Was spielt es bitteschön für eine Rolle, wie alt jemand ist?
Dass in den Köpfen vieler noch ganz starker Kollektivismus und damit gehörige Vorurteile über Personen, die vor mehr bis viel mehr Jahren geboren wurden als ebenjene Köpfe, vorhanden sind, zeigt sich gut am Beispiel von Marcel Reich-Ranicki. Den Deutschen Fernsehpreis soll er nicht etwa aus innerer Überzeugung abgelehnt haben, sondern weil er halt alt und somit wirr und belanglos sei.
Zeit also, das Alter einer Person für belanglos zu erklären und gleichzeitig nach mehr Argumenten im gesellschaftlich-kulturellen Diskurs zu fordern.
Wem es zum Argument reicht, das Alter seines Meinungsgegner in die verblüffte Runde zu werfen, um ihm im gleichem Atemzug als “krank” zu bezeichen, der hat seine Hausaufgaben im Ressort von Goebbels & Co. erfolgreich hinter sich gebracht. Instinktsicher wie Hyänen versuchen hier mittelmässig talentierte und dressierte Fernsehäffchen einen alten Mann zur Strecke zu bringen, dem es, im Gegensatz zu ihnen, an Würde und Wissen nicht mangelt, ohne dabei auch nur ein einziges Argument angestrengt zu haben.1
Grundsatz 1: Vollkommene Vertragsfreiheit zwischen Personen, die sich einig über den Inhalt des Vertrags sind.
Grundsatz 2: Jeder hat das Recht, mit seinem Körper anzustellen, was er will.
Doch dass es jemandem verboten ist, sich aufessen zu lassen, scheint nahezu niemand merkwürdig zu finden.1
Wer sagt, der Liberalismus sei gescheitert, dem geht es nicht darum, die Bankenkrise zu lösen, sondern der will mehr. Und das sollte uns, die wir Wert auf individuelle Freiheit legen, wachsam werden lassen.1
Der Bürger finanziert staatliche Fernsehstationen und staatliche Radiosender. Ob er diese nun mag, anschaut/anhört oder ignoriert. Dieses “Unrecht” ist dort zu akzeptieren, wo der Staat eine Aufgabe erfüllt, die kein Privater übernehmen würde. Auf staatliche Medien trifft dies nicht zu. Früher vermutlich schon. Doch heute, im Zeitalter des Billiginternets und der Gratiszeitungen, vermögen es die staatlichen Ausstrahlungen nicht einmal, die Medienlandschaft durch irgendeinen extraordinären Aspekt zu bereichern. Sie sind überflüssig geworden und geben lediglich wieder, was an anderer Stelle ebenfalls ausgestrahlt und publiziert wird. Webradios, Internetauftritte von Printmedien, Blogs, Gratiszeitungen und TV (inkl. Web-TV und Youtube) decken die ganze Bandbreite an Information, Bildung und Unterhaltung ab. Bloss sehr viel zielgerichteter und spezialisierter als dies die Staatsmedien je könnten.
Deshalb gehören die staatlichen Medien unverzüglich privatisiert oder aufgelöst. Ihre Existenzgründe haben sich aufgelöst. Und wo es nicht unbedingt nötig ist, sollte die Belastung des Bürger durch Steuern und Abgaben so niedrig wie möglich gehalten werden. Die Zwangsgebühren sind zwar nicht allzu hoch, aber das Skalpell der Freiheit und des freien Markts muss auch kostengünstige Überflüssigkeiten erbarmungslos aus dem Staat heraus schneiden.
Rather than looking to political leaders to protect or expand our freedom we should cultivate the seeds of freedom in our own spirits, and inspire others to do the same. Nothing government can do can take away our freedom; and if we are a people who are truly free, the government will have to follow.1
…über die wird bestimmt.
Manchmal findet man Zitate. Trockene, nüchterne Worte. Blumen sucht man bei den Poeten. Austern ebenfalls. Und doch werden einem die Worte aus dem Mund genommen…
Sie wollen gerade _nicht_ regiert werden. Sie interessieren sich schlicht nicht für den Umstand, dass andere für sie etwas zu entscheiden hätten. Nur sehr wenige wählen ‘aktiv’ nicht, weil sie vielleicht eine alternative Politk wollen, aber keine Partei für ihr besonderes Interesse finden. Die Mehrzahl, so nehme ich an, interessiert sich nicht für das, was man “Hoheit” nennt.1
Ich frage mich, welchen Sinn die Begriffe links und rechts noch machen. Wüsste zwar nicht, durch welche anderen Worte man die beiden ersetzen sollte, aber vielleicht ist dies genau die Lösung. Die Aufhebung künstlich geschaffener Unterschiede. Zu erkennen, dass rechts und links nicht wirklich unterschiedlich sind, sondern bloss andere Konnotationen setzen und dann und wann sogenannt unheilige Koalitionen eingehen.
Dann gibt es noch die merkwürdige Gegenüberstellung von liberal und konservativ. Je nach Gusto wäre der Gegensatz eher liberal-repressiv oder liberal-etatistisch. Obwohl die heutigen Liberalen ja gerade Lobeslied um Lobeslied auf den Staat singen. Was zu noch mehr Verwirrung führt, als es eh schon gibt. Konservativ versus progressiv. Welchen Sinn macht das überhaupt? Etwas gut zu finden, bloss weil es anders als das bereits Bestehende oder beinahe schon Vergangene ist? Seltsames Kriterium.
Das Mischmasch der heutigen Politik, welche durch Subkulturen, Trends, Mainstreams und individueller Gruppenzugehörigkeit gekennzeichnet ist, macht es eh schwierig, jemanden in eine bestimmte Partei einzuordnen. Wir sollten Parteizugehörigkeit vielleicht eh eher als temporär ansehen als als ein Kontinuum. Ich meine, manche SVPler stimmen manchmal wie Grüne, manche SPler manchmal wie FDPler. Vielleicht sollten wir blosse Abstimmungsparteien gründen, die sich nach dem Urnengang wieder auflösen. Temporäre Gruppierungen also. Wie Flashmobs.
Dazu dient das Parteietikett sowieso vielfach nur als kollektivistisches Hilfsmittel, mit dem man präventiv manche Leute vom Diskurs ausschliessen kann, ungeachtet deren wirklichen Ansichten. Genauso die Kollektivisierungen links und rechts.
Vielleicht sollten wir uns um die Standpunkte und Argumente der Personen kümmern und nicht um deren Positionierung in der Parteilandschaft. Mehr Individualismus braucht die Politik. Mehr grosse Denker sowieso.
“the definition of freedom is the freedom to do something stupid. you don’t need any freedom to do what everbody thinks is a good idea. what you need freedom for is stuff that others may think is self-dectructive and others may think is silly and wasteful”
Es ist eine gängige Fehleinschätzung zu meinen, die Anarchisten glaubten, die menschliche Natur sei gut, und man könne deshalb den Menschen zutrauen, sich selbst zu regieren. In Wirklichkeit neigen wir zur pessimistischen Auffassung; man kann den Menschen nicht trauen, verhindert also die Konzentration von Macht. Bei Leuten, die mit Autorität* ausgestattet werden, ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass sie blöd sind, da sie keine Berührung mit konkreter Erfahrung haben und sich stattdessen in die Initiativen anderer Leute einmischen und sie einfältig und ängstlich machen. Und stellt euch vor, vergöttert zu werden wie Mao-tse Tung oder Kim Il Sung, was das für Ausirkungen auf den Charakter eines Menschen haben wird. Oder ständig über das Undenkbare nachzudenken, wie die Herren des Pentagon.
by Paul Goodman / via Freiheitsfabrik