| Ich persönlich allerdings: Ich fühle da gar nichts. Kein Blogblues. Keine Herbstdepressionen. Muss wohl am Glühwein liegen. Aber mir fällt auf, dass -vor allem in Deutschland?- es ein grosses Bedürfnis gibt und wohl auch gab, diese Bloggerei irgendwie in einem “grösseren Zusammenhang” zu sehen. Dieses Geschreibsel gelangweilter Büroangestellter zu überhöhen. Ihm eine tiefere, kulturelle Bedeutung abzuringen, nein anzudichten. Diesem ganzen banalen Blogdingsbums quasi eine Bedeutung und einen Wert anzudichten, den es nun mal schlicht nicht hat.
swiss metablog - Ich und mein Blogblues|
| Aber was ist das für ein seltsamer Grabenkampf? Eigenwilligkeit gegen Mainstream? Da setzt doch jeder die Kriterien anders an. A-List gegen Long Tail? Definitiv nein, die A-List ist unter sich schon nicht gerade eine homogene Harmoniehütte. Erzählen gegen linken? Beides gab es doch von Anfang an und existierte lange Zeit friedlich nebeneinander her. Warum gerade jetzt diese Angekotztheit? Etwa immer noch die Sache mit dem Kommerz?
Das wurde irgendwann unsexy, hat Praschl gesagt. Irgendwann, das heißt wohl ungefähr jetzt. Ist das so, daß Blogs das gleiche Schicksal bevorsteht wie Moonwashed Jeans und dem Zeppelin und dem Dodo? Das nächste große Ding, dann peinlich, dann irgendwann ausgestorben und halbvergessen und vielleicht als Retroschick wiederbelebt? Maingold ist es ja richtiggehend peinlich, als Blogger tituliert zu werden. Weil Bloggen unhip ist? Spießig? Langweilig? Schon wieder so viele Fragezeichen.
Und wie ich mich auch immer weiter zu besinnen versuche, mehr kommt im Moment nicht dabei rum. Verlassen wir den Seitenpfad, zurück zum Thema.
reisenotizen aus der realität - blogherbstmonolog|
Monday, September 24, 2007 at 8:51
Begriffe wie “Hip” oder “angesagt” können mir den Buckel runter rutschen, und wenn sie unten sind, kreuzweise … (Du weisst schon).
Monday, September 24, 2007 at 21:55
Und damit hast du verdammt recht. Trends werden von der Masse gesetzt, will man hip sein, so gibt man sich dem Mainstream hin. Dazu gehören wir alle im einen oder anderen Bereich. Doch die Marke “angesagt” bürgt längst nicht für Qualität. Sie zeigt nur, auf das die Masse im Moment steht. Das kann man als Werber und Produktedesigner ausnutzen, oder man kann sich damit den Arsch abwischen.
Ich orientiere mich eh lieber an meinem Geschmack und nicht an dem von anderen Leuten. Manchmals kommt’s dabei zu Kompromissen, wenn ich von anderen Leuten etwas will. Doch das heisst dann nicht, dass ich das auch mag, sondern dass ich mich dem Gruppendruck gebeugt habe, um meinerseits Vorteile zu erzielen.
Kompliziert das Ganze.