Singer verfasste 1975 das Buch “Animal Liberation” (Die Befreiung der Tiere), bis heute das Grundlagenwerk des Konzepts Tierrechte. Letzte Woche veröffentlichte er in dieser Zeitung ein Lob des spanischen Parlaments. Denn dessen Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft hatte erklärt, Singers “Great Ape Project” (Projekt Menschenaffen) zu unterstützen. Mit dem Projekt, das Singer mit Gleichgesinnten seit 1993 verfolgt, soll erreicht werden, dass Menschenaffen fundamentale Menschenrechte zugesprochen werden, darunter das Recht auf Leben, Freiheit und Schutz vor Folter.1
Er ist ein sehr intelligenter Mann, dieser Singer. Seine Ideen sind es jedenfalls wert, über sie nachzudenken - auch wenn man zum Schluss kommt, dass die kompletter Bullshit sind. Dies trifft bei obiger Idee zu: Menschenrechte für Affen. Klar, wir sollten die Affen vor Leid und Ungemach aus Menschenhand schützen. Genauso wie es moralisch zutiefst falsch ist, einer Maus die Barthaare auszuzupfen oder einen Elefanten ins Bein zu kicken. Aber wir können ihnen kein Recht auf Leben zugestehen. Wir können es jedem einzelnen Menschen auf dieser Erde verbieten, einen Affen zu töten oder zu quälen. Aber ihr Leben, ihre körperliche und geistige Unversehrtheit können wir ihnen nicht garantieren. Sonst müssten wir jenen Bonobo vor Gericht bringen, der gerade einen anderen vergewaltigt hat, jenen Schimpansen ins Gefängnis werfen, der bloss so aus Spass einen andern umgebracht hat. Und was ist mit jenen Pinguinen, die von Seeelefanten sexuell belästigt werden? Jene Ibisse, deren Heuschrecken in diesem Moment von einem andern gestohlen wurden?
hat tip to nikpol
Klingt absurd, das Tanzverbot existiert jedoch heutzutage immer noch:
Heute ist das Tanzverbot in Deutschland ein ländergeregeltes Verbot von Tanzveranstaltungen an bestimmten hohen christlichen (z.B. Karfreitag, Totensonntag) und staatlichen (z.B. Volkstrauertag) Feiertagen. Das Verbot wird aus dem Grundgesetz hergeleitet, das den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ (Art. 140 GG i.V.m. 139 WRV) unter besonderen gesetzlichen Schutz stellt.
Das „Tanzverbot“ an christlichen Feiertagen betrifft entgegen der Bezeichnung in der Regel nicht nur Tanz- sondern auch andere öffentliche Veranstaltungen wie beispielsweise Sportveranstaltungen, da auch diese über den „Schank- und Speisebetrieb hinausgehen“ und damit nach dem Gesetzeswortlaut verboten sind.1
Wunderbar, der Staat schreibt dem Deutschen vor, wann er tanzen darf und wann nicht. Nicht etwa, weil es gefährlich wäre, bei Gewittern draussen zu tanzen (Auch hier wäre ich gegen ein Verbot. Wer im Tanze vom Blitze erschlagen werden will, soll dies dürfen.), sondern weil es der Papst so will. Laizismus? Freiheit? Theokratie.
Ich darf mich hier der Hochschulinitative für einen weltanschaulich neutralen Staat anschliessen:
Regelungen, die Versammlungen, öffentliche Veranstaltungen und ähnliches an Sonn- und Feiertagen verbieten, widerstreben der weltanschaulichen Neutralität des Staates und der Länder. Kein Mensch darf dazu gezwungen werden, sich den Bräuchen anderer zu unterwerfen.
Religiöse Feierlichkeiten müssen zwar erlaubt und geschützt sein, dürfen den Bürgern jedoch nicht oktroyiert werden. Um die weltanschauliche Neutralität des Staates und die Freiheit seiner Bürger zu gewährleisten, müssen die Länder ihre Feiertagsgesetze modernisieren.2
STANDARD: Warum hängen so viele Leute in einer technologisch-wissenschaftlich dominierten Gesellschaft noch immer am Übersinnlichen?
Randi: Viele Leute sind nicht gebildet genug. Das hat auch mit dem Familienhintergrund zu tun. Menschen, denen von Kindesalter an beigebracht wurde, an Engel und Teufel, an Himmel und Hölle zu glauben, werden die Welt kaum auf rationale Weise betrachten. Ich denke, das ist eine absolut schädliche Art, über die Welt nachzudenken. Beweise sprechen für sich. Glauben bedeutet nichts
STANDARD: Für Sie ist Religion vergleichbar mit telekinetischem Löffelverbiegen
Randi: Oh ja, da gibt es exakte Parallelen. Für beides gibt es keinen Beweis, und trotzdem ist der Glaube daran weit verbreitet. Es gelingt nie, einen echten Gläubigen davon zu überzeugen, dass er falsch liegt.
STANDARD: Tendieren Menschen deshalb zur Irrationalität, weil sie Wissenschaft als kalt und emotionsleer ablehnen?
Randi: Ja, das ist tatsächlich so. Viele Leute sagen zu mir: “Wissenschaft weiß nicht alles!” Das zeigt, dass sie eine sehr schlechte Vorstellung davon haben, worum es in der Wissenschaft überhaupt geht. Wissenschaft behauptet nicht, alles zu wissen. Wissenschaft behauptet nicht einmal, irgendetwas mit absoluter Sicherheit zu wissen. Wissenschaft trifft nur Aussagen über die Welt, die durch Beobachtung und Experimente untersucht werden, um die Wahrheit zu entdecken. Aber diese Aussagen sind immer Veränderungen unterworfen. Viele Leute da draußen mögen das nicht. Sie haben lieber ihre fantastischen Vorstellungen, weil sie sich damit wohler fühlen. Für viele Leute ist Nachdenken sehr schmerzhaft.1
hat tip to eso blog
Bravo! Die zweite Ausgabe von E Pluribus Unum der Freunde der Offenen Gesellschaft ist erschienen.
Dabei sind Beiträge von Califax, Jan Filter, Christian Hannover, Mr. Moe, Steffen Hentrich, dem Lindwurm und Daniel Fallenstein.
Gratuliere!
Jesus, Symbol der Christen und der Pazifisten. Wird gelobt wegen seiner Friedfertigkeit und Gerechtigkeit. Seinen Wundertaten. Ob es ihn tatsächlich gab, ist selbst für Historiker schwierig zu beantworten. Doch das spielt keine Rolle. Man kann auch Märchenfiguren bewundern. Wer freut sich schon nicht über die guten Taten von Clark Kent, alias Superman?
Bloss, Superman tat nie Unrecht. Jesus schon.
- Er kam nicht, um Frieden zu bringen, sondern Zwist und Trennung. (Matthäus 10:34, Lukas 12:49-53)
- Er befahl seinen Schäfchen alle, die eines anderen Glaubens waren, zu ermorden. (Lukas 19:27)
- Auch gegen Diebstahl hatte er nichts einzuwenden, stachelte sein Gefolge sogar dazu an. (Matthäus 21:1–3)
- Seine Eltern zu hassen, wird von ihm ausdrücklich erwünscht. (Lukas 14:26)
- Nicht nur Vater und Mutter soll man verstossen, auch seine Kinder. Ausnahmslos. (Lukas 18:28–30)
- Jesus war ein ausgemachter Speziesist. Trotz göttlicher Abstammung hatte er keine Ahnung von Genetik oder Evolution (Gut, sonst hätte er sich ja nicht kreuzigen lassen müssen. Oder welche Erbsünde hätte er ausmerzen wollen? Die von Aminosäuren?). Dämonen, die zwei Menschen besessen hatten, bannte er in eine Herde unschuldiger süsser kleiner Schweinchen, die daran verreckten. Der Eigner der Schweine erhielt natürlich auch nie eine Entschädigung. (Matthäus 8:28–32)
Quelle: What is a Good Righteous Person? von Rochelle Weiss
Jeder Angriff auf die Meinungsfreiheit kennt zumeist bloss eine einzige Begründung: “Ich mag nicht, was du sagst.” Gefolgt von einer unmissverständlichen Drohung: “Und wenn du nicht sofort aufhörst, hole ich Papa Staat und den Onkel Richter.”
Wenn Killergames aus gewöhnlichen Leuten tatsächlich Amokläufer machen würden, wo sind 1. all die bluthungrigen Amokläufer und 2. (wenn 1. das blosse Wahrnehmen von gewalttätigen Szenen und 2. das aktive Erschiessen von virtuellen Personen die Hemmschwelle, Gewalt anzuwenden, senken würde) weshalb plädiert von all jenen Leuten, die Spiele wie Halo, Counter Strike etc. verbieten wollen, keiner* für 1. ein Verbot von James Bond-Filmen und 2. dafür, dass Kinder unter keinen Umständen “Räuber und Polizist” oder Cowboys spielen sollten?
*(Jene Erzkatholiken und Islamisten natürlich ausgenommen, die sämtliche Vergnüngungen auf die schwarze Liste der zu bestrafenden Aktivitäten setzen wollen.)
Jede Gleichberechtigungsbewegung verhöhnt sich selbst, wenn sie nicht zugleich auch Wehrpflicht für die Frauen fordert.
Der ganze War on Drugs und die Kriminalisierung von Drogen wird nicht nur durch die Legalität von Alkohol und Tabak verhöhnt, sondern auch dadurch, dass immer mehr Leute (gerade Jugendliche) Hustensirup trinken, um high zu werden. Kommt also der War on Hustensirup bald?
inspiriert durch Penn & Teller: Bullshit!
Für ein Wahlrecht von Geburt an setzt sich FDP-Generalsekretär Dirk Niebel (Berlin) ein. Auch Kinder und Jugendliche sollten ihre Stimme abgeben können, sonst würden 17 Prozent der Bevölkerung von einem Grundrecht ausgegrenzt, sagte er der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ (Würzburg).
Wie könnte es anders sein, so lange die Kinder noch nicht wählen können, sollen die Eltern für ihre Kinder an die Urnen gehen.
Wie Niebel sagte, habe er seinen Vorschlag rechtlich prüfen lassen. Die Juristen kämen zu dem Schluss, dass das Staatsvolk – alle, die in Deutschland geboren werden – durch Wahlen seinen Willen zum Ausdruck bringe. Zum Staatsvolk gehörten auch Kinder. Sie würden nur aufgrund ihres Alters beim Wahlrecht ausgenommen. Andererseits käme niemand auf die Idee, beispielsweise einem 83-jährigen dementen Bürger das Wahlrecht zu entziehen. Die neue juristische Betrachtung werde die politische Diskussion beeinflussen, so Niebel.
Na klar, alle Säuglinge gehen schnell man Stimmzettel ausfüllen und alle sind glücklich. Oh, natürlich nicht die Säuglinge, sondern die Eltern. Das heisst, doppeltes, vielleicht auch dreifaches, manchmal gar fünffaches Stimmrecht für Leute mit Kind. Yes. Viele neue Gründe für Polygamie und “Karnickel Spielen”. Selbstverständlich werden die Eltern so stimmen wie die Kinder es würden. Abgesehen davon, dass Dreijährige die Stimmzettel nicht lesen können, Neunjährige keinerlei politische Bildung haben (geschweige denn Dinge wie Inflation oder Eigentumsrecht verstehen (Okay, das war unfair. Gegenüber den Kindern. Denn wie viele Erwachsene wissen schon, was Inflation bedeutet?), Dreizehnjährige keinerlei eigenständige politische Meinung haben, sondern alles den Eltern nachplappern, ist es eine gute Idee. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Welcher Politiker glaubt ernsthaft, Eltern würden z.B. für den Bau eines neuen Schulhauses stimmen, wenn sie selbst ausdrücklich dagegen sind? Ich meine, wenn man schon doppelte Stimmkraft hat, dann missbraucht man die auch. Sonst braucht man sie ja nicht.
Dazu: Welcher 83-Jährige Demente geht schon wählen? Diese Leute haben andere Probleme. Z.B. wichtige Dinge wie ihren Namen oder Adresse des Pflegeheimes auf ihre Unterarme kritzeln, damit sie dort nachschauen können, wenn der Alzheimer schon wieder ein paar Erinnerungen gefressen hat.
Kinder haben deshalb kein Wahlrecht (und auch ein sehr eingeschränktes Vertragsrecht), nicht, weil dem Herrn Staat die Zahlen auf der ID nicht passen, sondern weil sie mental schlicht nicht in der Lage sind, vernünftig mit solchen Rechten, bzw. Pflichten, umzugehen. Mit obiger Argumentation müsste man einem Siebenjährigen erlauben, Kredite aufzunehmen und Häuser zu kaufen. Hey, welche Zwölfjährige möchte nicht gerne ein Pferd besitzen? Kein Problem, dank Niebel ist jeder Vertrag, den sie abschliesst, rechtlich gültig. Zahlen dürfen dann trotzdem die Eltern.
Vor drei Jahren hatten der Innenausschuss und der Familienausschuss des Bundestags einen interfraktionellen Antrag auf ein „Wahlrecht von Geburt an“ mehrheitlich zurückgewiesen. Im Innenausschuss stimmte nur der sächsische FDP-Abgeordnete Klaus Haupt dafür. Seit Jahren fordert unter anderem der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), ein Familienwahlrecht. Solange nicht jeder Mensch eine Wahlstimme habe, werde „der Demokratie und Familienfreundlichkeit unseres Landes ins Gesicht geschlagen“. Die Allianz repräsentiert rund 1,3 Millionen Evangelikale in Landes- und Freikirchen.1
Ein Familienwahlrecht? Wie schön. Vergessen wir all die zerstrittenen Familien und Patchworkfamilien und Eltern, die sich scheiden lassen und spielen - frei nach Marx und Benedikt XVI. - Kollektivismus. Sortieren wir all die Singles aus und statten dafür die Amish People und andere Sektenheinis mit dutzendfachem Stimmrecht aus. Kleinere Gemeinden hätten sie im Handumdrehen “erobert”. Dank ihrer durch Gebärfreudigkeit enorm gesteigerte Stimmmacht. Ich wette, diese Evangelikalen haben sich nicht überlegt, dass dann auch hunderte Gemeinden von Islamisten “übernommen” würden. Denn auch diese bringen Kinder zur Welt wie der Bauer Kartoffeln.
Manche Dinge sind einfach absurd. Wahlrecht ab Geburt gehört definitiv dazu.
Klar, Mündigkeit mit 18, da gibt es viel zu kritisieren. 18 ist ein relativ willkürlich gewählte Zahl. Genau wie 17 oder 19. Aber irgendwo müssen wir die Grenze setzen. Und 18 ist ein relativ vernünftiger Kompromiss. Da haben die Leute schon etwas Kenntnis von der Welt, kennen die Namen von ein paar Politikern, verdienen vielleicht schon Geld, gehen arbeiten, haben teils schon grosse (politische) Bildung - ja, da kann man erwarten, dass sie mit ihren vollen Bürgerrechten umgehen können.