Wie konnte das nur passieren? Die ETH Lausanne hat Al Gore mit einem Ehrendoktortitel ausgezeichnet. Einen Friedensnobelpreis hat er ja schon.
Auch Couchepin wollte Al Gore gratulieren: «Diese Ehrung geht an den Nobelpreis-Träger, aber vor allem an den amerikanischen ‘homme politique’, der sich für das Los der Umwelt, für unseren Planeten einsetzt.»1
Wieso bloss? Ein Mann, der populistische Märchenfilme (An Inconvenient Truth) dreht, die dann Dokumentation nennt und einen Oscar dafür erhält. Ein Mann, der andern Enthaltsamkeit predigt und selbst auf grossem CO2-Fuss lebt.
Was genau Al Gore je vollbracht hat, das dürfte in den Sternen stehen. Er hat laut gebrüllt. Bei anderen wird das kritisiert, Al Gore wird dafür zum Propheten.
Scheinheilig das alles?
Kommt halt darauf an, wie man politisch steht.
Weltwoche - Der grüne Star
Tuesday, April 15, 2008 at 21:15
Wednesday, April 16, 2008 at 13:07
Märchenfilm? Da scheinst eher du in La-La-Land zu leben (oder meinst du gar, dass du diese Behauptung mit Argumenten belegen kannst?).
Wenn du das Gefühl hast, das Al Gore Wasser predigt und Wein trinkt dann sagt das nichts über a) die Qualität seiner Argumente und b) ob er die Ehrendoktorwürde verdient oder nicht. Oder bist du dazu übergegangen, protestantische Verantwortungsethik zu predigen?
Übrigens: Ist Couchepin jetzt plötzlich Mitglied bei den US Demokraten?
Ich würde es mal mit Argumenten statt mit Gepolter versuchen. Es reicht nicht sich einen ‘Brights’ oder ‘Skeptic’ Banner auf die Site zu pappen um es auch zu sein.
Wednesday, April 16, 2008 at 16:46
Ich darf Wikipedia zitieren (http://de.wikipedia.org/wiki/Eine_unbequeme_Wahrheit#Kritik)?
“Der Journalist und Autor Matthias Horx bezeichnete Al Gores Film als propagandistisches Meisterwerk. Der Film enthalte zahlreiche stilistische Elemente, um die Zuschauer in Bezug auf dieses Thema zu alarmieren.[4] Andere Kritiker werfen Al Gore ebenfalls übertriebene oder einseitige Darstellung und die Präsentation von angeblich wissenschaftlich nicht immer gesicherten Fakten vor: Er verwende worst case-Szenarien, wie das komplette Abschmelzen der westlichen Antarktis, was nach heutigem Kenntnisstand wahrscheinlich wenigstens einige hundert Jahre dauern würde. In diesem Kontext sagt Gore einen bevorstehenden Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Meter bei gleichzeitiger Überflutung weiter Teile von New York und New Orleans voraus, ohne diesen realistischeren Zeithorizont anzugeben.
Er erwecke einen falschen Eindruck, indem er eine Temperaturkurve mit heutiger Klimaentwicklung an das Ende der letzten Eiszeit ansetzt und so einen starken Temperaturanstieg simuliert. Viele Eisbär-Populationen seien stabil oder stärker von anderen Umweltschäden bedroht. Die Annahme, dass eine Klimaerwärmung eine Zunahme von Stürmen verursacht, sei umstritten. Einige Hurrikanforscher sind der Meinung, dass dies nur in der Karibik nachgewiesen oder auf mangelnde Sturmdokumentation in der Vergangenheit zurückzuführen sei. Eine Ausbreitung von Krankheiten sei ebenfalls umstritten. Generell präsentiere er Möglichkeiten als Fakten (selbst wenn die IPCC von „low confidence“ spricht).”
Findest du nicht auch, dass es ein wenig merkwürdig ist, wenn man von anderen Dinger verlangt, die man selber nicht tut? Die Scheinheiligkeit fällt dir dabei nicht auf?
Nein, Scheinheiligkeit sagt nichts über die Qualität seiner Argumente aus, doch wenn er worst-case-Szenarien nimmt und diese als Fakten hinstellt, dann ist dies schlicht falsch und dann verdient dies meiner Ansicht nach keine Ehrendoktorwürde. Du kannst natürlich eine andere Meinung haben, wenn du denn willst.
Nein, ist er nicht. Wieso meinst du?
Die Argumente sind jetzt hier. Ausserdem hat das Bright-Sein mit der politischen Einstellung wenig zu tun. Das Skeptic-Sein schon eher. Dazu: Wenn ich in jedem Post aller Argumente und Begründungen haarklein darlegen möchte, dann wären meine Posts enorm lang und ich käme nicht mehr zum schlafen. Darob erlaube ich es mir auch, zu übertreiben. Und manche Dinge setzte ich einfach als bekannt voraus. Wenn Fragen auftauchen, kann man dann ja immer noch mich fragen oder sich an irgendwelche Suchmaschinen wenden.
Noch Fragen?
Thursday, April 17, 2008 at 8:28
Es braucht etwas mehr als eine Kopie des ‘Kritiken’ Abschnitts au Wikipedia um den ganzen Film gleich als ‘populistischen Märchenfilm’ zu qualifizieren (sonst ist es eben was du nicht zu mögen scheinst, Populismus eben). Hier z.B. eine etwas differenziertere Kritik.
Gore wollte einen politischen Film drehen. Er wollte die Leute aufrütteln (und nicht manipulieren wie du das zu suggerieren scheinst). Es gibt wohl kaum einen Doku der nicht auch eine Botschaft übermitteln möchte. Das liegt in der Natur der Sache.
Du hast seine Inknosistenz in den Zusammenhang mit der Ehrendoktorwürde gebracht. Ich verstehe, dass dieses Argument ihn diskreditieren soll, obwohl es nichts zur Sache hat. Zu häufig wird genau dies vorgebracht um Gores Argumente zu kontern. Den Eindruck hinterlässt auch dein Post.
Vielleicht habe ich da fälschlicherweise eine Kritik an Couchepin reingelesen.
Was das ganze mit dem politischen Standpunkt zu tun hat, bleibt mir hingegen ein Rätsel. Ich vermute einen Allgemeinplatz.
Inwiefern du argumentierst in deinem Blog ist natürlich dir überlassen. Ich vermutete höhere Ansprüche. “Das ist Bullshit” ist uninteressant. “Das ist Bullshit weil…” bringt erst Mehrwert. Auch auf Gefahr hin mich zu wiederholen, aber austeilen und zumindest eine Begründung anzudeuten, ist Gepolter. Ich finde das dann simpel und langweilig (nimm das als Versuch der konstruktiven Kritik, ich weiss, dass ich es nicht lesen muss wenn es mir nicht passt).
Der ‘Brights’ Kommentar wahr als Spitze gedacht in Bezug auf die Verantwortungsethik (und das Wortspiel mit der Englischen Bedeutung des Wortes). Kein fundamentales Argument. Du verstehst das bestimmt, du teilst ja auch gerne aus.
Thursday, April 17, 2008 at 16:23
Gut, vermutlich wäre es tatsächlich besser gewesen, wenn ich selbst noch eine Kritik an seinem Film verfasst hätte. Anstatt nur zu poltern. “Populistischer Märchenfilm” ist klar übertrieben, aber stocknüchtern mag ich halt auch nicht sein, und darum ging es mir hier auch gar nicht.
Wenn der Film klar als politischer Film auf die Leinwand gebracht worden wäre, dann hätte ich nichts dagegen. Doch ein worst-case-Szenario als Dokumentation zu vermarkten… Klar, kann man tun, aber begeistert bin ich davon nicht.
Ist vermutlich Ansichtssache, ob man ihn wegen diesem Aufrütteln loben will, oder wegen diesem Alarmismus kritisieren will.
Dich stört es also nicht, dass jemand trotz einer derartigen Inkonsistenz einen Ehrendoktor erhält? Dass er Wasser predigt und Wein trinkt und dann noch belohnt wird? Natürlich, er wird ja nicht für diese Scheinheiligkeit belohnt, aber es ist mE doch ein Gegenargument.
Dann danke für die Kritik. Wie gesagt, so im Nachhinein sehe ich schon, dass ein paar Argumente noch recht interessant gewesen wären.