Blue Scholars - Bayani
Yeah!
Rawkus schlägt zurück, zuerst mit Marco Polo, und jetzt auch noch mit den Blue Scholars. Rawkus ballt nach langer Zeit wieder die Faust. Das tut gut. Schmeckt noch besser als ein Glas Coke mit Eiswürfeln und Zitrone an einem heissem Sommertag.
Was Bayani so gut macht?
Die Grunzkehlen, die nach billigem Crystal schreien und 50 Cent nachgieren, werden keine Freude an der Platte haben.
Es ist ein frisches, sattes Stück Hip Hop.
01. Baha’i Healing Prayer (intro)
02. Second Chapter
03. Opening Salvo
04. North by Northwest
05. Ordinary Guy
06. Still Got Love
07. Bayani
08. Loyalty
09. Fire for the People
10. Xenophobia (interlude)
11. The Distance
12. Back Home
13. 50 Thousand Deep
14. Morning of America
15. Joe Metro
Um es vorwegzunehmen:
- Die Platte ist nicht leicht zu verdauen, schmeckt zwar bestens, aber sie fordert einem doch einiges ab, zumindest mir.
- Die Lyrics sind schwer gespickt mit Ansichten, die ihr Fundament in der Baha’i haben, eine nicht unumstrittene Religion, sehr jung. Und meines Erachtens auch nicht zweifelhafter als das Christentum.
Die Blue Scholars - DJ Sabzi und MC Geologic - liefern mit Bayani ein wirklich freshes Album ab. Wie könnte das auch anders sein, wenn der eine ein ehemaliger Drummer ist und eine Ausbildung zum Jazz-Pianisten hinter sich hat und der andere mit der Lyrik spielte und als Spoken-Word-Poet von verrauchter Bar zu verrauchter Bar zog. Dies ist es wahrscheinlich, das Geologic zu einem so guten Storyteller macht, eine Eigenschaft, die bei Rappern und MCs immer noch selten zu finden ist.
Bayani ist erstklassig produziert worden, die Songs haben durchgehen einen exotischen Einschlag und bringen ebenjene vorher schon angesprochene Freshness. Die Beats überzeugen durchgehend. Ich hätte sie mir zwar etwas düsterer gewünscht, denn sie sind zwar sehr cool, aber doch recht ruhig ausgefallen, doch so, wie sie sind, machen sie das Album zu einem perfekten Stück Musik um an einem heissen Sommerabend mit einem Bier und seinen Leuten zu chillen.
Wären da nicht die Lyrics. Denn die sind deep und clever. Für manch einen also ungewohnte Kost. Geologic spittet seine Rhymes sehr entspannt über die Beats und hat einen ziemlich angenehmen, auf den Punkt gebrachten Flow. Leider jedoch eine ziemlich monotone Stimme.
Insgesamt ein erstklassiges Album, das sehr fresh ist, den Hip Hop zwar nicht revolutioniert, aber guten Gewissens als einen modernen Klassiker bezeichnet werden kann.
Doch schlussendlich lässt Geologic einen doch alleine draussen in einem fröstelnd eisigen Regenschauer stehen:
“they say desegregation was a great step forward /
but integration only covered up a rotten core”
bbc: Baha’i


