Berner Regierung gegen Kreationisten

Nächste Woche wird das Berner Parlament eine Motion von EDU-Grossrat Erwin Brun behandeln, dieser fordert, dass die Schulen die christliche Schöpfungslehre als Alternative zur Evolutionstheorie lehren. Aller Voraussicht nach wird die Motion jedoch abgeschmettert.

Die Kreationisten- und Intelligent Design-Bewegung fasst in der Schweiz glücklicherweise kaum Fuss. Obwohl auch bei Schweizern der Aberglaube noch zum Alltag gehört.

Der Kreationisten-Verbund Pro Genesis hat gerade mal 600 Mitglieder, deren Gründer Gian Luca Carigiet ist enttäuscht darob, dass er keine Massenbewegung initiieren konnte.

“Die Evolutionstheorie ist für Carigiet eine Weltanschauung  und zwar eine atheistische: «Ein Atheist, der Gott ablehnt, muss die Entstehung der Welt anders erklären können als durch einen Gott.» Und weil man die Evolutionstheorie nicht beweisen könne, sei sie kein Faktum, sondern bestenfalls eine Möglichkeit. Umgekehrt ist Gott für Carigiet keine Möglichkeit, sondern ein Faktum. Darum habe der Schöpfergott nichts mit Religion, sondern mit Tatsachen zu tun. Folglich gehöre die Schöpfungslehre in den Biologieunterricht und nicht in den Religionsunterricht, sagt Carigiet, der vor Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten ist und sich als nicht religiös, aber gläubig bezeichnet.”1

Ich frage mich immer, wenn ich solche Leute wie Carigiet höre, was da schief gelaufen ist. Wurde er als kleines Kind von seinen Eltern indoktriniert? Hat ihn eine Freikirche mit Tanz und Gesang angelockt und ihm ganz subtil Kreationismus untergejubelt? Oder hat die Schweizer Bildungspolitik versagt? Müssen wir die Schulen tadeln?

Manchmal, wenn ich so gemütlich in meine Gymnasium sitze und Mitschüler plaudern höre, über Sternendeuterei oder Krähenflüsterer, dann erschrickt mich deren lückenhafte Allgemeinbildung geradezu. Kaum einer scheint im Stande, sich astronomische Konstellationen und Dimensionen vorzustellen. Kaum einer kennt die Taschenspielertricks eines Uri Gellers.

Schule, was ist bloss mit dir los?

  1. tagesanzeiger - Evolutionskritiker auf verlorenem Posten []






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2 Kommentare

  1. Hansruedi

    Indirekt tadeln Sie hier den Glauben an die Erschaffung des gesamten Universums durch einen allmächtigen Gott als Aberglaube. Überhaupt wird das Thema mit einer Überheblichkeit abgetan, die einem erschaudern lässt. Wer kann denn die Evolutionstheorie beweisen? Wo sind denn die Missing Links? Es gäbe eine riesige Liste von Fragen, welche durch sachliche Bücher aufgedeckt werden und denen sich die “alleswissenden” Evolutionsbeführworter nicht sachlich stellen. Da möchte ich zum offenen Austausch herausfordern. Und weshalb wird denn eine sachliche Gegenüberstellung und Diskussion in der Schule gefürchtet? Evolution ist und bleibt eine unbewiesene Theorie!

  2. Benjamin B.

    1. Sie müssen wissen, ich unterscheide grundsätzlich nicht zwischen Glaube und Aberglaube.

    2. Mal angenommen die Evolutionstheorie wäre tatsächlich nicht bewiesen, dann spricht immer noch nichts für einen Glauben an die Schöpfung.

    3. Ich empfehle Ihnen Wikipedia. Dort finden Sie einige der Beweise für die Evolutionstheorie, sowie die wissenschaftlichen Grundlagen.

    4. Hier finden Sie einen weiteren Beweis für die Evolution, sowie ein paar sonstige Anmerkungen.
    http://evilunderthesun.blogspot.com/2008/04/ein-post-ber-missverstndnisse-milch-und.html

    5. Zum Begriff Theorie im wissenschaftlichen Sinne
    http://en.wikipedia.org/wiki/Evolution_as_theory_and_fact

    6. Hier sind noch zwei Missing Links:
    http://scienceblogs.com/gregladen/2007/12/yet_another_missing_link_has.php
    http://scienceblogs.com/grrlscientist/2006/04/missing_link_found.php




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