UN-Klimakonferenz (Weltklimakonferenz, COP-13 / COP/MOP-3) in Nusa Dua auf Bali

Bali, ach Bali, du öde Perle des südlichen Asiens…

Wie grotesk muss die Klimakonferenz auf einen unbescholtenen Bürger wirken. Beinahe zwei Wochen lang tagten Politiker, Abgeordnete und Klimawandelverhinderer aller Länder und Kulturen auf jenem kleinen Inselchen, um sich am Ende darauf zu einigen, dass man die Gespräche dereinst weiterführen wolle. Die strahlende Spitze des umweltpolitischen Lebens jettete kurz nach Bali, um mit harter Stimme für einen geringeren CO2-Ausstoss zu plädieren.
Aktionismus in allen Ehren, doch hier giesst man Öl in jenes Feuer, das man zu bekämpfen sich guten Gewissens vorgenommen hat. Ich bin mir auch durchaus bewusst, dass man dann und wann kurzfristig das Fegefeuer in Kauf nehmen muss, um längerfristig die Hölle zu verhindern. Bloss eins: Die Teilnehmer der Weltklimakonferenz sollten künftig auf ihre Zunge beissen, wenn ihre Kollegen aus Ministerien, Direktorien und Geschäftsleitung eine kleine Reise für dieses oder jenes Meeting unternehmen. Entweder das oder sie verlieren Schlag auf Fall jegliche Glaubwürdigkeit.

Ein leichtes Lächeln schleicht sich über meine Mundwinkel, wenn ich sehe, wie optimistisch Landesvertreter nach Bali reisten, mit welcher Zuversicht sie sich einer Klimaänderung entgegen stemmen. Der Zyniker in mir erkennt jedoch die Überheblichkeit der Klimaaktivisten. Es ist schon schwer genug, ein Klassenfest zu organisieren, wenn mir also jemand erklären könnte, wie man knapp zweihundert Nationen und ein paar Milliarden Menschen dazu bringen soll, den Ausstoss von “klimawirksamen Gasen” zu verringern, dann wäre ich ganz froh.

Nicht, dass man es nicht versuchen sollte, im Vorherein zu kapitulieren ist stets der falsche Weg, doch manchmal würde man Zeit und Geld besser in andere, leichter zu realisierende Vorhaben investieren.

gegenstimme - Die Diskussion ist keineswegs beendet
meinungsfreiheit.li - Tsunamiwarnung im Dezember für Bali







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5 Kommentare

  1. gebsn

    Dein bemerkenswerter Ansatz sollte in Zukunft berücksichtigt werden. Internationale Folterkonventionen, Abrüstungsverträge und Menschenrechtspakte … viel zu kompliziert. Wer soll das alles organisieren? Und was das alles kostet, wenn soviele Menschen zusammensitzen. Von der Umweltverschmutzung bei der Reiserei gar nicht reden! Und was bringt’s? In Guantanamo wird trotzdem gefoltert, der CO2-Ausstoss ist kaum reduziert. Sollen die Politiker und Aktivisten doch zuhause bleiben und sich ein Bierchen gönnen. Das regelt sich schon von selbst.

  2. Christian

    Salve

    Ich erlaube mir, hier auf einen Artikel von mir vom 28. September 07 zu verlinken, in dem ich auf die Klimakonferenz eingegangen bin. Der Tsunami ist wie vorhergesagt eingetroffen und seien wir ehrlich, wären die Damen und Herren zu Hause geblieben, so wäre dem klima wenigstens mit dem einsparen des verbrannten Kerosines geholfen gewesen.

    Christian

  3. Benjamin B.

    @gebsn: hehe…

    @Christian: Danke für den Artikel. Ziemlich genau meine Meinung. [Abgesehen vom letzten Abschnitt, aber das ist dann wieder ein anderes Thema.]

  4. Thomas

    Moin,
    klingt ja hier ein wenig nach, Wir können ja doch nichts bewegen also bleiben wir lieber zuhause…
    Da kann ich nur staunend fragen, ob wirklich jemand glaubt, dass die Lösung globaler Umweltprobleme mal eben so von zuhause aus zu machen ist. Mülltrennen und Windstrom kaufen reicht nicht. Ich bin über die Fortschritte ehrlich gesagt erstaunt. Vor allem, weil Klimawandel in Deutschland politisch in Wahlkämpfen keine Rolle spielt. Die Auswirkungen der geplanten Reduktionen von CO2 werden alle treffen, insbesondere die Geringverdiener… Insofern gibt es ein internationales Bewußtsein zum Thema Klimawandel, das aus meiner Sicht in Deutschland derzeit noch nicht so weit entwickelt ist. Ausser Achselzucken ist doch vom Normalbürger kaum eine Reaktion zu diesem Thema zu erwarten.
    So! und jetzt Ihr! ;)

  5. Benjamin B.

    @Thomas: Ich zweifle nur den Nutzen all dieser Konferenzen und Abkommen ab. Die Beweispflicht liegt bei den Politikern und planenden Organisationen.




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