“Warum sollten sich die Blogger dafür stark machen, ein Land zu verteidigen, das im Irak und in Afghanistan Zivilpersonen mit einem Lächeln tötet. Dazu besteht nun wirklich kein Anlass.
Die Briten wollen Krieg führen, dann müssen sie damit leben, das sie diesen Krieg, in all seinem Schrecken nach Hause bekommen. Die Opfer sind immer zu bedauern, auf beiden Seiten. Uns wird es über kurz oder lang auch treffen. Wir helfen beim Morden in Afghanistan.”, so drückt es Jochen Hoff aus.
Dieser Textausschnitt bringt Ereignisse in einen Zusammenhang, die wohl bloss indirekt durch eine Kausalitätskette verknüpft sind. Der Krieg im Irak erzürnte zwar die Al-Qaida und auch einige der höchsten Köpfe des Islamismus, jedoch war 9/11 vor dem Irakkrieg, ebenso war jener Tag vor dem Afgahnistan-Krieg. Zuerst der Terrorismus, dann der Krieg gegen den Terrorismus. Zumal in den beiden genannten Staaten grausame Despoten herrschten und ihr Land und die Bevölkerung wahrhaft knechteten.
Doch Diktaturen sollte man ja sein lassen, weil das geht ja schon in Ordnung, das ist ja deren Nation, da müssen die selber ‘für schauen.
Stellen wir also fest, hier werden Opfer rücksichtloser, bestialischer und hinterhältiger Anschläge dazu benützt, Regierungen unter Druck zu setzen, die etwas gegen Diktatoren, sowie gegen den Terrorismus unternommen haben.
Doch diese Selbstgeisselung kennen wir ja von der Linken, nicht wahr Islamophobie-Watchblogger?
Ganz anders, und meines Erachtens sowohl näher an der Realität, als auch angenehmer, tönt’s bei Der Gegenstimme:
“Spätestens jetzt hat sich die Theorie, islamischer Terror entstehe grundsätzlich aus der Not unterdrückter, diskriminierter, finanziell benachteiligter Menschen, in Luft aufgelöst. Diese (muss man noch sagen: vermeintlichen?) gescheiterten Massenmörder waren ausgebildete, sicher nicht schlecht verdienende Menschen, von der Gesellschaft aufgenommen und mit Chancen, Teil von ihr zu werden. Trotzdem entschieden sie sich nicht im Sinne ärztlicher Ideale, Menschenleben zu schützen oder zu retten, sondern sie zu vernichten.”
Monday, July 2, 2007 at 21:56
> Regierungen unter Druck zu setzen, die etwas gegen Diktatoren, sowie gegen den Terrorismus unternommen haben.
Hach ja, wenn sie die Diktaturen früher nicht unterstützt hätten und die Ergebnisse der zahlreichen militärischen Interventionen nicht auch immer gewisse wirtschaftliche Vorteile für gewisse Gruppen gebracht hätten, wäre die Lage vielleich moralisch so eindeutig wei du sie schilderst.
> Doch diese Selbstgeisselung kennen wir ja von der Linken, nicht wahr Islamophobie-Watchblogger?
Verstehe nicht, wie Du das meinst. Wo geißeln wir uns denn selbst? Sind wir wirklich so deutlich als >links
Monday, July 2, 2007 at 21:58
Sorry, WP hat den Kommentar zur Hälfte verschluckt. Hier nochmal in voller Pracht:
> Regierungen unter Druck zu setzen, die etwas gegen Diktatoren, sowie gegen den Terrorismus unternommen haben.
Hach ja, wenn sie die Diktaturen früher nicht unterstützt hätten und die Ergebnisse der zahlreichen militärischen Interventionen nicht auch immer gewisse wirtschaftliche Vorteile für gewisse Gruppen gebracht hätten, wäre die Lage vielleich moralisch so eindeutig wei du sie schilderst.
> Doch diese Selbstgeisselung kennen wir ja von der Linken, nicht wahr Islamophobie-Watchblogger?
Verstehe nicht, wie Du das meinst. Wo geißeln wir uns denn selbst? Sind wir wirklich so deutlich als -links- erkennbar?
Auf die Gegenstimmler zu verweisen, die bei jeder Gelegenheit militärische Gewalt als opportunistisches Mittel zum Zweck gutheißen, nur beim mystifizierten Gegner “Gewalt ist doch kein Mittel” schreien, das finde ich niedlich.
Nur zum Verständnis: Ich heiße islamistischen Terror nicht im geringsten für gut.
Monday, July 2, 2007 at 22:07
Nun, lass es mich so ausdrücken:
Ich teile weder die Meinung Jochen Hoff, noch die von euch, noch die der Gegenstimme mehr als bloss ein bisschen.
Jedoch habe ich bis anhin praktisch ‘immer’ die Erfahrung gemacht, dass - so ich denn im Gespräch mit Linken bin, und das bin ich häufig - es egal ist, worüber man spricht: Sobald man zu einem weltpolitischen Problem kommt, wird mit Moralkanonen zurückgeschossen und behauptet: Aber da sind wir doch Schuld dran. Die armen Leute. Kein Wunder bringen die uns um, wenn wir etwas über ihren Religionsgründer witzeln. (Als Beispiel)
Vielleicht bin ich auch nur etwas überempfindlich, doch sagt man mir solche Worte, fasse ich sie als Rechtfertigung für die Taten auf.
Das ist gemeint mit Selbstgeisselung. “Wir sind Schuld an den Anschlägen, also dürfen wir uns nicht darüber beklagen.”
Monday, July 2, 2007 at 22:09
Und ach ja, ich habe bitter das Gefühl, keiner hier hat den Durchblick. (Mich eingeschlossen.)
Grenzt es nicht an Überheblichkeit, zu behaupten, man kenne den Grund für die Existenz des globalen Terrorismus?
Tuesday, July 3, 2007 at 8:08
[...] wieder Trackbacks Trackback für spezifische URI dieses Eintrags :: Anschläge in London, Terrorismus wird als Propagandamittel missbraucht “Warum sollten sich die Blogger dafür stark machen, ein Land zu verteidigen, das im Irak [...]
Tuesday, July 3, 2007 at 8:16
Ach ja. Welcher Afghane war denn in die Ereignisse von 9/11 verstrickt, oder welcher Iraker.
Wie dir fällt keiner ein. Mir auch nicht. Die Taliban waren die von der USA ausgerüstete Truppe, die, die Sowjetunion in einem Stellvertreterkrieg in Afghanistan besiegen sollte und das auch geschafft hat.
Saddam Hussein musste von den USA extra in den Irak gebracht werden, damit er dort mit amerikanischer Unterstützung zum Massenmörder werden konnte, bis sie ihn loswerden wollten. Da hatte er aber schon im amerikanischen Auftrag den Iran und Kuwait überfallen, damit die Saudis wissen, was passieren wird, wenn sie den Amerikanern nicht gehorchen.
Es tut mir leid, aber Afghanistan und den Irak bekommst du nicht in das 9/11 Schema. Osam bin Laden, war ursprünglich Geldverteiler der CIA, wurde dann zu selbständig und sollte in Somalia erledigt werden, weshalb die USA da einmarschierte. Das ging schief, Osama entkam und das Ergebnis war, das er oder andere 9/11 ausheckten.
Meinen wichtigsten Ansatz hast du natürlich nicht erwähnt. Bevor wir die islamischen Angriffe überall auf der Welt stoppen können, brauchen wir einen gesicherten Frieden, für die ölfördernden Länder, die Armen und für Israel und Palästina.
Ich habe nicht die Spur einer Idee wie wir das hinkriegen können, aber wir hätten gestern damit anfangen müssen.
Tuesday, July 3, 2007 at 16:58
Wie ich bereits erwähnte, der nun erlebte Terrorismus hat mit den beiden Kriegen wenig zu tun. Inwiefern die Taliban die Al-Qaida unterstützten, liegt zu beurteilen nicht in unserer Macht.
Hast du ernsthaft das Gefühl, der Terrorismus würde zu einem Ende kommen, wenn der arabische Raum befriedet werden würde?
Ah ja, stimmt gestern beginnen. Nur schade, dass das gestern nun vorbei ist, hm?