Im marketingtechnischen Sinne greifen die Atheisten nun wahrhaft zu den Waffen. Statt sich mit Talkshow-Auftritten und Büchern zu begnügen, wird nun Werbefläche auf britischen Bussen gekauft.1

Man darf natürlich skeptisch sein, wie gross der Nutzen dieser Kampagne sein wird. Doch diese Plakate werden doch dem einen oder andern Atheisten ein Lächeln auf die Wangen treiben und die Theisten den Kopf schütteln über diese dekadenten Zeiten.
Tuesday, October 21, 2008 at 21:53
“There’s probably no god” tönt aber nicht gerade nach Hardcore-Atheisten, eher Agnostiker
Tuesday, October 21, 2008 at 22:35
Wednesday, October 22, 2008 at 12:35
Immerhin sollte so der Vorwurf des Dogmatismus nicht auftauchen.
Dazu sind die meisten Atheisten eh insofern Agnostiker, als dass sie die Frage, ob Gott existiere, mit “höchstwahrscheinlich nicht, aber etwas ganz und gar auszuschliessen widerspräche jeglichem wissenschaftlichen Denken” beantworten, auch wenn sie auf die Frage, ob sie an Gott glaubten, in Gelächter ausbrechen.
Wednesday, October 22, 2008 at 12:51
Das ist auch gut so, ansonsten wäre auch Atheismus bloß unbegründeter Dogmatismus. Fakt ist, dass wir Gott nicht zu Einhundert Prozent ausschließen können, seine Existenz aber höchst unwahrscheinlich ist. Daran sollte sich auch jeder Atheist halten, weswegen diese - tolle - Anzeige die Sache auch völlig richtig angeht.
Wednesday, October 22, 2008 at 15:26
Huhui… Und ich dachte…
http://burnttongue.net/wordpress/atheismus-ist-immer-noch-keine-religion/ ? Schließlich hat der Atheismus keine _Glaubensinhalte_ keine _Representanten_ … nichts, was sonst anscheinend eine Religion so ausmacht.
Und jetzt?
“Now stop worrying and _enjoy your life_?”
Ich bekomme da nicht ganz den Faden rein. Atheisten “missionieren”? Wo ist denn da der Sinn?
Man kann Religionen verstehen, deren Mitglieder davon überzeugt sind, dass ihr Glaube anderen Menschen zum Glück verhelfen wird. Das Missionieren ist zum Teil fester Bestandteil dieser Religionen.
Und jetzt?
Jetzt haben wohl auch Atheisten den “Kommt alle zu uns, wir machens besser”-Keks gegessen. Damit ist sowohl der fehlende Glaubensinhalt als auch die fehlenden Representanten gegessen. Schließlich _glaubt_ man ja auch nur, dass es keinen Gott gibt. Und irgendjemand muss die Kampagne schließlich anmelden, repräsentieren und bezahlen. Da kommt zusätzlich auch noch ein gewisses Gemeinschaftsgefühl hinein, das aber eine böses Religionsbedeutung hat.
Ich verstehe das nicht!
Zudem ist die Begründung auch noch so wunderbar genial:
“This campaign to put alternative slogans on London buses will make people think — and thinking is anathema to religion.”
Die ganze Philosophiegeschichte im Mittelalter, alle christlichen, muslimischen (und auch die anderer Religionen) Denker der Welt scheinen entweder nicht wirklich _gedacht_ zu haben - oder sie waren nicht im Ansatz religiös. Oder wie soll man das verstehen? Die ganze (!) begründende Denkkultur der (zumindest westlichen) Welt basiert auf der DENKarbeit von gläubigen Menschen. Und wer sich einmal etwas mit diesen Denkern auseinandersetzen würde, der hätte so seine Problemchen mit
Das ist nichts anderes als populistische Praxis in einem “Glauben-Nichtglauben-Krieg”.
Und das sage ich als jemand, sich (noch) auf keine der beiden Positionen beschränkt.
Man, über sowas könnte ich mich aufregen! Diese Scheinheiligkeit, diese dumme “Wir-sind-aber-besser”-Mentalität. Da sind auch die ach so überzeugten Atheisten nicht besser als die Leute auf der Straße, die einen zu ihrem Glauben überreden wollen!
ein genervter Pic.
Wednesday, October 22, 2008 at 16:13
@Mathias: Exakt.
Wednesday, October 22, 2008 at 17:33
@Pic:
Nun, jemand der eine aufgeklärte Weltsicht besitzt, in der nicht irgendein Gott die Erklärung für alles und jeden bietet, wird sehr wohl sich eher differenzierendere Gedanken über seine Umwelt machen als jemand, für den sowieso alles mit der Antwort “Gott war’s!” bestätigt wird.
Wenn wir von historischen Denkern sprechen, die gleichzeitig religiös waren, muss man sich vor Augen führen dass es Zeiten gab, in denen man wegen atheistischen Denkens auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre. Heute ist es leicht zu sagen “Ich glaube nicht an Gott”, aber gerade im Mittelalter - deren bekannteste Denker sich übrigens hauptsächlich mit dem Wesen Gottes und den Beweisen für die Existenz eines solchen auseinandergesetzt haben - war Gottesglauben selbstverständlich, aber wohl nicht immer ehrlich.
Klar, auch ein gläubiger Mensch kann intelligent sein und sich Gedanken machen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit um einiges geringer, bedenkt man dass für einen Gläubigen die großen Antworten (Sinn des Lebens, Leben nach dem Tod, Ursprung der Welt usw.) sowieso schon vorgekaut sind. Wozu also noch nachdenken? Genau das sollte man aber, und sich - auch moralisch - nicht auf das verlassen, was einem der Papst, der Koran oder irgendein Rabbi diktiert.