Monatsarchiv für January 2008



Webästhetik

1. Wie wichtig ist euch das Design eures Blogs?

Sehr wichtig, einerseits um attraktiv für die Leser zu sein, andererseits um meine eigenen ästhetischen Anforderungen zu befriedigen. Ich will ja nicht tagtäglich ein hässliches Stück Webdesign sehen, wenn ich meine Postings überprüfe oder auf einen Kommentar antworte. Nein, das wäre richtiggehend eine Qual für mich.

2. Was für Erfahrungen habt ihr mit Webdesign?

Merkwürdig unklare Frage. Nun ja, Erfahrung im Webdesign habe ich kaum, von diesem Blog abgesehen. Was das Design von anderen Websites anbelangt: Die meisten sind hässlich, was entweder auf ein geringes Interesse an gutem Design, spärlich vorhandene Webdesignfähigkeiten, schlechten Geschmack oder ein von mir abweichendes Verständnis von Ästhetik schliessen lässt.

3. Habt ihr euer Theme selber erstellt oder benutzt ihr ein free/gekauftes?

Selber erstellt, um die Einzigartigkeit des Contents auch visuell zu unterstreichen.

4. Habt ihr selber Programme wie Photoshop, Fireworks oder GIMP?

GIMP, Inkscape, Scribus, das Freeware-Komplettpaket, um gutes Webdesign fabrizieren, ein paar Fotos bearbeiten und das eine oder andere flotte Dossier erstellen zu können.

5. Beherrscht ihr CSS? (Wenn ja, wie viel Erfahrung habt ihr damit.)

Rudimentär. War halt nötig, um diesen Blog designen zu können.

webbloggers.de - Blogparade: Webdesign




Über die Nazikeule, die Will Smith traf II

Remarkably, Will believes everyone is basically good.

“Even Hitler didn’t wake up going, ‘let me do the most evil thing I can do today’,” said Will. “I think he woke up in the morning and using a twisted, backwards logic, he set out to do what he thought was ‘good’. Stuff like that just needs reprogramming. ~

Jene Zeilen, nach denen sogleich die Nazikeule folgte und den Herrn Smith zu einem schmächlichen Nazigünstling degragierten. Bis Will schliesslich seine Aussage genauer erklärte und alles wieder in Ordnung war:

“It is an awful and disgusting lie,” Smith said in a statement Monday provided by his publicist. “It speaks to the dangerous power of an ignorant person with a pen. I am incensed and infuriated to have to respond to such ludicrous misinterpretation.”

“Adolf Hitler was a vile, heinous vicious killer responsible for one of the greatest acts of evil committed on this planet,” read the statement. ~

Ach ja, die jahrzehnte alte, immer gleiche Leier. Kaum erwähnt man Hitler und das Wörtchen gut im selben Satz, hat man eine Horde selbsternannter Moralaposteln am Hals.

Nun, dass Hitler böse ist, durch und durch, ein grauenhaftes Monster, ein Schlächter, darüber muss man sich nicht streiten. Das ist er, wenigstens aus der humanistischen Perspektive, die ich als die einzig gültige betrachte. Schliesslich ist es auch die einzige überhaupt, der keine Religion zugrunde liegt.

An dieser Smith-Aussage, zeigt sich jedoch gut, wie einem die Worte im Munde verdreht werden und Journalisten bloss den Skandal hören, und nicht die Sachlogik. Will Smith sagte denn auch nicht, dass Hitler ein guter Mensch war, sondern dass er sich selbst für gut hielt. Ein meilenweiter Unterschied.

Auch wenn es unangenehm zu hören und mit dem Weltbild von vielen Leuten nicht vereinbar ist, so hält doch jeder sich selbst und seine Taten für gut. (Ausgenommen jene, die sich selbst verachten. Doch dies ist ein ganz anderer Fall.) Ergo: Hitler fand es überaus gut - mit seiner perversen, wirren Logik - alle “Nichtarier” zu meucheln. Und, so scheusslich dies klingt, er dachte wohl, er täte der ganzen Menschheit etwas Gutes. Wobei man hier beachten muss, dass die Menschheit für ihn einzig aus Ariern bestanden haben mag.

Und nichts anderes sagte Will Smith, doch zuhören kann manchmal eine wahre Kunst sein.

der misanthrop - Sprachgebrauch - Über die Nazikeule, die Will Smith traf I




Manifest gegen einen religiösen Präsidenten

Was kann man nur gegen einen religiösen Präsidenten haben?

Wenn er damit keinen belästigt und sich dadurch in seiner Arbeit nicht beeinflussen lässt…

Vielleicht, doch darf man annehmen, dass jemand, der in gewissen Belangen jegliche Evidenz ignoriert und sämtliche Experten als Dummköpfe betrachtet, eine andere Sache rational angehen, sich zuerst einmal die Fakten ansehen und sich ausführlich mit Experten austauschen wird?

Ich bin skeptisch…

…und sehe kaum Gründe, wieso jemand, der die Evolutionstheorie ablehnt, dann fähig sein soll, ein funktionierendes Krankensystem einzurichten.




Über die Nazikeule, die Will Smith traf I

1] Man definiere Glück als Zustand des allgemeinen Wohlgefühls, als Emotion, die Angst, Unsicherheit und Trauer gegenüber steht.

2] Jeder einzelne strebt nach persönlichem Wohlergehen.

3] Glück ist als subjektiv zu betrachten. Der eine versteht darunter Altruismus, der andere Masochismus, der dritte die Crocodile Lux Air Force Ones von Nike ~.

4] Da Glück subjektiv ist, liegt es dem homo sapiens fern, es wertend zu betrachten. So hat Glück, das aus Dekadenz entsteht, die gleiche Berechtigung, wie Glück, das aus einer guten Beziehung folgert.

5] Ob jemand einen Peitschenschlag als erregend oder als Folter ansieht, hat zwar auch viel mit den Umständen zu tun, jedoch auch mit der Prägung und den genetischen Anlagen dieses Menschen. Daraus folgt die in Punkt 3 postulierte Subjektivität des Glücks.

6] Eine Gesellschaft muss versuchen, das Glück ihrer Einzelglieder zu maximieren.

7] Der einzige Weg dorthin führt über die Werte des Humanismus.

8] Dies bedeutet, dass trotz fehlender gottgegebener Moral Verhaltensweisen bewertet werden können. Dabei ist eine an den Humanismus und Rationalismus angelehnte Ethik anzuwenden. Diese wertet anderen abträgliches Verhalten - solches also, das deren Streben nach Glück erschwert und somit ihrem persönlichen Wohlergehen schadet - als schlecht, anderen zuträgliches Verhalten hingegen als gut.

9] Somit mag man es zwar als etwas skurril anschauen, wen ein Sadist einem Masochisten Schmerzen zufügt, da für beide jedoch Wohlgenuss daraus erfolgt, kann man es als “gut” betrachten. Wenn hingegen ein Sadist einem “normalen” Menschen Pein bereitet, so darf man dies als schlecht bezeichnen.

10] Somit steht die Verhinderung von Schmerzen der einen Person über dem persönlichen Streben nach Glück der anderen Person.




Der Napfkuchen hinter dem Posting

1. Woher bekommt ihr die Ideen für einen Blogeintrag?

Aus meinem wirren kleinen Köpfchen, angeregt durch gesellschaftspolitische Ereignisse, philosophische Gedanken oder tiefgründige Postings.

2. Wie geht ihre genau vor, bei der Erstellung eines Beitrags? Von der Idee bis zum fertigen Artikel?

Ich denke zuerst mehr oder minder ausgiebig über das Thema nach, um mir eine fundierte Meinung bilden zu können, versuche dann, meinen Gedanken einen roten Faden zu unterlegen und beginne mit dem Schreiben. Notizen mache ich mir kaum, meist schreibe ich in einem Zug durch, wenn ich einmal die ersten paar Zeilen geschrieben habe, ergibt sich dann der restliche Text von allein. Auch wenn ich, zugegebenermassen, bei etlichen Postings mehrere Male beginnen musste.

3. Wie viel Zeit investiert ihr für das Schreiben eines Beitrags durchschnittlich?

Vielleicht so zehn Minuten bis eine Viertelstunde.

4. Versucht ihr eure Beiträge nach dem Veröffentlichen noch bekannt zu machen? Sei es durch yigg, digg, seoigg oder durch spezielle Suchmaschinenoptimierung?

Nein, daran bin ich denn nun wirklich nicht interessiert.

5. Schreibt ihr Beiträge teilweise schon mehrere Tage vorher und veröffentlicht sie (automatisch) erst später?

Üblicherweise schreibe ich am Abend und veröffentliche dann am nächsten Morgen. Daher kommt es manchmal vor, dass mich die Realität überholt.

6. Wie regelmäßig schreibt ihr Blogeinträge?

Von Montag bis Freitag, täglich ein Beitrag. Schliesslich braucht jeder mal eine Pause, ein Blog jedoch auch eine gewisse Postingquote, um noch attraktiv zu sein. Daher meine unspektakuläre Formel.

thinkblogging - Blog-Parade: Entstehung eines Beitrags




Ein kleines Amuse-Bouche zukünftiger Projekte

Tun und lassen, in freier Form, ungezwungen, ohne Rücksicht auf Leser und Besucherzahlen, weder Trafficschwein noch Linkhure, noch im Moment dem Blogblues verfallen. Frei zu denken, seit jeher mein Leitmotiv, so füllt sich auch mein Geist jeden Tag aufs Neue mit Ideen, Einfällen und verzehrendem Chaos.

Neue Projekte wachsen und reifen, werden älter und gewinnen an Geschmack, wie auch die Narzissen ihre safrangelben Blüten ins Düstergrau des Himmels recken und die Trauben an den Reben süsser und süsser werden. Doch nicht vor dem Sommer, und so lasse auch ich mir noch Zeit. Ideen wollen schliesslich in eine vernünftige Form gepresst werden. Dabei ist’s bloss ein Moleskine-Notizbuch, blankweisse Seite, jeden Tag eine neue, gekritzelte Worte, gezeichnet mit sanftschwarzer Tusche. Zu einer Stimme zu werden, Leute zu locken, Seelen zu verführen, für meine Sache zu gewinnen. Leben und Tod? Nein, bloss die Freude am Spielen. Ein neues Design wäre auch mal fällig, fällt mir ein, als meine Finger über die Tastaturtasten rattern. Ein Stakkato. Auch in meinem Innern. Vier Blogs nun, manche sporadisch mit Qualität gefüllt, andere regelmässig mit Relevanz bedient. Doch das Design bis ins letzte Detail dasselbe. Keine Anpassungen ans jeweilige Thema des Blogs. Dies ist zu ändern, drängt meine Zunge, doch meine Vernunft hält sie im Zaum, zu knapp die Zeit momentan. Trotzdem: Beim Weiss geblieben, eine Varianz der Restfarben, womöglich minimalistischer oder mit sinnesentzückenden Ausschweifungen? Beides, massgeschneidert für das jeweilige Blog. Der Hang zum Perfektionismus nicht zu verleugnen. Und dann wieder der blosse Spass am Erschaffen und Zerstören. Der Gotteswahn, bloss auf meine Weise.

incomment.net/blog - Blogparade: Eure aktuellen Projekte?




Ein kleines Übersichtskarnevälchen

Da heute und auch morgen weder Zeit noch übermässig Lust, mich zu gesellschaftspolitischen Irritationen zu äussern, zwei Blogparaden. (Kann man die Dinger nicht wieder in Blogkarneval umbennen? Klang irgendwie besser, launischer, aufmüpfiger. Stattdessen nun also ein politisch korrektes, amtlich bestätigtes und bürokratisch vermüllter Blogparade. Na, jedem das seine, ich könnte mich ja selber zensieren. Genau. Wirre, irrationale, sinnlose Dinge zu tun, das braucht jeder mal. Ich bete ja nicht.)

Also denn:

1. Welche Blogsoftware verwendet ihr bzw. bei welchen Bloganbieter seid ihr angemeldet?

Wordpress.

2. Wie seid ihr auf die Blogsoftware/den Anbieter gestoßen?

Per Zufallsprinzip gefunden. Praktisch jedermann, dessen Blog ich damals, in meinen Anfangszeiten, las, war auf Wordpress aufgebaut. Dazu diverse gute Rezensionen, die Wordpress vor allem als anfängerfreundlich lobten und auch die Wordpress-Community lobten, die vielen Themes, Plugins, häufigen Softwareupdates und mittelfristig gesicherte Weiterentwicklung von Wordpress.

3. Welche Vorteile hat ihre Blogsoftware/ihr Anbieter?

Genau jene, die mich damals überzeugten, Wordpress zu benutzen. Ziemlich gutes Handling jedenfalls, und ganz simple Installation. Ach ja, und dann hat irgendjemand mal ein Theme gebastelt, das nur den Basiscode enthält. Mit diesem wird die Themekreation etwas einfacher. Möglicherweise.

4. Welche Nachteile sind euch aufgefallen?

Zu häufige Updates können auch nerven, dazu kommen Plugins, die den ganzen Blogs zerschmettern, weil Wordpress ein Update verpasst bekommt, die Entwicklung des Plugins aber schon lange eingestellt wurde. Sonst nichts. Bis jetzt jedenfalls.

5. Wie viel Zeit investiert ihr ins Bloggen pro Tag?

Allein das Schreiben braucht nicht allzu viel. Vielleicht eine halbe Stunde gesamthaft. Doch dann ein gefüllter Feedreader, ein paar interessante Posts, die es verdient haben, gelesen zu werden, aggregierte Comics. Je nach Lust und Laune dürfen’s auch mal zwei Stunden werden.

6. Wie viele Besucher habt ihr pro Tag durchschnittlich?

Etwas über die hundert. Vielleicht.

der webmaster watchblog - Blog-Parade: So blogge ich! - Wie bloggt ihr?




Manifest gegen Barack Obama

Auch wenn ich eindeutig für Barack Obama stimmen würde, dürfte ich denn in den USA wählen, muss er für mich nicht zwangsläufig wählbar sein.

Erfasst, es ist sein offenes Religionsbekenntnis, das mich abstösst. Doch hey, welcher der Präsidentschaftskandidaten tut dies nicht? Vermutlich muss man mindestens Mormone sein, um in Übersee ans Zepter zu kommen. Irgendwie tragisch für einen Staat, dessen Verfassung rein säkular ist und in keiner Weise auf einen Gott Bezug nimmt.

Allerdings wäre er einer, der den Westen wieder einen könnte. Ein schwarzer Mann an der Spitze des weissen Westens würde den Anhängern des gepflegten Antiamerikanismus schwer zu schlucken geben. Er symbolisiert die Hoffnung, die man allzu gerne verloren hat.

Doch genug von Obamas positiven Seiten, die wir er hoffentlich noch beweisen können, werfen wir lieber einen flüchtigen Blick auf seine Religiosität, nicht zu vergessen, dass seine Glaube jede nur mögliche Rolle in seinem Leben besteht.

Während einem Wahlkampf rannte er beispielsweise von Kirche zu Kirche, um zu predigen:

“We’re going to keep on praising together. I am confident that we can create a Kingdom right here on Earth. [...] Sometimes this is a difficult road being in politics. Sometimes you can become fearful, sometimes you can become vain, sometimes you can seek power just for power’s sake instead of because you want to do service to God. I just want all of you to pray that I can be an instrument of God in the same way that Pastor Ron and all of you are instruments of God.” ~

Hm, tönt irgendwie beängstigend, nicht zu vergessen, dass er auch gegen den Klimawandel anbeten will. Doch wenigstens, obwohl er in nahezu jedem zweiten Satz Gott erwähnt, scheint er die Wissenschaften zu akzeptieren. Anders als ziemlich alle Republikaner, nicht zu vergessen…

der dissident - Obamas Sieg belaste europäische Volksseele
der spindoktor - Taugt Barack Obama als großer Hoffnungsträger?
zettels raum - US-Vorwahlen: Ein Blick auf vier Kandidaten, speziell auf John MacCain




Gottesverleugnung ist nicht der Lebensinhalt eines Atheisten

Yeah, fuck it…

Weder definiert sich der Atheist über seinen fehlenden Glauben an irgendwelche Götter, noch will er die westliche Kultur zerstören. Wie könnte er auch, er ist schliesslich ein Produkt dieser Kultur, unserer, die im Christentum wurzelt und dann über die Industrielle Revolution, die Aufklärung und den Humanismus in einundzwanzigste Jahrhundert mündete.

Wir sind Rationalisten, Materialisten, gottlose Liberale, die weder an fliegende Rentiere, noch an Kobolde, noch an bärtige Männer im Himmel noch an undefinierte substanzlose, doch irgendwie mit uns interagierende Wesen glauben. Wir stellen ein furchterregend kleinen Teil der Bevölkerung selbst der Schweiz dar. Dies müsste uns Angst machen, die grosse Menge der Leute glaubt lieber den verführerischen Worten irgendwelcher Quacksalber, als sich auf Beweise, auf Fakten zu stützen. Ja, wann habt ihr das letzte Mal euren Verstand gebraucht? Kritisch? Und das nicht, um Tatsachen so umzudeuten, dass sie in euer Weltbild passen?

Ich bin betrübt, zutiefst, und dies zu Recht. Der Atheist will unsere Kultur nicht überwinden, er will bloss eine säkulare Gesellschaft, ein laizistischer Staat und Bürger, die kritisch und rational denken, und das nicht bloss sechs Tage die Woche, um dann am siebten in Ekstase zu verfallen, wenn irgendein Weissbekragter aus einem Märchenbuch vorliest. Damn, welche High-Gefühle müssen diese Leute bekommen, wenn sie erst Grimm’s Märchen entdecken?

Der neue Atheist streut bloss ein paar Körner Salz in jene schwärenden Wunden, die das Antlitz der Menschheit seit Urzeiten verunstalten. Religion hat abgrundtief schwarze Seiten, dass sie auch ein paar gute hat, verleugnen wir nicht. Doch wollen wir die Kosten der Religionen, aber auch der Massenesoterik wirklich tragen, bloss weil sie ein paar Leuten Sicherheit vermitteln? (Nicht zu vergessen das schwarz-weisse Weltbild, das gratis dazu geliefert wird.)

der verwerter - Die reaktionären Atheisten




Manifest gegen Ron Paul

Politker haben gute Seiten. Ohne Ausnahme. Dies mag den einen oder anderen erstaunen, doch wenn man bedenkt, dass weder das absolut Böse, noch das absolut Gute existiert, darüber hinaus diese beiden einzig subjektiv bestimmt werden können, kommt man nicht umhin, wenigstens die eine oder andere Seite selbst des grössten Gegenspielers als positiv anzusehen.

[Weit gefehlt, ich will hier nicht auf Will Smiths Aussage

"Even Hitler didn't wake up going, 'let me do the most evil thing I can do today'... I think he woke up in the morning and using a twisted, backwards logic, he set out to do what he thought was 'good'. Stuff like that just needs reprogramming." ~

näher eingehen, zu einem späteren Zeitpunkt eventuell schon.]

Es geht um Ron Paul und darum, dass man bei einem Politiker zuerst einmal die dunklen Seiten eingehend betrachten müsste, und sollte man danach zum Schluss kommen, dass er dadurch nicht untragbar ist, dann kann man sich mal seine gute Seiten anschauen. Nicht vorher. (Womöglich sollte man dies grundsätzlich bei Menschen tun, doch meist reicht die Zeit dafür nicht, und womöglich würde man bei der konsequenten Umsetzung in der Misanthropie landen.)

Derer hat Ron Paul so einige. Mein Unbehagen betreffs Libertarismus einmal beiseite gelassen.
Die meisten wissen schon, dass Mr. Paul ein paar Scharen Nazis als Sympathisanten hat. Dazu kommt, dass er sich nie von ihnen distanziert hat und in einem unter seinem Namen laufenden, jedoch nicht von ihm verfassten Newsletter 95% der schwarzen Einwohner Washington D.C.’s als kriminell bezeichnet hat. Scheinbar hat er sich später davon distanziert, die Spendegelder von Nazis wollte er dann aber doch nicht zurückgeben, Geld stinkt eben nicht, selbst wenn es aus der White Supremacy-Ecke kommt.
Er ist Anhänger diverser Verschwörungstheorien, unter anderem verdächtig er die UNO eine Global Tax einführen zu wollen. Nicht näher bezeichneten Eliten wollten, Paul zufolge, die Souveränität von Kanada, den USA und Mexiko aufheben und eine Nordamerikanische Union bilden.
Sein klares Bekenntnis zum Kreationismus dürfte Paul für jeden Gottlosen unwählbar machen. Sollte zumindest, tut es jedoch nicht. Viele sehen in ihm das kleinste Übel und die einzige Rettung für die Vereinigten Staaten. Klingt suspekt? Allerdings. Daher muss ich stark annehmen, dass einige dieser Atheisten entweder mir schleierhafte politische Richtungen vertreten oder bloss selbsterklärt atheistisch sind, was sie dann zu unabsichtlichen Betrügern machen würde.
Darüber hinaus würde sein We The People Act den 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten rückgängig machen. Ein seltsames Anliegen für einen, der libertär sein will. Tatsächlich verbergen sich hinter seiner libertären Fassade extrem repressive, antiliberale und gar verfassungsfeindliche Ansichten.

Unabhängig davon, ob er irgendeine noch so gute Idee vertritt, macht ein jeder obiger Gründe Ron Paul unwählbar für gottlose Liberale. Auch wenn er das Establishement aufwühlen würde, er wäre ein sehr zwielichtiger, furchterregender und vor allem untragbarer Präsident.

daylight atheism - Why Atheists Shouldn’t Vote for Ron Paul