richtige Entscheidungsgrundlade. Sie pervertiert den Verstand und macht aus nüchternen Menschen Traumtänzer mit einem Fleischermesser in der Hand.
Wenn Gottesanbeter in die Politik einsteigen, dann wird meistens nichts Gutes daraus. Freiheit gibt’s von den Fundamentalisten jedenfalls nicht. Oder hast du jemals einen libertären Evangelikalen gesehen?
Gerade in einer immer anonymer und diffuser werdenden Welt braucht der Mensch eine Wertebasis. Demokratie lebt von Werten, die sie sich nicht selbst schaffen kann. Die Kirchen vermitteln diese Werte in der Öffentlichkeit. Das ist von unschätzbarer Bedeutung.1
Anstatt die Wertefrage jedem Einzelnen zu überlassen, kann man natürlich auch ein Wertepaket nehmen, dass vor hunderten von Jahren irgendjemand erfunden hat und diese zur Norm zu machen, an das sich jeder halten muss. Das ist eine exzellente Idee, ich habe mir schon immer gewünscht, mich dem Diktat einer vor langer Zeit verstorbenen Gruppe von halluzinierenden Verrückten unterzuordnen, die ein sehr heikles Menschen- und ein abartig blutiges Gottes- und Gesellschaftsbild hatten. Als Atheist lasse ich mich auch gerne meucheln, wie das in unseren christlichen Vorzeiten der Fall war.
Zum Glück ist unsere Gesellschaft heute nicht mehr christlich, sondern säkular und von der Aufklärung und dem Humanismus geprägt.
Reissen wir noch das letzte Fitzelchen Religion aus unserem Staat heraus und bringen die Freiheit zurück in unser Land.
…sind arme Schweine.
Genau wie andere Leute, die nicht muslimischen Glaubens sind. Besonders, weil sich in Arabien viele wünschen, Ungläubige sollten während dem Ramadan in der Öffentlichkeit nicht essen und trinken.1 Das hängt einerseits mit theokratischen Gelüsten und realem Gottesstaat zu tun, andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass einem ganz schön das Wasser im Munde zusammen läuft, wenn man seit morgens um sechs nichts mehr gegessen hat, nun abends um vier ist, sich in einen öffentlichen Park setzt und hin und wieder jemand mit einem Erdbeertörtchen, einer Marroniglace oder einem Lachsbrötchen in der Hand vorbei läuft. Aber wenn sich jemand einer rachsüchtigen Illusion unterwerfen soll und sich selbst so vollkommen sinnloser Pein und abgründigen Qualen aussetzen will, dann lässt man ihn natürlich. Ich würde am Mittag trotzdem mit einem Thonsandwich durch die Strassen laufen…
…wäre ich so töricht, mich als Atheist nach Arabien zu begeben.
According to FBI figures released today, about 873,000 people were arrested on marijuana charges in the United States last year, 5 percent more than in 2006 and a new record. This is the fifth year in a row that marijuana arrests, which are up 167 percent since 1990, have increased. In 2007 marijuana arrests accounted for nearly half of the 1.8 million drug arrests; as usual, the vast majority of the pot busts, about 775,000, were for simple possession.1
War on Drugs ist immer noch Bullshit. Legalisiert Cannabis. Legalisiert die harten Drogen. Gebt den Leuten ihre Freiheit zurück. Drogensüchtigen geht es auch nicht besser, wenn sie im Gefängnis sind. Der Mafia und terroristischen Vereinigungen allerdings schon. Nicht zu vergessen die Kriminalität, die mit schwarzen Geschäften Hand in Hand geht.
Wer den Drogensüchtigen helfen will, die Strassen sicherer machen will und nicht Unmengen an Staatsgeldern verpulvern will, indem wir durch unsinnige Verbote Kriminelle schaffen, sollte eine Legalisierung aller Drogen ins Auge fassen.