Brachialatheisten und pure Sinnlosigkeit

Sinnlosigkeit in den Texten wütender Prediger, die im Atheismus sowas wie islamischen Fundamentalismus sehen. Etwas Scheussliches, das uns alle eines Tages umbringen werde.

Der Gottesglaube, den Dawkins widerlegen will, ist jener fundamentalistische Kreationismus, der selbst wieder nur ein seitenverkehrter Naturalismus ist.

Und das Gute ist dasselbe wie das Böse. Und wenn ich etwas mag, dann hasse ich es. Und wir werfen alles in einen Topf um schlussendlich eine graue Brühe zu entdecken. So konfus wie irrig.

Wer sich in heroisch-existentialistischer Haltung nicht genötigt, sondern befreit sieht, als Produkt eines blinden Zufalls zu leben, wird sich keinem Schöpfer zu Dank verpflichtet sehen.

Nun ja, Evolution ist ja alles andere als blinder Zufall, doch das scheinen immer noch nicht alle begriffen zu haben. Aber ich gebe mich geschlagen angesichts der immensen Freiheit, die jemand geniesst, der in ständiger Furcht vor Gott lebt und der sich an ein unveränderliches Schicksal gebunden sieht.

Auch moralische Alarmrufe, etwa dass ein naturalistisches Menschenbild fatale ethische Konsequenzen habe, werden wenig ausrichten. Der Hinweis auf den moralischen Nutzen der Religion hat noch nie ihren Wahrheitsanspruch stützen oder gar ersetzen können.

Natürlich. Natürlich. Der Herr Dawkins ist ein ganz übler Kindermörder und Kriegshetzer. Ach bitte, gerade aus dem Fehlen eines Gottes und eines Jenseits ergebt sich der Zwang, das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Und das funktioniert nur mit verbindlichen, unverrückbaren Rechten, die jeder Mensch geniesst. Sonst müsste ich als Atheist Gesetzlosigkeit befürworten und somit Gefahr laufen, vom nächsten Psychopathen abgeschlachtet zu werden. Und das war jetzt eine schwere kognitive Leistung.

Kosmologische Spekulationen werden niemanden, der sich nicht in der ersten Person Singular als Geschöpf empfinden kann, vom Gottesglauben, ganz zu schweigen vom christlichen Glauben, überzeugen.

Wenn ich spekuliere, dass Gravitation eigentlich gar nicht existiere, auf einen Baum klettere und mich runter stürze, was bin ich dann?
Und nein, ich bin nicht etwas Geschöpftes, sondern etwas Entstandenes. Wenn ich spekuliere, die Evolutionstheorie existiere gar nicht und vor einem Berg von Beweisen (für die Evolutionstheorie) stehe, was bin ich dann?

Wer sich ohne Rücksicht auf seine Würde und seine Selbstachtung als „Maschine zur Weitergabe seiner Gene“ verstehen will, bei dem werden eher die Dawkinsschen Argumente, und seien sie noch so flach, Resonanz finden.

Und plötzlich ist die Realität, gar die Wahrheit, davon abhängig, wie ich eben jene gerne hätte. Hm, ich wünsche mir, dass ich wenn ich die Tastatur hochhebe, darunter ein Tausender liegt. Ach, kein Tausender da. Dann funktioniert das mit dem “ich bestimme, wie die Realität auszusehen hat, ihr Deppen” doch nicht. Vermutlich ist es doch so, dass die Realität einfach ist, und ich sie mit wissenschaftlichen Mitteln erforschen kann.
Und jetzt, wo ich das sehe und auch sehe, dass ich nur eine “Maschine zur Weitergabe meiner Gene” bin, fühle ich mich ganz wertlos und habe jegliche Selbstachtung verloren. Weil, wie könnte ich, wenn da kein höherer Sinn ist? Soll ich etwa mein Leben so geniessen, ohne einen unsichtbaren Freund? Ich kann doch keine Pizza mehr geniessen, wenn Gott das nicht für mich so vorherbestimmt hat. Weil, äh…

faz - Gott ist ein Nichtsnutz







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2 Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiBrachialatheisten und pure SinnlosigkeitPubliziert am 21. April 2008 im Blog «DER MISANTHROP»

  2. dvizard

    “Der Gottesglaube, den Dawkins widerlegen will, ist jener fundamentalistische Kreationismus, der selbst wieder nur ein seitenverkehrter Naturalismus ist.”
    Ja, und “die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche” :D

  3. Benjamin B.

    :-)




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