Monatsarchiv für November 2007



Über Unsitten und getötete Nerven

oder Ein kurzer Rückblick auf die Tiefpunkte der Blogosphäre und zugewucherte Pfade des Anstands und der Gelassenheit.

Die Blogosphäre könnte ein schöner Ort sein, ein lichterner, von einer kühlen, atlantischen Brise durchwehter Hort des Wissensaustausch, der Meinungsbildung und der lockeren Kontroversen und gemütlichen Diskussionen. Wären da nicht ein paar Punkte, die das Bloggerdasein hin und wieder zur Hölle machen würden:

- Selbstgerechtigkeit (Ja, gottverdammt. Eine Meinung ist nichts weiter als eine persönliche Ansicht, und nicht gleichzustellen mit der Realität. Nur weil du findest, dies sollte so oder so sein, jene Werte sollten gelten und jene Dinge seien grässlich, hast du nicht den Anspruch auf Universalgültigkeit. Werte, als aschene Blüten der Kultur, sind in keinem Fall objektiv anzusehen. Doch als solche unterliegen sie auch dem Schutz der Meinungsfreiheit und dürfen, sofern nicht hetzerisch, geäussert werden. Du fühlst dich gut, weil du alle anderen im Unrecht siehst und du der einzige bist, der weiss, wie man’s machen müsste? Das nennt man Selbstgerechtigkeit, und gerade indem du deine Haltung dervon anderen als überlegen oder gar ‘besser’ ansiehst, läufst du in Gefahr, verdammt grosse Scheisse zu stammeln.)

- Angespanntheit (Ein einzelnes Wort in einem unwichtigen Nebensatz kann eine leicht bissige Färbung aufweisen und schon hat man die halbe Blogosphäre zähnefletschend im Nacken. Ich möcht’ dir einfach sagen: Zieht den Stock aus dem Arsch und entspannt euch. Ist halt jemand nicht deiner Meinung oder meint, dich kritisieren zu müssen, was kümmert’s dich? Dir liegt an jenen Leuten eh nichts am Herzen, also kannst du dir getrost den Bullshit von der Schulter wischen und weitermachen. Warum die Aufregung, wenn ich mich gewählt drastisch ausdrücke und ein paar leichtfüssige Zeilen zu Zynismus pulverisiere? Es ist niemals persönlich gemeint, wie könnte es in den digitalen Welten, da zumindest ich kaum jemanden je in Fleisch und Blut gesehen habe. Ich kenne dich nicht, wie könnte ich dich dann angreifen? Ich stelle nur meine Meinung neben deine, und wähle diejenigen Stilmittel, die mir gefallen.)

Grässliche Unsitten das, die vor allem davon künden, das bei vielen die Nerven abscheulich blank liegen. Das ist natürlich traurig, doch Gegenwind wird mich nicht davon abhalten, das hier durchzuziehen. Koste es die Wertschätzung einzelner.

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Über den Sinn von Politischer Korrektheit im Unterricht

Ich mag es akzeptieren, dass in der Schule gegenseitiger Respekt und Anstand herrschen. Wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass ich den gesitteten, wohlgeformten Umgang schätze. Es erleichtert die tägliche Qual ein wenig, um 6 Uhr aufzustehen, Stunden mit Lernen zu verbringen, sich gravierend langweiliges Geschwätz anzuhören, genickbrechende Prüfungen zu schreiben. Generell gesehen ist der Nutzen eines guten Umgangtones recht gross, sei es beruflich oder auch privat.

[Von der Verkümmerung des Gentlemans sei an anderer Stelle die Rede.]

Doch muss es wirklich sein, Tag und Jahr die strengen, zwingenden Regeln der Political Correctness eingeprügelt zu bekommen?

Scheinbar gebiert eine freie Nation nicht unbedingt freie Ausbildungsstätten. Beinahe verspüre ich etwas wie Trauer, vielleicht möchte ich auch nur eine Rose niederlegen ans Grab der Meinungsfreiheit. Dann erinnere ich mich daran, dass es in jenem Fall

“Es geht nicht, dass Sie in einem Aufsatz nur die männliche Form verwenden. Wie kommen sie auch auf die Idee nur “Studenten” zu schreiben und nicht etwa “Studenten und Studentinnen” oder “Studierende”? Sie müssen das lernen, später im Berufsleben müssen sie dies dann auch so machen.”

gar nicht einmal um freie Meinungsäusserung geht - gut, in einem gewissen Sinne schon - sondern vorrangig darum, die eigene Sprache so anzuwenden, wie man selbst will. Ohne sich dem Diktat der Gutmenschen unterwerfen zu müssen. Ach, welch’ Tor ich doch war. Ich habe auch noch geglaubt, man könnte Politische Korrektheit befolgen oder auch nicht. Noch schlimmer: Ich war tatsächlich der Überzeugung, man könnte einem Gutmenschen begreiflich machen, dass das sprachliche Geschlecht etwas ganz anderes ist als das biologische.

Statt den Schülern Freiheit zu lehren, sie ihre eigene Meinung bilden zu lassen und ihnen klar zu machen, dass die Welt der Gedanken und Sprache ein Hort der unbegrenzten Möglichkeiten ist, ihnen die grenzenlose Schönheit des spielerischen, lockeren Umgangs zu zeigen, steckt man sie in ein Korsett, aus dem sie kaum mehr entfliehen können.
Keine schweizerische Neutralität herrscht beim Lehrkörper, sondern Voreingenommenheit und eine deutlich zum Ausdruck kommende politische Haltung. Das ist schade und ein schlechtes Zeichen für den Bildungsstandort Schweiz.




Rezension - McLinsen

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Erster Eindruck:
So, dies ist also der Online-Shop der mit Discount-Preisen etablierte Shops wie discountlens.ch, mrlens.ch und linsenmax.ch vom Thron werfen will? Eine etwas rudimentär designte Website mit rot-rosa Farbschema. Falls es nach Discount riechen soll, ist das Ziel vollkommen erreicht, ich würde jedoch für eine ‘medizinisches’ Produkt wie Kontaktlinsen ein cleaneres, dezenteres Layout empfehlen. Einem Linsenreseller muss ich vertrauen können, und das kann ich nur, wenn es etwas nach Medizin und Optikergeschäft riecht.
Die wichtigsten Infos, also Hersteller, Produkte und Konditionen sind jedoch vorbildlich auf einen Blick ersichtlich.

Blog:
McLinsen ist der erste Online-Kontaktlinsenshop mit einem eigenen Blog. Gut, über Corporate Blogging kann man geteilter Meinung sein, ebenfalls darüber, wie sinnvoll ein Corporate Blog ist, der zwar ab und an sehr gute Infos liefert, meist aber doch nur unterhaltsame, wenngleich mit dem Optikergeschäft in Zusammenhang stehende News und darüber hinaus nicht einmal in die Website integriert ist. Dafür ist der Service-Teil ausgezeichnet und bietet ausführliche Hintergrundinformationen.

Handling und Benutzerfreundlichkeit:
Das Produkt zu finden, das man sucht, ist eine spielerische Leichtigkeit, sei es per Suchmaske oder der ausführlichen Sidebar, in der die Linsen genaustens kategorisiert sind. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man weiss, welche Kontaktlinsen man benötigt, doch auch wenn man eine neue Marke ausprobieren will oder die alten etwas unangenehm zu tragen waren, findet man das gewünschte Produkt rasch, dank den vorbildlichen Kurzbeschreibungen, die teils sogar schon auf der Übersichtsseite zu finden sind und nicht erst bei der Detailansicht. Obwohl zwecks grösstmöglicher Kundezufriedenheit jedes Produkt schon auf der Übersichtsseite beschrieben sein sollte, da dies die Suche nach den geeigneten Linsen stark vereinfacht und dem Kunden vor allem eine Zeitersparnis bringt.
Positiv aufgefallen ist auch der unkomplizierte, registrierungslose Bestellvorgang.

McLinsen an sich:
Wie gross der Nutzen eines weiteren Onlineshop für Kontaktlinsen ist, hängt von den Kriterien ab, die man zur Beurteilung heranzieht. Das Angebot ist in etwa vergleichbar mit dem der drei grossen, oben bereits genannten Konkurrenten. Bei der Benutzerfreundlichkeit gibt es auch nur minimale Unterschiede. Aufgefallen ist lediglich das deutlich schlechtere Design von McLinsen. Einen starken Vorteil, den McLinsen jedoch konsequent durchziehen sollte, sind die Kurzbeschreibungen der Produkte auf der Übersichtsseite und auch bei den Suchergebnissen. In Kombination mit einem frischeren, moderneren Design könnte McLinsen somit durchaus Leader im Onlinehandel mit Kontaktlinsen werden.

Edit:
McLinsen.ch hat sich für die Weihnachtszeit einen speziellen ‘Leckerbissen’ ausgedacht. Einen Adventskalender, hinter dessen Törchen man jeden Tag ein anderes exklusives Sonderangebot findet.

mclinsen.ch - Official Website




Back To The Roots / Another Blog Is Supposed To Die Tonight

Die alte Art zu bloggen verschwindet mehr und mehr. Wurde abgelöst vom simplen Contentklauen und Schlagzeilenbloggen. Fast muss ich mir ein Gähnen unterdrücken, als mir einfällt, dass die Blogosphäre auch früher nicht gerade ein Hort der Qualität war, doch dank der schwächeren Vernetzung war man dazu gezwungen, seine Inhalte selber zu erfinden. Auch wenn manch ein Post gar übel aus den Fingern gesogen war und über der ganzen Blogosphäre ein schaler Geruch nach kaltem Zigarettengeruch und in Bier ertränkte Probleme lag.

Ich sehne mich danach, durch einen Blogpool zu schwimmen, in dem der originäre Content noch Verbreitung findet. In der man ganz einfach über einen Blogbeitrag stolpert, sich inspirieren lässt, den einen oder anderen Gedanken aufnimmt, weiterführt oder negiert. Doch so lange diese Art zu bloggen eine Rarität ist, bin ich dazu gezwungen, selbst nach dieser Vorgehensweise zu arbeiten. Inspiration finden. Gedankensplitter zusammensetzen. Die rohen Fragmente niederschreiben und in eine wohlgefällige Form bringen.

Was kann so schwer daran sein?




Ästhetik und Oberflächlichkeit

“Wenn man ein gutes Herz und eine üppige Portion Hirn hat, dann werden Äusserlichkeiten unwichtig.” - Ein Fehlschluss, dem in intellektuellen Kreisen jedoch immer noch grösste Bedeutung zugemessen wird.

Ästhetik wird gerne als zu weltlich verschrien, als Zeitverschwendung, mit der man sich als aufgeklärter Zeitgenosse doch nicht ernsthaft beschäftigen kann.

‘Ach ja?’, möchte ich jeweils erwidern. ‘Du findest also keine Freude an schönen Dingen?’

‘Doch doch’, mag er antworten. ‘Sieh’ dir nur ‘mal diesen persischen Teppich an, diese verschlungenen Muster, oder auch diese nachtschwarze, aus Granit gehauene Vase. War übrigens nicht gerade billig. Aber diese kühle Schlichtheit, verbunden mit einer stilgerechten Noblesse…’

‘Wieso läufst du dann in Lumpen gekleidet herum?’, hake ich nach.

‘Ach weisst du’, hustet er. ‘Mit solch’ oberflächlichen Menschen, die mich bloss wegen meines Äusseren schätzen, mag ich mich gar nicht erst abgeben.’

‘Aber die Vase…’, beginne ich und fahre mit meiner Hand durch die Luft.

‘Ha!’, knurrt er. ‘Du willst doch nicht ernsthaft einen Menschen mit einer Vase gleichsetzen. Weisst du, bei Gegenständlichem geht es bloss ums Äussere, es gibt ja nichts anderes. Doch Menschen sind beseelte Lebewesen, wir besitzen ein Inneres, den Kern unserer selbst, und wie kannst du sagen, du magst jemanden, wenn dieser eine abgründige Seele besitzt, ja, wenn du diesen inneren Kern gar nicht kennst?’

Ich fuhrwerke weiter mit meinen Fingern in der stickigen, von beissendem Tabakrauch erfüllten Wohnzimmerluft. Mir fällt nichts mehr ein. Recht hat er ja, die Seele, die wohlgeformte…
Ein Schluck Cognac verirrt sich in meine Kehle. Ich muss husten und ziehe gleichzeitig Worte aus meinem Schlund.
‘Deine Freundin sieht aber ziemlich gut aus, nich’?’

Er hält inne, schwenkt den Schnaps in seinem Glas hin und her, die Eiswürfel geben ein leises Klirren von sich, als sie gegeneinander stossen. Der leicht trockene Klang, als seine Fingernägel über seine Schläfenhaut schrappen, irritiert mich. Dann erscheint ein klaffender Spalt zwischen seinen Lippen, er zerbeisst ein paar Sätze, bevor er Worte, spröde und kalt wie Novemberregen, in die erdrückende Stille tropfen lässt.
‘Ach, weisst du, wenn du ihr so zusiehst, wie sie den Boulevard entlang läufst, dann’, er unterbricht sich kurz, um schnaufend Atem zu holen. ‘dann weisst du erst, was Schönheit bedeutet.’

endlosrekursion - Ach ja, die Ästhetik




Rezension - Tele2 Mobile One

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

Ein vielversprechendes neues Angebot, das Tele 2 präsentiert:

Ein Tarif in alle Netze!
Billigster Einheitstarif der Schweiz!
Gleicher Tarif für Abo und Prepaid!

Dann jedoch fragte ich mich, was ich als “Swisscom Natel easy liberty”-Benutzer davon habe, wenn Abonnenten gleich viel bezahlen wie ich. Wenig, wenn es nicht umgekehrt wäre und der Prepaid-Kunde gleich viel bezahlt wie derjenige, der ein Abo hat. Der einzige Nachteil ist, dass ich einzig für 30 Tage, nachdem ich mindestens 10 Franken Guthaben nachgeladen habe, von den tiefen Tarifen profitiere. Etwas unpraktisch für mich, da ich lieber nur alle paar Monate jeweils einen Hunderter auf mein Handy lade. Da ich im Moment zudem wenig telefoniere, dafür relativ viel SMS schreibe, hätte ich von eine Wechsel nicht allzu viel. Zwar wären es 45 Rappen pro Minute, die ich sparen könnte, aber nur wenn ich ein “Mobilnetz eines anderen Dienstanbieters” benütze. Ansonsten sind es bei der Swisscom 80 Rappen pro Anruf und Stunde, was ein klarer Vorteil gegenüber Tele 2 ist. Die fünf Rappen mehr pro SMS bei der Swisscom lassen sich auch verkraften.

Sowohl das Prepaid-, wie auch das Abo-Angebot von Tele 2 ist im Prinzip unschlagbar. Man vergleiche das “Natel pro liberty”-Angebot der Swisscom mit dem “Mobile One 12/24″-Angebot von Tele 2. Ein Grundtarif von 49 Franken, ein Minutenpreis von 30 Rappen und eine SMS für 20 Rappen stehen hier 15 Franken pro Monat, 19 Rappen pro Minute und 15 pro SMS entgegen. Auch die einfache Tarifstruktur spricht für einen Wechsel zu Tele 2.

Wären da nicht die Auslandstarife. Diese sind ebenso unübersichtlich gestaltet wie bei der Swisscom, je nach Angebot sind sie sogar teurer, manchmal aber auch nicht. Und in einer Zeit, da von internationalen Beziehungen (sei es geschäftlich oder privat) nicht länger nur gesprochen wird, sondern sie Bestandteil des Alltags sind, ist dies eine grosse Schwäche von Tele 2, wie auch von der Swisscom. Jedoch fährt man bei Auslandsgesprächen mit einem “Natel pro liberty”-Abo der Swisscom grundsätzlich besser als mit einem “Mobile One 12/24″-Abo von Tele 2, obwohl bei letzterem der Monatspreis doch einiges tiefer ist als bei ersterem.
Die zweite Schwäche des Tele 2-Angebots ist, wie bereits angedeutet, der konsequent durchgezogene Einheitstarif. Zwar ist es der tiefste, doch eben nur, solange man nicht die Tarife der Swisscom bei Anrufen ins eigene Netz anschaut.

Der Einheitstarif ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, doch ein gewisser Feinschliff am Angebot wäre nicht schlecht.

Tele 2 Mobile One - Official Homepage




Webdesign ‘08

Gutes Design ist eine Geschmacksfrage, vom subjektiven Empfinden des Einzelnen abhängig.

Deshalb werden nächstes Jahr nicht weniger mit Gifs verschmutzte, von grellen Farben entstellte und mit dutzenden Extras gefütterte Websites ihre Wurzeln in die Blogosphäre schlagen als in der Vergangenheit.

Doch, um einmal in die Utopie abzuschweifen, was wäre dann wünschenswert?

Um gutes Design erschaffen zu können, ist es zwingend, dass man einsieht, was ein Blog überhaupt ist:
Eine technische Lösung, um grossartige Inhalte ins Netz zu stellen und diese mit einer Grundstruktur miteinander zu verknüpfen. Schlechten Content kann auch das beste Design nicht mehr retten, deshalb ist es nötig, dass man erkennt, ob man als Blogger geeignet ist oder nicht.
Danach kann man als Layouten gehen, und zwar mit dem Grundsatz im Hinterkopf, dass das Design den Inhalt unterstützen muss und diesen nicht erschlägt.
Finger weg also von mehr als drei Farben pro Website (exklusive schwarz und weiss natürlich, Grautöne sieht man übrigens deutlich zu wenig) und flackernden Grafiken. Sich bewegende Elemente sind mit äusserster Vorsicht einzusetzen, da sie zwar Blicke auf sich ziehen, meist aber geradezu beschissen aussehen und zudem vom Content ablenken.
Gefährlich ist auch die Verlockung, die von der zukünftig einfacheren Einbindung von speziellen Schriftarten ausgeht. Hier greift man grundsätzlich zu nicht mehr als einer, vorzugsweise einer serifenlose, eher sterilen wie z.B. Futura oder Avenir. Auch Fontgrösse und andere Formatierungen sollten mit Bedacht eingesetzt werden, der zu leichtfüssige Einsatz führt schnell einmal zu unübersichtlichen, unordentlichen Sites.
Der Detailreichtum vieler Blogs ist ebenfalls ein zunehmendes Problem. Technische Spielereien und Extras mögen ja durchaus ihren Nutzen haben, doch einzig, wenn man sie spärlich verwendet, verbessern sie wirklich die Qualität des Blogs. Gezielt eingesetzte Zierelemente können eine Website jedoch durchaus schöner machen, sofern man ein Designtalent besitzt.
Die Verschmelzung von Blog und Standardwebsite wird grundsätzlich zu wenig vorangetrieben, doch gerade hier lägen ungeahnte Möglichkeiten, insbesondere zur besseren Strukturierung von Inhalten und dem differenzierteren Anbieten von letzteren. Eine vorangestellte Splashpage, auf der die verschiedenen Themenbereiche des Blogs aufgesplittet präsentiert werden und Zusatzinformationen zum Blog zu finden sind, wäre eine Möglichkeit.
Obwohl Blogs Teil des Social Networking sind, können geneigte Leser doch relativ wenig zum Blog beisteuern, bisher einzig durch Kommentare. Könnte man seine Reader besser einbinden, könnte man auch deren Potenzial für sich nutzen.

Doch am wahrscheinlichsten ist, dass sich die Blogosphäre designmässig kaum verändert. Es wird zwar marginale Verbesserungen geben, doch die werden kaum von der breiten Bloggerschaft getragen werden.

der korsti bloggt - Blog-Parade: Webdesign Trends 2008




7 Todsünden des Bloggens

wirr, ungeordnet, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit und doch als mahnendes Hüsteln zu verstehen ~

; Sich als Schlagzeilenblogger bloss an die Topshots zu heften und nichts weiter zu tun, als seine Finger im Pool der heissen, sich in einem halben Tag über die ganze Blogosphäre verbreitenden Themen zu verbrennen.

; Dem Leser den fehlerhaften Gebrauch der eigenen Sprache nachzuwerfen, als sei’s die Pestilenz.

; Selbstgerechte Attitüden.

; Intime Details aus seinem Leben zu enthüllen und im gleichen Atemzug Hasstiraden abzusondern und um Mitleid zu buhlen.

; Ein eklatanter Mangel an jenem guten Zug zu besitzen, den ich Kenntnis der Sachlage zu nennen pflege.

; Verbissen eine bestimmte Postinfrequenz durchpeitschen, ohne sich schlechte Tage, Ideenlosigkeit und einen sauren Magen eingestehen zu können.

; Dem Irrtum unterliegen, man sei abhängig von Lesern, Kommentatoren und Trafficzahlen.

sympatexter - Die 7 Todsünden coolen Bloggens




Unbekannt, roh, genial

The Digital Cuttlefish
Poesie, die sich mit naturalistischem Atheismus vermischt. Die Kunst, aus mageren Worten üppige Geschichten zu kreieren, mit einer Handvoll Lettern die Essenz eines Momentes so greifbar zu machen wie ein Preiselbeermuffin, verbunden mit harschem Rationalismus, dessen Bissigkeit selbst Wolfram schneiden würde.

everything’s gone green
Augenblicke, eingefangen in klamme Ehrlichkeit. Roh. Direkt. Und dem Leser mit beängstigender Ehrlichkeit ins Hirn geträufelt. Das Bewusstsein, das vor der Wirklichkeit zu fliehen versucht, am Hemdskragen gepackt ins Leben zurück geworfen. Düster. Zwielichtig. Worte wie Lachsbrötchen.

Von Kopf bis Fuss
Mit Worten zu spielen, graziös, lasziv, atemberaubend. Wenn sich die Faust um die Gedanken schliesst und unbarmherzig zudrückt, wenn Herzblut auf pervertierte Worte trifft und ein Blog entsteht, das so überraschend wie lecker ist.

upload - Neues Blogprojekt: “3 tolle Blogs, die kaum jemand kennt”




Weihnachten: Eine kritische, da frühe Replik

Kein verschneiter Novembermorgen, schade, und gleichzeitig auch gut so. Ich mag den Schnee, wenn er in der Frühe fällt und alles mit seinem samtkalten Kuss erstickt, doch wenn er am Mittag dann matschig auf den Strassen liegt und mir in Rinnsalen vom Schädel fliesst, dann wünsch’ ich ihn regelmässig nach Sibirien.

Jedenfalls bin ich um diese Jahreszeit noch einigermassen nüchtern - später, wenn es gegen Heilig Abend zu geht, bin ich trunken vom allgemeinen Weihnachtstummel und dem Geschenksuchfieber - so dass ich ohne allzu zittrige Hände und mit schneidendem Verstand mich dem alljährlich wiederkehrenden Weihnachtsfest annehmen kann.

Eine gottlose Zeit, diese paar Tage über Weihnachten, begleitet vom Rausch von Familienfesten, Geschenken, frisch gepresstem Geld und Braten, der im eigenen Saft schmort und des Verspeisens harrt. Tage, die einzig dasein, um sie mit Genüssen anzufüllen, Lebenslust und Freudendinge in sich hinein zu stopfen, bis man sich derart voll und drall fühlt, dass man am liebsten nur noch weg möchte. Diese erdrückende Üppigkeit hinter sich lassen. Nie mehr, bloss noch vergessen, was war. Dann doch jedes Jahr wieder, Vorfreude. Keine kindliche, aber doch das Zucken in den Fingern, wenn sich der Abend den Geschenken nähert.

Zeit füllen, um der Realität zu vergessen. Sich versenken in seligem Wein. Die Gedanken darin ertränken, um ihr Röcheln am nächsten Morgen immer noch zu vernehmen. Stunden zupflastern mit Sackgassen, Dinge, die man schon lange hatte tun wollen, schöne Dinge, überaus sogar. Am Schluss entdecken, dass alles nur Trug war, um die Wahrheit auszusperren. Ein Fest, die Sinne zu betäuben, indem man ihnen die Ruhe nimmt. Brennende, düstere Stille, die unter der Schädeldecke einst herrschte nun ersetzt durch lüsterne Realitätsverweigerung.

Den Alltag für einmal vergessen, für Sekunden. Er kehrt zurück.

feel-better-blog - Blogparade Weihnachten - was bedeutet Weihnachten für Dich?