Da gibt es etwas, das ich nicht verstehe.
Wollen ein paar Hitler-Groupies und sonstige (Neo-)Nazis durch eine Altstadt marschieren, so gibt es einen grossen Aufschrei. Beflaggen sie sich mit Hakenkreuzen und den Bildern der Schlächter, die sie derart verehren, so tun sie dies erstens nicht mehr lange und so gibt es zweitens einen immensen medialen Aufschrei.
Zu Recht verweisen wir diese Leute in ihre Schranken. Mit Genugtuung sehe ich, wie eine grosse Mehrheit der Schweizer das Nazitum ablehnt.
Doch was geschieht, wenn Anhänger anderer kollektivistischer Ideologien und deren blutbefleckten Exponenten marschieren? Dann gibt es zwar etliche Blogger, bei denen dies mindestens tiefes Unbehagen auslöst, aber sonst? Kein medialer Aufschrei. Nein, man lässt sie weitermarschieren mit ihren Ikonen. Seien dies ein Stalin, ein Mao, ein Lenin oder ein Che Guevara.
Man braucht sich nur mal umzuschauen. Wie viele Leute mit Hitler-Shirts begegnen euch jeden Morgen? Wie viele, auf denen Che Guevara prangt?
Ich versteh’s einfach nicht. Wie kommt es, dass in der öffentlichen Meinung der eine zum Sinnbild des Bösen wird, der andere zur Lichtgestalt und der Dritte zu einer Popgestalt? Obwohl alle drei für eine Menge Blut und Vernichtung verantwortlich sind.
Tuesday, May 6, 2008 at 9:45
Tuesday, May 6, 2008 at 15:46
Mir scheint, du mischelst hier wieder einmal ein paar Schlagwörter zusammen zu einem äzend-klebrigen Brei, der die Informationskanäle verstopft. Was möchtest Du damit erreichen? Mehr Traffic auf Deinem Blog?
Viellecht solltest Du dich mal etwas genauer informieren z.B. die ersten zwei Seiten von Marxs “Kapital” lesen. Ein Vergleich der Kommunisten mit den Nazis ist eine Anmassung sondergleichen. Ich bin empört.
Die Veranlassung der Kommunisten ist fair, es geht um eine gerechte Verteilung der Güter.
Die Nazis sehen sich als Über-Rasse und haben systematisch Volker vernichtet.
Noch Fragen?
Tuesday, May 6, 2008 at 18:03
Es geht mir keineswegs um einen Vergleich, es geht mir darum, dass sowohl der Nationalsozialismus wie auch der Kommunismus viele Tote zu verantworten haben. Die ist kein Vergleich der Inhalte, sondern ein Vergleich der realen Auswirkungen.
Ich kann die Kritik auch auf konkrete Personen reduzieren. Lenin und Hitler. Stalin, Mao könnte man auch nennen. Mussolini und Franco ebenso. Willst du ernsthaft für eine dieser Personen Partei ergreifen? Oder gar die verschiedenen Verbrechen gegeneinander aufwiegen?
Mich stört keineswegs, dass es verboten ist, mit Hitlerplakaten draussen rumzulaufen, mich stört, dass Leute mit Leninplakaten nicht genauso behandelt werden.
Bezüglich eines Vergleichs der beiden Ideologien: Mir sind beide zuwider, da beide grundsätzlich freiheitsfeindlich sind. Dann natürlich die Abscheulichkeit der Rassentheorie.
Jetzt zum Kommunismus:
Zuerst eine Frage: Geht es nicht um eine gleiche Verteilung der Güter?
Und wie steht’s mit der Klassentheorie? Findest du die tatsächlich derart harmlos? Wurden nicht mit ihr die - ich kenne die genauen Begriffe nicht - Arbeitgeber/Kapitalisten grundsätzlich und kollektiv verdammt?
Wenn nicht - du scheinst dich zum Glück mit dem Kommunismus auszukennen, so dass meine Fragen beantwortet werden können und ich kein falsches Bild vom Kommunismus mit mir rumschleppe, nicht wahr? -, was hat dann dazu geführt, dass die Kapitalisten teils umgebracht wurden, teils eingesperrt wurden, teils in Umerziehungslager geschickt wurden, teils… ?
Und wenn wir schon am vergleichen sind: Sahen die Kommunisten nicht in der Arbeiterklasse die “bessere” Klasse?
Um es noch einmal deutlich zu machen, ich will hier nicht die beiden Ideologien qualitativ vergleichen und beurteilen. Mir geht es bloss um die Verbrechen, die im Namen dieser Ideologien geschehen sind. Um diejenigen, die dieser Verbrechen zu verantworten haben. Und um die Begründungen für diese Verbrechen. Und um die Frage, wieso man den einen Verbrecher bejubeln kann, den andern jedoch nicht.
Tuesday, May 6, 2008 at 18:27
Wie soll ich das denn nun verstehen? Dass am 1. Mai Verbrecher bejubelt werden?
Fährst Du zufällig einen weissen BMW?
Tuesday, May 6, 2008 at 18:34
Wenn jemand auf sein Plakat Lenin gekritzelt hat, ja, dann bejubelt der einen Verbrecher.
Wenn der Kommunismus bejubelt wird, dann wird eine Ideologie bejubelt, die eine sehr unangenehme Vergangenheit hat - freundlich ausgedrückt.
Nein, ich fahre weder BMWs, noch weisse Autos. Zudem geht es mir ja gerade um diesen Punkt. Dass Gewalt, egal von wem sie stammt, und egal, gegen wen sie sich richtet, zu verdammen ist. Hierzulande jedenfalls.
Und dass Leute, die einen Verbrecher bejubeln, gleich behandelt werden, egal, welche Ideologie dieser Verbrecher vertrat.
Siehst du, was ich sagen will?
Tuesday, May 6, 2008 at 19:03
Ja, verstehe.
Allerdings wirst Du mit so saloppen Geschreibsel nicht viel erreichen, ausser einigen Dummköpfen vielleicht, die dann plötzlich “1. Mai abschaffen” rumplären.
Gewalt ist unangenehm, aber sie zu Verdammen ist wie den Müll unter den Tepich kehren. Oder über die Landesgrenzen, ins Nachbarland, zu den Ausländern. Sollen die doch schauen, wie sie damit klarkommen.
Gewalt gehört zur Menschheit wie Liebe und Geist. Es ist Teil des Kampfes ums Überleben. Es geht darum, auch die unangenehmen Seiten des Lebens zu akzeptieren und einen möglichst passablen Weg zu finden. Das ist gar nicht einfach. Viele Menschen geben sich täglich enorme Mühe, es besser zu machen. Dann gibt es auch viele andere, ganz Schlaue, Verwöhnte, faule Eier die sich gerne mit ihrem fetten Arsch ins gemachte Nest setzen, an allem was rumzumeckern haben, lauter dumme Sprüche auf Lager haben etc.
Vergiss nicht, auch im schweizer Justizvollzug wurden schon Menschen zu Tode “verunfallt”. Schreie ich jetzt überall herum: Der Justizminister ist ein Verbrecher? Nein. Aber nicht, weil ich ein Freund des (damaligen) Justizministers bin, sondern weil das einfach nichts bringt. Wir sitzen alle im selben Boot. Wenn ich in Deinen Garten pisse, so pisse ich eigentlich in meinen eigenen Garten.
Tuesday, May 6, 2008 at 19:05
Also, take care, was Du im Internet schreibst
Tuesday, May 6, 2008 at 19:26
Und wenn jemand den 1. Mai abschaffen will, dann werde ich mich auch dagegen wehren.
Eigentlich, eigentlich ist der Titel meines Posts auch nur sehr schwach mit dem Inhalt des Posts verknüpft.
Das ist mir vorhin auch aufgefallen. Dieses Wörtchen “verdammen”. Verurteilen trifft es wohl besser.
Aber wenn ich etwas verurteile, dann habe ich eigentlich nicht das Gefühl, ich würde ein Problem verdrängen. Wenn schon, dann könnte man es als Aufruf verstehen, das Problem endlich anzupacken.
Ich habe das dringende Gefühl, wir schweifen erheblich ab. Aber macht nichts. Nehme ich halt Position dazu.
Ich verneine sicherlich nicht, dass Gewalt ein Teil der Menschheit ist. Und ja, viele geben sich verdammt viel Mühe, es besser zu machen. Andere nicht. Und wieder andere geben sich Mühe, das Richtige zu tun, machen dadurch aber alles nur noch schlimmer. Diese kritisiere ich. Und wenn ich hier niemanden für seine guten Taten lobe, dann heisst das nicht, dass ich diese nicht sehr schätzen würde.
Justizvollzug ist etwas Heikles, weil dort Gewalt angewendet werden darf. Gewalt nicht im Sinne von Prügel, sondern im Sinne von Festnahmen etc.. Und sollte einmal ein Polizist unnötig viel Gewalt anwenden, wenn er also mehr Gewalt anwendet, als dass nötig wäre, um “seinen Auftrag” zu erfüllen, dann folgen Konsequenzen.
Und ich bin generell gesehen sehr zufrieden mit diesem System.
Doch wenn mich etwas stört, dann werde ich mich entsprechend äussern. Das gehört auch dazu, wenn alle im gleichen Boot sitzen.
Thursday, May 8, 2008 at 17:57
Während ich überhaupt kein Freund des Kommunismus bin und es mir auch klar ist, dass er wie auch der Faschismus zu Millionen Toten geführt hat, bin ich doch der Meinung, dass zumindest die Ideologie dahinter nicht den gleichen verurteilenswerten Charakter hat. Kommunismus schreibt keinen Rassenhass oder Übermenschentum vor. Es ist mir tausendmal lieber, wenn ein 15-jähriger Jugendlicher in seiner “revoltierenden Phase” Hammer und Sichel oder ein Che-Shirt trägt, und damit vielleicht noch das Gefühl hat, etwas gegen soziale Missstände zu tun, als wenn er sich eine Glatze rasiert und gegen Juden und Ausländer wettert.
Friday, May 9, 2008 at 18:53
Ich kenne mich zu wenig mit dem Kommunismus aus (wie auch mit dem Nationalsozialismus), als dass ich mir ein Urteil darüber erlauben möchte, welche Ideologie veurteilenswerter ist.
Mich würde allerdings interessieren, ob im Kommunismus der Hass auf die “Kapitalisten” zum Standard gehört. Und inwiefern die Arbeiter als “besser” als die “Kapitalisten” angesehen werden.
Mir ist dies auch lieber. Aber weisst du wieso? Weil - so vermute ich zumindest - es einen gewissen Pop-Kommunismus gibt. Mitläufer sozusagen, die nicht wirklich Ahnung vom Kommunismus haben, aber halt irgendwie gegen Nazis sind, und gegen Unternehmungen, die Gift ins Meer schütten und Gerechtigkeit und so ganz cool finden.
Ein Pop-Nazitum sehe ich hingegen nirgendwo. Sich derartigen Gruppierungen anzuschliessen, das ist ein sehr viel ernsterer Entscheid, als sich Kommunist zu nennen.
Doch du reisst einen interessanten Punkt an: Die meisten, die für Sozialismus und derartiges argumentieren, sind sich nicht wirklich bewusst, für was sie sich einsetzen. Würden ihre Ideen umgesetzt, dann würden sie vermutlich ziemlich rasch merken, dass Kommunismus nicht lustig ist.
Saturday, May 10, 2008 at 11:08
Der Kommunismus basiert auf Karl Marxs Buch “Das Kapital”. Es geht darum, dass Leute mit Geld Maschinen kaufen können und dann keine Arbeiter mehr brauchen und noch mehr Geld machen. Deshalb dann die Idee, dass die Machinen allen gehören müssen, weil sonst Teufelskreisartig die soziale Ungerechtigkeit zunimmt.
In unseren haben viele reiche Leute Angst vor dem Kommunismus, weil sie befürchten dass dann Ihr Besitz vom Staat enteignet würde. Dafür erfinden sie allerlei Schauermärchen (”Der Kommunismus war eine mörderische Diktatur”, “Man hat ja gesehen, dass der Kommunismus nicht funktioniert”, “Das Volk hatte nichts zu essen”) um den Leuten, die eigentlich davon profitieren würden auch Angst einzujagen.
Wenn Du aber jemanden Fragst, der die UdSSR erlebt hat, tönt es meist ganz anders. Die meisten Leute hatten ein besseres Leben (keine Arbeitslosigkeit, menschenwürdige Arbeitsbedingungen) als jetzt, wo ein paar reiche Grundbesitzer wieder die arbeitende Bevölkerung unter der Knute hat.
Die Leute müssen immer mehr arbeiten, um immer weniger zu verdienen. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Leute werden immer gestresster, aggressiver. Wenn es so weitergeht gibt es irgendwann wieder eine Revolution, dann landen die ausbeuterischen Fettwänste unter der Guillotine.
Eigentlich schade, wir könnten so ein schönes Leben haben. Ich hoffe dass die Leute genug intelligent sind und die Demokratie zu nutzen wissen, damit es nicht wieder soweit kommt. Leider gibt es tatsächlich erschreckend viele Dummköpfe, die auf die billige Propaganda der Abzocker hereinfallen und diese auch noch wählen.
Und Du bist ja auch so ein lustiger Vogel, schreibselst so leichtsinnig irgendwas daher von Nazis und Kommunisten, bis sich herausstellt, dass Du gar nich soviel davon verstehst. Take care, my friend….
Saturday, May 10, 2008 at 12:35
Dann funktioniert die Planwirtschaft also doch?
Saturday, May 10, 2008 at 19:44
Es geht ja hier nicht um Planwirtschaft, der Begriff ist längst antiquiert. Lustigerweise lese ich heute entsprechenden Artikel im Magazin:
http://dasmagazin.ch/index.php/geld-und-gluck-fur-alle/
Saturday, May 10, 2008 at 23:17
Beim Kommunismus geht es nicht um Planwirtschaft?
Und es gibt Alternativen zu Planwirtschaft und Marktwirtschaft?
Stalin und Lenin haben keine Leute umgebracht? Und die kommunistischen Staaten waren Demokratien?
Wieso hat Russland eigentlich den Kommunismus aufgegeben, wo doch alles so toll war?
Sprichst du dich eigentlich gegen Privateigentum aus, oder missinterpretiere ich dich?
Welche Armer werden eigentlich immer ärmer? Steigt nicht auch deren BSP und BIP? Genauso wie der Durchschnittslohn der Schweizer? Ist nicht auch die Arbeitszeit im Vergleich zu früher geringer? Haben nicht viele Leute ein Eigenheim, besitzen also Grund? Ist nicht die katholische Kirche einer der grössten Grundbesitzer?
Für was plädierst du eigentlich, wenn nicht für Planwirtschaft?
Für ein Grundeinkommen? Das wer zahlen soll?
Damit hast du den Kapitalismus aber immer noch nicht abgeschafft?
Tuesday, May 13, 2008 at 4:56
Fragen über Fragen,
lesen bildet, kann ich da nur sagen.
Versuche beim Lesen, zu verstehen, statt um jeden Preis Recht zu behalten.
Ich plädiere für mehr Menschlichkeit. Jedem das seine.
Tuesday, May 13, 2008 at 17:47
Ah, tut mir leid. Ich dachte, du wolltest hier einen Punkt machen oder für deine Sicht der Dinge plädieren, oder mir beibringen, dass Stalin nichts mit dem Kommunismus zu tun hat.
Da dies nicht der Fall ist, erübrigt sich der Rest.
Ich plädiere übrigens für Freiheit.
Tuesday, May 13, 2008 at 17:51
Ausserdem bringt es mir nicht, Marx zu lesen, wenn ich etwas über die realen Auswirkungen des Kommunismus wissen will.