Tote, Entsetzen und Freudentaumel

Jörg Haider ist tot.1 Er hat sich zu jener erdrückenden Mehrheit von Menschen gesellt, die bereits (ob kürzlich oder vor Jahrtausenden) gestorben sind. Über die wenigsten dieser Personen denken wir je nach. Die meisten kannten wir nicht, konnten wir nicht kennen, den wenigsten standen wir (emotional, physisch, intellektuell) nahe.

Niemandem sollte man den Tod wünschen. Doch darf man sich über den Tod von jemandem freuen?

Es besteht keine moralische Obligation, den Tod eines jeden zu betrauern oder auch nur einen Mundwinkel hängen zu lassen. Doch darf man in Jubel ausbrechen, weil jemand gestorben ist? Wie viele Verbrechen muss ein Mensch verübt haben, dass man sich über seinen Tod freuen darf? Oder darf man sich einzig freuen, wenn der Tod eines Individuums gleichzeitig das Ende von Pein, Tod und Qualen für andere bedeutet?

Kurz vor der Mitte des letzten Jahrhunderts wurde der Tod von unglaublich schrecklichen und grausamen Personen gewünscht, herbeigeführt und bejubelt. Dürfte der Europäer des einundzwanzigsten Jahrhunderts sich immer noch freuen, wenn derartige Charaktere ableben?

  1. lindwurm - Zum Tod Jörg Haiders, Zum Tod Jörg Haiders, Teil 2 / the flowers are gone - Der nicht erwartete Fall []

Ahmed The Dead Terrorist

Korrpution ist menschlich, Parteien funktionieren auch nicht anders

Die CS spendet denjenigen Parteien am meisten Geld, die am häufigsten mit ihr auf einer politischen Linie liegen.12 Die Gewerkschaften tun dasselbe. Der Kaninchenzüchter aus dem Thurgau genauso wie der Erzkatholik aus dem Baselland genauso wie der grüne Antikapitalist aus Zürich.

Genau deshalb tendieren viele Parteien und Politiker dazu, ihre Aussagen so zu formulieren und ihre Meinung so zu drehen, dass möglichst viele Wähler angesprochen werden und das Geld fliesst wie Wasser im Rhein. Populismus in all seinen Spielformen (Schmutzkampagnen, Neinsager, Verdrehungen, blatante Lügen, gefälschte Zahlen, Aussagen, die keinerlei Beweise benötigen und für die es auch keinerlei Beweise gibt. (Der Ausländeransturm auf die Schweiz und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten sind wunderbare Beispiele hierfür.)) ist die Folge.

Das ist die Demokratie. Das ist unser System. Das ist das Beste, was wir zustande bringen.

Eine Person, die eine Partei unterstützen will, weil sie gleiche Meinungen vertreten (Aus welchen anderen Gründen sollte man sonst überhaupt eine Partei gut finden?), soll dies also stets dürfen. Egal, ob diese Person natürlich oder juristisch ist, über 3′000 Franken oder 120′000 Franken Monatseinkommen hat. Sonst werde ich fortan Kaninchenzüchter, Antifaschisten, Gutmenschen und Neinsager ebenso der Erpessung und der Bestechung bezichtigen, wie es manche Personen bei der Credit Suisse tun.3

(Ebenso sollte man darauf verzichten, Politiker korrupt zu nennen. Gewiss sind es etliche. Aber dann müsste man eine Diskussion beginnen über all die verschiedenen Motive, die ein Politiker haben kann. Doch einerseits kennt einzig die betreffende Person selbst diese Motive, Aussenstehende können lediglich spekulieren und davon ist abzuraten, andererseits würde dies womöglich tiefe Kluften ins Bild reissen, das wir uns von den von uns gewählten Politiker machen. Darüber hinaus würde dies wieder den Streit über gute und böse Politiker entfachen. Wobei ich hier der Meinung bin, dass Politiker grundsätzlich gut sind, also das tun, was sie für das Richtige (für sich, für ihre Wähler, für ihre Nation, für die Welt, für Tierchen) halten. Weder Rechte noch Linke wissen, welche politischen Handlungen gut sind und entscheiden sich dann genau für das Gegenteil.

Dazu ist die Bewertung von Politiker stets subjektiv. Ich halte alle Politiker, die sich nicht für grösstmögliche Freiheit, Humanismus und Laizismus einsetzen, für schlechte Vertreter ihrer Art. Andere würden genau diese bejubeln.

Sprechen wir also nicht über Politiker und Parteien, sondern über Ideen und Evidenz.)

  1. tagesanzeiger - Credit Suisse: Wer richtig abstimmt, dem wird gegeben []
  2. michale jäger - Warum die SP gerne eine Spende von der CS hätte []
  3. ignoranz - Sind die Bürgerlichen korrupt? []

2012

Church Abuse Policy

Staatliche Medien und Zwangsgebühren

Der Bürger finanziert staatliche Fernsehstationen und staatliche Radiosender. Ob er diese nun mag, anschaut/anhört oder ignoriert. Dieses “Unrecht” ist dort zu akzeptieren, wo der Staat eine Aufgabe erfüllt, die kein Privater übernehmen würde. Auf staatliche Medien trifft dies nicht zu. Früher vermutlich schon. Doch heute, im Zeitalter des Billiginternets und der Gratiszeitungen, vermögen es die staatlichen Ausstrahlungen nicht einmal, die Medienlandschaft durch irgendeinen extraordinären Aspekt zu bereichern. Sie sind überflüssig geworden und geben lediglich wieder, was an anderer Stelle ebenfalls ausgestrahlt und publiziert wird. Webradios, Internetauftritte von Printmedien, Blogs, Gratiszeitungen und TV (inkl. Web-TV und Youtube) decken die ganze Bandbreite an Information, Bildung und Unterhaltung ab. Bloss sehr viel zielgerichteter und spezialisierter als dies die Staatsmedien je könnten.

Deshalb gehören die staatlichen Medien unverzüglich privatisiert oder aufgelöst. Ihre Existenzgründe haben sich aufgelöst. Und wo es nicht unbedingt nötig ist, sollte die Belastung des Bürger durch Steuern und Abgaben so niedrig wie möglich gehalten werden. Die Zwangsgebühren sind zwar nicht allzu hoch, aber das Skalpell der Freiheit und des freien Markts muss auch kostengünstige Überflüssigkeiten erbarmungslos aus dem Staat heraus schneiden.

Staatskasse: 0.00 CHF/EUR/USD

Das Einkommen - und somit Vermögen - eines Staates besteht lediglich aus Steuern und Abgaben, dem Geld also, das die Bürger an den Staat abtreten. Verspricht jener Staat einem Obdachlosen also sein täglich’ Brot, so kommt der verdienende Teil der Gesellschaft dafür auf. Verspricht der Staat jedem Bürger eine sehr bestimmte Summe, übernimmt z.B. die Garantie für dessen Sparanlagen, dann führt das dazu, dass der Staat dem Bürger früher oder später das Geld abnimmt, das er ihm “erstattet”.

Eine sehr skurrile Situation. Nicht gerade beruhigend.1 Eigenartig.2

Ich fände es sehr viel einfacher, wenn ich jene paar Tausend Franken, die ich verlieren würde, weil ich der falschen Bank zu viel Vertrauen geschenkt hätte, nicht zuerst dem Staat überweisen würde, um sie später zurück zu erhalten (Abzüglich jenes Teils natürlich, mit dem die zuständigen Beamten gezahlt wurden.), sondern sie ganz einfach aus meiner linken Hosentasche herauszunehmen, zwei Minuten anzustarren und dann in meine rechte Hosentasche zu stecken.

Als auszubildender Teil der Gesellschaft hätte ich natürlich den Vorteil, dass ich nicht persönlich für jene paar Tausend Franken aufkommen müsste, sondern dass sie mir irgend jemand anderes bezahlen würde. Ich hätte gewissermassen mein Geld verspielt und es dann wieder zurück bekommen, ohne dafür einen Finger krümmen zu müssen. Stattdessen liesse ich Finger krümmen und lernte überhaupt nichts aus der ganzen Chose.

  1. christian hoffmann - Politische Tautologien []
  2. jan filter - Wirtschaftliche Freiheit bedeutet auch Verluste wegstecken zu müssen []

Endziel, Sonderanstalt, konzentrierte Lager

Jörg Haider und Stefan Petzner gebrauchen ein seltsames Vokabular, wenn es um jene Anstalten geht, in die mutmasslich kriminelle Asylbewerber ohne vorhergehendes Rechtsverfahren eingeschlossen werden sollen1. Haiders “Sonderanstalten”, die Petzner auch gerne “konzentriere Lager” nennt, sind dabei nur eine “Zwischenlösung”, bis Haiders mutmasslich kriminellen Asylbewerber aus Österreich abgeschoben werden können. Dies ist dann das “Endziel”. Oder vielleicht die “Endlösung”?2

  1. misanthrop - Lager []
  2. panoptica - Fröhliches Lager-Bauen / lindwurm - “Konzentrierte Lager” und Widerstand / kleine zeitung - Haider verteidigte “Sonderanstalt” für Asylsuchende in Kärnten []

Die Freiheit wird sonntags auf Eis gelegt

Über das Verbot, sich am Sonntag ein Paar Sneaker zu leisten oder es an jemanden zu verkaufen:

In the end, the law exists not because so many Germans don’t want to shop on Sundays but because so many of them do. In a modern economy, there’s something wrong with a policy that bars shoppers and stores from doing business when they find it mutually agreeable. Maybe it’s time to give that approach a rest.1

  1. Steve Chapman - No Shopping, Please, We’re German []