Monatsarchiv für February 2008



Wollen Sie ewig leben?

Na klar will ich. Denn das ist das einzige, was ich wirklich und wahrhaftig besitze: Mein Leben ~ Wollen Sie ewig leben?




Warum Atheisten keine Gottesleugner sind

Nein, ich leugne Gott nicht, genauso wenig, wie ich die Existenz eines unsichtbaren rosafarbenen Einhorns leugne, das in einem winzigen Mondkrater auf der Rückseite des Mondes Lavendelschaumbäder nimmt.
Leugnen kann man einzig Dinge, die existieren, doch die Wahrscheinlichkeit der Existenz eines Gottes oder eines Einhorns auf dem Mond oder einer Teetasse nahe Venus ist derart gering, dass sie vernachlässigbar wird. Und so kommt es dazu, dass sich mancher Agnostiker1 Atheist nennt. (Natürlich auch, um einen Gegenpol zu den Theisten zu bilden.)

Wir Atheisten definieren uns auch nicht über unseren Atheismus. Wir sitzen nicht zuhause auf der Couch und murmeln mantra-artig vor uns hin: “Es gibt keinen Gott. Nein, es gibt keinen Gott.”
Bezeichnet sich jemand als Atheist, ist er häufig [Nicht immer, denn ich habe schon Atheisten erlebt, die an Trolle geglaubt haben.] viel mehr als das. Er ist ein Bright2. Zentral dabei ist das naturalistische Weltbild, das uns Brights vereint.

Schlicht ausgedrückt:
Wir glauben nicht. (Egal, ob es jetzt um Götter, Osterhasen, Marienerscheinungen, Orks oder Uri Gellers Zauberkünste geht. Blossen Behauptungen, die nicht einmal durch Belege oder Beispiele gestützt werden, stehen wir grundsätzlich skeptisch gegenüber. Dazu kommt, dass die Beweislast immer bei dem liegt, der die Behauptung aufstellt. Und nicht bei dem, der sie anzweifelt.)

Das Wort Atheist ist zu einem Kampfbegriff geworden. Vornehmlich von Gläubigen aller Schattierungen, um uns als fundamentalistisch zu brandmarken. Aber auch von uns, um unser Uneinverständnis mit öffentlichem Glauben kund zu geben. Eine zutreffende Bezeichnung ist Atheist allerdings nicht. Denn unser Agnostizismus macht nur einen marginalen Teil unseres Weltbilds aus. Naturalist wäre schon treffender. Doch unserem Engagement für eine säkulare, auf einer humanistischen Ethik basierende Welt wird nur der Name Bright gerecht.

evil under the sun - Eine gottlose Veranstaltung.
sapere aude - Völlig irre: Naturgesetze Glaubenssache?

  1. stern.de - “Gott existiert mit großer Wahrscheinlichkeit nicht” []
  2. Brights Deutschland []



God and Girls in Thailand

Ein absolut wunderbarer Post, mit einer grandioses Diskussion dazu ~ God and Girls in Thailand




Paranoide Evangelikale

Evangelikale sind nicht nur peinlich gläubig, sondern auch zutiefst paranoid ~ Der Verfolgungswahn protestantischer Fundamentalisten: Evangelikale zwischen Mythologie und Pathologie




Ferkelbuch in Amerika

Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel löste im deutschsprachigen Raum eine gewaltige Kontroverse aus. So grosse, das selbst der ehrenwürdige PZ Myers von Pharyngula sich dem Thema angenommen hat ~ Talking animals with more sense




Sderot in Blut getränkt

Blutiger Regen über Sderot. Hundert Qassam-Rakten in drei Tagen. Ein britischer Journalist mitten drin ~ Code Red in Sderot: Living in the most heavily bombed place in the world Höchsten Dank geht auch an Beer7 von den Freunden der offenen Gesellschaft, die den Artikel ins Deutsche übersetzt hat ~ Leben in Sderot




Ja, ich liebe meine Millionen…

…denn darauf kann man wahrhaft stolz sein. Millionen gescheffelt zu haben. Aus Staub und Asche ein hoch profitables Unternehmen geformt zu haben, ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Es ist der Grundantrieb unserer Welt ~ Ja, ich liebe meine Millionen…




Ist Nanotechnologie moralisch korrekt?

Scheinbar nicht. Allem Anschein nach ist die Nanotechnologie gar ein Werkzeug des Teufels. Mancherorts bloss etwas nicht wünschenswertes.

In a sample of 1,015 adult Americans, only 29.5 percent of respondents agreed that nanotechnology was morally acceptable. (54% in the UK, 62% in Germany, 72% in France).1

Ich bin so zynisch, dass ich nicht einmal überrascht bin. Nanotechnologie ist leider sehr kontrovers. Genau wie Gentech, hochauflösende TV-Geräte, Lachsbrötchen und Fortschritt im Allgemeinen. Über den Daumen geschlagen gibt es drei Gründe, wieso jemand gegen technischen, medizinischen, aber wissenschaftlichen Fortschritt im Allgemeinen ist:

Die Forschung ist schon viel zu weit gegangen.

Ach ja, dies glauben und derweil für sauberere Motoren kämpfen? Und nein, ich werde den krebskranken Kindern sicherlich nicht sagen, dass wir ihnen nicht helfen können, weil der medizinische Fortschritt moralisch falsch sei. Macht ihr das, ich besitze die nötige Grausamkeit nicht.

Wir dürfen nicht Gott spielen.

Gott hat uns ein Hirn und Hände gegeben. Allerdings dürfen wir diese biologischen Werkzeuge nicht benützen. Nicht einmal, um Leid zu verhindern. Denn wir dürfen ja nicht Gott spielen. Gott allein entscheidet über Leben und Tod, deshalb lassen wir jetzt alle Hospitalisierten schön verrecken.

Ich fürchte mich bloss vor dem Neuen und dem Unbekannten. Ich kann dies jedoch nicht zugeben, sondern suche Gründe, wieso ich derart Angst habe. Da alle Fakten gegen meine Überzeugung sprechen, muss ich eines der obigen Argumente zücken oder mich in philosophisches Geschwafel über die Immoralität und Unnatürlichkeit von zivilisatorischen Errungenschaften stürzen. Das Duschklo möchte ich aber trotzdem nicht missen.

Gläubige können ganz schön scheinheilig sein, nicht?

tiny frog - Is nanotechnology morally acceptable?

  1. sciencedaily - Religion Colors Americans’ Views Of Nanotechnology []



Obama, der Prediger

Kritik an Barack Obama, fundierte und beängstigende, Worte des Hasses und Zeilen der glühenden Verehrung. War jemals ein Präsidentschaftskandidat derart umstritten? ~ Obamas Worte sind nicht einfach Blasen ~ Is this for real? ~ Barak Obama is the Antichrist? ~ Ist Obama der “linkeste” US-Senator?




Kosovos Unabhängigkeit

Den Kosovo anzuerkennen ist also doch kein Fehler, ausser ich esse Blutwurst zum Sauerkraut ~ Die Anerkennung des Kosovo ist KEIN Fehler