Monatsarchiv für August 2007



Integration - Die Kultur als entscheidender Faktor II/II

Wenn man denn die Integration von Ausländern fördern will, so muss man denn auch bei deren Kulturen ansetzen. Zu beachten ist jedoch:

Wenn wir Kulturen daraufhin untersuchen, wieweit sie Wohlstand und Wohlergehen der Menschen, Freiheit und Menschenrechte fördern oder hemmen, so können wir deutliche Unterschiede zwischen den Kulturen feststellen und sie unter diesem Aspekt bewerten. Ja wir müssen es tun, wenn wir an Veränderungen zum Besseren interessiert sind. Diese Veränderungen zum Besseren können von außen zwar “gefordert und gefördert” werden, im wesentlichen jedoch können sie nur von den betreffenden Kulturen selber geleistet, können nicht von außen auferlegt oder gar erzwungen werden.

Nahezu ein Lehrstück bietet Siegfried Kohlhammers Artikel “Kulturelle Grundlagen wirtschaftlichen Erfolgs”, der ursprünglich im Merkur erschienen ist und nun öffentlich zugänglich im eurozine steht. Eine nüchterne Auseinandersetzung mit einem häufig diskutieren Problem, das in vielen Fällen völlig falsch angepackt wurde und in dessen Zusammenhang die Frage nach der Diversität der Kulturen nahezu immer vernachlässigt worden ist.

Ein deftiges keep it up! an Michael Kreutz vom Transatlantic Forum der wiederum durch Henryk M. Broder von der Achse des Guten zu Kohlhammers Artikel gefunden hat. An ihn ebenfalls ein keep it up!, zudem für Kurt Peldas Artikel “Warum Afrika kaum vom Fleck kommt”, welcher eine gekürzte Fassung eines Vortrages vor der Generalversammlung der NZZ darstellt und nun bei der Foreign Correspondants’ Association of East Africa im Web zu lesen ist.

Henryk M. Broder: Kulturelle Grundlagen wirtschaftlichen Erfolgs
Kurt Pelda: Warum Afrika kaum vom Fleck kommt
Michael Kreutz: Kultur und Fortschritt
Siegfried Kohlhammer: Kulturelle Grundlagen wirtschaftlichen Erfolgs




Integration - Die Kultur als entscheidender Faktor I/II

Ein Ehepaar, abgelichtet auf einem verblassenden Stück Papier. Die beiden strotzen vor Glück, die Freude über das Söhnchen scheint sich bei ihnen bis in die Fingerspitzen ausgebreitet zu haben. Die Frau trägt ein Kopftuch, Mann und Sohn haben leicht arabische Züge. Der beinahe greise Grossvater mit den viereinhalb Zähnen im Maul lächelt stolz und streicht immer wieder nachdenklich über die Fotografie, die die junge Familie bei einem teuren Fotograf hat machen lassen. Er ist zufrieden. ‘Der Kreis hat sich geschlossen.’, denkt er.

Nicht bei jedem beginnt das Leben so glücklich, zumeist jedoch mit einem Schrei. Hinsichtlich der Mutter mit mehr oder minder grossen Schmerzen verbunden.

Danach wächst man auf. Ein Teil von dem, was man später einmal sein wird, ob Charakterkopf oder gewitzter Dorfnarr, trägt man bereits in sich. In den Genen, in der Hirnarchitektur. Der Rest folgt in den nächsten zehn, zwanzig Jahren. Allen voran wird man geprägt durch die Eltern, das engste Umfeld, Geschwister, Grosseltern, später dann Freunde, Kollegen, Lehrer, der erste Arbeitgeber manchmal. Dieser engste Zirkel ist es, der einem die Grundhaltugn vermittelt. Die Werte, auf denen man eine Weltanschauung aufbauen kann.

Betrachtet man dies in einem grösseren Massstab, hundert, tausend Familien, eine halbe Nation, so schält sich aus all diesen Einzelschicksalen ein gemeinsames Wertefundament heraus. Anders benannt: Die Kultur, die weit mehr ist als bloss ein paar Kochtraditionen oder Volkstänze, sondern vor allem die Denkweise und das jeweilige Weltbild meint, das gewisse Arten der Wahrnehmung fördert, andere erschwert.

Emigration und Immigration sind heutzutage häufiger, als etwa in den dreissiger Jahren. Einwanderer aus manchen Regionen haben hierbei zumeist mehr wirtschaftlichen Erfolg in ihrem neuen Heimatstaat als andere. Die Ursache für diese Differenz z.B. zwischen Japanern und Somalis in Deutschland, liegt jedoch nicht darin, wie diese Leute aufgenommen werden, sondern vielmehr wie sie auf die neuen Begebenheiten reagieren. Jene Unterschiede werden, wie man deutlich nachvollziehen kann, durch die verschiedenen Heimatkulturen der Immigranten erzeugt. Ebenjene Kulturen, die den kleinen Jungen prägen und ihm seine Werte vermittelt habe.




Islamismus - Das Problem in den Vereinigten Staaten II/II

Wäre es nicht sehr schön, wenn die USA bloss mit ein paar verrückt gewordenen Kreationisten zu Kämpfen hätte?

Klar, doch dies ist ein blosser, nackter Wunschtraum.

Wie tief die Probleme jedoch tatsächlich reichen, kann ich nur abschätzen. Tatsache ist, dass der Streit mit den christlichen Fundamentalisten liberale Kräfte schon stark beanspruchen, sich auch noch mit Islamisten abgeben zu müssen, wäre zu viel. Und ich spreche hier nicht von terroristisch aktiven Islamisten, sondern von jenen Teilen der Bevölkerung, die eher Ahmadinejad und den Muslimbrüdern zuprosten würden, als einem amerikansichen Präsidenten, egal ob dieser Bush, Clinton doer Obama heisst.

Deshalb versuchen die amerikanischen Medien, die Muslime nicht zu verärgern und unterbinden jegliche ironische, humoristische oder kritische Stimmen. Zum Beispiel wird der Comic Opus zensuriert, weil sie das Thema Islamismus auf keinen Fall berühren wollen. Egal, wie oberflächlich der Comic ist, egal, wie mir unverständlich ist, wie ein wahrhaft Gläubiger sich durch seichte Witze in seinem Glauben beleidigt fühlen könnte.

Ein trauriger Tiefpunkt in der Geschichte der amerikanischen Medien, obwohl ‘Tiefpunkt’ es nicht ganz trifft, da in den nächsten Jahren hinsichtlich religiös bedingter Zensur noch einiges auf uns zu kommt. Möglicherweise sogar seitens des Weissen Hauses. (Aber sshhht, seit Blogs eine heisse Zone geworden sind und man auf jeden getippten Buchstaben acht geben muss.)

Wahrhaft, wieso sollte man über Religion nicht genauso scherzen dürfen wie über Politik oder Sex, wie PZ Myers von Pharyngula richtig fragt.

editor&publisher: Many Won’t Run Next Two ‘Opus’ Strips With Sex Joke, Islam Reference
pharyngula: Fear Of Comics
salon.com: Opus Comics




Islamismus - Das Problem in Deutschland I/II

Das Thema ist mittlerweile ausgelutscht, abgekaut und eine weitere Berichterstattung darüber erscheint obsolet.

Ist es nicht so?

Hell no. Und ich will mich gleich zu Beginn dieser Trilogie dem grossen Historiker Hans-Ulrich Wehler anschliessen:

“[...] endlich eine offenherzige Diskussion über die Stellung der deutschen Muslime zu führen, auch über ihre Integrationsunwilligkeit und Demokratieunfähigkeit.”

Die Berichterstattung über Islamismus, nicht integratonswillige Ausländer und antidemokratische Indivduen/Gruppierungen ist genau deshalb nicht hinfällig geworden, weil es einerseits ein immer noch nicht gelöstes Problem darstellt, andererseits auch dem ganz einfachen Manne unter den Fingernägeln brennt.

Nun, zum jetzigen Zeitpunkt scheint eine “offenherzige” Diskussion jedoch unmöglich, oder nur unter erschwerten Bedingungen.

Wieso?

Weil man es in diesem Falle mit extrem starken Lagern zu tun hat. Zwei Lager, deren Positionen sich fundamental unterscheiden. Da wären einerseits Islamgegner, andererseits Islamfreunde.

Nun denn, ich beginne mich zu wiederholen. Doch die Mühlen meiner Opponenten drehen sich noch langsamer.
Deshalb, ich werde nicht versuchen, jemanden meine Meinung einzuprügeln, woran mich jedoch keiner hindern kann, ist, dass ich in den Tiefen des Webs grabe und die brauchbaren Informationen hervorhole. Und wenn jemand ignoriert, was Wehler zu sagen hat, dann ist das keineswegs Skeptizismus, dann ist das eine stark verschobene Realitätswahrnehmung.

Also, sprechen wir über das Problem, damit wir das hinter uns haben, ich hatte ne schlechte Nacht und für viele von euch wird der heutige Tag wohl auch nicht das, was ich gerne einen Marshmallows&Donut-Day nenne, sondern grauer, trüber, seichter Alltag.

Wehler nimmt in seinem Artikel “Türkenprobleme ohne Ende” - leicht polemischer Titel, aber anders hört ja niemand zu - keinen geringeren als den so oft kritisierten Ralph Giordano in Schutz. Nimmt man derer beiden Aussagen zusammen, so kommt ein Intellekt zusammen, den nur abgefeimte Dogmatiker in Frage zu stellen versuchen. Wehler fordert des weiteren eine forcierte Integrationspolitik und kritisiert die starre Haltung der DITIB.

Interessanter Artikel? Gewiss. Die Gefahr, dass er sang- und klanglos im Web versinkt? Hoch. Das Risiko, das er missverstanden wird? Noch grösser. Leider.

Hans-Ulrich Wehler: Türkenprobleme ohne Ende




Einhundertneunundfünzig Jahre und eine Erkenntnis

1848. Das Jahr in dem aus der Schweiz ein moderner Bundesstaat wurde.

Wie in den meisten Demokratien haben wir zudem ein stark ausgeprägtes Parteiensystem. Sowie Konkordanz. Ein politisches System, das mir gefällt. Ehrlich. Föderalismus und direkte Demokratie tun ihr übriges.

Jetzt schreien Kurt Imhof und Roger de Weck (die eDemokratie.ch schliesst sich ihnen an):

“Diesen Wahlkampf wird man gegen die Parteien führen müssen.”

Die Frage, wie ein Wahlkampf gegen die Parteien geführt werden soll, obwohl sich selbst eine jede Zeitung einer Partei zuordnen liesse und neutrale Berichterstattung fast zu einem Unwort verkommen ist, wird nicht beantwortet. Ganz subtil wird auch die Tatsache zur Seite geschoben, dass in der Bevölkerung ein überaus grosses Bedürfnis nach Parteien vorhanden ist. Parteien geben Halt und Sicherheit, sie liefern mitsamt der gewünschten Tageszeitung und dem wahlweise biologischen, echt schweizerischen, gesegneten oder jungfräulichen Dreiminutenei ein vorverfasstes Denkschema, das der geneigte Wähler bei Bedarf - Fragen zu Politik und Gesellschaft - einwerfen kann und finito.

Dass Menschen sich nur allzu gerne von Ideologien leiten lassen, wissen wir auch nicht erst seit dem Dritten Reich. Deshalb erscheint de Wecks und Imhofs Forderung etwas überfällig. Zugleich jedoch absolut unzeitgemäss und damit blosser, wenngleich teilweise schöner Wunschtraum.

Da mögen Theoretiker noch so lange nachdenken und zum Schluss kommen, dass Parteien nicht sinnvoll sind, die Zukunft der Nation wird vom Volk gestaltet. Auch wenn dessen Entscheide nicht immer die richtigen sind, hat man sie dennoch zu respektieren und ebenso auszuführen.

Denn das ist es, was man Demokratie nennt. Nichts anderes und geringeres als die Herrschaft des Volkes. Und das ist doch das beste, was einem Staat passieren kann, oder nicht?

edemokratie.ch: Welche Wahl haben wir?




Dogma: Darf man mit Terroristen verhandeln? - III/III

Und nein, hier geht es nicht darum, ob man einem Terroristen das Lösegeld bezahlen sollte oder nicht. Hier geht es um Grundströmungen, die in jeder Subkultur vorkommen.

Es geht darum, dass bei vielen Menschen der Irrglauben und die Vorurteile die Vernunft ausgeknockt haben. Schlicht gesagt.

Nein zum zweiten, hier geht es nicht um Lösungen. Denn das Problem ist tiefgreifender, als man vielleicht denken könnte. Ich will hier nichts schwarz malen oder dergleichen, sehr wahrscheinlich wird in fünfzig Jahren kaum mehr einer an die heutigen Probleme denken, ausser vielleicht ein Greis, der seufzend feststellt, wie wenig die Menschen doch aus der Geschichte lernen und wie viel mehr Einfluss die Ideologen, Propheten und Dogmatiker in den letzten Jahren wieder gewonnen haben.
Schlussendlich geht alles vorbei. Und meist ohne viele Opfer verursacht zu haben.
Vielleicht kämpfe ich hier gegen die Windmühle der Menschlichkeit an.
Wahrscheinlich werde ich in zweieinhalb Stunden komplett resigniert haben und mich mit dem Gedanken im Kopf, die Menschen seien hoffnungslos denkfaul und abartig (leicht-)gläubig mit einem Hang zu Verschwörungstheorien, in eine dunkle, atheistische, liberale, kapitalistische, naturalistische, materialistische Ecke verziehen und einer Flasche Whisky die Erhe erweisen.

Doch zuvor möchte ich euch mit ein paar atemlosen Links eindecken und zur Aufklärung aufrufen. Yep, was so wohlfeil klingt, ist wohl das einzige, dass uns vor einer Heerschar Babys retten kann, die mit den Protokollen von Zion unter dem Arm sich gegen Masernimpfungen engagieren, das CIA verdächtigen, die Twin Towers kaputt gemacht zu haben, mit Islamisten gegen den ewigen Juden und die Evolutionstheorie paktieren, jede Karikatur verbrennen und alle Bücher bis auf die Schriften ihrer jesuslatschentragenden Chefideologen noch dazu.

Na dann, gute Nacht.

antifa: „fascho! berichte aus dem alltag“
daylight atheism: free speech under siege
faz: Islamisten und die NPD: Etwas mehr Kopftuch auch für deutsche Mädel
ich bin atheist: Nicht tot, nur resigniert
ignoranz.ch: Die lustigen Schäfchen
ignoranz.ch: Veranstaltungshinweis: “fascho! berichte aus dem alltag”.
politblog.net: Hetzjagd - Zum Umgang der Politik mit Neonazis: Verbot statt Aufklärung und Debatte
politically incorrect: “Die Welt” kritisiert Israel-Woche im Kaufhof
politically incorrect: Jetzt ganz stark sein!!!
winkelried.info: UN-glaublich




Dogma: Darf man mit Terroristen verhandeln? - II/III

Versteht mich nicht falsch, ich bin der Überzeugung, dass man einen Diskurs führen muss. Dass man über Faschismus reden muss. Eine gesellschaftspolitische Diskussion über Ideologien und antidemokratische Organisationen, die hätten wir bitter nötig.

Doch solange man bürgerliche Parteien des Rassimus bezichtigt,
einem jeglichen Sinn für Ironie oder Wahlkampfmechanismen abgeht,
jeder Linke gleich ein Kommunist ist,
Skins mit Nazis gleichgesetzt und dabei
gewalttätige linke Schichten ignoriert werden,
solange esoterisch-religiöse Dogmatiker sich in die Politik einmischen,
Antizionismus so heiss brennt, dass er Antisemitismus zu gleichen beginnt,
ganze Nationen mit ihrem Präsidenten verwechselt werden (aka ‘linker’ Antiamerikanismus, aka ‘rechte’ Antiiranhetze),
solange Millionen Leute sich in Dinge einmischen, von denen sie keine Ahnung haben (schlimmer: sie glauben Ahnung zu haben und glauben ihren Feind erkannt zu haben und nun vernichten zu müssen),
kann kein Diskurs mit dem ganzen Volk geführt werden.

Nun, vielleicht liege ich auch komplett falsch und bin bloss des Todes Gehilfe, aber ich glaube, man sollte heutzutage ein scharfes Auge auf totalitäre Strömungen werfen. Gemeinsam mit einer Aufstockung des Bildungsetats und immenser PR für seriöse Wissenschaft, wäre dies zumindest der erste Schritt um die Wirklichkeit den Leuten wieder etwas bekannter zu machen und immerhin ein klares Zeichen gegen Verschwörungstheorien linker, rechter, ökoligistischer, religiöser, esoterischer und noch nicht bekannter Art.

Denn ich nehme bei einem Grossteil der Bevölkerung ein erschreckendes Mass an Falsch-, Halb- und Unwissen wahr.

Danke.




Darf man mit Terroristen verhandeln? - I/III

Okay, die Frage ist vielleicht etwas zu weit hergeholt, doch im Grunde genommen trifft sie den Kern des Problems doch.

Angesichts der Vorfälle in Mügeln und den dadurch neu angefachten Diskussionen über Xenophobie und Rassismus…
Angesichts des seine Spiralen immer weiter drehenden Problemes mit dem Islamismus (Im Hinterkopf auch Islamofaschismus, sowie Leugnung des Holocausts und des Völkermords an den Armeniern.)…
Angesichts des Plakates der Antifa, auf dem Symbole rechter Parteien (SVP, SD, EDU), ebenfalls der AUNS, der Weltwoche, der Schweizerzeit, sowie des Nationalsozialismus munter durchmischt werden und das für die Ausstellung “fascho!” wirbt…
Angesichts der Kritik an den SVP-Plakaten mit den knuddeligen weissen Schafen, die das schwarze, welches je nach Interpretation entweder die Ausländer allgemein oder bloss die nicht integrationswilligen symbolisiert, hinauskicken…

…muss man sich doch fragen, ob es gerechtfertigt ist mit antidemokratischen Agitoren zu verhandeln, resp. wie viel Sinn es macht, mit denen über Faschismus (wahlweise zu ersetzen durch Islamismus, Neostalinismus etc.) zu diskutieren.
Ist das krankhafte Beharren auf der eigenen Position, das destruktive Verteidigen der eigenen Ideologie nicht gerade eines der offensichtlichsten Anzeichen einer solch fundamentalistischen Gesinnung?
Und mit solchen Leuten will man sich dann an einen runden Tisch setzen und ihnen die heile Welt erklären? Sie zu einem UN-Gipfel zum Thema Rassismus einladen? Ihnen jeden Punkt unserer Verfassung einzeln erklären?
Nur um dann festzustellen, dass sie letzgenannte weder akzeptieren, nocht gutheissen; und gerade deswegen ihren teils blutigen, immer jedoch verwerflichen Kampf führen?

Sorry, aber hier bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich einfach kein Verständnis mehr aufbringen kann.

Ich dachte, wir hätten gelernt aus der religiösen Propaganda von Sekten, Fundmentalisten und rechten und linken Heilsbringern. Doch scheinbar reichen 25 Prozent Kreationisten und Propheten des Intelligent Designs nicht aus, um einen Lernprozess in Bewegung zu bringen. Nimmt man dann noch politische sowohl ökologistische Fundis dazu, dann bleibt noch eine Minderheit übrig, die nich am Tropf von mindestens einem Dogma hängt.
Traurig.




Muss man zitieren, wenn man kann?

Was bleibt?! Man möchte Leute einfangen, man möchte Dinge in Bewegung setzen, und ist auf der Suche nach den richtigen Mitteln. Ob die Bloggerei in der Lage sein kann, Diskurse anzukurbeln? Nachdem ich nun eine Weile selbst aktiv mitmische und mich schon seit eh und je im Web bewege, kommen mir mehr und mehr Zweifel über die Diskursfähigkeit des Mediums Blog. Und doch: Es gibt sie. Blogs, die bewegen. Doch dahinter steckt viel Arbeit, viel Zeit. Doch schwappt der Diskurs hinüber in die reale Welt? Vielleicht, ab und an, oder eher gar nicht?! So wie unsere Welt sich partikularisiert, dadurch, dass unsere Wahrnehmung von ihr vermittels Tele- und anderen Medien bald gleichzeitig genannt werden kann und Entfernungen zusammenschrumpfen - genau deshalb liest man einen Blogeintrag, oder man liest ihn nicht. Dementsprechend gehört man in eine thematisch verzahnte Gruppe oder nicht. Außenseiter werden, wie in allen Gruppendynamiken viel zu oft mit Ignoranz gestraft.

Alexander Trust: Kann man bloggen, wenn man muss?

Lest den Artikel einfach. Tut euch gut.

Und ich geh’ jetzt denken, mit Kopfschmerzen. Irgendwann werd’ ich dann noch Stellung dazu beziehen. Wenn ich die Qual der Ernüchterung hinter mir habe, resp. damit klar komme, dass sich in der letzten Zeit ein immer klareres Bild von der hiesigen Blogosphäre abzeichnet: Dass es so dahindümpelt, Relevanz keinen interessiert und wir ein verdammtes Abbild der Gesellschaft sind.




Integration: 45 goldene Massnahmen

Der Bundesrat hat ein Massnahmenpaket beschlossen, das die Integration von Ausländern fördern soll. Besonders auf das Erlernen einer Landessprache solle besonders grossen Wert gelegt werden.

Nun, das Paketchen macht sicherlich Sinn und führt zu einigen Verbesserungen.

Lösen wird es jedoch die wenigsten Probleme. Gewiss, es wird wieder die eine oder andere Diskussion anstossen. Doch wollte man die momentane, nicht gerade zufriedenstellende Situation ändern, müsste man schon mehr tun, als ihnen ein paar Brocken Schweizerdeutsch beibringen zu wollen.

Im Kern kann ich nämlich jener Aussage “Wer sich nicht integrieren will, muss raus.” zustimmen. Denn solange Individuen ausländischer Herkunft Schweizer Recht ignorieren und kulturelle oder religiöse Traditionen ihrer Heimat über schweizerische Sitten und Bräuche stellen, werden die restlichen Ausländer immer in einem diffusen bis schwarzen Licht erscheinen.

Mal klar zu stellen, was abendländische Tradition bedeutet und das gewisses Verhalten absolut inakzeptabel ist, das könnte möglicherweise was bewirken. Nicht ein Paket von lächerlichen 45 Massnahmen.

nzz: Bei Sprache und Bildung ansetzen