Volksbegehren der Jungen SVP St. Gallen

Das geplante Volksbegehren der Jungen SVP St. Gallen - deren Präsident Reimann ist - will einerseits festschreiben, «dass in eine Regelklasse nur eintreten darf, wer integriert ist und gute Deutschkenntnisse nachweisen kann». Schüler und Schülerinnen, die diese Anforderung nicht erfüllen, sollen erst in Sonderklassen unterrichtet werden. Der zweite Initiativtext fordert, dass in den öffentlichen Schulen gleiche Rechte und Pflichten für alle Schüler gelten, unabhängig von deren Religion und Geschlecht.1

Über ersteres kann man streiten. Eine moderate Version davon ist in Varianten an manchen Orten schon eingeführt. Eine Mischung zwischen dergestaltetem Schulmodell und althergebrachtem, wäre sicherlich das beste.

Zweierlei spricht der Tagesanzeiger auch an:

…die Ausländer würden innerhalb der Klasse schneller Deutsch lernen und sich besser integrieren.
[...]
…mehrere Studien zeigen auf, dass das Leistungsniveau einer ganzen Klasse sinkt, wenn der Anteil fremdsprachiger Kinder aus sozial tieferen Schichten über 30 oder gar an die 40 Prozent beträgt.

Wie angekündigt, beginnt die SVP nun damit, das Schweizer Bildungswesen umzubauen. Ein Vorhaben, dem ich mit Skepsis entgegen trete. Das oben genannte Volksbegehren zeigt einerseits, dass die SVP noch ein paar Defizite bezüglich Bildungspolitik besitze, sonst würde sie keine offenen Türen einrennen. Andererseits wird mir klar, dass ihre Forderungen ernst zu nehmen sind und dass man sie auch teilweise gutheissen kann.

Besonders die zweite Forderung dürfte die Linke schmerzlich treffen, die ja quasi Sinnbild für Gleichheit und Gerechtigkeit ist. Es zeigt sich, dass Sonderrechte für alle Minderheiten zu verlangen mit liberaler Fairness nicht allzu viel gemein hat. Glaubensfreiheit in allen Ehren, doch an einer Schule hat der eine Schüler dieselben Fächer zu besuchen wie der andere. Musliminnen können mit einem Ganzkörperschwimmanzug in den Schwimmunterricht und Kreationisten sind nicht gezwungen, dem Biolehrer zuzuhören. Den Unterricht besuchen müssen beide. Denn gerade in einem laizistischen Staat ist die Schule getrennt vom Glauben zu behandeln. Das bedeutet auch, dass keine Glaubensgründe vorgeschoben werden können, um sich vom einen oder anderen Fach dispensieren zu lassen.

Trotzdem, eine gewisse Skepsis gegenüber einer Bildungspolitik betreibender SVP bleibt.

  1. tagesanzeiger - Nur mit gutem Deutsch in die normale Klasse []






Bei allen Services (Mister Wong, Yigg, Infopirat etc.)
Bookmark and Share




Noch keine Kommentare

  1. politik-blogs.ch

    links from TechnoratiBildungswesen - Volksbegehren der Jungen SVP St. GallenPubliziert am 6. February 2008 im Blog «DER MISANTHROP»




Kommentieren

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>