Monthly Archive for August 2007



Marco Polo - Port Authority

Aus Toronto stammend versorgt Marco Polo nun im New Yorker Stadtviertel Brooklyn das gemeine Volk mit verdammt guter Musik. Jener Beatbastler, der sich mit Produktionen für Boot Camp Click, Masta Ace und Sadat X einen Namen gemacht hat.

marco polo - port authority

01. Port Authority Intro
02. Get Busy (feat. Copywrite)
03. Marquee (feat. O.C.)
04. War F (feat. Kardinal Offishall)
05. Nostalgia (feat. Masta Ace)
06. Wrong One (feat. Wordsworth)
07. Low Budget (feat. Kev Brown, Kenn Starr, Oddisee, Cy Young, Kaimbr)
08. Speak Softly (feat. JoJo Pellegrino)
09. Time & Place (feat. Ed O.G.)
10. Radar, The (feat. Large Professor)
11. All My Love (feat. Jaysaun)
12. Lay It Down (feat. Roc-Marciano)
13. Go Around (feat. Buckshot)
14. Hood Tales (feat. Kool G. Rap, D.V. Alias Khryst)
15. Heat (feat. Supastition)
16. Rollin (feat. Sadat X, Ju Ju, AG)
17. For The Future (feat. Critically Acclaimed)
18. Relax (feat. J.Davey)

Das Intro beginnt dramatisch mit den Zeilen “Takin’ my time to perfect the beat/…/you are only as good as the people you surrender yourself with/…/hip hop is not dead”
Danach folgt ein Feuerwerk an guten Tracks. Der einzige Nachteil dabei ist jedoch, dass sich keiner über den anderen abhebt, was sich bei siebzehn Lieblingssongs jedoch nicht allzu schlimm auf den Hörgenuss auswirkt.

Mit Guests wie Copywrite, O.C., Masta Ace, Buckshot und Sadat X fehlen auch die bekannten und geliebten Namen nicht, die einen schon beim blossen Anblick an etwas längst vergessen Geglaubtes erinnern, dass so deliziös schmeckt wie Apfelkuchen, der deine Urgrossmutter draussen auf einem alten, nach Heu und kalten Sommergewittern riechenden gerade aus dem Backofen holt.

Hör dir das Album an und vielleicht wirst du dich wieder daran erinnern, wie es war, als du das erste Mal echten, unverfälschten Street Hop aus einem Ghettoblaster dröhnen gehört hast. Und wahrscheinlich wirst du dich dann nach einer Zeit sehnen, in der Mainstream genauso klingt wie Marco Polo und in deinem Schädel wirst du ein Stückchen weit begreifen, dass dies hier wahre Kunst ist und nicht nur eine Farce ihrer selbst. Keine mit Grills bewehrte, I’m a Pimp brüllende Posse. Sondern Hip Hop.
Und dann hörst du das gechillte, melodiöse Marquee und es tut tatsächlich etwas weh, als du begreifst, dass die Zeiten, in denen ein solches Album Standard gewesen war, vorbei sind, vermutlich nie existierten.

Das brillante Überwerk, das man hätte erwarten können, ist Port Authority zwar nicht geworden, dafür fehlt ihm der spezielle Nachgeschmack, der Charakter, sozusagen. Aber es ist dennoch ein verflucht gutes Album geworden. Eines, das sich vor dem Oldschool zwar nicht verneigt, aber ihm wohlwollend zunickt. Und nicht zuletzt ist Port Authority ein Vorgeschmack auf das, was Marco Polo dem Hip Hop und unseren Ohren zu schenken im Stande wäre. Ein Album, das einfach verdammt lecker schmeckt.

Zuletzt sei gesagt, mit Port Authority kehrt auch Rawkus mit mächtigen Beats und erstklassigen Produzenten bewaffneten an die Front zurück und zeigt den andern Labels, was wahre Autorität bedeutet, auch wenn Rawkus’ Hafen eine sehr lange Weile einem öden, wüsten Trümmerfeld glich. Doch nun ist Rawkus zurück, mit den illen Blue Scholars und einem Joint Venture mit Soulspazm, um Port Authority auf die Decks des Hip Hop zu werfen.

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