Monatsarchiv für July 2007



Jugend als Makel

Warum?

Aus welchen beschissenen, gottverfluchten und himmelsverlassenen Gründen, bekommt man bloss ein höhnisches, herablassendes Räuspern zu hören, wenn irgendjemand feststellt, dass man ein Jugendlicher ist?

Ich meine: Heutzutage ist es doch einfach so. Als Jugendlicher wird einem zuerst einmal grundsätzlich nicht geglaubt. Man wird mit Misstrauen und Skeptik beworfen, bevor dann die Frage auftaucht, ob man Alkoholiker sei, bloss weil man zufälligerweise am Abend mit einem Bier im Kollegenkreis sitzt.
Das Gewaltpotential, das in mir steckt, nicht zu vergessen. Nichts wäre wahrscheinlicher, als wenn ich jetzt raus rennen würde und die Scheisse aus irgendwelchen alten Leuten herausprügeln würde.
Ach, und ja, über Frauen zu sprechen, ist erst Recht ein Tabuthema, sonst kommen wieder die fisteligen Stimmen aus dem Hintergrund, die einem der Vergewaltigung von Dreizehnjährigen bezichtigen.
Zu Politik, oder auch Wirtschaft oder Kultur, sollte man gar nicht erst wagen, sich zu äussern. Davon hat man eh keine Ahnung. Und als Jugendlicher ist man an solchen Themen sowieso nicht interessiert. Zudem hat das viele Cannabis das Gehirn schon so aufgeweicht, dass man überhaupt keinen klaren Gedanken fassen möchte.




Der qualvolle Zwang der Norm

Tun sie’s extra oder kännen sie nicht anders?
Die grauen Herren, die gleichsam im Stechschritt durch den Abend marschieren. Alle gleich. Selbst die anbrechende Nacht grau in grau.

Ja, wir alle unterliegen, manchmal grausamen, Zwängen und Normen, doch sind schlussendlich sie es, die uns überleben lassen. Als Individuum. Als Gesellschaft. Als Menschheit.




Google: Der voyeuristische Gigant

Google gehört mittlerweile zum Leben dazu wie Brot und Butter und ja, Pinienhonig. Ohne Google wäre unser Leben kaum vorstellbar. Verloren im berüchtigten und viel genannten Datendschungel. Und doch bietet Google Stoff für unzählige Dystopien und ist ebenso unberechenbar wie furchteinflössend.

Google ist ein Gigant geworden, fett und träge, dennoch forciert das Unternehmen den Fortschritt, zumindest im Bereich von Software und Datenfindung, resp. -speicherung. Wenn es um Datenschutz geht, zeigt sich Google eher rückschrittlich, wenn ich auch eingestehen muss, dass der gläserne Mensch möglicherweise die Zukunft ist, und nicht jener rechtschaffene Europäer, der denken darf, was er will und auch mal am Stammtisch fluchen darf, ohne dass ein zukünftiger Arbeitgeber davon erfahren würde oder wegen den zwei Bier seine Krankenkrassenprämien leicht angehoben würden.

Eric Schmidt, seines Zeichens CEO von Google, möchte denn auch, dass Google sehr persönliche Fragen beantworten kann. Z.B. “Welchen Job soll ich machen?”
Vielleicht auch “Habe ich eine Chance, mit Laura zusammenzukommen?”

Wem jetzt schon die Galle hochkommt und wer gerade einen Ziegelstein gepackt hat, um ihn in den PC zu trümmern, für den habe ich noch etwas:

“Wir können nicht einmal die einfachsten Fragen beantworten, weil wir nicht genug über Euch [die Google-Nutzer] wissen.”, gesteht Eric Schmidt.

Was nichts anderes bedeutet, als: Totale Überwachung, sobald man den PC hochfährt.

Google, einst bloss ein Werkzeug, nun ein Werkzeugmacher und in der Lage, über die Realität zu bestimmen. Doch noch besteht die Hoffnung, dass Google ein Tool bleibt, das uns dabei hilft, durch die Flut von digitalen Informationen zu finden. Doch ebenso hat Google die Macht, zu bestimmen, wie die Welt aussieht, in der wir uns bewegen. Und wenn sich Google dazu entschliessen möchte, wären wir so gläsern und unsere Bewegungsmuster in der digitalen Welt so vollumfänglich aufgezeichnet, dass jeder Strip vor dem US-Amerikanischen Kongress eine Wohltat dagegen wäre.

weiter auf golem.
weiter bei telepolis.
die presse.com dazu.
google masterplan.
epic 2015.




Blogkarneval - Traffic generieren: Auswertung der Blog-Parade

Zuerst einmal, danke schön all jenen, die an dieser Blog-Parade teilgenommen haben.

Dies wären, in chronologischer Reihenfolge des Einganges der jeweiligen Trackbacks:

Da es schlussendlich eben dann doch ganze zwölf Beiträge zum Thema “Traffic generieren”, resp. “Wie gewinne ich Leser für meinen Blog” geworden sind, folgt hier eine längere Liste der einzelnen Punkte, die in den Beiträgen zur Blog-Parade genannt wurden und zu beachten sind, will man Leser gewinnen. Ausführlichere Informationen sind einerseits auf den Blogs der Blog-Parade-Teilnehmer zu finden, andererseits in näherer Zukunft auch hier auf burnttongue.net.
Und ach ja, ich unterscheide hier nicht zwischen “gutem” und “schlechtem” Traffic, da jeder selber wissen sollte, ob er eher darauf aus ist, möglichst viel Traffic zu generien oder sich auf eine Diskussion mit den Blog-Leser einzulassen und den Blog auch als Sprachrohr zu nutzen.

  • Gutes Layout:
    Auffallend, keinesfalls 08/15, gute Typographie. Gesamthaft lässt sich sagen: Das Layout sollte Charakter haben, aber nicht von den Artikeln ablenken, sondern im Hintergrund bleiben und die Message des Blogs/der Artikel verstärken und nicht negieren. (Ein Blog über die landwirtschaftliche Nutzbarkeit von Kartoffeln, das ein iPhone als Headerbild hat, wirkt etwas komisch.)
  • Gute Überschriften:
    Die Überschrift des Artikels sollte einerseits treffend sein, andererseits den potentiellen Leser neugierig machen und in ihm den Wunsch wecken, den Artikel zu lesen. Wie das geschieht, ob durch Humor, Provokation, Aktualität etc. ist dann eher zweitrangig.
  • Guten Inhalt liefern:
    Seien es journalistische Berichte, sei es grenzenlose Selbstdarstellung, seien es tiefe Einblicke ins Privatleben: Die Inhalte, resp Texte müssen eine bestimmte Qualität haben, sprachlich und inhaltlich. Und vor allem sollten sie eine gewisse Einzigartigkeit besitzen. Anders ausgedrückt: Das Ziel ist erreicht, sobald es für den Leser schwierig wird, etwas Vergleichbares zu finden.
  • Authentizität:
    Einen eigenen Stil haben, mit Herzblut bloggen, ehrlich sein zu den Lesern, keine Informationen vorenthalten. Wenn der Leser das gefühlt hat, der Text sei von einer gefühlslosen Erbsenbüchse verfasst worden, dann ist etwas schief gelaufen. Der Charakter, die Persönlichkeit des Bloggers muss zu spüren sein, selbst wenn der Artikel sachlicher und neutraler nicht sein könnte. Denn der Stil ist es schlussendlich, der uns Blogger von News- und Rechercheportalen unterscheidet. (über die Existenzberechtigung eines Blogs ohne Charakter lässt sich streiten.)
  • Regelmässig bloggen:
    Nichts schreckt einen Leser so sehr ab, wie seltene oder sehr unregelmässige Posts. Klar, für eine Suchmaschine spielt die Postingfrequenz keien Rolle, aber Stammleser wird man wohl kaum gewinnen, wenn man bloss einmal alle vierzehn Tage sich an den PC setzt.
  • Populäre Themen behandeln:
    Es muss ja nicht gleich jeden Tag ein Artikel über Youporn oder Paris Hilton sein, auch politische oder gesellschaftliche Themen können die Menschen sehr bewegen. Wenn man dann noch persönlich davon betroffen ist, sollte man sich schon überlegen, darüber zu schreiben.
  • Bekanntheit:
    Steigt die Bekanntheit des Blogs, so finden automatisch mehr Leser zum Blog. Ist man jedoch selbst, also die Person, die hinter dem Blog steht, berühmt, so kommen schon nur dadurch zahlreiche Leser auf das Blog. Erwähnungen in der Presse, sei das Blog im Vordergrund oder der Blogger, führen auch zu einigem Traffic und Stammlesern.
  • Kommentieren:
    Gehört wohl zum Wichtigsten beim Bloggen. Durch treffende, geistreiche Kommentare werden andere Blogger und deren Leser auf einem aufmerksam und man vernetzt sich erstens und verschafft sich zweitens eine gewisse Bekanntheit. Andere Leute neugierig machen, was wohl hinter dem Kommentierenden stecken könnte, heisst hier das Stichwort.
  • Blog-Paraden:
    Vernetzt ebenfalls sehr stark, wenngleich einige die Teilnahme an Paraden und Aktionen verweigern und dies ebenfalls bei anderen Bloggern kritisieren. Wichtig hierbei ist vor allem, dass man von dem Blog-Karneval überzeugt ist und er auch thematisch zum eigenen Blog passt.
  • Online-Marketing:
    Den Blog in Link-Listen eintragen, in der E-Mail-Signatur hinzufügen. Im Userprofil oder in der Signatur in einem Forum verlinken. Sich bei Technorati eintragen.
  • Offline-Marketing:
    Die Blog-URL auf das Brifpapier drucken, auf die Visitenkarten, Sticker damit gestalten und diese verteilen oder an prominenten Plätzen anbringen.
  • Feeds:
    Einen funktionierenden, guten Feed für die Leser bereitzustellen gehört heutzutage einfach dazu, ohne geht es nicht.



Werbung, adImmersion und Logcut

Mitsamt dem Redesign und den kommenden neuen Schwerpunkten dieses Blogs, gibt es eine weitere Mitteilung, die ich zu machen habe:

Dieser Blog wird von adImmersion vermarktete und ist Teil des Premium-Netzwerks von Logcut.

Für den Blogleser, die Blogleserin bedeutet dies einzig und allein, dass hier ab sofort Werbung zu sehen ist. Die Platzierung ist momentan noch etwas unglücklich gewählt, doch ich teste in den nächsten Tagen die Alternativoptionen und optimiere das Ganze. Die Testphase, in der sich momentan jedes Mitglied des Netzwerks befindet, läuft noch bis zum 22. Juli. Danach wird es ernst und die ‘echte’ Werbung wird geschaltet’.
Des Weiteren befindet sich ein Button in der Sidebar, der zu Logcut linkt.
Zusätzliche Informationen finden sich auf den Homepages von adImmersion und Logcut.

Anfügen möchte ich jedoch auch noch, dass ich in den frühen Morgenstunden des 21. Juli in die Ferien fahre und somit während zwei Wochen keine Änderungen am Blog durchführen kann (Beiträge werden natürlich trotzdem veröffentlicht, dank Wordpress’ Timestamp-Funktion) und somit auch nicht mitbekomme, wie es mit adImmersion und Logcut weitergeht, resp. wie der Start verläuft.
Darüber bin ich nicht allzu glücklich, ist halt aber einfach so. )Die Möglichkeit, dass in der Zwischenzeit eine Drittperson hier zum Rechten schaut, wird natürlich geprüft.)

Da vor einiger Zeit eine ziemliche Aufruhr herrschte, ob ein Blogger nun Werbung schalten sollte oder doch lieber nicht, hier ein paar Zeilen über die Gründe meines Entscheids, meinen Blog vermarkten zu lassen:

Ich bin Gymnasiast und habe derzeit weder Nebenjob, noch Ferienjob und bin somit ziemlich knapp bei Kasse. Um jeden Franken, den ich verdienen kann, bin ich daher wirklich froh. Und da ich sowieso blogge, unabhängig von meinem Einkommen oder meiner beruflichen Tätigkeit, liegt es nahe, dass ich mich dieser Geldquelle nicht verschliesse.
Dazu kommt, dass mich adImmersion, und auch Logcut, überzeugt und ich deren beider Zukunft ziemlich optimistisch entgegen sehe.




Minarett-Bau in Olten erlaubt

Auf dem Dach eines türkischen Gemeinschaftszentrum in Olten (SO) darf nun also ein Minarett gebaut werden, so hat zumindest das Bundesgericht entschieden.

Einen Stopp der InitiativeGegen den Bau von Minaretten” bedeutet dies aber noch lange nicht. Im Gegenteil, den Minarett-Gegnern gibt dieser Entscheid erst recht Aufwind, und Motivation, die Initiative beim dem Volk durchzubringen.
Mit der Initiative soll der Religionsfrieden in der Schweiz gesichert werden und zudem christlich-abendländische Kultur gestärkt werden.

Nun, das Initativkomitee bedient sich starker Verallgemeinerungen und mir schmeckt die ganze Chose ebenfalls nicht ganz so gut wie zum Beispiel ein Erdbeertörtchen.

Statt den Islam zu verurteilen (bedenke, eine jede Religion fusst auf dem Prinzip, sie sei die einzig wahre und einzige ihre Anhänger würden ‘erlöst’ werden), sollte man besser die mickrigen, fudamentalistischen Emporkömmlinge, die sich Anhänger des Islams schimpfen, in ihre Schranken verweisen und ein klares Zeichen dafür setzen, dass sich Westeuropa von Islamisten keineswegs einschüchtern lässt und dass hier die Trennung von Staat und Religion niemals erschüttert werden kann und darf.

Die muslimischen Verbände und Gruppierungen der Schweiz könnten damit beginnen, indem sie sich klar vom Islamismus distanzieren und freiwillig darauf verzichten, ihre Minarette zu bauen, um ein Zeichen der Versöhnung und gegen muslimische Extremisten zu setzen…




Abgabe auf MP3-Playern

Anderthalb Monate bleiben mir noch bis zum ersten September. Eine relativ kurze Zeit, um die knappen fünfhundert Franken zusammen zu kratzen, die ein iPod der fünften Generation mit achtzig Gigabyte Speicherplatz kostet.

Danach, so hat das Bundesgericht entschieden, dürfen digitale Videorecorder und mobile Musikplayer mit einer Gebühr, der Leerträgervergütung, belastet werden. Abgaben, die dann an diverse Verwertungsgesellschaften fleissen.

Nun, dies ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie der Missbrauch der Urheberrechte auf keinen Fall verhindert werden kann…




Der Narzissmus der Blogger

Um Blogger zu sein, muss man entweder unendlich dumm sein, verdammt egozentrisch oder schlicht und einfach was bewegen wollen, was der einzig legitime und vernünftige Grund wäre, zu bloggen.

Es besteht kein Zweifel, dass ich der zweiten Kategorie angehöre. Nicht umsonst habe ich schon Probleme damit, jahrelang in einer von mehr als zwanzig Schülern zu hocken. Ich meine, hey, ich bin schliesslich dort. Da haben sie sich nicht mit minderen Gesellen abzugeben, das können sie dann wieder, wenn ich nicht mehr dort bin. Ich gehe ja auch nicht umsonst dorthin, jeden Tag. Sie sollten es als Ehre auffassen, und mich nicht einfach ignorieren wie ein dahergelaufener Kretin.

Und so sind wir, wir Blogger.

Und dies wird es sein, das uns das Genick bricht. Unser Narzissmus, unsere Auge um Auge-Mentalität, die die Welt erblinden lässt.

Mh.




Rote Moschee in Paksitan gestürmt

Endlich hat die pakistianische Armee die rote Moschee gestürmt, in der sich während gut einer Woche Islamisten verschanzt hatten, die Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilder missbraucht hatten.

Endlich?

Yep, die Geiseln sind frei. Ob ein paar von ihnen beim Sturm auf die Moschee ums Leben kamen, weiss ich nicht. Doch sie sind frei.

Yep, die pakistanische Armee, wie auch die Regierung, greift hart durch gegen islamistische Extremisten und verblendete Fundamentalsiten, deren erklärtes Ziel es ist, in Pakistan einen Gottesstaat zu errichten.

Doch ist und bleibt es traurig genug, dass der Islamismus weiterhin auf dem Vormarsch ist und es bisher keienr Nation gelungen ist, die Gotteskrieger tiefgreifend in ihre Schranken zu verweisen.




Wenn die Kommunisten mit der Pressefreiheit…

…dann gibt ein Herr Lafontaine einem Herr Chavez Rückendeckung.

Erschreckend genug, allerdings nicht überraschen, dass der Herr Chavez die Lizenz eines oppositionelles Fernsehsenders nicht erneuerte.
Wenn dann ein gewisser Herr Lafontaine dies unterstützt, dann bekomme ich das schleichende Gefühl, in linkeren Kreisen würden Gegenstimmen und Kritik genauso wenig toleriert wie in rechteren. Und das beunruhigt mich, drängen sich da doch Bilder diverser Polizeistaaten, Militärdiktaturen, kommunistischer Regimes und faschistischer Nationen auf.