Die mediale Berichterstattung wird von Tag zu Tag absurder. Manchmal frage ich gar, wie es dazu kommen konnte, dass renommierte Blättchen mit wirren Schlagzeilen und zusammenhangslosen Phrasen nur so um sich werfen. Doch dann rufe ich mir stets ins Gedächtnis, dass Zeitungen auch nur vom Mainstream geprägt sind, und der verlangt nun mal nach mund- und hirngerechtem Entsetzen und Schadenfreude.
Da darf zum Beispiel ein namhafter Herr De Weck der Leserschaft lang und breit erklären, wie sehr denn doch die SVP nun geschwächt sei. Dass die SVP zwar einen Wähleranteil von knapp dreissig Prozent besitzt und somit gewaltige zehn Prozent stärker ist als ihre politische Gegenspielerin und immerhin zweitstärkste Partei im Lande, kehrt er gerne unter den original persischen Teppich. Im selben Satz ereifert er sich ohne Atem zu holen über die Medien, die im Banne von Blocher stehen. Wohl wahr, dass es sie waren, die aus dem politisch engagierten Blocher jene schattenhafte Figur machten, die für sechzig Prozent der Bevölkerung nichts als ein grauenhaftes Ungetüm darstellt. Bloss sehe ich das in den Tagesmedien nirgends erwähnt.
Zum Glück gibt es da noch die Blogosphäre, die zwar genauso schäfchenhaft links ist wie die gedruckte Presse, aber in der es trotzdem ein paar Ausschärler gibt. Bei jenen - deren Berichterstattung zwar nicht weniger selektiv ist, aber in der entgegen gesetzten Richtung, so dass mir dann die Verfehlungen der Linken genauso bekannt sind wie die der Rechten - erfahre ich dann so pikante Details von linken Politikern wie Zusammenkünfte mit dem hetzerischen Gespann Ahmadinejad und Chavez. Des weiteren wird mir offenbar, dass es im selben politischen Lager Kehlen gibt, die sich im Stechschritt hinter die Hamas stellen.
Doch Kritik an den Gesinnungsgenossen zu üben und eigene Fehler einzugestehen, wie auch über Ausrutscher der anderen hinwegzusehen, ist offenbar etwas, das rechten Machtpolitikern genauso schwer fällt wie linken Polterern.
Unter Zuhilfenahme einer cognacgetränkten Portion Empörung und der medialen Dominanz der linken Meinung lassen sich dann sehr einfach und überaus kostengünstig - um nicht zu sagen billig - Skandale kreieren, in deren Nachbeben dann jeweils das Haupt eines unangenehmen und unerwünschten Gegenspielers gefordert werden kann. Ketzerisch zu behaupten, dass sich im aufgewirbelten Staub der zwielichtige Aktionismus und die suspekten Äusserungen innerhalb der eigenen Reihen optimal verstecken lassen.
Erstaunt bin ich nun, wie sehr ich mich über das Offensichtliche ärgern mag. Als hätte ich nicht gewusst, dass Inkonsequenz und Blindheit für den bitterschwarzen Aspekt der eigenen Position die Politik genauso unterwandert hat wie die Allgemeinheit. Und als wäre es nicht offensichtlich, dass es viel bequemer ist, wenn man sich selbstgerecht im eigenen Dreck wälzen und mit dem Finger auf andere zeigen kann, als sich Tag und Jahr aufs Neue zu hinterfragen und die Vernunft an der überwältigenden Realität zu schärfen.
Ach, Medien, wie wünschte ich mir doch, ihr fühltet euch der Objektivität etwas mehr verpflichtet und liebtet diese Schmuddelspiele nicht derart!
arlesheimreloaded - Versuch, Deutschen Schweizer Politik zu erklären
weltanschauung und andere betrachtungen - An der Stilfrage gescheitert
zettels raum - Randbemerkung: Wird die Schweiz jetzt normal?
Endlich, die Linke hat dem Personenkult um Blocher - an dem sie ebenso eifrig wie unbekümmert mitgearbeitet hat - ein Ende bereitet, indem sie nämlich jegliche Politik aus den Bundesratswahlen entfernt hat und die Person Blocher in den Mittelpunkt gestellt hat.
Dies ist ein ebenso brillianter wie lächerlicher Schachzug. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich der ganz grosse Teil der Kommentare zu den Wahlen über Blocher auslässt und nicht etwa die neue Bundesrätin kritisch porträtiert. Bei jener linken schweizerischen Medienlandschaft, die sich dermassen über den Kult um Blocher aufgeregt hat und ihn jede Woche einmal auf der Titelseite hatte, grenzt das an einen Fall schwerster Amnesie. Schlichter ausgedrückt: Keiner weiss mehr, was er tut.
Die Souveränität, den Gegner ins Leere laufen zu lassen, hat auch an den Bundesratswahlen niemand bewiesen. [Offenbar labt man sich lieber an wirrer Wundenleckerei und fahrigem Jähzorn. Dass man dann blind wird für die Fehler der eigenen Leute, erstaunt nicht mehr.] Die Linken feiern verrückte Feste und zementieren damit Blochers Medienpräsenz. Die Rechten brechen in Tränenstürme aus und bauen damit das Fundament der irrigen linken Meinung, ohne Blocher in der Landesregierung würden paradiesische Zeiten anbrechen. Jedermann ist hastig damit bemüht, sich in der Realitätsflucht zu verirren und die Schaufel der Gegenseite in die Hand zu drücken, nachdem man sein eigenes Grab geschaufelt hat.
Contenance, meine Herren, wäre ich versucht zu rufen, doch wer hörte mir schon zu?
antibuerokratieteam.net - Vielleicht sollte die Bundeswehr einmarschieren?
arlesheim reloaded - Alles bleibt beim Alten
arlesheim reloaded - Blocher in der Opposition
arlesheim reloaded - Ein Basler Rücktritt für Herrn Blocher?
arlesheim reloaded - Habemus Bundesrätin
arlesheim reloaded - Neuwahlen?
b.l.o.g. - Über Sprengkandidatinnen oder: Die wunderbarste Bundespräsidentin, die Deutschland nie hatte
der verwerter - Der falsche Konservatismus der SVP Zürichs
der verwerter - Die Affäre des Kapitals mit der SVP
der verwerter - Eine Psychoanalyse der SVP
der verwerter - Wider der Volkswahl des Bundesrats
pascal witzig - Auf die Spaltung folgt der Niedergang
winkelried.info - Beginn der Opposition
winkelried.info - CVP = Landesverräter
winkelried.info - Hat Widmer-Schlumpf gelogen?
winkelried.info - Presse: Oppositionsrolle nicht erkannt
Ich bin in Tränen aufgelöst. Ob aus Freude oder aus Trauer weiss ich nicht so genau. Blocher ist jedenfalls für den Moment abgewählt, ob sich daran noch etwas ändern wird, zeigt sich im Laufe dieses scheusslich nasskalten Tages. Ich hätte mir eigentlich ein paar fette, trudelnde Schneeflocken gewünscht, doch was soll’s. Hauptsache das Mittagessen wird einigermassen lecker ausfallen.
Ach, nun denn, was geschehen wird mit dem Bundespräsident und der politischen Exponentin, der SVP, wird man dann sehen. Ob sie sich nun in der Opposition die Wunden lecken oder als Hardliner die Fronten zu Stahl werden lassen…
Ich möchte mich hier nicht in Spekulationen stürzen und fasse mich deshalb kurz:
Wir befinden uns immer noch in der Schweiz, mit einer ebenso trägen wie überraschungslosen Politik. Wird zufälligerweise dann doch einmal ein Beschluss getroffen, ist es höchstwahrscheinlich ein Kompromiss und somit etwas ganz und gar Mittiges. Nichts, das die Schweiz verändern würde. Wir schrauben höchstens an den Details herum. Wieso sollten wir uns auch gross bemühen, uns geht’s ja gut. Und solange dies so bleibt, belassen wir die Dinge, wie sie sind.
Wer mit einer Abwahl Blochers auf sachlicheres Politisieren hofft, der irrt. Politik ist immer von Interessen, Lobbys und persönlichen Überzeugungen bestimmt. Schlussendlich weiss eine trächtige Libelle genauso gut wie irgendein Politiker, was für unsere Nation das Beste ist. Schlussendlich wäre dies genau die Frage, die Parlament und Regierung beantworten sollten, aber was nicht möglich ist, kann man auch nicht forcieren.
Die Schweiz ist ein träges Schiff, die SVP bloss der Bullterrier, der wild geifernd herumrennt, die SP der Hahn, der auf dem Miststock kräht. Das Steuer haben alle ein bisschen in der Hand. Will man es etwas herumlenken, dann braucht man schon eine verdammt grosse Allianz. Das hat die SVP gestern bitter zu spüren bekommen, und die SP scheint für einmal eine Sache gut gemacht zu haben.
antibuerokratieteam - Wahlen in der Schweiz
arlesheimreloaded - Taktische Meisterleistung
der dissident - Aufspaltung der SVP
der verwerter - Kommentar zur Bundesratswahlen 2007
Einfach mal danke sagen, jemandem zeigen, dass ich ihn schätze…
Wieso schliesslich auch nicht, geschieht dies in der Blogosphäre doch viel zu wenig.
- Thanks folks, friends and family, for the support, thanks for backing me up. Ich weiss, ihr lest das nicht, aber solltet ihr doch, dann lasst euch gesagt sein, dass ich euch verdammt schätze.
- Du… Du bist Legion und es hätte eine verdammt schöne Zeit werden können. Na ja, all good things come to an end, selbst wenn sie gar nie begonnen haben. Danke trotzdem, es war schön. Merci für deine blosse Existenz.
- Keep the good shit up, Blogger. Lasst euch nicht verunsichern von irgendwelchen Leuten, die ihre klägliche Stimme gegen euch erheben. Zieht euer Ding durch und ignoriert den Rest. Thanks people, für… whatever… für meinen täglichen Stoff, wenn man’s so ausdrücken möchte. Danke, dass ihr Blogger geworden seid und eure Gedanken in die Öffentlichkeit getragen habt.
- Fin. Wer weiss, dass er meinen Dank verdient, dem sei er hiermit offiziell ausgedrückt. Yessir.
stylespion.de - Was Nettes für was Nettes - Das Weihnachtsgeschenke-Special
Erfolg…
Ein Wort, das so süss und verlockend klingt wie eine gezuckerte Zimtkrapfe.
Erfolg zu haben, bedeutet grundlegend nichts anderes als die gesteckten Ziele zu erreichen. Deckungsgleich also mit Zufriedenheit?
Nicht ganz, der Unterschied ist minim, aber doch nicht zu unterschätzen:
Hm, ich fasse einen Vorsatz, pünktlich zu Neujahr nehme ich mir vor, mit dem Rauchen aufzuhören, um jetzt mal ein so unwahres wie profanes Beispiel zu bedienen. Anfänglich kämpfe ich zwar noch mit meinem inneren Sauhund, doch irgendwann bezwinge ich ihn und drücke die letzte Zigarre im Aschenbecher aus. Ich habe mein Ziel erreicht, der Erfolg ist mein und wahrhaft, er schmeckt berauschend wie Kandiszucker, für den Moment. Denn danach kommt die Ernüchterung.
Hier verzahnen sich die gesteckten Ziele mit den erfüllten Wünschen. Zwar wurde mein Wunsch, mit dem Rauchen aufzuhören, erfüllt. Das sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob dies tatsächlich das Richtige für mich war. Vermutlich schon, für meine Gesundheit auf jeden Fall. Doch ob es meinem persönlichen Glück förderlich ist, ist ebenso schwer zu sagen, wie den K2 zu erklimmen.
Erfolg haben ist einfach, doch sich zu kennen, zu wissen, was das Richtige für einen ist, sich dementsprechend Ziele zu setzen und danach auf diese hinzuarbeiten, ist etwas fundamental anderes.
die karrierebibel - Was bedeutet Erfolg für… Sie?
Vorgestern, also samstagabends, gingen in tausenden Haushalten pünktlich um acht die Lichter aus. Ein Zeichen gegen die Klimaerwärmung war es. Pardon, sollte es werden. Strom wurde so wenig gespart, dass es in Deutschland nicht einmal zu einem Blackout kam. Ach, wie hätte ich frohlockt, wenn doch. Wie hätte ich mich an den sich verhaspelnden Fratzen der Grünen ergötzt, wenn jemandem eingefallen wäre, die Hintermänner des Stromausfalls zu befragen. Na ja, ich träume, gefragt hätte sowieso niemand. Der Ökologismus hat seine Wurzeln schon zu tief in die Mainstream-Medien gebohrt. Und welcher rechtschaffene Mann liest denn heutzutage noch jene kleinen feinen digitalen Magazine, die man gemeinhin Blogs nennt?
Nebst einem Anzeichen für die Klimahysterie war die Lichtaus!-Aktion brilliante PR für die Initianten. In welch gutem Licht nun die Boulevardblätter stehen, und erst recht die klimagipfeljettenden Umweltorganisationen, nicht zu vergessen der Linken liebstes Hippie-Kind: Google. Erst recht die Politiker, die sich gegenseitig mit Lob überschütten für einen so grossartigen wie lobenswerten Einfall. Und ganz nebenbei Wählerstimmen einsacken wie Kieselsteine. Heuchelei gemischt mit Alarmismus und Aktionismus schlägt sich äusserst positiv in den persönlichen Statistiken nieder.
Ein Lächeln würde nun mein Gesicht zieren, könnte ich die Zeitungsartikel über das geringe Interesse der Bevölkerung an jener ominös-obskuren Aktion im Wissen lesen, dass die Leute bewusst das Licht nicht ausgemacht haben. Sie haben sich nicht gewehrt gegen die Gutmenschen und Klimahysteriker, sie wollten kein Zeichen setzen gegen die Verteufelung der westlichen Lebensart und der Vergötterung konfuser algore’scher Hassprediger. Es war ihnen schlicht egal, wer da nun was macht oder lässt.
Ach, wie mir diese Selbstgerechtigkeit verhasst ist, die morgen wieder literweise aus Schlagzeilen und Leserstimmen tropfen wird. Dieser drängende Realitätsverlust, der sich mit bitterem Selbstlob und mentaler Faulheit vermischt. Ja, ich sehe sie schon vor mir, diese Leute, die stolz erklären, wie sie sich am Samstag nach linker Art für das Klima angestrengt hätten - was das auch immer heissen soll, die Erde hatte immer schon ein Klima, ein stetig schwankendes noch dazu - und zwei Sätze später stolz verkünden, dass sie sich in den diesjährigen Weihnachtsferien endlich mal einen Flug nach Marrakesch leisten können.
a south park republican - 5 Minuten gegen Global Warming
antibuerokratieteam.net - Lasst uns das Licht löschen
antibuerokratieteam.net - Licht Schlag am 8. Dezember!
blogik - Kein Licht aufgegangen
der dissident - «Licht aus!» als Dekadenzerscheinung
ex-blond - Krieg der Lichter
endl - Nichts zu sehen?
gegenstimme - Blauer Planet in grünen Fesseln — Was ist bedroht: Klima oder Freiheit?
gegenstimme - Licht aus! — Spot an!
gegenstimme - Wider Dunkeldeutschland
sajonara - Licht aus für Klimaschutz: Glückwunsch an google
tagesanzeiger - Lichter gelöscht
Springt, Lemminge, springt!
Damit sich jeder ein Bild über jenen oft diskutierten TV-Spot machen kann, der in Afrika, speziell Nigeria und Kamera, potentielle Migranten davon abhalten soll, sich auf die Reise nach Europa zu machen, publiziere ich ihn hier:
Müdigkeit schlägt ihre Wurzeln in meine Knochen, der Öko-Überdruss frisst sich langsam durch mein Gekröse, die Abscheu gegenüber der Klimahysterie und der Ökoreligion ist getränkt mit bitterem Blut und kaltem Schweiss.
Leere Zeilen, hohl. Worte, nackt und entsetzlich ehrlich. Schneegestöber in meinem Kopf, gleich einem toten Bildschirm. Dann Gedanken, zerfallen zu Asche, noch während ich sie zu Ende denke.
Nichts mehr.
Dann ein hysterisches Lachen, erklingt grässlich und tief in meinem Innern, bahnt sich seinen Weg an die Oberfläche, dort wo meine Zunge an Zähne und Lippen drängt. Ein kalter Schluck Cola. Besser mit Eis. Doch heute nicht.
Zynismus tropft grell von meiner Zunge, hängt als bitterer Tropfen an meinem Kinn, für einen Moment, dann löst er sich und klatscht auf den nassen Asphalt, vermischt sich mit Regen und ausgelaufenem Benzin. Düstere Blicke schwingen mir entgegen. Hassvoll. Entsetzt. Beinahe bin ich versucht, auf die Knie zu fallen und den Zynismus zurück in meinen Mund zu stossen. Wenn es denn ginge.
- Verkrampft krallen sich alle in Aussagen fest, die auch nur ein wenig Bissigkeit beinhalten. Mit doppelter Schärfe wird man als Zyniker verschrien, als menschenverachtendes Untier. Selten wird der Zynismus als blosses Stilmittel, das man mögen kann oder nicht, anwenden darf, aber nicht muss, beschrieben. Stets wird vom Zynismus mit einem mal subtileren, mal deutlicheren negativen Unterton gesprochen. Wieso bloss?
Nur weil man nicht in dieses ganze Blümchengetue abrutschen will und heile Welt spielen will?
Ach ja, ich vergass, den Leuten die Realität ins Gesicht zu sagen, ist scheusslich. Denn zumeist ist sie bitter. Manchmal bittersüss, aber die Bitterkeit bringt man kaum einmal aus dem Leben.