Der von mir propagierte Blogkrieg, den man auch eine Kinderei hätte nenne können, geht also seinem Ende zu. Doch gleich einem Pendel und auch der Welt, die stets zwischen den beiden Extremen Krieg und Frieden schwankt, wird auch der Krieg dereinst wieder in die Blogosphäre zurückkehren und seinen Tribut fordern. Doch zuerst folgt eine Periode der grollenden Stille, in der sich der selbsternannte Untergrund neu formieren kann. Bis die Fronten dann wieder aufeinander treffen und wieder Köpfe über den von Spinnweben bedeckten, weiss gekachelten Boden der Blogwelt rollen.
Dennoch, ich fordere vom Bloggerbanlieu und den paar goldenen Mercedes, die darin herumstehen, tut was!
Und ich beginne damit, in dem ich mit abwende von Zombie Days und zurückkehre zur Essenz. von was auch immer.
In dem Sinne, Salut!
a href=”http://burnttongue.net/wordpress/blogging/wie-man-einen-a-blogger-killt-part-1/”>Gestern bin ich ja zum Schluss gekommen, dass alle bisher vorgeschlagenen Methoden zur Tötung eines A-Bloggers nicht funktionieren.
Was dann?
Nichts, ein Blogger alleine bringt keinen A-Blogger zu Fall.
Das mag jetzt sehr ernüchternd klingen, doch die Wahrheit unnötig zu verschleiern, bringt auch nichts.
Aufgeben?
Nein, auch das nicht. Aber man muss sich doch bewusst sein, dass einer alleine nichts ausrichten kann. Man kann selbst als kleiner Fisch zwar sehr wohl einem A-Blogger ans Bein pissen und Gegenprovokationen herausfordern, doch ausser Unterhaltung und etwas mehr Bekanntheit springt nichts anderes heraus.
Eine Revolution wäre auch der falsche Weg, forderte sie doch zu viel Blut und würde einen zermürbenden Blogkrieg geradezu herausfordern. Und einen Robespierre können wir auch nicht gebrauchen.
Ziehen wir uns also in den Untergrund zurück, sammeln die Gleichgesinnten um uns und graben unsere Argumente wieder aus. Beginnen wir also damit, die Festen der A-Blogger zu schleifen, mit Fakten, harscher Rhetorik und einem unbeugsamen Willen.
Mein gestriger Beitrag hat eingeschlagen. Die erwarteten Reaktionen kamen. Ich wurde als Blogkriegshetzer bezeichnet und die zwei Wörter “Schweizer Gymnasiast” als Schimpfwort missbraucht. Jugend scheint auch nur in Verbindung gebracht zu werden mit Unkenntnis und Dilettantismus. Ein paar Comments weiter dann zeigt sich eine beunruhigend grosse Unkenntnis über die Schweiz.
Doch wie lanu schon schreibt: “Manchmal finde ich es sehr angenehm, wenn Leute so berechenbar reagieren…” Dem kann ich nur zu stimmen und ihr dazu gratulieren, dass sie gleich selbst ein exzellentes Beispiel abgibt.
Das Niveau bei Schreibenden und Kommentierenden war wie gewöhnlich auf tiefem Niveau, aber anders kennt man die Blogosphäre ja nicht. Wie auch, wenn die Bild-Zeitung und ihr Schweizer Pendant die Lande beherrschen. Ernüchtert lässt sich feststellen: Die niedere Intelligenz des Durchschnittssbürger auch in Bloggersdorf anzutreffen ist keine Ausnahme, sondern die Regel.
Denn eigentlich wollte ich ja bloss wissen, wie man den Traffic eines A-Bloggers abdrosseln kann, wie ich Stunden vor lanu und Alphonso schon ankündigte.
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Deshalb hier die Fortsetzung von “Wie man einen Blogger killt”:
Ideen dazu wurden ja schon einige genannt, sowohl bei Don, als auch bei lanu.
- Ignorieren sei’ eine gute Idee, wie man von zoee erfährt. Dasselbe sagen denn auch Cem, Kajetan, Andreas F., der auf den “Usenet Death Penalty” aufmerksam macht, gleichzeitig jedoch noch drei andere Vorschläge einbringt:
- Den A-Blogger bei Google als Spammer zu denunzieren.
- Eine Vendetta gegen ihn auszurufen.
- Und “A: Mittels 301 redirect ein paar Seiten entführen und so in den Rankings abfallen lassen.
B: Mittels Google-Bombing die Keywords und Themenfelder stark verwässern und verschlechtern”
- Dr. Dean möchte die Page des A-Bloggers dann gerne auf eine Porno-Seite verlinken.
Lasst es mich doch in einem Satz sagen: Es funktioniert nicht.
- Ignorieren: A-Blogger sind bereits zu stark und haben zu viele Leser. Um einem A-Blogger beizukommen, müsste praktisch das ganze Netz ihn ignorieren, doch da es im Volke immer mehrere Meinungen gibt, wird es nie geschehen, dass jedermann ihn ignoriert.
- Denunzieren: Wer ein Spammer ist, das entscheidet dann Google selbst. Die Chance auf Erfolg ist also recht klein.
- Vendetta: Funktioniert sehr gut, aber wir wollen ja nicht die Person hinter dem A-Blogger killen, sondern bloss sein Traffic.
- Google-Bomben und sonstiges: Erreicht ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg, da es zu indirekt funktioniert. Und für tiefgreifendere Spielereien sind dann schon viel grössere Kenntnisse erforderlich, so dass nur ein paar wenige den A-Blogger zu Fall bringen könnten. Und ich suche ja nach einer Jedermann-Lösung.
- Negative Verlinkungen: Dazu fehlen die Möglichkeiten. Wer kennt denn schon einen Pornoseiten-Beitreiber?
Abschliessend lässt sich also sagen: Keiner der bisherigen Vorschläge funktioniert. Der Usenet Death Penalty ist zwar ein probates Mittel im Kampf gegen Neublogger, besitzt man denn Gelassenheit genug, sich von Provokationen nicht zu einem Gegenschlag hinreissen zu lassen, doch bei etablierten Bloggern lässt er sich nicht mehr durchführen.
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[Kleiner Zusatz: Die Aufregung um die Blogzählaktionen und Gegenaktionen und die Fronten, die sich in Bloggersdorf zu bilden beginnen, stellen ein nicht zu unterschätzendes Amüsement dar. Es ist wahrhaft lächerlich, wie emsig ein paar Blogwächter nach sinnlosen Aktionen schnüffeln und sich manche Leute geradezu herrlich angepisst fühlen, wenn man sich zu einem kleinen Seitenhieb hinreissen lässt.
Nehmt's einfach gemütlich, Leute.
Aber da ihr dies sowieso nicht tut, da ziemlich jeder von euch das Leben mitsamt jeder mikroskopisch kleinen Einzelheit für todesernst hält: Es ist schlicht und einfach pure Unterhaltung, was ihr da abliefert.]
So, Ende hier. Ich habe schon zu viel in diesen Post gepackt, das eigentlich gar nicht hierher gehörte, aber: Bloggersdorf ist niveaulos, genau wie die Welt dort draussen. Bevor man sich aufregt, sollte man sich daran erinnern.
Und jetzt, back to business. Part 2 folgt morgen, und das Nachspiel am Tag danach.
Ich hab’ gestern am frühen Morgen angetönt, ich wolle dereinst einmal der Frage nachgehen, wie man den Traffic eines A-Bloggers abdrosseln kann.
Doch die Realität hat mich eingeholt. Die Frage haben sich andere auch gestellt.
Begonnen hat’s mit den Weblogzählungen von lanu und sajonara. In anderen Worten: Herr Trust wollte wissen, wie viele aktive Weblogs es gibt, und die lanu hat’s ihm dann nachgemacht. Ich find’ die ganzen Sammelzählungen ja sowieso reichlich sinn-, zweck- und nutzlos, (Ich meine, hat da ernsthaft jemand Freude daran, seinen Namen auf irgendeine Liste zu setzen? Geht besser wählen, Leute. Da gibt’s auch Listen und Namen.)
Der Mann von NanoPub ist da genau meiner Meinung. Und selbst der Alphonso, der den Post auf NanoPub sieht und dann selber einen Beitrag schreibt, findet die Blogzählungen erbärmlich. Er fragt jedoch gleichzeitig, wie man den Plan dieser “Linkfarmkonstrukteure” durchkreuzen kann.
Dann kam da wieder die lanu und sah erneut eine Chance, bei einer etwas grösseren Sache mitzumischen. So fragt sie denn dasselbe wie Alphonso vor ihr. Obwohl sie sich 3 Stunden zuvor noch erheblich gestört gefühlt hatte durch Alphnsos Post.
Das sagt uns jetzt nichts über die Wankelmütigkeit mancher Menschen aus, oder darüber, dass man mit einem Böses-Mädchen-Image halt doch nicht immer so viel erreichen kann, sondern schlicht und einfach: Hier läuft irgendwas schief.
Immerhin fand dann der Mann, der die Welt so Scheisse findet, dass lanus Aktion Respekt verdiene und will nun die A-Blogger in den Untergang schicken.
Er hat das Recht, zu sagen, was er denkt, auch wenn ihm vielleicht nicht bewusst ist, dass es immer Alphawölfe gibt und in jedem sozialen Milieu auch eine Leadership. Dies sind bei uns halt die A-Blogger. Und insgeheim möchte wohl jeder einer sein und durch die Berühmtheit viel Lob einheimsen und dazu noch einen Haufen Geld.
Tja, zu sagen bleibt mir noch, dass wieder einmal Krieg angesagt ist, ein waschechter Blogkrieg. Und alle bisher vorgeschlagenen Lösungen hauen einfach nicht hin. Auch wenn es mich hin und wieder gelüstet, eine Vendetta auszurufen.
Die Rädchen in meinem Hirn in Bewegung gesetzt hat der Post von Yannick, in dem er über einen Blogger berichtet, welcher sich den Faux-Pas einer Blacklist erlaubt hat. Ein kläglicher Hater, dessen Verhalten nicht tolerabel war und der die berechtigte Kritik jedoch nicht ertragen hat und eben nun jene ‘Blacklist’ ins Netz gestellt hat. Anm.: Es ist keine Blacklist, die diesen Namen verdient hätte, er setzt bloss ein paar Links auf seine Page und flucht dann über jene, die hinter diesen Links zu finden ist.
Sowie der Beitrag von Ruben, welcher wiederum von Yannick inspiriert wurde. In “Wie man mit Schlechtem Aufsehen erregt” beschreibt er 5 Schritte, wie man einer Site viel Traffic bescheren kann.
Und nun gut zuhören, denn das ist wichtig.
Seit einiger Zeit ist im Web ja die Rede von sogenannten Blacklists, Listen also, in denen Blogs aufgelistet werden, die der Verfasser der Liste gar nicht mag. Quasi das Gegenstück zu der Blogroll. Nur, dass man die auf der Blacklist aufgeführten Blogs eben nicht besuchen sollte.
Ich halte die Blacklists für eine sehr kontraproduktive Lösung, also eine Scheinlösung. Denn sobald man einen Link setzt und diesen ausführlich erklärt, wird das Interesse des Lesers geweckt, und der Link wird angeklickt und der ungeliebte Blogger erhält Traffic. Denn egal ob positiv oder negativ, erwähnt zu werden lohnt sich, es steigert die Bekanntheit und den Traffic. Man bekommt also mehr Leser, mit denen man sich austauschen kann und mehr Klicks. Und durch die Verlinkungen steigt das Ranking des Blogs, was wiederum Traffic generiert. Und auch wenn man nur den Namen des Blogs listet, oder den des Verfassers, erzeugt man beim Leser ein gewisses Interesse und durch Google und Konsorten sollte sich der erwähnte Blog innerhalb von 10 Sekunden gefunden haben. Was wiederum dazu führt, dass der Traffic des ungeliebten Blogs steigt.
Das Problem ist ja, dass es Blogs gibt, die keine Mindeststandards für gleich welche Anforderungen erfüllen. Banal ausgedrückt, viele Blogs sind Scheisse. Schlechtes Layout, schlechter Inhalt, miserable Posting-Frequenz.
Oder man mag den Blogger schlicht und einfach nicht. Weil er einen beleidigt hat, weil er etwas kritisiert hat oder weil er einem schlicht und einfach unsympathisch ist. Die Gründe sind mannigfaltig.
Nun kennen wir also das Problem und wissen um einige ‘Strategien’, wie man das Problem nicht lösen kann.
Wie dann?
Man ignoriert ihn.
Gemäss dem alten Motto ‘Don’t Feed The Troll’ kommentiert man seinen Blog nicht, setzt keine Links zu ihm und spricht möglichst nicht über ihn. Und wenn es doch einmal unumgänglich sein sollte, die Gründe hierfür seien jetzt egal, dann tut man das auf eine sehr allgemeine Weise, so dass der Leser auf keinen Fall auf den Erwähnten schliessen kann.
Jetzt wäre es aber nicht lustig, über einen zu motzen, wenn dieser nicht davon wüsste. So sucht man sich nun also die E-Mail-Adresse jenes Kerles heraus und schickt ihm den Link zum entsprechenden Post. Das macht die meisten Leute sehr sauer.
Und damit er sich nicht wirksam verteidigen kann, löscht man alle Kommentare, die er zu jenem Beitrag schreibt.
Wie man jedoch einem A-Blogger das Handwerk legen kann, das ist eine ganz andere Sache. Da muss man ungleich schwerere Geschütze auffahren. Aber eine Betrachtung wäre es wert…
Es war alles nur inszeniert. Die angebliche Organspenderin war eine Schauspielerin, Nieren wurden keine verpflanzt und alle Beteiligten waren eingeweiht. Bloss die Kandidaten, die sind wirklich krank und bräuchten eine Spenderniere.
“Wir werden hier keine Niere vergeben, das geht selbst uns zu weit”, erklärte Patrick Lodiers, der dieOrganspendeshow “De Grote Donorshow” moderierte, die gestern abend auf dem niederländischen Sender BNN lief.
Die Begründung, wieso sie ein paar Todkranke ins Studio zerrten und ganz Westeuropa hinters Licht führten, ist auf der Website von BNN zu finden:
“Vrijdagavond was het dan zover: De Grote Donorshow. Aan het einde van de show maakte Patrick bekend dat de nierpatienten echt zijn, maar dat Lisa een actrice is. Waarom? Om te zorgen dat orgaandonatie op de agenda”
Das Thema Organspenden soll also wieder auf die Agenda der Politiker. Die BNN kämpft laut ihren Bekundungen für eine Verbesserung der momentanen Situation und will die Leute dazu anregen, sich über das Organspenden Gedanken zu machen und sich als Spender registrieren zu lassen. Während der gestrigen Sendung konnten die Zuschauer denn auch bei BNN anrufen und Spenderausweise anfordern.
Der Hintergrund der Sendung könnte denn einen oder anderen denn auch zu Tränen rühren: Vor fünf Jahren starb der Gründer der BNN Bart de Graaf, weil er keine Spenderniere bekam.
Mit den Worten des Senders: “Das ist nicht grausig, das ist das wirkliche Leben. Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen, weil es nicht genug Spender gibt.”
Nebst den lobenswerten Motiven, die moralisch über allem stehen, was sonst so im Fernsehen ausgestrahlt wird, lockte die drei Kandidaten auch das Geld, sowie die Chance, mal im TV zu sehen sein. Die BNN dürfte an der Show allerdings auch nicht gerade wenig verdient haben. Die Zuschauerzahlen einer derart umstrittenen Show, die etwas an Russisches Roulette erinnerte, dürften gewaltig gewesen sein. Und somit auch die Werbeeinnahmen.
Bloss eine Farce also. Und scheinbar ist es in den heutigen Zeiten nötig, zu sehr drastischen Mitteln zu greifen, wenn man den Leuten etwas mitteilen will. Es braucht schon einen europaweiten Skandal, damit man die Verkrustungen aus Lethargie und Fanatismus durchbrechen kann und im Volk etwas verändern kann.
Ich bleibe allerdings skeptisch. Dass sich in Holland nun in Sachen Organspenden etwas ändert, glaube ich ehrlich gesagt nicht.
Dass es aber nur eine Frage der Zeit ist, bis wir endlich in den Genuss von “The Real Running Man” kommen, das ist eine Tatsache.
Deutschland hat ein Problem. “Noch 213 Tage bis zur totalen Protokollierung der Telekommunikation…”, so drückt es der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung aus.
Der Chaos Computer Club drückt sich ebenfalls sehr klar aus und beleuchtet die Affäre um die Bundestrojaner genauer.
Der Sprecher CCC-Sprecher Müller-Maguhn zieht den Schluss:
“Die Erklärungen des Innenministers zur Computersicherheit sind reine Lippenbekenntnisse. Hier wird systematisch der gesetzliche und organisatorische Rahmen geschaffen, um Bürger und Unternehmen wehrlos gegenüber Computerangriffen, Wirtschaftsspionage und auch dem Bundestrojaner zu machen. Sicherheitsforschung kann nur noch in einer unannehmbaren rechtlichen Grauzone stattfinden.”
Einer der bisher besten Blog-Beiträgen dazu stammt von Onkel Loco, dem dreckigen Kopf und ist wunderbares Stück saftiger Ironie. Und er hat tatsächlich Recht, wieso nicht einfach Deutschland vom Rest der Welt trennen?
Die Schweiz ist ja bereits eine Insel in Europa, danke Chrigu. Abschottung gegen aussen und die Bespitzelung seiner Bürger und schliesslich die vollkommene Kontrolle über sie, ist schliesslich seit jeher schon ein erfolgreiches Konzept. Ich kann Locos Vorhaben nur unterstützen und es wärmstens empfehlen.
Und wir Schweizer, bald werden vielleicht nur noch Eidgenossen über unsere stattlichen Wiesen wandeln (Dank sei der unabhängigen, neutralen Schweiz und der Ausbürgerung, äh hier.), dürfen auch ganz legal Raubkopien downloaden.
Zuletzt sei bloss noch gesagt. Stasi 2.0 trifft die Sache auf den Punkt. Und die T-Shirts sind fett.
Über Matthias Metablog bin ich auf den Artikel in der 20min gestossen, doch auch das Friblog selbst äussert sich zu den Vorwürfen, die gegen den Blog erhoben worden waren.
Professoren und Uni-Mitarbeiter stossen sich an den Beiträgen, die bei Friblog erscheinen, diese bewegten sich hart an der Grenze zur Legalität und seien persönlichkeitsverletzend und rufschädigend, und somit könne man sie zivil- und strafrechtlich verfolgen.
Schade.
Die Humorlosigkeit an der Fribourger Uni ist enorm. Satirische und ironische Beiträge stehen jedoch noch so mancherorts auf der schwarzen Liste, viele ekeln sich richtiggehend davor oder werden ausfallend.
Das ist wohl mit ein Grund, wieso nur so wenige Blogs es wagen, schärfere Töne anzuschlagen. Einerseits weil die meisten Schreiberlinge selber humorlos sind, andererseits weil bei der kleinsten kritischen oder polemischen Äusserung mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen ist. Oder mit Hakenkreuzen im Vorgarten.
Anyway, die schwärzesten Stunden für das Friblog haben gerade erst begonnen. Genau wie das dunkle Äon für die Meinungsfreiheit.
Der Herr Oliver Reichenstein hat damit begonnen: Er fand die Schweizer Blogszene herzig, und seine Kollege Moritz bezeichnete die Schweizer Blogger als Schrebergärtliguguus & Hobbypolizisten
Matthias fand das bei den Blogdenunzianten und griff die Anschuldigungen auf, resp. wehrte sich berechtigterweise gegen sie.
Pascal schliesst sich Moritz’ Worten an und findet die Schweizer Blogosphäre geistlos.
Steini dann las Pascals Beitrag und gibt der Anti-Elite Rückendeckung, die gegen die Swissblogpress ins Felde zieht.
In den jeweiligen Beiträgen gab es teilweise doch recht angeregte Diskussionen, die noch genauer anzuschauen wären. Es kristallisiert sich jedoch heraus, dass manche die Meinung vertreten, in der Schweiz gäbe es keine polemische, aggressive Blogs.
Immer wieder wurden dann die Technorati Top 100 Schweizer Blogs genommen und angeschaut. Gerade diese wurden bemängelt, denn der Underground, die Unbekannten und Leisen, bekam doch einige Unterstützung.
Ich stelle jedoch die Frage: Sind die Deutschen Top 100 interessanter?
Für den Moment sage ich auch nichts weiter als:
Der Mainstream schmeckt immer fade, wie altes Gefängnisbrot. Doch nur wenn man an der Spitze sitzt, hat man wirklich Einfluss und kann Kohle scheffeln. Und um an ebenjene zu gelangen, muss man Mainstream werden.
Underground ist dope, und da muss ich ehrlich sein, habe ich noch nichts Interessantes gefunden in der Schweiz.
Und dann gibt es den grossen Rest der Blogger, der brav und behäbig daheim sitzt, ein bisschen Geekblog ist, ein wenig Privatblog und alle paar Monate doch etwas halbwegs Spannendes zu präsentieren vermag.
Ich vermisse die scharfen, attackierenden, ironischen Töne. Doch auch in deutschen Blogs tauchen die sehr selten auf.
Die Frage ist sowieso viel weniger, ob die Schweizer Blogosphäre ein biederer Haufen ist oder ein verrottender Kadaver, da dies allein vom persönlichen Interesse und Empfinden abhängt, sondern, wieso Schärfe so selten ist.