Monatsarchiv für September 2007



Rezension - voucherNet.ch

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

voucherNet.ch ist die perfekte Lösung für einkaufsunwillige Geschenkesucher wie mich. Eine Woche vor Heilig Abend immer noch keine Geschenke und keine Lust, sich in meilenlangen Schlangen die Füsse in den Boden zu stehen? Ein Kollege hat Geburtstag und dir wird es langsam überdrüssig, ihm jedes Jahr eine Flasche Single Malt zu schenken?
Dann reicht eine Handvoll Klicks und ein paar Tage später landet ein frisch gedruckter Gutschein von einem der über siebzig Partner von voucherNet.ch in deinem Briefkasten.

So weit die Theorie, doch wie sieht’s mit der Praxis aus?

Design:
Übersichtlichkeit, das scheint das zentrale Kriterium bei der Gestaltung der Website gewesen zu sein. So erreicht voucherNet.ch eine ziemlich hohe Usability. Das Design hält sich angenehm im Hintergrund, nur die rechte Sidebar wirkt etwas gar rot. Und die daneben geschaltete Werbung zieht ein paar Punkte bei meinem Vertrauen ab. Warum bloss muss ein Unternehmen mit seinem Internetauftritt auch noch mit Werbung ein paar Scheine verdienen? Sollten nicht die normalen Einnahmen durch den Gutscheinverkauf reichen? Fragen, die unbeantwortet bleiben, und so hangle ich weiter am Interface entlang.

Backstage:
Hinter voucherNet.ch stehen Severin Brunner und Marcel Cambon. Soweit so transparent.
Des weiteren finden sich ein paar Informationen zu der Geschäftsidee, dem voucher-Team und den Zukunfstaussichten. Ein paar Medienberichte sind ebenfalls aufgeschaltet. Meinungen von Kunden und Partner sind noch nicht vorhanden. Das trübt den Eindruck etwas, da ich kaum Begeisterung für ein angekündigtes aber noch nicht eingebautes Feature empfinde. Besser weglassen und später hinzufügen, würde ich da sagen.
voucherNet.ch kommt ganz modern daher, mit einem vierteljährlich upgedateten Blog, einem praktisch unbenützten Forum und einer Galerie. Wieso ein Dienstleistungsbetriebe eine Galerie und ein Forum braucht, ist mir zwar nicht klar, aber stören tut’s keinswegs. Wenngleich ich schlanke, minimalistische Webauftritte bevorzuge. Sich auf das Wesentliche so konzentrieren, wäre meine Empfehlung.

Einkaufen:

Als nächstes möchte ich eine Testbestellung tätigen: Ich würde einer Kollegin gerne einen Restaurantgutschein zukommen lassen, vorzugsweise im Raum Fribourg. So im Wert von 100 Franken.
So klicke ich dann in der linken Sidebar auf den Menüpunkt Hotel & Restaurant. Hm, da wären Ketten die Papa Joe’s und Mc Donald’s. Das bekannte Lake Side. Viele Zürcher Locations. Ein Pizzakurier. Doch kein Restaurant, das auch nur annähernd im Raum Fribourg zu finden wäre und - seien wir doch mal ehrlich - jemanden in einen Fastfoodschuppen einzuladen, wirkt etwas billig. Dann halt ab ins Lake Side nach Zürich.
Ein paar Bilder sind angehängt an die Beschreibung des Lake Sides. Sieht gut aus. Klingt gut. Bloss: Wenn man die Bilder öffnet, schrumpft das Firefox-Fenster zusammen. Ziemlich unnötig und sehr störend, wenn man eh schon wenig Zeit hat. Dann ab mit dem Gutschein in den Warenkorb. Doch bestellen kann man nur, wenn man registriert ist.
Also melde ich mich gleich mal testweise an. Die Registeriung dauert blosse zwei Schritte und ist schnell erledigt. Ohne zeitraubenden Registrationsprozess, bei dem mehrere Bestätigungsmails angefordert werden müssen, bevor der Account freigeschaltet wird.
Sehr positiv ist, dass der Gutschein per Rechnung bezahlt werden kann. Nur mit Rechnung. Wer Kreditkarten bevorzugt oder PayPal, hat bei voucherNet.ch das Nachsehen. Überzeugend ist auch, dass der Gutschein direkt an den zu Beschenkenden geschickt werden kann. Ihm eine persönliche Nachricht mitzusenden ist jedoch nicht möglich. So muss man sich den Gutschein wohl oder übel nach Hause schicken lassen.
Das machen wir jedoch nicht, sondern leen stattdessen die AGBs. Dort stehen die gewöhnlichen Datenschutzverpflichtungen. Zudem wird angekündigt, dass in naher Zukunft auch die Bezahlung per Kreditkarte möglich sein wird. Wann genau, ist unklar.

Danach surfe ich noch etwas und muss feststellen, dass 74 Partner zwar nach viel klingt, jedoch praktisch nichts ist. Die Auswahl ist viel zu klein, um tatsächlich eine Alternative zu den Weihnachtseinkäufen darzustellen. Doch voucherNet.ch ist noch jung und besitzt Potenzial. Ob dieses ausgeschöpft werden wird, zeigt die Zukunft. Ich sehe der selbigen jedoch zuversichtlich ins Auge. Besonders, was voucherNet.ch angeht. Obwohl noch viel Arbeit vor Severin und Marcel liegt.

Ich persönlich wäre auf jeden Fall überaus froh, wenn sich voucherNet.ch etablieren würde.

Denn:

In den letzten 5 Minuten vor dem Essen, der Party oder dem Candlelight-Dinner ein Geschenk organisieren? Kein Problem. voucherNet.ch soll Sie auf der Suche nach einem passenden Gutschein für Ihre Freunde und Bekannte inspirieren. Einige unserer Partner bieten elektronische Gutscheine (E-Gutschein) an, welche innerhalb von Sekunden im E-Mail Postfach Ihrer Wahl sind. Einfacher und schneller geht es nicht.

voucherNet.ch - Anleitung
voucherNet.ch - Homepage
voucherNet.ch - Medienmitteilung
voucherNet.ch - Über uns




Wenn die Demokratisierung des Webs selbiges bedroht

Alle möglichen Leute schreiben ins Web. Jeder kann sich zu jedem Thema äussern, wenn er denn die Lust dazu hat, und Zugang zum Internet natürlich. Streift man dann so durchs Web, genauer gesagt durch die Blogosphäre, dann liest man, was einem gerade ins Auge springt und was man gerade möchte.
Man kann sich dabei über Posts aufregen, doch damit wird nur eine Abwehr- und Verteidigungshaltung provoziert - kennen wir ja alle aus der Psychologie. Besser ist es, wenn man gute Taten lobt, in unserem Fall gute Gedanken aufgreift, weiterführt und die message spreadet.

Doch gibt es auch Leute, die kommen mit dieser Freiheit, die das Web bietet, nicht zurecht. Sie möchten eine Zensurbehörde, die Gutes vom Schlechten trennt. Anders ausgedrückt, was ins eigene Weltbild passt und man ganz subjektiv als gut einstuft, das darf ins Netz, der Rest muss draussen bleiben.
Mutet etwas absolutistisch an? Als würden regimekritische Meinungen gefiltert? Kann sein, doch ganz so weit reichen dann die Gedanken, die ein gewisser Andrew Keen verbreitet doch nicht.

Nur: Darf man dagegen sein, wenn sich ein Medium demokratisiert? Wenn auch im Web, der Blogosphäre der freie Markt zum Zuge kommt und sich Angebot und Nachfrage gegenseitig steuern und beeinflussen? Wenn keine höhere Instanz über Sinn und Wert eines Produkts oder einer Dienstlesitung bestimmt, sondern das Volk?

Wieso Kreativität untergehen sollte, wenn sich Gedanken, Ideen frei verbreiten dürfen? Wenn sie vernetzt werden, geändert, aufgenommen oder abgelehnt? Ich würde meinen, erst durch den Gedankenaustausch kann sich individuelle, persönliche Kreativität ganz entfalten und zu etwas Grösserem formen. Und wo ist der Meinungsaustausch vitaler als im Web?

Regulierungswut ist mir ein Graus, doch Mr. Keens Artikel erscheint mir bloss absurd. Wie es jegliche Diskussionen tun, die sich nur darum drehen, wie viel Wert denn dieses oder jenes hat.

Finden wir uns damit ab: Das Web ist einfach. Es hat gute und schlechte Seiten. Doch was gut ist und was schlecht, das entscheidet jeder für sich.

andrew keen - Die Revolution ertränkt ihre Kinder
arlesheim reloaded - Blogs sind der Untergang der Kreativität
blogdenunzianten - Gedanken über Webkulturpessimismus
wortgefecht - Web 2.0 = Kollektivismus?




Das Leben, das man leben will

| Our world is made of ants, lots of ants, but not just any ants, ants with a brain that works, and every ant has his own kind of personality and way of thinking. But only problem is that culture is shaping the ants to what the it wants us to be.People don’t think anymore, they are stuck in their own bubble. Get money, buy stuff, party and just live life but they wont think further, why the hell are you here? Is working in a grocery shop is the way you want to spend your life? your few years to live? Culture has caught us and determined us how we’re supposed to be, and you can’t ignore it, but you have to stop it from be your life. Invent yourself a way of life, your own, don’t let others to distract you and to keep you in a some kind of blockness from what you can really be. Will i live according to what scociety described me? working in some Hi-Tech factory? is this what as an ant living in a world supposed to do? Maybe yes but you always have a choice to make, you can always go after what you really want. Go after it and never let go, stick to your mind and never let someone else to shape you. Always but always think further, further from what you think now.

ariel’s groove - First Philosophy Question: What Is Life?|

Ist es das, was ich will? Ein Leben als gutbezahlter Manager. Eine sehr stressige Woche. Konferenzen. Sechs Tage, dann vierundzwanzig Stunden Wochenende. Die Sommerferien im Burj Al Arab in Dubai. Ein ausgedehntes Privatleben, das sich zwar nur in der Nacht abspielt, aber immerhin. Vielleicht irgendwann mal Kinder. Auf der Guestlist zu stehen. Prestigeträchtige Events. Lachsbrötchen zum Frühstück, kolumbianischer Kaffee dazu.

Tönt sehr verlockend. Auf alle Fälle besser als das Leben eine Fabrikarbeiters zu leben.

Was könnte man sich auch mehr wünschen? Karriere. Familie. Geld. Kontakte. Liebschaften. Yachten. Eine Breitling. Geborgenheit. Freiheit. Alles da.

Doch kann das alles sein? Im Ende verreckt man ja dann trotzdem. Nichts bleibt übrig, ausser Staub. Sinnlos also, etwas zu tun, das nicht unmittelbar oder manchmal auch mittelfristig die eigenen Bedürfnisse befriedigt.




Minarette und veraltete Bundesverfassungspräambeln, mit Chilischoten

| Und dann geht die Diskussion los. Für und Wider Minarette, die Islamisten, das Kopftuch in den Schulen und das Kreuz an der Wand und wie hoch denn so ein Minarett sein dürfe und ob man es zulassen könne, dass es einen Kirchturm überrage und überhaupt der Untergang des Abendlandes und das Miteinander der Kulturen sowie, nicht zu vergessen, die Integration von Menschen mit Emigrationshintergrund.

Oh Gott - wie kann man sich eigentlich als Säkularisierter einen solchen Diskussion entziehen? Was soll man sagen, wenn man grundsätzlich gegen den zu Turm und Minarett gewordenen Machtanspruch aller Religionen ist?

arlesheim reloaded - Nieder mit den Minaretten|

|
Man sollte die Präambel unserer Bundesverfassung («Im Namen Gottes des Allmächtigen! Das Schweizervolk und die Kantone, in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung…») ändern in: «Im Namen des Humanismus! Das Schweizervolk und die Kantone, in der Verantwortung gegenüber der Evolution…», dies zur Verhinderung unnötiger Konflikte.

Religion ist und bleibt Privatsache. In letzter Zeit wurden aber politische Entscheide durch diese Privatsache ungünstig beeinflusst. Alleine zur Gentechnik hatten wir drei Volksabstimmungen. Einmal mit bösem Ausgang, einem Moratorium als Strafe. Unterschwellig ging es um die Schöpfung aus der Präambel. Oft wurde mir vorwurfsvoll erzählt, Gentechnologen griffen in die Schöpfung ein.

Nun frage ich mich: Darf sich ein Staat von biblischen Vorgaben leiten lassen, deren Wahrheitsgehalt nie überprüft werden kann? Oder andersherum gefragt, soll ein Staat wissenschaftliche Erkenntnis negieren und einer religiösen Minderheit derart viel Platz in der Präambel verschaffen? Eine Verfassung sollte mehrheitsfähig sein. Die Schweizerinnen und Schweizer glauben aber gar nicht mehr an das Sechs-Tage-Modell der Schöpfung. Dies hindert die Religionsvertreter allerdings nicht, uns den siebten Tag inklusive seiner restriktiven Ladenschlusszeiten weiterhin als religiöse Züchtigung aufzuzwängen.

Der evolutionäre Humanismus böte Ersatz für die Religion als Grundlage in der Verfassung. Schliesslich verdanken wir ihm Errungenschaften wie die Menschenrechte, die Freiheit der Meinungsäusserung, die Gewaltenteilung, die alle mühsam den Religionen abgekämpft werden mussten.

beda m. stadler - Für eine neue Präambel|

Beda kann ich voll und ganz zustimmen, doch dass sich der Glaube aus der Politik jemals raushalten wird, ist nicht zu erwarten. Wie denn auch, wenn es immer Gläubige und Sektierer geben wird? Sobald jemand von einem religiösen oder esoterischen Weltbild überzeugt ist, durchzieht dieses sein ganzes Leben. Was dazu führt, dass er z.B. Gentechnik oder Schwule als Sünde empfindet, als etwas, das mit Stumpf und Stiel auszurotten ist. Ab jenem Zeitpunkt hat dann auch die Aufklärung keinen Einfluss mehr auf die Argumentation oder gar das Agieren des Gläubigen.
So wird das Leben, und mit ihm die Politik, immer bestimmt sein von irgendwelchen Weltbildern und Dogmas, wie lächerlich und unwahrscheinlich diese auch sein mögen.
Der Glaube ist immer stärker als die Vernunft. Dies zu vernachlässigen, wäre das Schlimmste, das ein Sakulärisierter, ein Liberaler oder ein Wissenschaftler tun könnte.




Blogblues - Opinio communis III

| Ich persönlich allerdings: Ich fühle da gar nichts. Kein Blogblues. Keine Herbstdepressionen. Muss wohl am Glühwein liegen. Aber mir fällt auf, dass -vor allem in Deutschland?- es ein grosses Bedürfnis gibt und wohl auch gab, diese Bloggerei irgendwie in einem “grösseren Zusammenhang” zu sehen. Dieses Geschreibsel gelangweilter Büroangestellter zu überhöhen. Ihm eine tiefere, kulturelle Bedeutung abzuringen, nein anzudichten. Diesem ganzen banalen Blogdingsbums quasi eine Bedeutung und einen Wert anzudichten, den es nun mal schlicht nicht hat.

swiss metablog - Ich und mein Blogblues|

| Aber was ist das für ein seltsamer Grabenkampf? Eigenwilligkeit gegen Mainstream? Da setzt doch jeder die Kriterien anders an. A-List gegen Long Tail? Definitiv nein, die A-List ist unter sich schon nicht gerade eine homogene Harmoniehütte. Erzählen gegen linken? Beides gab es doch von Anfang an und existierte lange Zeit friedlich nebeneinander her. Warum gerade jetzt diese Angekotztheit? Etwa immer noch die Sache mit dem Kommerz?
Das wurde irgendwann unsexy, hat Praschl gesagt. Irgendwann, das heißt wohl ungefähr jetzt. Ist das so, daß Blogs das gleiche Schicksal bevorsteht wie Moonwashed Jeans und dem Zeppelin und dem Dodo? Das nächste große Ding, dann peinlich, dann irgendwann ausgestorben und halbvergessen und vielleicht als Retroschick wiederbelebt? Maingold ist es ja richtiggehend peinlich, als Blogger tituliert zu werden. Weil Bloggen unhip ist? Spießig? Langweilig? Schon wieder so viele Fragezeichen.
Und wie ich mich auch immer weiter zu besinnen versuche, mehr kommt im Moment nicht dabei rum. Verlassen wir den Seitenpfad, zurück zum Thema.

reisenotizen aus der realität - blogherbstmonolog|




Dunkelgraue Zukunftsaussichten

Wie sehen die Menschen Ihre Welt?
Wo werden wir in 10 Jahren sein?
Was wird aus dieser Welt wenn wir nicht mehr da sind?

Ich hab doch ‘ne Scheissahnung davon, frag’ lieber ‘nen Futurologen.

Doch da sich mir anlässlich Tapedecks Blogparade “Eure Sicht der Welt” mal wieder die Gelegenheit bietet, Kritik an Naturverherrlichern und Cholerikern zu üben, äussere ich mich halt auch zu diesem einen Thema, das ich zwar so verdammt gerne mag, bei dem Objektivität jedoch kaum möglich ist: Unserer Zukunft.

Nein, Leute, ich spreche hier nicht von einer gemeinsamen Zukunft mit einer hübschen Lady, die das hier vielleicht gerade liest - obwohl, mal wieder die eine oder andere Beziehung täte meinem Verstand und meinen nackten Nerven auch ganz gut - sondern von Möglichkeiten und Chancen der menschlcihen Zivilisation.

Doch beginnen wir vorne: Wie ich die Welt sehe?
Recht pragmatisch, dünkt mich. Menschen bauen Scheisse, das ist einfach so. Manchmal verdammt grosse Scheisse. Das hinderte den homo sapiens aber auch nicht daran, Jahrtausende der Hungersnöte und blutigster Kriege zu überstehen. Irgendwie geht’s immer weiter. Das Paradies auf Erden ist zwar nicht möglich, aber wir sind heutzutage doch schon ein kleines Stückchen näher dran als noch vor dreissig Jahren.

In 10 Jahren werden wir die heutigen Probleme wohl noch nicht restlos geschluckt haben, aber ein paar Konflikte dürften sich doch abgeschwächt haben. Ich wage gar zu schätzen, dass sich der Islamismus dann bereits mit einem Bein im Grab befindet. Seine Todesschmerzen werden zwar entsetzlich sein, was wir auch zu spüren bekommen, aber ein Edne wird absehbar sein. Und wenn auch die politische wie wirtschaftliche Lage leicht anders aussehen wird, werden die meisten Leute weiterhin so sehr von ihrem Daily Struggle in Beschlag genommen werden, dass alles, was über die Kommunalebende hinausgeht, ein fernes Lichtchen am Horizont darstellen wird.

Wenn die Menschheit einmal verreckt ist, dann wird es mit der Erde so weitergehen wie bisher. Intelligente Säuger vergewaltigen einander. Kleine Bodenbewohner führen den totalen Krieg. Kerbtiere löschen ganze Staaten aus. Arten vergehen, machen Platz für neue, die erst aufgrund von Extremereignissen, die den Tod tausender Arten bedeuten, ihren Siegeszug antreten können. Die Brutalität der Natur wird erst eine Ende nehmen, wenn die letzten atomaren Verbindungen zerfallen und nichts als ewige, schwarze Kälte übrig bleibt.

Doch bis mein Hirn jegliche Aktivität aufgegeben hat, möchte ich doch gerne ein so schönes Leben führen wie möglich, ohne dabei allzu asozial durch jedwelche Wandelhallen hasten zu müssen. Und nun möchte ich nichts mehr hören von irgendwelchen Dystopien oder Weltuntergansszenarien. Ich hab schon genug Schiss, dass jemand, den ich kenne, sterben könnte. Hören zu müssen, dass dies tagtäglich jemandem passiert, würde ich nicht ertragen.

fearblog - Blogparade: Eure Sicht der Welt




Ausser Wahlkampf von Politik nicht viel zu sehen

Am 21. Oktober diesen Jahres sind in der Schweiz wieder Parlamentswahlen, National- und Ständeräte befinden sich seit einigen Wochen schon im Wahlkampf. Ein jeder will wiedergewählt werden, andere wollen den Sprung in einen der beiden Räte schaffen, manche haben bereits etliche Versuche hinter sich, andere stehen mit zittrigen Fingern vor ihrem ersten Mal.

Wahlen haben für mich immer etwas positives an sich, an ihnen erkennt man, dass wir hier in einer Demokratie leben und sich doch nicht allzu wenig Leute für die Politik oder zumindest eine Partei engagieren. Zudem hoffe ich immer auf frisches, unverbrauchtes Blut. Es gibt Zeiten, da zweifle ich daran, ob Jungpolitiker für das Parlament überhaupt geeignet sind. Dann frage ich mich immer, ob sich eher Junge oder eher Alte von Dogmasleiten lassen.
Doch wahrscheinlich sind es beide. Die Veteranen, weil sie verbittert und enttäuscht in die Welt schauen und Zuflucht in einer Ideologie suchen, die ihnen zudem eine Schlachtplatte möglicher Gegner auf den Tisch stellt. Die Frischlinge, weil ihr Blut noch kocht und sie sich mit vollem Elan in die Politik stürzen, mit starken Überzeugungen und mächtigen Feindesbildern in der Rückhand.

Man kann wohl sagen, ich sei kein Freund von Parteien, umso positiver empfinde ich das Mehrparteiensystem in unserer Regierung. Kompromisse lösen zwar die meisten Probleme nicht, doch läuft man so nicht Gefahr, dass in der nächsten Regierungsperiode - wenn die Regierunsgpartei und die Opposition die Plätze getauscht haben - alle beschlossenen Entscheide und angefangenen Projekte auf den Müll geworfen werden.

Doch dieses Jahr setzt der Schweizer Politk der Wahlkampf erstaunlich stark zu. Kein Wunder, scheinen sich doch in vielen westeuropäischen Staaten die Fronten zwischen Rechts und Links, liberal und konservativ zu verhärten, aber trotzdem überraschend.

Nun, da sich die Parteien Vorwürfe um die Ohren hauen und man sich gerne an einen hässlichen illegalen Hundekampf erinnert fühlt, dreht sich die ganze Schweizer Politik nur noch um Schäfchen-Plakate, GPK-Berichte, angebliche Geheimpläne und Faschismusbeschuldigungen.

In mir macht sich allmählich eine bittere Politkverdrossenheit breit. Schlage ich die Zeitung auf, dann amüsiere ich mich lieber über Vakuum-Bomben und schaue mir unscharfe Fotos von hübschen Starlets an. Selten habe ich Lust, den vierzehnten Artikel über ein Komplott gegen die SVP zu lesen oder die Fratzen irgendwelcher Scheinexperten anzustarren, die mir weismachen wollen, dieser oder jenes sei dies oder das, aber vor allem brandgefährlich.

Ich rechne es allen hoch an, die sich trotzdem mit der Poltik beschäftigen - auch bei mir versiegt das Interesse nie ganz, sondern vollführt aberwitzige Sprünge und Stürze - jedoch kann ich alle bestens verstehen, die genug haben von der Politik und abends lieber an einem Bier nuckeln und Funblogs angucken, als über dieses Vorhaben eines Poltiker oder jenes gesellschaftliche Problem Gedanken zu machen.

bisside liberale - Ethik und “Politikverdrossenheit”
das farliblog - Politischer Blog-Karneval: Bequemlichkeit oder Resignation - Woher kommt die Politikverdrossenheit in Deutschland?
ordnungspolitischer blog - Was gegen Politikverdrossenheit hilft
unterneuntupfig - Politikverdrossenheit : unser Beitrag zum Politik-Blogkarneval
wikipedia.de - Politkverdrossenheit




Heutiger Mainstream war gestern roher Underground

Stets waren es die Individualisten, die Ideen zum Durchbruch verhalfen. Bloss jene, die im Dreck liegen, den Schmutz und das Elend kennen (Sei dies nun ein eklatanter Mangel an Geld, unglückliches Verliebtsein oder das Schuften in einem Schlachthof), zeigen diese düstere Mischung aus Wut, Kreativität und kochender Entschlossenheit, die sie dazu veranlassen, ihr Leben so vollkommen in ihre eigenen Hände zu nehmen, dass sie zwischen Traum und Albtraum in ihrer eigenen Egozentrik verrecken.

Oder aber die eine Idee lässt ein paar Zahnräder losrattern, die so tief in der Maschinerie der freien Marktwirtschaft sitzen, dass sie schliesslich den kommerziellen Durchbruch schafft, sich tief in den Alltag frisst, zum neuen Mainstream wird und schliesslich als selbstverständlich betrachtet wird.

Doch da Veränderung immer Angst macht und sich viele am Momentanen festklammern, wird die ehemals so geniale wie revolutionäre Idee zum Hindernis für neue Ideen. Der Mainstream, der aus dem Wandel entstanden ist, wird zum Hemmnis für neue Entwicklungen.

Anders ist es auch in der Blogosphäre nicht.

Aber da Fortschritt zwingend nötig ist, gilt es heute mehr denn je, die kleinen Weblogs im Auge zu behalten, die keine kommerziellen oder ideologischen Schranken vor sich sehen, sondern schlicht und einfach das tun, was sie am besten können und am liebsten machen. Und aus irgendeinem dieser rohen, unbeholfenen Posts wird die Zukunft gebaut werden. Mit Schweiss, Blut und Leidenschaft.




Richard Dawkins - Der Gotteswahn

Erstaunlich, dass gerade die Publikation eines Wissenschaftlers so stark kritisiert wird.
Doch ich bin froh, dass sich endlich jemand für die Wissenschaft einsetzt. Sehr sogar. Doch wenn ich dann solche Zeilen lesen, dann wird mir speiübel:

| Oh je, da versucht also wieder mal einer, einen Gegensatz zwischen Vernunft und Glaube zu postulieren. Aber da hat wieder mal einer nichts begriffen - die Welt und der Mensch sind nun mal nicht polar. Nun, ich habe das Buch nicht gelesen - doch Missionare - welchen Glaubens, Überzeugung oder Ideologie immer sie sind, kippen zu oft ins Extreme.

side effects - Religion ist eine Geisteskrankheit|

| Unter der vordergründig biologisch-naturwissenschaftlichen Oberfläche verbirgt sich mehr als bloßer Religionsfrust. Dawkins geht soweit, den Gott Israels mit Worten anzugreifen wie:
[...]
Solche Äußerungen können wir nur als eines bezeichnen: antisemitisch!

pi - Das Gott-Virus|

Wenigstens stimmt die Rezension, auf die sich beide Kommentare beziehen, einen durchaus lobenden Tonfall an:

| Und doch liegt hierin, in seiner Schärfe, seiner Unbescheidenheit, seiner Kompromisslosigkeit, in seinem Mut, mit offenem Visier zu attackieren, auch Dawkins ganze Stärke. Ein Beispiel ist sein Argument, Gott sei eine wissenschaftliche Hypothese wie jede andere auch. Die politisch korrekte Meinung dazu ist ja, dass Gott und Wissenschaft zwei verschiedene Welten sind, die parallel eine friedliche Koexistenz führen können. Gott lässt sich weder beweisen noch widerlegen, also hat Religion mit Wissenschaft nichts zu tun. So denken viele. Rein logisch betrachtet liegen sie damit auch richtig.

tagesspiegel - Das Gottesvirus|

Die Wissenschaften haben einen bissigen Verteidiger so nötig wie im tiefsten Mittelalter. Denn zu viele Kreatürchen vermischen noch feucht-fröhlich Religion und Glaube mit Politik und Wissenschaft. Glaube ist gut und recht, wenn er im stillen Kämmerchen betrieben wird. Doch wenn jemand das Gefühl hat, mit Esoterik und Hokuspokus die Öffentlichkeit zu belästigen, dann liegt dieser fundamental falsch. Aus irgendwelchen Ideotien kann man nun wirklich keine Zukunft bauen.




Konkrete Ansprüche des Lesers und des Bloggers an den Blog

* welche Farbe soll das Theme dominieren
* welche Hintergrundfarbe soll das Theme haben
* festes oder flexibles Layout
* bildschirmfüllend oder zentriert mit einem beidseitigem Rand
* welche Bildschirmauflösungen soll es unterstützen
* Anzahl der Spalten
* Anzahl der Sidebars
* Anordung der Sidebar(s), rechts, links oder beidseitig
* soll die Sidebar(s) in unterschiedlichen Ansichten unterschiedliche Elemente darstellen
* soll das Theme Widgets unterstützen
* welche Elemente sollen in der Sidebar vorhanden sein (Kalender, Archive, Kategorien, letzte Kommentare etc.)
* soll Platz für Werbung vorhanden sein
* Hauptnavigation horizontal oder in der Sidebar
* separate Startseite mit angepassten Informationen, wenn ja welche
* welche zusätzlichen Optionen sollte das Theme haben
* soll Unterstützung für bestimmte Plugins im Theme vorhanden sein, wenn ja, für welche Plugins
* bist du in der Lage, ein Theme nachträglich zu verändern oder anzupassen

Diese Fragen stellt Micha von Dynamic Internet an die versammelte Bloggergemeinde und lanciert die Blog-Parade: Wie stelle ich mir mein WordPress Theme vor.

Anlässlich meines geplanten Redesign von burnttongue.net und allen Subsites, ist also diese Blogparade die ideale Gelegenheit, mir ein paar ernste Gedanken über das Theme-Design zu machen. Auch wenn das eigentliche Designen erst in einigen Wochen folgt - wenn ich dann Herbstferien habe und der erwartete Sturmregen gegen die Fenster peitscht - hat die Planung bereits gewonnen und geht nun in die heisse Phase über. Danach werden alle Skizzen und Notizen in einem Schubladen verstaut, um einige Zeit später neu überdacht zu werden.

* Ich steh’ auf Themes, die in schwarz-weissen Schattierungen gehalten sind und dann bloss eine zusätzliche Farbe haben, um das Auge des Betrachters zu den gewünschten Posts zu lenken. Vorzugsweise rot oder orange. Azumarin geht auch, gelb, rosa, grün oder braun hingegen sind für mich eine pure Qual. Als Hintergrundfarbe bevorzuge ich weiss. Pur, fresh und minimalistisch.

* Das Layout sollte zentriert sein und eine fetse Grösse besitzen, sonst wirkt der Blog schnell mal überfüllt oder nicht durchdesignt. Ohne Leerflächen bin ich beim Lesen eines Blogs zudem schnell mal am Rande des Erstickens.

* Am besten wäre es, das Theme würde alle Bildschirmauflösungen unterstützen, da man sonst bestimmte Blogleser ausschliesst und ich als Blogger möglichst viele Leute erreichen will.

* Ein zweispaltiges Theme mit der Sidebar am rechten Rand. Als Westeuropäer lese ich von links nach rechts und da möchte ich bitteschön zuerst die Artikel lesen und mich nicht von Sidebars ablenken lassen, die mir ins Auge springen, noch bevor mein Blick auf den Blogcontent fällt. Die Sidebar sollte dabei fix sein und einerseits widget-fähig sein, andererseits die Kategorien enthalten, die Blogroll und die Archive. Ob die Hauptnavigation jedoch ebenfalls in der Sidebar integriert ist oder sich in einer horizontalen Leiste befindet, ist mir recht egal, solange sich sie nur direkt unter dem Header, also on the top of the page befindet.

* Bei Blogs bin ich absolut kein Freund von Splash Pages oder speziellen Startseiten, da ich den Blog ausschliesslich wegen der Artikel lese und nicht wegen irgendwelchen Zusatzinformationen, die er unter dem Banner seines blogs noch dem Leser unterjubeln möchte. Eine Ausnahme stellen Blogs dar, die als Portfolio zum Beispiel eines Photographen dienen oder einen andere künstlerischen Anspruch haben. Auch braucht mein Theme keine speziellen Optionen zu haben, da ich mittlerweile in der Lage bin, allfällige Änderungen direkt in den Theme-Dateien zu machen und wenn nötig mir ein Theme von Grund auf selbst zu erstellen.

dynamicinternet: Blogparade: Wie stelle ich mir mein WordPress Theme vor