Monatsarchiv für June 2008



Scientology und der gewünschte Genozid

It turns out L. Ron. Hubbard set a new standard in homophobic hysteria, in effect calling for a new genocide against sexual minorities.

Such people should be taken from the society as rapidly as possible and uniformly institutionalized; for here is the level of the contagion of immorality, and the destruction of ethics.” (L. Ron Hubbard, “Science of Survival”)

This is no secret document of Scientology, this statement about homosexuality is readily available in the two books the Church of Scientology is forever trying to get you to buy, Dianetics and Science of Survival.1

Das ist heftig, Hubbard, Gründer von Scientology, will systematisch alle Homosexuellen aus der Gesellschaft entfernen. Ich glaube, ich verletze Godwin’s law hier nicht, wenn ich sage: Schwule ins KZ, hatten wir das nicht schon mal?

Darüber hinaus missbrauchen sie auch die Kinder, deren Eltern sie in die Church of Scientology gesteckt haben (Eigentlich ein doppelter Missbrauch. Erstens durch die Eltern, die den Kindern eine Religion aufzwingen, was dank des biegsamen Geistes von Kindern einer Gehirnwäsche gleichkommt. Zweitens durch Scientology, die Stasi-artige totale Überwachung ausübt.):

Gosslip has a surprisingly good article on Scientology’s Security Checks On Children:

by forcing the kid to continually answer these questions, whatever the content, for an extended period of time, it breaks down their mental barriers to keeping secrets, deciding who to trust, and depending on the delivery, breaks down their self esteem as the questions are badged hostily until the agent is convinced they are getting the whole truth.

I’ve previously talked about the Church of Scientology’s practice of “security checking” in this post on the Secret Scientology Documents. It demonstrates that the CoS is both a highly paranoid and highly controlling institution.2

  1. Kieran Bennett - Scientology Hates Gays and Abuses Children []
  2. Kieran Bennett - Scientology Hates Gays and Abuses Children []



Wider den Raubtierstaat

Ich geniesse es richtig, dieses Interview mit Franz Konz, dem Autor mehrerer Bücher, die Steuertipps und Steuerschlupflöcher beinhalten:

Konz: [...] Der Staat ist zum Räuber geworden, der die Menschen arm macht und auspresst. Ich aber habe dazu beigetragen, dem kleinen Mann ein bisschen Steuerbefriedigung zu verschaffen. Der sollte auch mal Freude daran haben, dass er dem Finanzamt ein paar hundert Euro abquetschen konnte.
[...]
Konz: Jeder soll gleichmäßig besteuert werden: zehn Prozent. Wenn wir den Millionären und Milliardären mehr übrig lassen, werden die auch mehr investieren oder für soziale Zwecke ausgeben.

SZ: Dann haben Sie auch Verständnis für Deutsche wie den Ex-Rennfahrer Michael Schumacher, der in der Schweiz Steuern minimiert.

Konz: Das größte Verständnis.

SZ: Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.

Konz: Ich habe kein Verständnis für Heuchler. Sie heucheln, lassen Sie sich das gesagt sein. (Er klopft energisch auf den Tisch.) Sie würden auch in die Schweiz ziehen, wenn Sie anstelle von Michael Schumacher wären. 1

hat tip to paxx

  1. sueddeutsche - “Die Finanzbeamtenquälen uns” []



Nächtliches Strassenverbot für die Dorfjugend

Die Däniker haben an der Gemeindeversammlung Ja zu einer Regelung gesagt, welche es schulpflichtigen Jugendlichen untersagt, sich nach 22 Uhr auf öffentlichem Grund «anzusammeln». Die Vorschrift wurde auf Antrag des Gemeinderates mit 22 zu 8 Stimmen in die Polizeiverordnung aufgenommen. Mit der Verschärfung der Polizeiverordnung will die Behörde gegen Junge vorgehen, die sich in der Nacht treffen und die Anwohner durch Lärm stören. Dies war laut Gemeinderat in der Vergangenheit regelmässig der Fall. Zudem würden Jugendliche Abfall hinterlassen. Teilweise kam es auch zu Sachbeschädigungen. Daraufhin habe man die Jungen angesprochen und auf das Fehlverhalten hingewiesen. Als dies nichts brachte, informierte man schriftlich die Eltern. Auch das blieb ohne Erfolg. 1

Hell yeah, da fühlen sich ein paar durch Lärm und Abfall gestört, dann hagelt’s gleich mit Verboten.
Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob das mit der Demokratie eine gute Idee war.

Einmal mehr wird die Verantwortung der Eltern und die Eigenverantwortung der Jugendlichen an den Staat abgetreten. Damit auch alles seine Ordnung hat. Eine spiesserische, sehr oberflächliche Ordnung.

Ich sehe das Problem darin, dass es den lauten und Müll hinterlassenden an etwas Anstand und Rücksicht mangelt. Dies ist der Kern. Doch statt diesen Kern zu packen und ihn eine lieblichere Form zu pressen, rückt man mit dem Vorschlaghammer an und haut das Gras und die Erde rund um den Kern platt. Mit dem Ergebnis, das sich das Problem verlagert. Statt in Dänikon werden halt nun in der Nachbarsgemeinde die Strassen unsicher gemacht.

Ich frage mich: Sehen die Eltern jener Jugendlicher ein, dass sie mit der Erziehung wohl etwas falsch gemacht haben? Und weit wichtiger: Wird es die nächste Elterngeneration besser machen?

Daneben scheint mir das Problem eine Marginalie zu sein. Möglich, dass sich Jugendliche schon immer dergestalt verhalten haben und dies bloss jetzt eher bemerkt wird, da vielleicht öffentlicher ausgelebt.

Dann: Was ist mit den SUVs, die in der Nacht durch Dänikon rasen, den Grillparties des Altherrenclubs, die sich weit in die Nacht ziehen und wo das Bier nicht zurückhaltend konsumiert wird, den Kaugummis am Dänikoner Bahnhof?

Aber hey, lieber beschliessen wir ein paar Gesetze gegen die Jugend, die das Problem lediglich verlagern und nicht lösen, anstatt liberalen Geist zu beweisen.

  1. tagesanzeiger - Junge müssen nachts zu Hause bleiben []



Wenn Religion zur tödlichen Hass-Maschinerie wird

A teenage girl was paraded naked around the village market in Rasuwa district by her neighbors after alleging her of being a witch.
[...]
The accusers had first taken Kuti a little away from her house saying that they needed to talk to her, but later accused her of practicing witchcraft and demanded Rs 300,000 from her. When she rejected their demand they tore her clothes apart, stripped her naked, and paraded her around the market.
1

Hundreds of his neighbours accused him of casting evil spells on a villager who died after getting sick. Majhi had aroused suspicion by visiting the sick man to perform religious rituals, police said.

Villagers then pummelled Majhi, his wife, his son and his daughter-in-law with stones and bricks, dragged them into the nearby jungle and buried them alive, police said.2

It has been learnt that Badami Devi (60) lodged a case with Areraj police station under East Champaran district last week, saying that she was caught by the family members of Sone Lal Prasad, co-villager in Janerawa village last Saturday, and was thrashed mercilessly in full public view when she was returning from the field. They forced her to drink human excreta. She screamed for help but there was nobody to save her.3

Die Welt der Religionen ist wild und voller Geschichten, die sich um Blut, Tränen und unvorstellbare Gewaltakte drehen. Im Netz des Aberglaubens gibt es keine Lücken, keine weissen Flecke, die rein sind von faktenunberührten Märchengeschichten. Sei es London, Japan, Nepal, Brasilien oder Tansania. Die Religion schlägt zu und hinterlässt Tod und Verderben. Müsste man eine Kosten-Nutzen-Rechnung der Religionen und Glaubensgemeinschaften machen, es sähe nicht gut aus. Auf der einen Seite hätte man Tod und Verderben, auf der anderen Seite… Ja, was eigentlich? Was ist derart glorios und wunderschön, das so viele Leute die Religion und den Glauben verteidigen lässt?

hat tip to fivepublicopinions

  1. Nepal News - Girl accused of witchcraft paraded naked in village []
  2. reuters - Family buried alive in Assam for witchcraft []
  3. The Times Of India - Women assaulted for practising witchcraft []



Indio-Stamm begräbt Kinder lebendig

Religion wird nicht besser, wenn sie von ein paar Urwald-Indios betrieben wird statt von gesetzten Herren in prunkigen Dom-Palästen.

Babies born into some Indian tribes in the Amazon are being buried alive, a practice that is being covered up by the Brazilian authorities out of respect for tribal culture.
[...]
The tradition is based on beliefs that babies with any sort of physical defect have no souls and that others, such as twins or triplets, are also “cursed”.
[...]
Babies who are girls, who have some disability or who have unmarried mothers are all in danger of an early death in a shallow grave in the rainforest. Others are suffocated with leaves, poisoned or simply abandoned in the jungle.
[...]
Some tribes also believe it is a curse to give birth to more than one baby at a time. In the Suruwahá tribe, a pregnant girl will walk into the jungle by herself to give birth.

She then cuts the baby’s umbilical cord, buries the placenta and returns to the village with her child.

Sometimes the woman will simply leave the child in the jungle to die if it is a girl or if she is not married.
1

Und dies geschieht jährlich mit Dutzenden von Neugeborenen oder Kleinkindern.

Hier haben wir nun die Wahl: Entweder wir respektieren das Recht dieser Stämme, ihren Aberglauben zu praktizieren und schauen zu, wie sie ihre Kinder ermorden oder wir respektieren das Recht der Kinder auf ihr Leben und beenden diese fürchterliche Tradition.

hat tip to beaj

  1. Telegraph - Girl survived tribe’s custom of live baby burial []



Gebetsstunde im Pentagon und Albträume

Ken Ham, chief wackaloon at Answers in Genesis, was invited to speak…at a Pentagon prayer breakfast.1

Lasst mich das bloss kurz mal durch den Kopf gehen, diese Spitzenleute im Pentagon, die mit der amerikanischen Armee und dem Waffenarsenal zugleich den Tod höchstpersönlich kontrollieren, hören verzückt einem zu, der solche Dinge sagt:

The real world is the biblical world–a universe designed by God with the Earth at the spiritual focal point, not an evolutionary universe teeming with life. … Extraterrestrial life is an evolutionary concept; it does not comport with the biblical teachings of the uniqueness of the Earth and the distinct spiritual position of human beings.2

Wieso bloss habe ich das beklemmende Gefühl, heute Nacht schlecht schlafen zu werden?

Hm, könnte vielleicht damit zu tun haben, dass ich solchen Leuten - die unsichtbare Freunde haben und sich bei einfachen Entscheidungen wie faktenbasierte Evolution oder hirnrissige Schöpfung für das Falsche entscheiden - nicht zutraue, dass sie einen Krieg vernünftig planen, geschweige denn Freund von Feind unterscheiden können. Tja, Logik ist eine gefährliche Sache, besser man lässt die Finger davon.

Ah ja, dann wäre da noch die merkwürdige Aufhebung der Trennung von Staat und Kirche.

  1. pharyngula - Now I’m going to have nightmares []
  2. pharyngula - Now I’m going to have nightmares []



Teach The Controversy

teach the controversy

teach the controversy

teach the controversy

quelle

hat tip to chris h & boing boing




Schöne scheue Schwedinnen

Erhält Schweden bald seine eigene Stasi? Oder handelt es sich beim Gesetz für die elektronische Aufklärung um eine notwendige Voraussetzung, um terroristische Bedrohungen des Landes aufzudecken? Das schwedische Parlament berät am Dienstag und Mittwoch über einen Gesetzesvorschlag, der die Wellen hochgehen lässt. Die Vorlage der bürgerlichen Regierung will es der nationalen Behörde für elektronische Aufklärung (FRA) erlauben, künftig den gesamten Telefon- und Faxverkehr sowie die elektronische Post nach und aus Schweden abzuhören. Im Vorjahr gelang es der links-grünen Opposition, die Vorlage während eines Jahres zu blockieren, nun kann der Beschluss nicht mehr hinausgezögert werden. Ein Entscheid ist noch für den Mittwoch vorgesehen.

Bitte nicht, Schweden. Denn so allmählich wird ganz Europa unbewohnbar. Zumindest, wenn man Wert darauf legt, jemandem eine E-Mail zu schreiben, ohne dass dabei irgendein grauer Beamter mitliest und die paar Zeilen auf irgendeinem Server für Monate speichert.

hat tip to christian hoffmann




Warnung: Dieser Blog beinhaltet Vernunft und ist für Jesus-Groupies nicht geeignet

Ein paar Disclaimer-Sticker von der Biologie-Abteilung des Swarthmore Colleges in Pennsylvania.





quelle: swarthmore college

hat tip to fivepublicopinions




Der Geruch von Banknoten am Morgen

Bei der aktuellen Diskussion um Managergehälter, Abzocker, Hyperreiche, gerechte Löhne und Arbeiterstreiks gibt es etwas, das Sozialisten, Etatisten und andere Gegner der freien Marktwirtschaft nicht begreifen können:

Das ganze Vorhaben, gerechte Löhne zu bezahlen, ist von Anfang zum Scheitern verurteilt. Löhne können nicht gerecht sein. Es liegt in der Natur des Begriffes, das Gerechtigkeit immer subjektiv ist. Jeder Ansatz, Löhne festzuschrauben und in Grenzen zu pressen, macht zwar einige Leute glücklicher, andere dafür unglücklicher. Es läuft also auf ein Nullsummenspiel heraus.
Sollte man Angst haben, gesellschaftliche Reibung würde entstehen, weil etliche Leute die Reicheren beneiden, so scheint es Symptombekämpfung zu sein, eine obere Lohngrenze festzusetzen. Der Neid ist immer noch in den Leuten drin, er muss sich bloss einen anderen Weg suchen, sich auszudrücken.

Daneben ging es in der Marktwirtschaft nie um gerechte Löhne. Extrem grob gesagt regeln die Gesetze von Angebot und Nachfrage, wie viel Geld jemand für seine Arbeit erhält. Da sind keine Gerechtigkeitsüberlegungen dabei. Der Lohn bildet sich, er wird nicht von einer Lohnkommission festgelegt. Deshalb scheint das ewige Lamento über ungerechte Löhne (sowie das Gefluche über Abzocker und andere verhasste und verleumdete Gestalten) irgendwie sinnlos.