Alle möglichen Leute schreiben ins Web. Jeder kann sich zu jedem Thema äussern, wenn er denn die Lust dazu hat, und Zugang zum Internet natürlich. Streift man dann so durchs Web, genauer gesagt durch die Blogosphäre, dann liest man, was einem gerade ins Auge springt und was man gerade möchte.
Man kann sich dabei über Posts aufregen, doch damit wird nur eine Abwehr- und Verteidigungshaltung provoziert - kennen wir ja alle aus der Psychologie. Besser ist es, wenn man gute Taten lobt, in unserem Fall gute Gedanken aufgreift, weiterführt und die message spreadet.
Doch gibt es auch Leute, die kommen mit dieser Freiheit, die das Web bietet, nicht zurecht. Sie möchten eine Zensurbehörde, die Gutes vom Schlechten trennt. Anders ausgedrückt, was ins eigene Weltbild passt und man ganz subjektiv als gut einstuft, das darf ins Netz, der Rest muss draussen bleiben.
Mutet etwas absolutistisch an? Als würden regimekritische Meinungen gefiltert? Kann sein, doch ganz so weit reichen dann die Gedanken, die ein gewisser Andrew Keen verbreitet doch nicht.
Nur: Darf man dagegen sein, wenn sich ein Medium demokratisiert? Wenn auch im Web, der Blogosphäre der freie Markt zum Zuge kommt und sich Angebot und Nachfrage gegenseitig steuern und beeinflussen? Wenn keine höhere Instanz über Sinn und Wert eines Produkts oder einer Dienstlesitung bestimmt, sondern das Volk?
Wieso Kreativität untergehen sollte, wenn sich Gedanken, Ideen frei verbreiten dürfen? Wenn sie vernetzt werden, geändert, aufgenommen oder abgelehnt? Ich würde meinen, erst durch den Gedankenaustausch kann sich individuelle, persönliche Kreativität ganz entfalten und zu etwas Grösserem formen. Und wo ist der Meinungsaustausch vitaler als im Web?
Regulierungswut ist mir ein Graus, doch Mr. Keens Artikel erscheint mir bloss absurd. Wie es jegliche Diskussionen tun, die sich nur darum drehen, wie viel Wert denn dieses oder jenes hat.
Finden wir uns damit ab: Das Web ist einfach. Es hat gute und schlechte Seiten. Doch was gut ist und was schlecht, das entscheidet jeder für sich.
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