Monatsarchiv für July 2007



Denn sie sind wie wir

Sie sind A-Blogger, und so führen sie sich auch auf, Egoschweine auf dem Pfad zum Stein der Weisen.

Nur…

Der Stein der Weisen gibt es nicht. Und Egoschweine hat noch nie jemand gemocht.

A-Blogger. So nennen sie sich. Und so benehmen wir uns ihnen gegenüber auch. Duckmäuserisch. Respektvoll.

Nur…

Sie sterben genauso leicht wie wir.

Denn sie sind wie wir. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem A-Blogger und mir. Keinen wesentlichen. Und jemandem nur wegen etwas mehr Traffic und ein paar Lesern mehr die Füsse zu küssen ist, nennet mich respektlos, wenn ihr wollt, töricht.

Wieso nur? Verdammt.

Und die A-Blogger stehen hier nur exemplarisch für eine übersteigerte Selbstwahrnehmung. Überheblichkeit ist überall anzutreffen. Egal ob bei einer Lindsay Lohan, einer Paris Hilton, einem Prinz Willams, einem Curtis Jackson, einem Martin Ebner, einem Joseph Ratzinger oder bei dem Mathelehrer, der dir während der fünften Klasse das Leben zur Hölle gemacht hat.

Sie alle. Halten sich für etwas besseres. Die anderen für weniger wert. Für ‘minderwertig’. Und wir alle wissen, wozu solches Denken geführt hat.

Doch Macht korrumpiert. Kaum einer besitzt Einfluss und Ansehen und ist sich seiner ‘Sterblichkeit’ noch bewusst.

‘Nichts’ unterscheidet wirklich von einem Fabrikarbeiter, doch sie verhalten sich, als hielten sie die Welt in Händen und vermochten sie mit einem Fingerzucken in Asche zu verwandeln.

Daher sage ich euch: Behandeln wir sie wie wir Unseresgleichen behandeln. Reden wir mit einer Elizabeth Windsor so, wie wir mit einem Strassenputzer reden.




Jugendgewalt: Umtriebige Lügen

Seit 1982 existiert die Polizeiliche Kriminalstatistik.
über zwanzig Jahre sind seit damals vergangen, und nie war die Mordrate tiefer.
Beruhigend, sollte man sagen, doch es geht noch weiter:

Weitere empirisch erhobene Daten lassen ebenfalls feststellen: Die Gewalt nimmt ab, im Allgemeinen, wie auch unter Jugendlichen im Speziellen.
Durch eine zunehmende Sensibilisierung bezüglich Gewalt, sei sie auch noch so gering, stiegen jedoch die Anzeigen. Möglicherweise auch, weil die Toleranz bezüglich Gewalt gesunken ist.

Ein deutscher Kriminologe, Steffen Wiebke, kommt denn auch zum Schluss: “Die empirischen Befunde widersprechen der Wahrnehmung einer immer häufigeren, immer jüngeren und immer schlimmeren Jugendkriminalität.”

Trotz Ausländern.
Trotz der weit verbreiteten Auffassung, wir Jugendlichen seien zu tumben Prügelknaben verkommen und hätten von Zurückhaltung noch nie etwas gehört.

Braucht es nun noch vermehrte Polizeikontrollen, CVP?
Ist es nötig, Vierzehnjährige in den Knast zu verfrachten, SP?
Immer noch der Wunsch, die gesamte Verwandtschaft eines straffällig gewordenen Ausländers, resp. Neueingebürgerten auszuschaffen, SVP?

Wahlkampf lässt sich damit zweifelsohne gut machen, auch wenn man sich schon lange von der Realität entfernt hat.




Das Kleinbürgertum als neuer Hot Spot

He he…

Manchmal ist das Leben sehr unterhaltsam, meist einfach nur lächerlich und manchmal traurig.

Nun, wenn man denn an einem heissen, zu feuchten Dienstagvormittag so in der Schule hockt. Dem Geografielehrer zuhört, wie er bestreiten will, dass die Erde ihre paar Milliarden Jahre alt ist und sich dabei an islamistische Fundis erinnert fühlt, dann beginnen irgendwann einmal die Gedanken zu schweifen.

Es lässt sich nicht vermeiden, dass man dabei über die eigene Zukunft stolpert, resp. über die gemein scharfkantigen Felsbrocken, die auf dem Weg dorthin liegen.

Aus irgendwelchen Gründen scheint es auch so zu sein, dass in einer normalen College-Durchschnittsklasse gerade mal 2,3 das Zeug dazu haben, nicht in einem kleinbürgerlichen Leben zu enden.

Doch das Erstaunliche ist, dass es die andern überhaupt nicht kümmert, dass sie dem Kleibürgertum anheim fallen werden. Im Gegenteil, sucht man mit den Leuten das Gespräch, dann stellt sich heraus, dass der Grossteil genau das anstrebt.

Es ist für mich unverständlich, aber der Durchschnittsbürger ist ganz zufrieden damit ein Standardleben zu leben, ja, will dies richtiggehend. Das Leben als Kleinbürger übt offenbar einen ungemeinen Reiz aus. Es scheint die Krönung des Luxus zu sein, wenn man ein Häuschen bauen kann, ein paar Kinder zeugen und einem soliden Job nachgehen darf.

Oder tut der Durschnittsbürger dies alles bloss, weil er nicht gegen die Norm verstossen will oder es ihm zu nichts ‘Besserem’ gereicht hat?




Über Rassismus

“Es klingt jetzt vielleicht rassistisch…”

“Ich bin ja kein Rassist oder so, aber…”

Worte, die man beinahe täglich zu hören kriegt. Und keiner ist sich wohl ihrer Tragweite bewusst. Sich selbst als Rassist zu betiteln. Und das als Entschuldigung, für Worte, die man gleich äussern wird.

Rassismus ist die Bezeichnung für jede Theorie oder Praxis, die Menschen aufgrund der sozialräumlichen Häufung von Erbmerkmalen im Sinne einer Formengruppe (Rasse) sowie tradierter Symbole der Gruppenidentifizierung zwecks Gemeinschafts-, oder Herkunftsabgrenzung feste Charaktereigenschaften zuordnet, und diese mit Werturteilen von Vorurteilen bis zu ausgearbeiteten Ideologien verbindet.

Rassismus, dieses Wort, das so sehr mit dem dritten Reich, mit der Naziideologie, mit Euthanasie und rassischer Selektion verbunden ist.
Leute, die mir nahe stehen, die jeder von uns kennt, nehmen diese Phrase freiwillig in den Mund, um… Ja, um was zu tun? Sich zu diffamieren? Sich zu entschuldigen.

Es stimmt, Rassismus ist eiens jener ‘Vergehen’, die uns am schrecklichsten erscheinen, dafür den gesunden Verstand am unverständlichsten und unsere Grundprinzipien mit Füssen tretend.

Doch wieso, wenn viele kotzen möchten, wenn sie einen Rassisten den Mund öffnen sehen, bezeichnen sich doch so einige als ebensolche?

Die Angst vor dem Fremden steckt tief in jedem von uns. Diese Furcht zu äussern ist etwas Normales. Auch wenn man sich die Nackenwirbel brechen möchte, wenn eine junge Frau schreiend vor einem alten, gebeugten Mann davon rennt, bloss weil dessen Haut schwarz ist.

Der Kern des Problems jedoch kullert immer noch berührunglos am Boden herum.
Was viele von uns als Rassismus bezeichnen ist nichts weiter als die Kritik an einer anderen Kultur, resp. Lebensweise, resp. Umgangsform.
So wir über die ‘Juggis’ schimpfen, so empfinden wir keine Abscheu vor ihrem östlichen Einschlag, sondern finden keine Freude an der Tatsache, dass sie eben von dort stammen und somit Sitten und Gebräuche, die manchmal so gar anders sind als die unseren, mitgebracht haben.
Die Andersartigkeit mancher Fremder liegt jedoch nicht etwa an ihren Genen, sondern an den Traditionen, mit denen sie aufgewachsen sind, an ihrem Umfeld, ihrer Umwelt.
Und das zu nennen, ist beileibe kein Rassismus.




Blogkarneval - Traffic generieren

Yep, ich veranstalte einen Blog-Karneval.

Das Thema ist: Effiziente Mittel, um Leser für den Blog zu gewinnen.
Die Deadline ist am 18.07.07.
Um mitzumachen genügt, es einen Post zu veröffentlichen und einen Link hierherzusetzen.
Am 19.07.07 werde ich den Blog-Karneval auswerten und die Ergebnisse, resp. die Zusammenfassung aller Beiträge hier veröffentlichen.
Dieser Post kann dann von jedem mitmachenden Blog 1:1 übernommen und seinerseits publiziert werden, mit der Bedingung, dass im Post ein Link hierher gesetzt wird.

Also:

Wie kommst du zu neuen Lesern?
Was tust du, um Traffic zu generieren?
Hast du einfach Glück gehabt oder einen Masterplan entwickelt?
Oder hast du einen speziellen Trick herausgefunden, wie man seinen Bekanntheitsgrad steigern kann?

Ich muss meinerseits sagen, dass Beleidigungen ein vorzügliches Mittel sind. Einfach einen A- oder B-Blogger beleidigen, kritisieren reicht manchmal auch schon, um ihn zu einem Gegen-Statement zu provozieren.

Eine andere Möglichkeit ist die blosse, sachliche Kritik an einem Post eines einflussreichen Bloggers. Somit steigert man seinen Bekanntheitsgrad ebenfalls und hinterlässt durch die Qualität der Inhalte zudem noch einen guten Eindruck, was langfristig doch ein gewisses Gewicht hat.

Und jetzt du!




Anschläge in London, Terrorismus wird als Propagandamittel missbraucht


“Warum sollten sich die Blogger dafür stark machen, ein Land zu verteidigen, das im Irak und in Afghanistan Zivilpersonen mit einem Lächeln tötet. Dazu besteht nun wirklich kein Anlass.

Die Briten wollen Krieg führen, dann müssen sie damit leben, das sie diesen Krieg, in all seinem Schrecken nach Hause bekommen. Die Opfer sind immer zu bedauern, auf beiden Seiten. Uns wird es über kurz oder lang auch treffen. Wir helfen beim Morden in Afghanistan.”, so drückt es Jochen Hoff aus.

Dieser Textausschnitt bringt Ereignisse in einen Zusammenhang, die wohl bloss indirekt durch eine Kausalitätskette verknüpft sind. Der Krieg im Irak erzürnte zwar die Al-Qaida und auch einige der höchsten Köpfe des Islamismus, jedoch war 9/11 vor dem Irakkrieg, ebenso war jener Tag vor dem Afgahnistan-Krieg. Zuerst der Terrorismus, dann der Krieg gegen den Terrorismus. Zumal in den beiden genannten Staaten grausame Despoten herrschten und ihr Land und die Bevölkerung wahrhaft knechteten.
Doch Diktaturen sollte man ja sein lassen, weil das geht ja schon in Ordnung, das ist ja deren Nation, da müssen die selber ‘für schauen.

Stellen wir also fest, hier werden Opfer rücksichtloser, bestialischer und hinterhältiger Anschläge dazu benützt, Regierungen unter Druck zu setzen, die etwas gegen Diktatoren, sowie gegen den Terrorismus unternommen haben.

Doch diese Selbstgeisselung kennen wir ja von der Linken, nicht wahr Islamophobie-Watchblogger?

Ganz anders, und meines Erachtens sowohl näher an der Realität, als auch angenehmer, tönt’s bei Der Gegenstimme:

“Spätestens jetzt hat sich die Theorie, islamischer Terror entstehe grundsätzlich aus der Not unterdrückter, diskriminierter, finanziell benachteiligter Menschen, in Luft aufgelöst. Diese (muss man noch sagen: vermeintlichen?) gescheiterten Massenmörder waren ausgebildete, sicher nicht schlecht verdienende Menschen, von der Gesellschaft aufgenommen und mit Chancen, Teil von ihr zu werden. Trotzdem entschieden sie sich nicht im Sinne ärztlicher Ideale, Menschenleben zu schützen oder zu retten, sondern sie zu vernichten.”




Anschläge in London, who gives a fuck?

Der Tagesanzeiger dazu.

Die Financial Times Deutschland.

Die Neue Zürcher Zeitung.

Unnütz, hier noch einmal zu wiederholen, was entweder doch schon alle wissen oder eh niemanden interessiert.

Ich finde es bloss traurig, dass Anschläge, die, wenngleich gescheitert, das Herz Westeuropas hätten treffen können und von Verachtung unserer Werte und Kultur nur so triefen, nicht mehr Beachtung finden, als wenn in Südskandinavien während eines Sturmes eine Tanne auf ein Haus fällt und eine ältliche Frau leicht am Oberarm verletzt.

Wen kümmert’s schon? In Kleinbloggersdorf, wo man sich lieber zum Weltherrscher ernennt oder unselige Debatten über falsch verstandene Gerichtsurteile lanciert, als mal was Sinnvolles anzupacken, jedenfalls nicht.

Schade. Freiwillig einen gewissen Einfluss, den man hätte, nicht zu nutzen, bloss, weil man nicht über die eigene Nasenspitze und das fette, wohlfeile Doppelkinn hinaus sieht