Monatsarchiv für May 2007



Wer will die Spenderniere? Kommt ihr Kranken, wir spielen jetzt Russisches Roulette!

Es ist krank. Pervers. Abscheulich. Und Realität.

So gelesen heute morgen in der 20min. In den Niederlanden soll am kommenden Freitag eine neue TV-Show ausgestrahlt werden. Der Inhalt: Drei Nierenkranke sollen sich um die gesunde Niere einer Spenderin balgen. Wie man sich denken könnte, steckt die Endemol dahinter, die Mutterkuh von Big Brother und anderen Abstrusitäten. Doch der Chef des Senders BNN meinte dazu bloss, die Bewerber hätten eine 33-prozentige Chance, eine Niere zu bekommen. Das sei wesentlich besser als bei Menschen auf der Warteliste. Zudem wolle man mit der Sendung auf den Mangel an Spenderorganen aufmerksam machen.

Anders ausgedrückt: “Verpisst euch. Wir retten hier Leben.”

Die wohl enormen Einschaltquoten will ich hier ja nicht erwähnen, es geht schliesslich um einen wohltätigen Zweck.

Und in zwei Jahren landen wir in einer Reality-TV-Show, in der ein Kopfgeld von Zehntausend Dollar auf einen Kandidaten ausgesetzt wird. Jedermann darf ihn jagen und töten. Wenn er zehn Tage überlebt, bekommt der Kandidat eine Million Dollar.
Die Einschaltquoten würden alle Grenzen sprengen. Und Hunderte von Bewerbern stünden Schlange vor dem Studio.

Scheisse, Mann.




Stock im Arsch, Herr Don Alphonso? Herr Turi?

Ich wollte ja nicht auch noch ‘was dazu schreiben. Die Blogs und Webzines sind schon voll davon, jeder hat sich schon dazu geäussert. Doch nun juckt’s mich doch unter den Fingernägeln. Und da ich dort nicht kratzen kann, ausser ich treibe Bambussprossen hinein, doch masochistische Züge habe ich an mir eigentlich noch nie beobachten können. Und so kritzele ich halt was ins Web.

Don Alphonso gegen Turi.

Yep, jener ‘Krieg’, der schon seit Tagen die Runde macht.

Und das nur, weil der Herr Peter Turi in der Vanity Fair schrieb:

“Auftritt Don Alphonso, selbsternannter Rächer der Entbehrten, Beschützer von Web-Witwen und Waisenknaben. Heisst im wahren Leben Rainer Meyer, lebt vom Erbe seiner Eltern und dem Glauben, dass ohne ihn die Blogosphäre unter die “Johurnaille, PR-Nutten und Blog-Versager” fällt.”

Yannick von Blogschrott.net hat mich erneut darauf gestossen und schreibt auch gleich, der Herr Don Alphonso gehe nun mit Anwälten gegen den Herr Turi vor.

Ein Bild, auf dem ein noch junger Alphonso zu sehen ist, wurde widerrechtlich in jenem Artikel verwendet. Da verstehe ich es natürlich schon, dass man dies nicht einfach so durchgehen lassen kann. Besonders, da das Bildchen Werbematerial für Alphonsos Buch ist.

Doch die paar ironischen Worte, die der Herr Turi daneben fallen liess, sind die Aufregung nicht wert. Nichts weiter als heisse Luft, die jedoch schon die halbe Blogosphäre ausfällt und wie ein stürmischer Wüstenwind meine Haare zerzaust.

Also, Herr Alphonso: Kein Sinn für Ironie? Nicht kritikfähig? Oder bloss ‘nen Stock im Arsch?

Nichts gegen alle beteiligten Personen. Der ganze ‘Blogkrieg’ erinnert mich jedoch fatal an gewisse historische Ereignisse, bei denen man kein falsches Wort äussern durfte, wollte man nicht eine Mauer küssen. Oder eben an Leute mit einem gewaltigen Stock im Arsch, die das kleinste nicht ihrer Meinung entsprechende Wort als persönlichen Angriff werten.

Vielleicht liegt’s ja bloss an mir, oder ich bin paranoid oder so was, aber ich hab’ das schleichende Gefühl, die Meinungsfreiheit wird schleichend kalt gemacht. Resp. der Artikel, der jene Äusserungen von der freien Meinungsäusserung ausnimmt, die beleidigend sind, zu arg strapaziert.

Gut’ Nacht.




Geil nach Traffic

Geil nach Aufmerksamkeit, so drückt es Pascal Witzig aus und verweist dabei auf diesen Beitrag von Julian Kücklich. Schöne neue Blogsosphäre?, fragt jener sich und stellt korrekterweise eine Selbstausbeutung bei einigen Bloggern fest.

Doch was steckt tatsächlich dahinter? Hinter jenem Kampf um Aufmerksamkeit und der Selbstausbeutung?

Ich kann es nicht sagen. Ich bin zu neu hier.

Fest stehen drei Punkte:

1. Der Durchschnittsblogger will Traffic.

2. Viel Traffic bedeutet gewöhnlicherweise viele Leser.

3. Je grösser der eigene Bekanntheitsgrad, desto mehr zählt die eigene Stimme.

Dies wiederum läuft auf Punkt 4 hinaus:

4. Je mehr Aufmerksamkeit man bekommt, desto mächtiger ist man.

Ein Abbild der Realität, dem Alltag, in dem wir gefangen sind und den wir zu meistern versuchen. Wir alle brauchen Leute, mit denen wir kommunizieren können. Und die meisten von uns haben eine sehr gefestigte Meinung, von der sie nur ungern abrücken. Sobald man sich jedoch im Recht wähnt, sind andere Meinungen falsch, unkorrekt oder gar schlecht. (Wie zum Beispiel in der Frage um den Irakkrieg. Jedermann meinte etwas dazu. Obwohl kaum einer die Gegebenheiten im Irak kannte und nur ein paar wenige die Auswirkungen eines Einmarsches erahnen konnten. Doch jedermann äusserte sich dazu, und meistens sehr abschätzig über die ‘Gegner’, jene Leute, die die gegenteilige Meinung vertraten. Niemand dabei, dass es weder richtig noch falsch gab. So machte sich auch niemand daran, abzuwägen, ob die Kosten oder die Nutzen eines Krieges grösser wären. Zu Beginn des Einmarsches dann wusste immer noch keiner, ob der Krieg ein Verlustgeschäft werden würde.) Andere Meinungen werden jedoch nicht toleriert, sondern bekämpft. Da es jedoch nicht besonders einfach ist, eine Vendetta auszurufen, werden diese ‘bösen’ Leute nicht kalt gemacht, sondern, wenn möglich, auf die eigene Seite gebracht.

Aus diesen Gründen ziehe ich folgendes Fazit: Sobald einer anfängt zu bloggen und etwas tiefer eintaucht in die Blogosphäre, befindet er sich unweigerlich mittendrin in diesem Kampf um Meinungen. Und er beginnt selbst, sich den Mund wässrig zu machen, wenn er Traffic riecht. Er buhlt um Aufmerksamkeit und versucht aufzusteigen. Stück für Stück dehnt er seinen Einflussbereich aus und vergrössert seine Macht. Bis hin zur Selbstausbeutung, bis hin zur Vernachlässigung der Grundbedürfnisse. Bis ins kalte Grab, denn es ist der Kampf des Alltags, der mit Tastatur und Wordpress ausgefochten wird.

Bis die ersten Steine fliegen…




Die Blogosphäre liegt in Trümmern

…oder Was einst der Erlösung glich ist nurmehr ein alter Kadaver, an dessen stumpfen Augen die Krähen picken.

Wirklich. Es gab ja einst eine Zeit, in der Web 2.0 noch neu und aufregend war und über jedem Blog noch der süss-herbe Geruch der Coolness lag. Doch jetzt, wo jede Homepage mit Web 2.0 vollgestopft ist, da ist die Luft irgendwie raus. Nicht, dass das ein Problem wäre, es stellt sich ja bei allem eine Gewöhnung ein. Und auch eine Reizüberflutung findet nicht statt. Es ist mehr so, dass die Qualität leidet und der gewöhnliche Scheissehaufen in die Blogosphäre Einzug gehalten hat. Ja, das Internet ist schon lange ein Plumpsklo. Doch nun hat’s auch uns erwischt. Ich bin nicht stolz darauf. Und ich möchte auch nicht behaupten, dass ich etwas dazu beitrage, die Situation zu retten oder gar sagen, ich wäre nicht Mitschuld an dieser ganzen Scheisse.

Ich stelle bloss fest.
Konsterniert.

Dass der gewöhnliche Bürger ja nicht gerade ein Vorbild ist, das wissen wir alle längst. Dass wir dazu neigen, mit dem Hals im Abwasser zu stehen, kann ich auch nicht verleugnen. Wo Menschen auftauchen, da geht halt ziemlich viel schief, und noch mehr geht vor die Hunde, und das meiste versinkt auch in einer Schlammlawine aus Talkshows, niederer Intelligenz, der Bild-Zeitung, schalem Bier und Schweineschwarten.

Ja, ich bedauere diesen Zustand.
Ja, ich will dass es aufhört.
Ja, ich denke, dass man daran kaum etwas ändern kann.

Doch verdammt, jeder, der einen Verstand hat, sollte doch begreifen, dass es unwürdig ist, wenn man Schlammschlachten schlägt (Wegen einem kleinen, unwürdigen Award, nach dem scheinbar doch so einige gieren, fliegen dutzende Hassworte und die Teilnehmerinnen gehen sich an die Kehle. Zickenkrieg herrscht. Angeführt von einem kleinen Mädel, von dem ich nicht weiss, ob ich es in einem Catfight sehen möchte.) oder mit Raketenwerfern kleinen Pressemeldungen nachrennt (Irgendein Chefredakteur bekommt 100′000-Euro-Boliden für Testfahrten geliehen. Und sofort lecken andere Blut und regen sich fürchterlich darüber auf.)
Es ist ganz einfach lächerlich. Wenn man seine Ressourcen an solch irrelevanten Themen verpulvern möchte, dann soll man das tun, aber bitte anderswo. Und gerade, wer mit so bedeutungsschweren Worten wie Realitätsverlust oder Selbstherrlichkeit hantiert, sollte mal etwas nachdenken. Zu einem Porsche vor der Haustüre sagen die Moralapostel auch nicht nein.

Um ehrlich zu sein:
Es könnte schön sein hier, doch die Gutmenscherei geht arg an die Klöten.

Kritik ist immer gut, doch wenn sie selbstgerecht wird, ist sie fehl am Platz. Und das machen Gutmenschen. Sie züchten in ihrem Vorgarten Dreck, den sie dann den Nachbarn ins Wohnzimmer werfen können und anschliessend erheben sie anklagend den Finger.

Leute, vergnügt euch offen ganz sinnfrei. Oder steckt eure Energie in etwas rein, das auch einen Nutzen hat. Sonst lasst’s sein.




Der Bau von Minaretten ist verboten

Nein. Doch nicht. Verletzt nämlich zwingendes Völkerrecht.

SVP und EDU können ihre Initiative, die bloss den spektakulären, weil einzigen Satz “Der Bau von Minaretten ist verboten” trägt. Doch sie werden weiter protestieren und ankämpfen gegen die Minarette, diese ‘Machtsymbole des Islams’.

Gut, dass diese Initiative nun doch verreckt wie ein Wurm, der unter den High Heels von Justizia zertreten wird. Gewiss bin auch gegen eine Islamisierung. Doch diese, wenn sie denn geschähe, würde sich wohl viel eher im Untergrund abspielen, als denn unter den Augen der Öffentlichkeit. Und diese Minarette… Ach, kommt schon, das sind bloss Türmchen. Wenn die mal beten gehen wollen, dann lasst sie doch. Und wenn sie ein Minarett brauchen, um den Weg zur Moschee zu finden, dann ist das doch egal. Vor allem rast diese Initiative meilenweit am Problem vorbei. Es besteht ein gewisser Konflikt zwischen Westeuropa und Islam, resp. muslimisch geprägten Nationen. Doch dieser Konflikt wird überhaupt nicht entschärft, indem man den Bau von irgendwelchen unwichtigen, absolut irrelevanten Türmchen verbietet. Schon nur, weil die darunter stehenden Moscheen weiter existieren. Doch eine solche Initiative erzürnt nur ein paar gemässigte Moslems, mit denen wir sonst gar keine Probleme haben, oder hätten.

Dem, was Hisham Maizar sagt, kann ich mich zwar weitgehend anschliessen. Dass Moslems in der Schweiz weiterhin Moslems sein dürfen, dass steht ausser Frage. Ausser wir wollen zu den Kreuzzügen zurückkehren. Könnten wir natürlich. Aber dann sollten wir den Papst als ersten in den Krieg reiten lassen. Mit Ulrich Schlüer als Knappen.

Doch wenn derselbe Hisham Maizar dann behauptet, die Schweizer Bevölkerung hätte aus dem Karikaturenstreit nichts gelernt, dann mag er damit zwar Recht haben. Doch im gleichen Zug möchte ich doch sagen, dass er nicht verstanden hat. Beim Karikaturenstreit ging es um die Meinungsfreiheit, die manche viele so ziemlich alle Muslime beschnitten haben wollten. Und wie ich so gerne zu sagen beliebe, an jenem Tag, da die Meinungs- und Pressefreiheit bloss noch eine Farce ist, da will ich persönlich das Sturmgewehr holen und den Krieg eröffnen.

Besser fönde ich natürlich, die Angesprochenen, und ihr alle wisst verdammt noch mal, wen ich damit meine, würden den Fisch aus dem Arsch reissen.

Oder ich gehe nach Glasgow, meine fiebrige Stirn kühlen.




Fuck the Creationists!

Scheisse, Mann.

Nicht, dass ich es nicht gewusst hätte. Nur wurde ich gerade eben wieder daran erinnert, dass 43% der Schweizer Kreationisten sind, und gerade mal 30% erkennen den Unterschied zwischen Glaube und Wissenschaft und stehen hinter Darwins Evolutionstheorie.

Und das an einem Samstagabend, bei immer noch 25 Grad im Schatten. Bei einem leckeren Abendessen, Pasta mit Tomatensauce.

Fuck it, lest hhhhier weiter.

Verdammt, Leute, wie naiv seid ihr? Schweigt einfach mal ‘ne Runde, vor allem, wenn ihr noch nicht einmal wisst, was in der Wissenschaft eine Theorie ist und was Falsifizierbarkeit bedeutet. Geht nach Hause, ich mag nicht mehr.

Shit.




Der unbekannte Soldat schiesst zurück!

oder Wenn aus einem Cyberkrieg jederzeit eine Schlacht mit Panzerfäusten und Flächenbombardements werden kann.

Seit mehreren Wochen schon stehen sich Russland und Estland auf dem Schlachtfeld gegenüber, einem rein virtuellen zwar, aber für die Diplomatie zwischen den eh schon verfeindeten Staaten ist das genauso wenig förderlich wie ein Raketenangriff auf Tallinn. Ein estnischer Regierungssprecher findet die passenden Worte für seinen Unmut und nennt den Cyberkrieg einen Kriegsakt. Ich schliesse mich dem an, möchte jedoch anmerken, dass nicht unbedingt die russische Regierung hinter den Angriffen gegen estnische Websiten stehen muss. Wenngleich nicht ausgeschlossen werden darf, dass nicht trotzdem der Kreml dahinter steckt und über ein ausgeklügeltes, mafiöses Netz aus Verbindungsmännern und Computerexperten die Attacken zentral koordiniert. Doch mit solchen Überlegungen würde ich das Terrain der Fakten verlassen und mich in die stachelige Obhut der Vermutungen und die düsteren Gefilde der Verschwörungstheorien begeben. Und das liegt mir nicht.

Klar scheint jedoch zu sein, dass das russische Volk aufgebracht ist, dass Estland das Kriegsdenkmal des ‘unbekannten Soldaten’ vom Stadtzentrum Tallinns entfernt hat. Nun lagert jene Statue, die an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern soll, auf einem gewöhnlichen Soldaten-Friedhof. Ist uns Westlern allemal egal, verletzt den russichen Nationalstolz jedoch sehr und erfreut gleichzeitig die Esten, die in dem Denkmal schon lange ein Symbol für die sowjetische Unterdrückung und Kontrolle sahen.

Russland wäre jedoch nicht Russland, wenn es seine Muskeln nicht spielen liesse. So wurden Botnetze auf estnische Regierungssites und auch private estnische Homepages losgehetzt, derweil hunderte aufgebrachte Patrioten mithilfe von Anleitungen im Internet selber simple, aber wirkungsvolle Attacken gegen Estland durchführen.

Derzeit benötigt es also einiges an Glück und Zufall, wenn estnische Bürger ein bisschen surfen gehen wollen oder ihre Aktiengeschäfte übers Internet abwickeln wollen.

Ich würde belustigt lächeln und mich darüber freuen, dass wieder mal was Spannenderes geschieht also bloss die paar dutzend Tote im Irak pro Tag oder israelisch-palästinensisches Kräftemessen, wenn die Lage nicht so ernst und das Verhältnis zwischen Tallinn und Moskau nicht so angespannt wäre.

Irgendwas gutes wird jedoch auch dieser Cyberwar haben, nur will mir im Momentan nicht einfallen, was.




Sexistische Werbung! oder Wehret dem Fortschritt!

Endlich, vorgestern hat die bernische Kantonsregierung, die Motion, sexistische Werbung zu verbieten, abgelehnt.

Typisch Mann, werden wohl jetzt hier ein paar Leserinnen aufstöhnen, freut sich noch darüber, wenn Frauen unterdrückt werden. Was’n Arschloch, werden weniger Intelligente brüüllen, vergewaltigt daheim noch seine Freundinnen.

Dass ihr von eurem Umfeld dazu gezwungen werdet, so zu denken und solche Gedanken mit wenig subtilen Mitteln in eure Schädel eingepflanzt wurden, als ihr noch kleine Kinder und mehr interessiert daran wart, einer Fliege die Flügel auszureissen, als an Sex zu denken, da könnt ihr auch nichts dafür.

Deshalb will ich hier auch nur sagen: Ich freue mich bloss darüber, dass eine stockkonservative, kreationistische, fortschrittsfeindliche Gruppierung in ihre Schranken verwiesen wurde. Sie geben sogar selbst zu, dass sie nicht etwa gegen Diskriminierung seien, sondern gegen erotische Werbung. Das erstaunt nicht, kommt es schliesslich von einer Partei, die, wenn möglich, als Werbegeschenke Keuschheitsgürtel verteilen würden. Von Kreuzzügen gegen Atheisten, der wahnhaften Vermischung von Politik und Religion und dem Wunsch, Frauen wie Männer nur mit langen, schweren Kutten bekleidet, sehen zu müssen, ganz zu schweigen.

Tja, es gibt halt Frauen, die sehen blendend aus. Dass man diese in dem ohnehin schon sehr manipulativen Werbe-Business einsetzt, ist ebenso eine Tatsache. Manche Leute stören sich daran, das ist ihre Sache. Allerdings sollte man das Ganze erklären dürfen:

Wir leben in modernen Zeiten, wenngleich auch nicht den Fortschritt, dennoch stehen wir immer noch näher bei der Progression als der Regression. Dazu gehört auch, dass man gewisse Freiheiten besitzt. Und dass es verschiedene Lebensstile gibt, die alle gleichsam existenzberechtigt sind. Dass Frauen leichter bekleidet sind als im Mittelalter, ist ebenfalls ein Fakt. Dass der Anblick einer attraktiven Frau sehr tief in unser Inneres dringt und heftigere Emotionen auslöst, als dass ein Preisschild je könnte, steht ebenfalls ausser Frage. Und dass Marketing-Spezialisten, resp. Werbefotografen, diese Tatsache ausnützen, damit muss man leben können. Denn es ist ja nicht so, dass wir Männer eine Frau mit einem gefühllosen Objekt verwechseln, nur weil diese leicht bekleidet ist, oder sich etwas zweideutig auf einem Sofa räkelt. Okay, manche tun das tatsächlich. Aber denen möchte ich sowieso einen Pickel in die Hand drücken und ein Zugticket nach Sibirien. Einfache Fahrt. Im Viehwaggon. Wenn eine Frau gut ausschaut und sich dementsprechend gut kleidet, dann ist es im gewöhnlichen Fall so, dass man ihr etwas mehr Respekt zollt, als man das sonst täte. Frauen tun dasselbe übrigens auch bei Männern. Glaubt mir.

Ein Verbot von Erotik hilft der Gleichberechtigung genauso wenig wie ein Binnen-I. Es verschärft nur die Fronten, und zerstört Schönheit.




Darwin wäre gegen die Demokratie gewesen

Ha ha.

Beinahe überkommt mich ein hysterisches Lachen, wenn ich den Bloggern, Kommentierern, Journalisten und Zivilisten dabei zuschaue, wie sie sich über das Stimmrecht 16 aufregen mögen. Beachte: Es existiert bisher bloss im Glarus.

Doch die Unmut in der Bevölkerung ist gross. Ein paar Rechte fürchten gar Stimmverluste, weil die Jungen tendenziell linker stimmen würden. Wahrscheinlich fürchten sie gar zu Recht.
Doch was machen die paar Hundert Stimmen mehr oder weniger schon aus?
Ziemlich nicht. Und hier setzt die zweite grosse Entrüstung ein. Weil nur wenige Jugendliche stimmen gehen würden, sollte man allen das Stimmrecht entziehen. Klingt lächerlich. Ein weiterer Rückgang der Stimmbeteiligung wird befürchtet. Dabei sänke bloss die relative Beteiligung, die absoluten Zahlen würden ziemlich gleich bleiben. Es ist mir auch unklar, wie man sich darüber derart aufregen mag. Aber jedem das seine.

Wie sagt man so schön, jedem Volk die Regierung, die es verdient. In einer Demokratie ist das tatsächlich so. Und wer sein Wahlrecht nicht wahrnimmt, der bekommt halt irgendwas vor die Nase gesetzt. Einen Wählenden hat das nicht zu kümmern. Ausser die Wahlergebnisse würden die Volksmeinung tatsächlich nicht repräsentieren.
Vielleicht sollte man auch Babys wählen lassen, das wäre nur fair. Schliesslich formen die Politiker von heute die Zukunft von morgen. So Scheisse das klingen mag, es is’ so.

Lachen tu’ ich auch gerne und oft über den Begriff ‘objektive Meinung’.
Ein Widerspruch in sich, eine Kontradiktion. Wie schön.

Manche scheinen beim Denken zu vergessen, dass eine Meinung immer subjektiv ist, und Politik sowieso, da es kaum einen gibt, der ausserhalb seiner Glaubensprinzipen agiert. Ein jeder hat halt sein Weltbild, was nicht da hinein passt, wird bekämpft. In der Politik wie im Alltag genau gleich.
Wer ist auch schon fähig, nach objektiven Grundsätzen zu agieren. Ein jeder will zwar das Beste, doch selbst die Frage, was das Beste ist, kann man nicht beantworten, da das Beste das Beste für sich, für seine Nation, für die ganze Menschheit sein kann. Das eine ist nicht richtiger als das andere, es liegen nur jeweils andere Ansichten zugrunde.

Und für einen Ältestenrat, der die Geschicke der Welt lenkt, sind sowieso alle. Obwohl ich dafür wäre, dass man das Beste als “eine Politik zu führen, die für möglichst langfristige Stabilität und grösstmögliche Zufriedenheit sorgt, was wahrscheinlich dann der Fall ist, wenn keine Unterdrückung herrscht, die persönliche Freiheit respektiert wird, die freie Meinungsäusserung in keinem Fall beschnitten wird und kein Unmut durch Armut, Krankheit oder Disrespekt entstehen kann.” definiert und dies mit Hilfe der Polit- und Wirtschaftswissenschaften auszuführen sucht. Und dies objektiv, was auch bedeutet, dass Studien auch wissenschaftlich aussagekräftig sein sollten und nicht gefälscht werden oder bloss ein Weltbild wiedergeben.

So könnte man vielleicht tatsächlich die ‘beste aller möglichen Welten’ kreieren.

Bleibt nur zu sagen, es scheint eine Gewissheit zu sein, dass die darwinistischen Gesetze und die Torheit des Menschen nicht auszuhebeln sind.




verdammte nacht

der tag war auch nicht besser.

und jetzt ist halb elf zwölf nachts. ich bin immer noch wach. zwar müde, so sehr, dass meine augen nur noch dünne risse in meinem antlitz sind. ich möchte schlafen gehe. alleine. oder so. doch irgendwie, fürchte ich mich davor, vor den gedanken, die sich in mein hirn bohren, wenn sie nicht durch videoclips oder youtube betäubt werden. gedanken, die schmerzen. und erinnerungen, die wieder auftauchen. doch am schlimmsten sind jene wachträume, in denen mein leben vor die hunde geht. ich weiss, dass träume nicht wahr sind, doch verdammt, sie fühlen sich ebenso real an wie die tastatur unter meinen fingerkuppen. ein frösteln hat sich in meinen nacken gebissen. heute nachmittag. seither bin ich in eine agonie verfallen, deren spielgenossinnen insomnia und paraonia seien.

ich könnte kotzen. doch es würde nichts nützen. genauso, wenn ich mit einem flauen gefühl im bauch an das wochenende denke. die sinnlos weggeworfenen stunden, die ich im nothelferkurs abgesessen habe.

na ja, und dann wurde ja noch sarkozy gewählt. und irgendwo das stimm- und wählalter auf 16 gesetzt. ach ja, da ist ja noch die svp, die sneakers an den schulen verbieten will. wobei es fraglich bleibt, ob einer dieser bauern überhaupt weiss, was ein sneaker ist.

na ja, in darfur werden auch morgen wieder menschen sterben.
shit.